«ftT
Tft!
Abband!ungen der n reabiSEben Geologiscbea Landesanstalt
Nene FolOe. Heil 112
Die Kreideablagerungen
zwischen Elbe und Jeschken
I. Das Elbsandsteingebirge
östlich der Elbe
Von
Hermann Ăndert
in Ebersbach i. Sa.
Mit 2 Tafeln und 20 Textabbildungen
Herausgegeben
von der
PreuĂischen Geologischen Landesanstalt
BERLIN
Im Vertrieb bei der PreuĂischen Geologischen Landesanstalt
Berlin N 4, InvalidenstraĂe 44
1928
Jtf
Die Kreideablagerungen
zwischen Elbe und Jeschken
I. Das Elbsandsteingebirge
östlich der Elbe
Von
Hermann Ăndert
in Ebersbach i. Sa.
Mit 2 Tafeln und 20 Textabbildungen
Herausgegeben
von der
PreuĂischen Geologischen Landesanstalt
BERLIN
Im Vertrieb bei der PreuĂischen Geologischen Landesanstalt
Berlin N 4, InvalidenstraĂe 44
1928
Inhaltsverzeichnis
Seile
Einleitung âą âą âą
Geographische EinfĂŒhrung in das GelĂ€nde
Petrographisch-tektonischer Teil
Allgemeiner Aufbau
Die Störungslinien
Beschreibung der einzelnen Schollen
1. Das nördliche Tafelland
A. Die Liliensteinscholle
B. Die Winterbergscholle
C. Die Rosenbergscholle
D. Die Stembergseholle
E. Die TĂ€nnigtscholle
F. Die Windischkamnitzer Scholle
G. Die Dittersbacher Scholle
H. Die Suppgebergscholle
I. Die Rennersdorfer Scholle
K. Die Ottenbergscholle
2. Der horstartige Sporn von Niedergrund
L. Die Elbleitenscholle
M. Die Arnsdorfer Scholle
N. Die Binsdorfer Scholle
O. Die Rosenkammscholle
P. Scholle Sign. 415,4
Q. Scholle SigD. 362,0
R. Die Laubescholle
S. Die HainbĂŒhlscholle
3. Das Bruchgebiet von Böhmisch-Kamniiz
T. Die Huttenbergscholle
U. Die Maibergscholle
V. Die Jonsbachcr Scholle
W. Die Loosdorfer Scholle
X. Scholle Sign. 342,0
Y. Die Philippenauscholle
Z. Die Steiuwandschollc
Ai. Die AlbswÀndcscholle
Bi. Die Noldeschollc
Ci. Die Kamnitzer SchieĂhausscholle
Di. Die Fockâscho Höhe-Scholle
Ei. Die Loosdorf-Ost-Scholle
Fi. Die Poppenbergscholle
Gi. Die Scholle Altohlisch-Böhm. Kamnitz . . .
4. Das Bruchgebiet von Pirna
Hi. Die Rauensteinscholle
I|. Die BĂ€rensteinschollo
Ki. Die Brandscholle
Li. Die Basteischolle
Mi. Die Uttewalder Scholle
Ni. Die Herrenleitescbolle
0|. Die Zatzschkescholle
Pi. Die Schöne Höhe-Scholle
Qi. Die Krietzschwitzer Scholle
Der tektonische Aulbau des Elbsandsteingebirges
Die Kluftlinien
Anlage â Profile
Stratigraphischer Teil
Das Cenoman â *
Das Unterturon
Das Mittelturon
Das Oberturon
Der Emscher ._ âą âą âą âą
Tabellarische Ăbersicht der stratigraphischen VerhĂ€ltnisse . - . . âą âą âą âą âą
Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie der SĂ€chsisch-Böhmischen Schweiz
Das gegenwÀrtige Landschaftsbild
Morphologie des Elbsandsteingebirges
Literaturverzeichnis
1
3
5
7
14
15
15
20
29
34
36
39
41
43
44
50
52
52
52
53
53
53
53
53
53
55
55
56
57
59
60
60
62
63
63
64
64
64
64
65
66
66
66
67
69
70
70
75
77
79
79
83
84
111
111
113
117
129
130
132
137
145
AbkĂŒrzungen:
0. Gr. o Obergrenze der Stufe a der Zone des Inaceramus Scbloenbacbi . S. 14
0. Gr. 3 Obergrenze der Stufe Ă der Zone des Inoceranwt Sc/iloenbachi . . S. 14
0. Gr. lab. Obergreuze der Zone des Inoceramus labiatu» S. 14
Sst. Sandstein.
fk. feinkörnig = KorngröĂe bis zu 0,4 mm.
mk. mittelkörnig = KorngröĂe: Hauptbestandteil 0,4 â 0,75 mm.
gk. grobkörnig = KorngröĂe: Hauptbestandteil stĂ€rker als 0,75 mm.
mg. mittelgrob.
Einleitung
Den Rand der Sudeten begleitet beiderseits eine Zone cretaceischer
Gesteine, an deren Zusammensetzung in hervorragender Weise Sand-
steine beteiligt sind. Trotz verschiedener facieller Abweichungen
fĂŒhrten meine langjĂ€hrigen Arbeiten zu dem Ergebnis, daĂ diese Ab-
lagerungen ein einheitliches GeprÀge besitzen, so daà es wohl berech-
tigt ist, sie als sudetische Kreide zusammenzufassen. Zu ihr ge-
hören folgende llauptgebiete: Die Löwenberger und Lahne r
Kreide, die Glatzer Kreide, die Oppelner Kreide und das sÀch-
sisch-böhmische Kreidegebiet. Letzteres bildet die weitaus gröĂte
zusammenhÀngende KreideflÀche, ln fast allen umfangreicheren Ar-
beiten ĂŒber die deutsche und besonders die schlesische Kreide hat
man deshalb seit jeher versucht, Parallelen mit der sÀchsisch-böhmi-
schen zu ziehen. Die sÀchsische Kreide ist durch die Arbeiten von
Geinitz und PHTRASCHECK sowie durch die Aufnahmen des .SĂ€chsi-
schen Geologischen Landesamtes schon ziemlich eingehend behandelt
worden. Durch ungĂŒnstige AufschlĂŒsse einiger wichtiger Leitschichten
waren aber aucli hier noch IrrtĂŒmer verborgen, die erst durch die Un-
tersuchungen im benachbarten böhmischen Kreidegebiet klar gestellt
werden konnten. Ăber dem groĂen böhmischen Kreideareal selbst
lag ein unsicheres Halbdunkel. KllEJĂi und FRITSCH hatten in ihren
Aufnahmearbeiten wohl ein reiches Material zusammengetragen, doch
war durch die schwer zu entziffernden tektonischen VerhÀltnisse die
Auswertung zunÀchst nur gering, so daà die Stratigraphie unklar
bleiben muĂte. Die umfangreichen Arbeiten ZAHXLKAâs in der böh-
mischen Kreide grĂŒnden sich fast nur auf petrographische Vergleiche
der Sedimente; der Fossilinhalt wurde stratigraphisch gar nicht ver-
wertet oder gÀnzlich falsch gedeutet. So lagen die VerhÀltnisse, als
ich vor mehr als 20 Jahren meine Arbeiten in der sudetischen Kreide
und zwar ausgehend von der sÀchsisch-böhmischen aufnahm. Durch
peinliches stratigraphisches Sammeln voa Fossilien und unmittelbaren
Vergleich mit den Originalen zu frĂŒheren Arbeiten in den Sammlungen
der PreuĂischen Geologischen Landesanstalt, der UniversitĂ€t zu Breslau,
des Realgymnasiums zu Löwenberg, der Museen zu Dresden, Leipzig,
Prag u. a. hoffte ich die gegenseitigen VerhÀltnisse des Emschers und
Oberturons innerhalb der sudetischen Kreide feststellen zu können.
Wenn auch die Bearbeitung des reichen Fossilmateriales sehr erfreu-
liche und befriedigende Ergebnisse zeitigte, so stieĂ ich bei der Abgren-
1
Neue Folge. Heft 112
2
Einleitung
zung der fossilreichen Gebiete von Kreibitz, Tannenberg und Walters-
dorf auf auĂerordentliche Schwierigkeiten. Die jenseits von Bruch-
linien angrenzenden Kreidesedimente sind so fossilarm oder enthalten
so gleichgĂŒltige durch mehrere Horizonte hindurch gehende Arten, daĂ
sich umfangreiche GelĂ€ndeaufnahmen, wobei Schritt fĂŒr Schritt die
petrographische Zusammensetzung der Sedimente verfolgt werden
muĂte, notwendig machten, um eine sichere Basis zu erhalten. Diese
eingehenden Untersuchungen wurden nach Westen bis Pirna und Dres-
den, nach Osten bis zum Jeschken und nach SĂŒden bis zur Sprachgrenze
und darĂŒber hinaus ausgedehnt. SchlieĂlich erschien es notwendig, um
ĂŒberhaupt eine Grundlage fĂŒr fernere Arbeiten zu erhalten, in einer
besonderen kleineren Arbeit 1 ) durch kritischen Vergleich der sÀchsi-
schen Kreide mit den bekannten Kreidegebieten Norddeutschlands und
anderweit die in ersterer vorhandenen IrrtĂŒmer aufzuklĂ€ren. Nun war
es erst möglich, darauf weiter zu bauen und durch Aneinanderreihen
zahlreicher Profile in die ungefÀhr 200 m mÀchtige, fast fossilleere
Sandsteinmasse des unteren Oberturons, deren Verfolgung sich auĂer-
ordentlich schwierig gestaltete, Licht hineinzubringen. Auch in Schle-
sien ist diese Sandsteinserie, obwohl bisher kaum beachtet, vorhanden.
Um dort ihre wahre MĂ€chtigkeit und ihren Charakter zu erkennen, wird
man gezwungen sein, Àhnliche eingehende Untersuchungen wie im Fol-
genden geschildert anzustellen.
Die petrographischen und tektonischen Arbeiten erreichten da-
durch einen derartigen Umfang, daĂ ihre gesonderte Behandlung not-
wendig erschien. Bei der Eigenart des Elbsandsteingebirges gegenĂŒber
dem östlichen Gebiet wurde auch hier eine Trennung vorgenommen.
Hieraus ergibt sich folgende Gliederung:
I. Das Elbsandsteingebirge östlich der Elbe
II. Die nordböhmische Kreide zwischen Elbsandsteinge-
birge und Jeschken
III. Die Fauna der obersten Kreide in Sachsen und Böhmen.
') Asukkt, Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sÀchsischen Elbtales. Leip-
zig 1927.
Geographische EinfĂŒhrung in das GelĂ€nde
Zwischen der Lausitzer Hauptverwerfung im N, dem Böhmi-
schen Mittelgebirge im S, dem Kreibitzer Bergland im 0
und dem Erzgebirge im W erstreckt sich das Tafelland des Elb-
sandsteingebirges oder die SÀchsisch -Böhmische Schweiz.
Die orographische EigentĂŒmlichkeit des Gebietes hat es zu einer Welt-
berĂŒhmtheit gemacht. Die im allgemeinen aus fast horizontal ge-
lagerten Schichten der oberen Kreide bestehende Sandsteintafel ist
l'hot. W. Kaum, Drrsden-N. li.
Abb. 1. Das Gebiet der Ebenbeiten und Steine. Im VordergrĂŒnde das Elbtal
bei Kathen. Die wichtigsten Steine von links nacli rechts: Z = Zirkelstein. GZ =
GroĂer Zschirnstein. 1â = Papstein. I. = Lilienstein, lâf = Pfaffenstein. Das Elbebett
ist in das Untorturon cingeschnitten. Die ElbhÀnge und Ebenheiten bestehen aus Mittel-
turon (SteinbrĂŒche vor dem Lilienstein). Die aufsitzenden Steine sind Reste der ober-
turonen Sandsteinmasse.
von canonartigen Schluchten und TĂ€lern durchzogen. Der Landschafts-
charakter zeigt zwei llauptformen und zwar die Ebenheiten und die
Felslabyrinthe. Die Ebenheiten sind im Durchschnitt 30 â 100m
ĂŒber der schluchtartig eingeschnittenen Talsohle entwickelte ebene
FlĂ€chen, ĂŒber die einzelne FelstĂŒrme, FelsklĂŒtze oder Felsberge, die
sogenannten »Steine«, senkrecht emporragen (s. Abb. 1). In einigen
gröĂeren Gebieten bilden die Sandsteine der »Steine« hingegen noch
1 *
4
Geographische EinfĂŒhrung in das GelĂ€nde
eine geschlossene, von unzĂ€hligen Schluchten und GrĂŒnden durch-
zogene Masse, die Felslabyrinthe. Hier feiert die Gestaltungs-
kraft der Natur ihre herrlichsten Triumphe. Es wird Gelegenheit
sein, auf die Eigenart dieser Felsformen wiederholt hinzuweisen.
FĂŒr vorstehende Arbeit ist die tiefe Elbtalrinne, die das Sand-
steingebiet in eine östliche und in eine westliche HÀlfte teilt, als will-
kĂŒrliche Westgrenze gewĂ€hlt worden. Gegen S wurde die Grenze von
Tetschen ĂŒber Loosdorf und Altohlisch nach Böhmisch Kamnitz und
anschlieĂend gegen 0 ĂŒber Höllegrund, Kaltenbach, Niederkreibitz,
Daubitz und Khaa gezogen. Entlang dieser Linie verschwinden die
Sandsteine der Stufe Ă der Zone des Inoceramus Scliloenbachi gegen S
und 0 unter jĂŒngeren Schichten. Die Lausitzer Hauptverwerfung be-
grenzt unser Gebiet im N von Ivhaa ĂŒber Hinterhermsdorf und Hohn-
stein bis zum Pillnitzer TĂ€nnigt. Eine kurze Linie von Kleingraupa
nach Birkwitz bildet die Verbindung mit der Elbe.
Eine AufzÀhlung der unzÀhligen Berggipfel ist, soweit erforderlich,
bei Beschreibung der Schollen eingeflochten worden. Die höchste Er-
hebung bildet der Rosenberg (620,3 m U. d. M.).
Die HauptentwĂ€sserungsader ist der Kamnitzbach. Er flieĂt
von Böhmisch Kamnitz zunÀchst in westlicher, sodann in nördlicher
Richtung durch das Windischkamnitzer Quertal und schlieĂlich wieder
durch enge, tiefe Schluchten in NW- und W-Richtung und mĂŒndet bei
Ilerrnskretschen in die Elbe. Sein bedeutendster ZufluĂ ist der Krei-
bitzbach. Er tritt bei Niederkreibitz in das Gebiet, bildet den roman-
tischen Iâaulinengrund und mĂŒndet am Nordende von Windischkamnitz
in den Kamnitzbach. Andere weniger bedeutende NebenbÀche auf der
rechten Seite des Kamnitzbaches sind der WeiĂbach, Schweins-
bach, die Biele und die Lange Biele, auf der linken Seite
finden sich nur ganz schwache unbedeutende Wasseradern. Die Ent-
wĂ€sserung der Binsdorf- Rosendorfer Ebenheit erfolgt durch die DĂŒrr-
kamnitz mit dem Erbsbach. Im N durchflieĂt teilweise hart an der
Granitgrenze die Kirnitzsch (Khaa) von O nach W das Gebiet in
engen Schluchten, auf ihrem verhĂ€ltnismĂ€Ăig langen Wege keine ein-
zige bedeutendere Ortschaft berĂŒhrend. Sebnitz mit R olenz sowie
Wesnitz durchflieĂen unser Gebiet nur in ihrem Unterlaufe. Alle
diese FlĂŒsse und BĂ€che mĂŒnden in die Elbe.
GegenĂŒber dem ĂŒppig grienen Kreibitzer Bergland zeigt das Elb-
sandsteingebirge ein Bild der Trockenheit und DĂŒrre. Kahle Sand-
steinwÀnde ragen allerwÀrts empor; das Wasser versickert schnell in
den mehr oder weniger durchlÀssigen Sandsteinmassen bzw. in deren
zahlreichen KlĂŒften und dringt in die Tiefe, die FelsoberflĂ€che der aus-
trocknenden Sonnenhitze ĂŒberlassend. Infolgedessen herrscht in den
ausgedehnten Waldungen auch die Trockenheit liebende Kiefer vor.
Petrographisch-tektonischer Teil
Allgemeiner Aufbau
Am Aufbau des östlichen Elb Sandsteingebirges beteiligen
sieh folgende Formationen:
1. Das Grundgebirge.
2. Rotliegendes und Jura.
3. Obere Kreide.
A. Cenoman.
B. Turon.
a) Unterturon. Zone des Inoceramus labiatus SciILOTH.,
b) Mittelturon,
ct) Zone des Inoceramus Lamareki PARK,
Ă) Zone des Spondi/lus spinosus Sow. und Heleroceras
RcuĂianum SchlĂŒter,
c) Oberturon, Zone des Inoceramus Schloenbacln Boehm,
Stufe ct,
Ăi,
Ă2l
T-
C. Emscher.
4. TertiÀr.
5. Diluvium und Alluvium.
Das im Elbtale, zwischen Tetschcn und Niedergrund in einem
schmalen Streifen zutage tretende Grundgebirge besteht ausGranit
und palĂ€ozoischen Schiefern. Sie sind nur so weit, als fĂŒr den Zweck
dieser Arbeit notwendig, S. 52 kurz behandelt worden. Ăbrigens sei
auf die ErlĂ€uterung zur SĂ€chsischen geologischen Karte GroĂer Wintcr-
berg-Tetschen verwiesen (S. 5â22).
Rotliegendes und Jura sind nur in einzelnen kleinen Schollen
entlang der Lausitzer Hauptverwerfung vorhanden 1 ).
') NĂ€heres hierĂŒber bieten die ErlĂ€uterungen zur geologischen Karte von Sachsen
Königstein-Hohnstein (S. 23), Sebnitz-Kimitzschtal (S. 29) und Hinterhermsdorf- Daubit«
(S. 27). Die wichtigste Literatur ist in der ErlÀuterung zu Blatt Königstein-Hohnstein,
S. 23, zusammengestellt.
6
Allgemeiner Aufbau
Ăber das ganze Gebiet verstreut treten tertiĂ€re ErguĂgesteine
von basaltischem Charakter auf. Teils ĂŒberragen sie mehr oder we-
niger die Umgebung, teils sind sie vollstÀndig eingeebnet. Sie sind in
dieser Arbeit, die lediglich den Kreideschichten gewidmet ist, nur so
weit, als letztere mit ihnen in BerĂŒhrung stehen, erwĂ€hnt. Eingehende
Behandlung haben sie in den ErlÀuterungen zu den entsprechenden
sĂ€chsischen geologischen Karten erfahren. FĂŒr das darĂŒber hinaus
reichende böhmische Gebiet kann die geologische Ăbersichtskarte des
Böhmischen Mittelgebirges nebst ErlÀuterung von J. IllBSCir, unserem
besten Kenner der jungvulkanischen Gesteine, als Grundlage dienen.
Diluviale Deckenreste findet man auf den Ebenheiten und
HochflÀchen, wÀhrend entlang des Elbelaufes und in den geschluch-
teten Talrinnen alluviale Schotter und Sande abgelagert sind. Diese
jĂŒngsten Bildungen sollen hiermit nur kurz erwĂ€hnt sein.
Alle diese Gesteine und Ablagerungen trete n vo 1 1 s t À n -
dig zurĂŒck gegen die Sedimente der Oberen Kreide. Die
wichtigste Literatur hierĂŒber ist im Literaturverzeichnis S. 145 u. ff.
zusammengestellt. Tn meiner im Vorjahre erschienenen Arbeit »Zur
Stratigraphie der turonen Kreide des sÀchsischen Elbtales« ist dar ge-
legt worden, daĂ die bisherige Stratigraphie der Oberen Knude zum
Teil groĂe IrrtĂŒmer enthielt. Nachdem diese richtig gestellt sind und
die turone Kreide des Elbsandsteingcbirges in das entsprechende Ver-
hĂ€ltnis zu den ĂŒbrigen Kreidegebieten gebracht worden ist, soll in vor
stehender Arbeit der innere Bau des östlichen Elbsandstein ge -
birges, insbesondere die LageverÀnderung der Schichten, untersucht
und auf dieser Grundlage die Stratigraphie fĂŒr dieses Gebiet neu be-
grĂŒndet werden.
AuĂer den entsprechenden geologischen Karten der sĂ€chsischen
geologischen Landesuntersuchung T. Auflage wurde die sÀchsische topo-
graphische Karte mit böhmischem Anteil Am Raumberg« i. M. 1:25000
sowie die Karte zu Michel, Geolog. -petrogr. Untersuchungen im Ge-
biete der Erzgebirgsbruchzone westlich Bodenbach benĂŒtzt. Die Tlöhcn-
angaben im Text beziehen sich auf diese Karten.
Ich danke Herrn Geh. Bergrat Professor Dr. KltUSOH als PrÀ-
sident der PreuĂischen Geologischen Landesanstalt in Berlin fĂŒr Auf-
nahme und Drucklegung meiner Arbeit, den Herren Geh. Bergrat
Professor Dr. MICHAEL und ZiMMERMANN in Berlin, Professor Dr.
WANDERER in Dresden, Professor Dr. MĂLLER in Reichenberg und
Professor Dr. PuRKYXE in Prag fĂŒr UnterstĂŒtzung und Förderung der
Arbeiten, Herrn R. HlLLER in Ebersbach fĂŒr AusfĂŒhrung verschiede-
ner mikroskopischer Untersuchungen, sowie, den Herren Dr. Iv. PlETZSClI
in Leipzig, WALTER Hahn in Dresden und M.\X IIOLSCHEIDER in Ebers-
bach fĂŒr Ăberlassung photographischen Materiales.
WÀhrend meiner Aufnahmearbeiten im GelÀnde wurde mir eben-
falls in verschiedener Weise wertvolle UnterstĂŒtzung zuteil. Dankbar
gedenke ich der Herren Fabrikbesitzer FRANZ LlSOHKE in Kreibitz
Die Störungslinien
7
und KARL Lisciike in Niederkreibitz, Fachlehrer Karl PRINZ in Böh-
misch Kamnitz (jetzt Tetschen), Oberlehrer A. S ENGER in Sandau,
WAGNER in Windischkamnitz und Baurat Ing. ALBERT KOPP f in
Schönfeld. TatkrÀftige Hilfe erhielt ich ferner bei den Feldarbeiten
durch meine Söhne WERNER und HERBERT.
Die Störungslinien
Das Elbsandsteingebirge wird im SĂŒden von der östlichen Fort-
setzung der Erzgebirgsbruchzone zerschnitten und abgegrenzt. Ent-
lang dieser Zone ist cs staffelförmig in die Tiefe gebrochen. Im un-
gestörten Gebiet, wie man das Sandsteingebirge nördlich der Linie
Tetschenâ Loosdorfâ Hadergrundâ nöllegrund bisher zu bezeichnen
pflegte, sind jedoch ebenfalls Schollenverschiebungen vorhanden. Die
Durcharbeitung des Gebietes muĂte bei der Fossilarmut vorwiegend
auf petrographischer Grundlage vorgenommen werden. Nach jahre-
langer UngewiĂheit konnte so trotz der SpĂ€rlichkeit von Leitfossilien
der stratigraphische Aufbau der Schichten ĂŒber das ganze Gebiet klar-
gestellt werden, wobei sich Störungslinien meist zwanglÀufig ergaben.
SpÀteren Untersuchungen sei es Vorbehalten, den Verlauf dieser Linien
im einzelnen genauer festzulegen. Durch Aufsammlung zahlreicher
Gesteinsproben, Beobachtung der Art ihres Vorkommens sowie Fest-
stellung ihrer Höhenlage wurde zunÀchst zahlreiches Material zusam-
mengetragen. Ein Vergleich der Proben und sonstigen Merkmale in
den verschiedenen Profilen ergab die Verbreitung gewisser Gesteine
ĂŒber gröĂere Gebiete. Besonders Stufe et der Zone des Inoceramus
Schloeribachi ist in den Felsgobieten des östlichen Elbsandsteingebirges
meist mit Sicherheit nachzuweisen und stellt eine vorzĂŒgliche Leit
Schicht dar. Es sind dies leicht zerfallende Sandsteine, die eine zwi-
schen den FelsbÀnken der Grenzhorizonte gewöhnlich als Böschung
auftretende 40 50 in mÀchtige Schichtenfolge bilden, deren Ober-
flĂ€che mit weiĂgrauem Sand bedeckt ist. Dort wo diese Böschungen
zwischen den steilen Sandsteinfelsen der benachbarten Schichten plötz-
lich in höhere oder tiefere Höhenlagen ĂŒbergehen, lieĂ sich auch auf
der Karte 1:25000 der Verlauf der Störungslinien oft gut erkennen.
Ebenso unterscheidet sich im GelÀnde die steilfelsige Labiatuszone
von dem sanft geböschten unter lagernden Cenoman und der ebenfalls
meist weniger zu Felsbildungen neigenden Zone des Inoceramus La-
marcki. , .... .
VorlÀufig mag dahingestellt sein, in wieweit der Höhenunterschied
stratigraphisch gleichartiger Schichten durch eine einzige vertikale oder
eine aus kleinen Staffelbriichcn zusammengesetzte Bruchlinic oder
durch schiefgestcllte, oben und unten abgebrochene schmÀlere Streifen
oder schlieĂlich nur durch eine Zerrungszone ausgeglichen wird. FĂŒr
diese Arbeit kann es genĂŒgen, daĂ die verschiedene Höhenlage gewisser
Schichten festgestellt und endlich eine Grundlage fĂŒr weitere Arbeiten
auf geologischem Gebiete geschaffen ist. Ist es doch der erste Ver-
8
Die Störungslinien
such, um in dem fossilarmen östlichen Elbsandsteingebirge gewisse
Schichtengruppen fĂŒr stratigraphische Zwecke voneinander zu trennen.
Die Annahme einer ĂŒber gröĂere FlĂ€chen sich erstreckenden all-
mÀhlichen Neigung der »ungestörten« Sandsteintafel nach einer be-
stimmten Richtung, womit man bisher den Höhenunterschied einiger
frĂŒher schon gut bekannter Leitschichten im Elbsandsteingebiete ohne
Anwendung von Störungslinien zu erklĂ€ren versucht hat, genĂŒgt nicht.
Der Ăbergang benachbarter gleichartiger Schichten in höhere oder
tiefere Lagen ist meist zu unvermittelt, so daĂ nur vertikale Ver-
schiebungen, also BrĂŒche, die Ursache dieser Erscheinungen sein kön-
nen 1 ). Die felsige Ausbildung von Verkieselungs- und Vererzungs-
zonen in sonst weniger zu Felsformen neigenden Schichten wurde,
soweit erkennbar, hierbei berĂŒcksichtigt.
SchlieĂlich sei darauf hingewiesen, daĂ im Bruchgebiet von
Kulan Tetsehenâ Böhmisch Kamnitz, dort wo durch einen Wechsel
von Sandstein und Tonmergel LageverÀnderungen der Schichten ohne
Schwierigkeit nachgewiesen werden können, eine ganze Menge von
Bruchlinien vorhanden sind, und daĂ auch auf kĂŒrzere Entfernung hin
schief gestellte Schollen durch BrĂŒche begrenzt sind 2 ). In gleicher
Weise wird man im »nördlichen Tafellande«, wie das »ungestörte Ge-
biet« wohl richtiger zu bezeichnen ist, gröĂere Höhenunterschiede ein
und derselben Schichten unter BerĂŒcksichtigung der dargelegten GrĂŒnde
am einfachsten mit Hilfe von Bruchlinien erklÀren.
I- 8 ) Eie wichtigste Dislokation*) besteht aus mehreren Einzel
brĂŒchcn. Sie trennt das nördliche Tafelland vom sĂŒdlichen Einbruch-
gebiet. Die Linie verlÀuft von der Elbe bei Tetsehen in OSO-Rich-
tung zur Bohemia (Ia) und weiter in NO-Richtung ĂŒber den Rangier-
bahnhof bei Laube durch den Ort Ileidenstein zum Heidegrund (I b).
Hier trifft sie auf eine OW streichende Linie, die man entlang des
') Förster, Hermann, BeitrÀge zur tektonischen Deutung der Kluftsystome im
sĂ€chsischen Quadergebirge. Zeitsehr. d. Dtsch. Gcol. Ges., 76. Bd. (1924), S. 78â114
Berlin 1925. Trotzdem ich die Arbeit erst bei AbschluĂ meiner Abhandlung erhielt!
veranlassen mich wichtige gegenseitige_ BerĂŒhrungspunkte, darauf wiederholt einzugehen.
/c F*â m f S - ââą 106 ) hĂ€lt al *° KlĂŒfte fĂŒr Zerrungserscheinungen. Ferner sagt er
(b. 100), daĂ iu den KlĂŒften erzgebirgischer Richtung jeder westwĂ€rts gelegene FlĂŒgel
einer KluftflĂ€che gegenĂŒber dem östlicheren etwas abgesenkt und daĂ der Ahsenkungs-
betrag meist unmeĂbar klein sei. Nach der Beschaffenheit des Sandsteingebirges werden
derartige kleinste Verschiebungen entlang der KlĂŒfte sicher vorhanden sein. Im allge-
meinen ist jedoch das Absinken von 0 und S in der Richtung gegen Pirna nicht gleich-
mĂ€Ăig erfolgt, sondern in der Umgebung von Pirna ist ein Einbrechen der Schollen
festzustellen. Der Einbruch ist wie bei Dresden vom Erzgebirge gegen die Lausitzer
.Hauptverwerfung hin, an der er sich gestaut hat, geschehen.
tone 1 ^ I , B8cn > /â > Erl - z - Blatt Tetsehen d. geol. Karte d. Böhm. Mittelgebirges. Wien
1896, S. 14 u. 15. â Beck, R. und J. Hibscii, Erl. z. Bl. GroĂer Winterberg- Tetsehen
d. geol. Karte v. Sachsen. Leipzig 1895, S. 46 u. flg. - Michel, H., Geol.-potrogr.
Unters, im Gebiet d. Erzgebirgsbruchzone westl. Bodenbach. Tscherm. Min. u. Petrogr
Mitt., Neue Folge, Bd. 32, IV. u. V. Heft, Wien 1914, S. 326 u. flg. B
3 ) Die römischen Ziffern stimmen mit denen auf der tektonischen Karte ĂŒberein.
4 ) Siehe Linie I der tektonischen Karte.
Die Störongslinien
9
Heidegrundes bis zum Iladergrund verfolgen kann (Ic). Die Linie
folgt weiter in NO- und N-Richtung dem östlichen Talrande von Win-
dischkamnitz, biegt nordwestlich Sign. 262,0 wieder nach NO um,
streicht vorĂŒber an Sign. 283,0 und 213.8, erreicht Schemel, streicht
ĂŒber die Hintschke und weiter entlang der Schranne bis Sign. 389,8 (Id).
Hier tritt eine schwach nach 0 abgelenkte N-Richtung ein. Die Linie
fĂŒhrt westlich am MĂŒhlberg vorĂŒber, ĂŒber Sign. 406,5, Sign. 443,0,
Westausgang Khaa, um schlieĂlich im Rauchgraben, westlich von
SchnauhĂŒbel, an der Lausitzer Hauptverwerfung ihr Ende zu er-
reichen (I e).
II. Eine ebenfalls bedeutungsvolle Dislokation 1 ), die den horst-
artigen Sporn von Niedergrund gegen 0 abschneidet. Die Linie setzt
unweit Sign. 362,0 an Ic im Heidegrunde an und streicht in NW-
Riehtung ĂŒber Arnsdorf, östlich Arnsheide, entlang der DĂŒrrkamnitz-
schlueht und quert die Elbe an der EinmĂŒndung der DĂŒrrkamnitz,
Ihr jenseitiger Verlauf ist weniger scharf ausgeprĂ€gt und dĂŒrfte in
der Einsattelung zwischen Kleinhennersdorfer Stein und Papstein ĂŒber
HĂŒtten bis gegen Krietzschwitz (Ha) und entlang des Gottleubatales
bis Pirna zu verfolgen sein (II b).
III. Im N wird das Tafelland gegen das Pirnaer Rruchgebiet
durch Linie Hl 2 ) abgegrenzt. Die Linie beginnt bei der KohlmĂŒhle
an der Lausitzer Hauptverwerfung und streicht in OW-Richtung ent-
lang des Sebnitzbaches bis II. P. Porschdorf, weiter in NW-Richtung
bis zur Waltersdorfer MĂŒhle, von da mit geringer Sprunghöhe zum
Ilockstein an der Lausitzer Hauptverwerfung (lila). Die Ilauptstö-
rung biegt an der Waltersdorfer MĂŒhle nach SW und W, berĂŒhrt das
SĂŒdende von WeiĂig, den Kahlen Stein und die Struppenbastei (Mb),
und erreicht in NW-Richtung, der Elbe bis Copitz folgend, schlieĂlich
Birkwitz (III c).
IV. Eine Linie 8 ), die die schief gestellte Krietzschwitzer Scholle,
die NW -Spitze des Tafellandes, von letzterem abschneidet. Sie verlÀuft
von Linie Ilfc bei Obervogelgesang in SW-Richtung bis an Linie II bei
Rottwerndorf.
V. östlich von Schandau trifft man eine Linie 4 ) von der Elbe bei
Sign. 265,0 in NO Richtung ĂŒber Sign. 305.3 westlich vom Rauschen-
stein durch das hintere Schrammsteingebiet bis zum Langen Horn
Sign. 433,0 (Va), von da in OW-Richtung hindurch zwischen Lorenz-
steinen und Hinterem RaubschloĂ zum Kanstein und zur Kirnitzsch und
von da am Carolastein vorĂŒber dem gegen Hinterhermsdorf ziehenden
Tale folgend bis an die Lausitzer Hauptverwerfung (Vb).
VI. Auf Linie Va setzt unweit der Elbe ungefÀhr bei Sign. 305,3
') Siehe Linie II der tektonischen Karte.
3 ) » » III ⹠»
s ) » » IV » » » .
<) f» » V » » » .
10
Die Störnngslinien
westlich vom Rauschenstein eine SO-streichende Linie 1 ) auf, die, am
W- und S-Hange des GroĂen Winterberges entlang streichend, oberhalb
der 3 Quellen den Touristenweg zum Prebischtore kreuzt und bis gegen
Sign. 233,1 im Thorgrunde verlaufen mag.
VII. Bei Sign. 233,1 stöĂt an Linie VI im spitzen Winkel eine in
WSW-Richtung streichende Linie 2 ), die bei der SehiebmĂŒhle die Elbe
erreicht und auf Linie II a auftrifft.
VIII. Eine Linie 3 ) vom Belvedere an der Elbe (Sign. 279,8) in
OW-Richtung ĂŒber Elbleiten zur PĂŒrrkamnitz. von hier in ONO-Rich-
tung am Nordausgang von Rosendorf, an Sign. 292,0 und am SĂŒdrande
des SchloĂberges von Ilohenleipe vorĂŒber bis an Sign. 350,3 östlich vom
KĂ€sestein und weiter umbiegend in NO- und N-Richtung, zum Teil in
Zickzack verlaufend, vorbei am Kramerhorn und Hohen HĂŒbel zur
Oberen SehleuĂe und in derselben Richtung wahrscheinlich die Lausitzer
Ilauptverwerfung erreichend.
IX. Eine Linie 4 ), ansetzend an Linie Ic, von Neuohlisch, Sign.
232,2, entlang des S- und O-Abhanges des Rosenberges ĂŒber Sign. 297,5,
296.6 und 264,6, quert bei der BrettmĂŒhle das Kamnitzbachtal und er-
reicht bei Sign. 265,4 östlich vom Nordende von Ilohenleipe Linie VIII.
X. Eine Linie 5 ), aufsetzend auf Linie Id bei Sign. 213,6 in Sche-
mel, in der Richtung zwischen NO, ONO und NNO wechselnd, durch
Dittersbach zum SW-EuĂ des .Maricnfelsen, ferner ĂŒber Suppgeberg,
Westabhang des ZiegenrĂŒckens Sign. 437,0, nordöstlich der Theodoren
halle, Sign. 420,6 und den Schwarzberg, erreicht am HemmhĂŒbel Sign.
436.7 Linie Ie.
Zwischen Linie VIII und IX einerseits und Linie Ide andererseits
streichen folgende Querlinien:
XI. Eine Linie 6 ) bei Sign. 350,3 östlich des KÀsesteins aufsetzend
auf Linie VIII in SO Richtung ĂŒber Sign. 303,2 zum WestfuĂ des
Marienfelsen, wo sie Linie X erreicht.
XII. Eine kurze Linie 7 ) nördlich vom Rennersdorfer Kreuzberge
auf Linie ld aufsetzend in NW Richtung bis an Linie X.
XTII. Eine Linie 8 ) auf Linie VIII aufsetzend von der Oberen
SehleuĂe in OSO- Richtung bis an die SO-Seite des Hengstberges, wo
sic durch Linie Ie abgeschnitten wird.
Zwischen der Elbe im W, Linien VIII. Ha und labe wurden
folgende Linien und zwar meist Querlinien festgestellt:
XIV. Eine Linie 9 ) vom Albertusfcls an der Elbe in OW-Richtung
nördlich am Arnsberg vorĂŒber, an dessen Ostrande sie von Linie II a
obgeschnitten wird.
') Siehe Linie VI
») » » VH
») » » VIII
âą) » » IX
s ) » »X
6 ) » »XI
â) » » XU
! ) = » XIII
») » » XIV
der tektonischen Karte.
» » » .
* » » .
» » *
* » » .
» » 9 .
» » » .
» » » ,
» 1 » .
Die Störungslinien 1 1
XV. Eine Linie 1 ) von der Elbe bei Sign. 331,8 in SO-Richtung
ĂŒber Sign. 411,6 sĂŒdlich der Lacke bis Sign. 291.0 im Heidegrunde.
XVI. Eine Linie 2 ) von der Elbe in OW-Richtung durch die
Schlucht sĂŒdlich am Rosenkamm Sign. 431.8 gegen Sign. 334,0 (Linie II
der geolog. Karte GroĂer Winterberg-Tetschen).
XVII. Eine Linie 3 ) von der Elbe am SĂŒdende des Granites in
OW-Richtung nördlich der Basalthöhe 362.0 bis an LinieXIX (Linie III
der geolog. Karte GroĂer Winterberg-Tetschen). Der auf letzterer
Karte gezeichnete weitere Verlauf der Linie nach 0 dĂŒrfte mit un-
serer Linie XXI in Verbindung zu bringen sein.
XVIII. Eine Linie 4 ) von der Elbe in OSO-Richtung sĂŒdlich der
Basalthöhe 362,0 bis an Linie Ib (Linie V der geolog. Karte GroĂer
Winterberg-Tetschen). Sie ist auf dieser Karte weiter gefĂŒhrt durch
Loosdorf, sĂŒdlich Sign. 319.0 bis an eine X( » streichende Verwerfung
XI, unsere Linie XXVII.
XIX. Eine Linie 5 ) in NS-Richtung von Linie XVIII ĂŒber Sign.
420,3 (Rosenkamm) gegen die Lacke, erreicht aber bereits bei Sign.
411,0 an Linie XV ihr Ende.
Die Menge der EinzelbrĂŒchc zwischen Tctschen und Loosdorf
konnte nicht nachgeprĂŒft werden; es wurden lediglich die Angaben aus
der geolog. Karte GroĂer Winterberg-Tetschen ĂŒbernommen.
SĂŒdlich und östlich von Linie I verlaufen eine Anzahl von Stö-
rungslinien und BrĂŒchen, die man unter der Bezeichnung »Kamnitzer
Bruchgebiet« zusammenfaĂt.
XX. Als SĂŒdgrenze dieses Gebietes sei eine LinieÂź) bezeichnet,
die an der Ăohemia bei Tetschen beginnend, in OSO, O und ONO-Rich-
tung ĂŒber Falkendorf, Parlossaberg, Walddörfel und Böhmisch Kamnitz
streicht.
XXL I tlBSCll verlegt seinen »Hauptbruch« 7 ) etwas nördlicher.
Dieser verlĂ€uft 8 ) von der Bohemia (Linie XX) zunĂ€chst in NĂ-Rich-
tung ungefĂ€hr entlang der StraĂe nach Loosdorf, bis er bei Sign. 343,4
auf Linie III der geologischen Karte GroĂer Winterberg-Tetschen trifft
(XXla), deren OW-Richtung er nunmehr einnimmt und sie ĂŒber den
Vogelstein, Altohlisch, Rabstein, Niederkainnitz, Böhmisch Kamnitz und
FĂŒllerdörfel mit zahlreichen kleineren Abweichungen beibehĂ€lt (XXIb).
Der weitere Verlauf ist in NO-Riehtung bis HillemĂŒhl anzunehmen (XXIc).
Etwas weiter nördlich folgen in derselben Richtung noch zwei Ra-
rallelbrĂŒche.
XXII. Der erste 9 ) zweigt sĂŒdlich von Neuohlisch von Linie XXIb
') Siehe Linie XV der tektonischen Karte.
2 > »
. XVI »
»
>
3 ) »
» XVII »
»
» .
*) »
» XVIII »
»
» .
5 ) »
» XIX »
>
» .
» XX »
>
* .
â) E. .1. Hibsch. Erl. z. geol. Karte d. Böhm. Mittelgebirges, Blatt 1 (TetscheD),
Wien 1896, S. 15.
8 ) Siehe Linie XXI der tektonischen Karte.
9 ) » » XXII >⹠» » .
12
Die Störungslinien
ab, erreicht zunÀchst in ONO-Richtung das Forsthaus Philippcnau Sign.
308,7, streicht dann in fast OW-Richtung vorĂŒber an der Fabrik östlich
Philippenau (bis hierher?) und entlang des Nordrandes von Jonsbach
bis an den WeiĂbach knick in Philippsdorf und dann in OSO-Richtung
vorbei nördlich der Brauerei von Böhmisch Kamnitz Sign. 389,2 und
am SĂŒdfuĂe der Nolde nach dem Kamnitzbachtal am Ostende von Ober-
kamnitz bei Linie XXI c.
XXIII. Der zweite 1 ) setzt auf Linie XXII im Ostteile von Jons-
bach auf, streicht zuerst in NO-Richtung bis gegen Sign. 313,0
(XXIlIa) und weiter in OW-Richtung ĂŒber den .Maiberg Sign. 365,1,
den Buchsenberggipfel, den Westfuà des SchÀnkberges Sign. 416,7,
Kleinen und GroĂen Brand bis in das Kamnitzbachtal bei der Eisen-
bahnstation Falkenau-HillemĂŒhl (XXIII b).
Als kleinere ParallelbrĂŒche können gelten:
XXIV. Eine aus einigen EinzelbrĂŒchen bestehende Linie 2 ), an-
setzend an Linie XXII, entlang des NordfuĂes der Felsenreihe der
sĂŒdlichen Taleinfassung von Jonsbach in SO, ONO, OSO und wieder
in NO-Richtung schlieĂlich sĂŒdlich des Maiberges Ausgangslinie XXII
erreichend.
XXV. Eine Linie 3 ) vom Ostrande des Windischkamnitzer Tales
sĂŒdöstlich der Kirche auf Linie Id aufsetzend, in OW-Richtung vor-
ĂŒber am Nordrande der Basaltkuppe des Huttenberges bis Sign. 337,8
nordwestlich von Philippsdorf (XX Va) und weiter in SO-Richfung und
am SchÀnkberge auf Linie XXIllb auftreffend (XXV b).
XXVI. An Linie XXV setzen einige kleine Linien 4 ) an und zwar
von vorgenanntem Sign. 337.8 in NW Richtung bis zum Ende der Fels-
partien (SchnciĂe 10 der sĂ€chs. top. Karte) (XXVIa). Hieran schlieĂt
sich eine kurze Störungslinie in SSW-Richtung (XXVI b), die zusam-
men mit der dazwischen liegenden Teilstrecke der Linie XXV ein
kleines Felsdreieck abgrenzt. Ferner verlÀuft von Sign. 337,8 in NO-
Richtung eine Störungslinie bis an Linie XXXIII b (XXVIc).
Im Ivamnitzer Bruchgebiet wurden auĂer den vorstehend unter XX
bis XXVI aufgezÀhlten Linien noch folgende kleinere Querlinien usw.
fostgestellt (im W beginnend):
XXVII. Eine kurze Linie 5 ) parallel zu Linie XXla in NO-Rich-
tung östlich von Loosdorf und östlich und sĂŒdöstlich von Sign. 342,0
(Linie XI der geolog. Karte GroĂer Winterberg- 'Letschen).
XXVIII. Linie XXVII stöĂt an ihrem Nordende in spitzem Winkel
an eine WNW-vcrlaufende LinieÂź) (Linie IV der geolog. Karte GroĂer
Winterberg-Tetschen).
XXIX. Eine Linie') aufsetzend auf Linie XXI b in SO-Richtung
') Siehe Linie XX1I1
J ) » * XXIV
â) » » XXV
*) » * XXVI
5 ) » â XXVII
6 ) » » XXVIII
*) » » XXIX
der tektonischen Karte
» » »
» » »
* » J»
> > »
» » »
» » »
Die Störnngslinien 18
vorĂŒber am Ostende von GĂŒntersdorf und Birkenberge und dann auf
Linie XX auftreffend.
XXX. Mehrere kleine Bruchlinien 4 ) im Kamnitzbachtale zwischen
Niederkamnitz und der LochmĂŒhle.
XXXI. Eine Linie 2 ) an der Fabrik im Kamnitzbachtale östlich
Philippenau auf Linie XXII aufsetzend zuerst in NO (Stbr. der top.
Karte) und dann in N-Kichtung bis an Linie XXV a.
XXXII. Eine Linie 3 ) aufsetzend auf Linie XXI b an der SchÀferei
in Niederkamnitz in NO-Richtung ĂŒber Sign. 389,2 zur Brauerei in
Böhmisch Kamnitz (XXXlIa) und weiter in N-Kichtung westlich am
Kleinen Brand vorĂŒber auf Linie XXIII b auftreffend (XXXII b).
Den Ostabfall des Einbruchgebietes begleiten folgende Linien:
XXXIII. Eine Linie 4 ) am Nordrande des Iluttenbergkegels auf
Linie XXV a aufsetzend zunÀchst eine kurze Strecke in NW-Richtung
bis Sign. 291,4 (XXXIlIa), dann in O- bis NO-Kichtung ĂŒber Sign.
329,7, 425,8, 341,3, das Kaltenbachtal querend, Uber Sign. 373,5 nach
Niederkreibitz und von hier in fast N-Kichtung westlich am Irigberg
vorĂŒber, durch Neudaubitz hindurch zum Judenstein an der Lausitzer
Hauptverwerfung (XXX1I1 b).
XXXIV. Eine Linie 5 ) am NordfuĂe des Buchsenberges an Linie
XXV b beginnend in NO-Kichtung Uber Sign. 330,1, den Rollberg,
Sign. 336,9, den Ort Kaltenbach querend und unweit Sign. 373,5 Linie
XXXIII b erreichend.
XXXV. Eine Linie 6 ) nördlich unweit Niederkreibitz an Linie
XXXIII b ansetzend, streicht zunÀchst in SO- und 0- Richtung durch
Kreibitz hindurch bis an den Ostausgang von Oborkreibitz und weiter
in NO-Kichtung bis an die Lausitzer Haupt Verwerfung westlich von
Tannendorf.
XXXVI. Eine Verbindungslinie 7 ) zwischen Linie XXXV und
Linie XXI und XXIII in sĂŒdlicher Richtung von Oberkrcibitz ĂŒber
den Ilimpelsberg zum Bahnhof Falkonau IlillemĂŒhl.
Die Störungslinien im Bruchgebiet nördlich von Pirna.
XXXVII. Eine Linie 8 ) östlich von WeiĂig a. d. Elbe am Lotter-
weg auf Linie III b aufsetzend in NNYV-Richtung zur Elbe in Nieder-
rathen (XXXVII a) und weiter in OW-Richtung entlang der Elbe bis
an den OberhÀusern Linie XXX Villa erreichend (XXXVII b).
XXXVIII. Eine Linie 9 ) aufsetzend auf Linie III b am Kahlen
Stein in NNO-Kichtung ĂŒber Pötzscha nach dem Kohlgrunde bei Sign.
') Siehe Linie XXX der tektonischen Karte.
») . » XXXI » »
3 ) » » XXXIi * ⹠» .
0 » » XXX111 *
») » » XXXIV » »
6 ) » » XXXV
q » » xxxvi »
8) » » XXXVII » » » .
») » » XXXVIII » » » .
14
Beschreibung der einzelnen Schollen
226,7 (XXXVIII a) und weiter in NW-Richtung zum Forsthaus Lohmen
Sign. 287,1 (Linie XXXVIII b).
XXXlX. Eine Linie 1 ) auf Linie III b am Kahlen Stein aufsetzend
in NNW- bis N-Richtung durch Stadt Wehlen nach den östlichsten
HĂ€usern von Lohmen, F.-H. Sign. 267,1, und westlich Dobra die Lau-
sitzer Hauptverwerfung erreichend.
XL. Das kleine Bruchgebiet des Kleinen und GroĂen BĂ€rensteines,
bestehend aus einer Menge kleinerer EinzelbrĂŒehe 2 ).
XLI. Eine Linie 3 ) von Birkwitz, AnschluĂ an Linie III c, in XO-
Richtung ĂŒber Wirtshaus »Forsthaus« zwischen GroĂ- und Klein-Graupa
hindurch und bei Sign. 199,0 die Lausitzer Hauptverwerfung erreichend.
XLII. Eine Linie 4 ) von Linie XLI in SO-Richtung ĂŒber GroĂ-
graupa (Sign. 160,0), Vorderjessen-TalmĂŒhle und am Wasserwerk Linie
XLIII erreichend.
XL III. Eine Linie 5 ) von vorgenanntem Funkte in SW-Richtung
ĂŒber StraĂenkreuz Sign. 163,3 und in Copitz Linie Ille erreichend.
XLIV. Eine Linie 5 ) von Sign. 199,0 an der Lausitzer Hauptver-
vverfung nordöstlich Kleingraupa in OSO-Richtung ĂŒber Bonnewitz,
Sign. 220,7 und Sign. 237,8 und im Lohmener Walde Linie XX .XIX
erreichend.
Beschreibung der einzelnen Schollen
Das Elbsandsteingebirge wird durch die im vorigen Abschnitt auf-
gefĂŒhrten Störungslinien in eine Menge Schollen zerlegt 7 ).
Zur vergleichsweisen Darstellung der Höhenlage der Schollen
ist die Obergrenze der Stufe a der Zone des Inoceramus Schloenbachi
gewÀhlt worden. Die Bezeichnung lautet: »O. Gr. u«. Diese Stufe ist.
an sehr vielen Stellen nachzuweisen und liegt ungefÀhr in der Mitte
der hier in Frage kommenden Schichtenfolge. Wo tiefere Schichten
fĂŒr die Beurteilung herangezogen werden muĂten, ist neben der Ober-
grenze der Stufe ci die Obergrenze der Zone des hioceraniws labĂŒilus,
bezeichnet »O. Gr. lab.«, benĂŒtzt worden, die im Durchschnitt 130 bis
140 m unter der erstgenannten liegt. Dort wo Schichten zutage treten,
die ĂŒber der Schicht a liegen und die Obergrenze der Schicht Ă er-
reichen, ist neben 0. Gr. ct auch letztere unter der Bezeichnung »0. Gr. Ă«
festgelegt worden. Sie liegt im Durchschnitt 150 â 160 m ĂŒber O.Gr. «.
Die Trennung der Stufe Ă in Ăj und Ă 2 ist in den Profilen meist
nicht durchgefĂŒhrt, da eine scharfe Grenze im allgemeinen nicht ge-
zogen werden kann.
â) Siehe Linie XXXIX der tektonischen Karte.
J ) » »XL » » » .
s ) » » XU » » » .
4 ) » » XLII » » . » .
5 ) » » XLIII » » » .
6 ) » » XLIV » » » .
â) Bei der UngewiĂheit, ob es ĂŒberhaupt möglich ist, gewisse Sandsteinschichten
auf gröĂere Entfernung mit annehmbarer Sicherheit zu verfolgen, wurde eine genaue
Messung der SchichtenmÀchtigkeit nicht vorgenommen, diese vielmehr schÀtzungsweise
ermittelt.
Das nördliche Tafelland
15
In unmittelbarer NĂ€he der Lausitzer Hauptverwerfung sind neben
llotliegendem (Wolfsberg) und Jura (zwischen Hohnstein und Krei-
bitz-Teichstatt an verschiedenen Stellen) auch einige kleinere Kreide-
schollen eingeklemmt, niedergedrĂŒckt oder schief gelagert, auf die hier
nicht weiter eingegangen werden kann. Eine etwas gröĂere derartige
Sandsteinscholle mit steilem Einfallen von 10 â 25° nach SW, S und SO
stellt die Hohe Liebe an der scharfen Biegungsstelle der Haupt Verwer-
fung beim ĂbergĂ€nge von W nach NW dar. Hieran schlieĂt sich gegen
S die aus Sandsteinschichten aufgebaute Kreidetafel der SÀchsisch-Böh-
mischen Schweiz. Man kann östlich der Elbe vier Hauptgebiete unter-
scheiden :
1. Einen nördlichen, weniger gestörten Teil der Kreideplatte, der
als nördliches Tafelland bezeichnet werden soll.
2. einen sĂŒdlichen, im Gebiete der Erzgebirgsbruchzone liegenden
verworfenen und zerbrochenen Teil, das Erzgebirgsbruchgebiet und ins-
besondere das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz.
Zwischen das nördliche Tafelland und das Erzgebirgsbruchgebiet
schiebt sich ferner
3. der horstartige Sporn von Niedergrund, der östlich der Elbe bald
sein Ende erreicht.
Nach NW schlieĂt sich an das nördliche Tafelland in der Umge-
bung von Pirna
4. das Einbruchgebiet von Pirna.
1. Das nördliche Tafelland
A. 1 ) Die Lilienstcinseholle
0. Gr. a 280 300 m U. d. M.
Die Liliensteinscholle liegt zwischen der Lausitzer Hauptver-
werfung von llinterhcrmsdorf bis zum Sebnitzbach, den Störungslinien
JHa, III b und IV im N, Linie II a im SW und Linie V im S. lin
W greift die Scholle ĂŒber die Elbe hinaus, ist aber im SO in einem
schmalen Keil, der im Prebisehgrunde seinen Scheitelpunkt hat und
durch die Linien VI und VII begrenzt wird, noch rechts der Elbe zu
verfolgen.
Die Lilienstcinseholle umfaĂt das Gebiet des Liliensteins (411,1m
ĂŒ.d.M.) mit seiner Ebenheit, die auf dem rechten Elbufer ĂŒber Schan-
dau hinaus bis Ostrau und Posteiwitz zu verfolgen ist. Auf dem linken
Elbufer dĂŒrfte ihr das Gebiet des Kleinhennersdorfer Steines (395 m
ĂŒ.d.M.) und ein Streifen bis in die nĂ€here Umgebung von Schöna noch
angehören. Von Schöna aus schiebt sich zwischen Schmilka und Herrns-
kretschcn wieder ein Keil ĂŒber die Elbe nach O bis unterhalb des Pre-
bischtores in die NĂ€he von Sign. 233,1 im Torgrunde. Der Verlauf
der Linie VI ist noch nicht genĂŒgend geklĂ€rt, jedoch deuten die MĂ€ch-
*) Die groĂen lateinischen Buchstaben stimmen mit denen auf der tektonischen
Karte (Tafel 2) ĂŒberein.
16
Beschreibung der einzelnen Schollen
tigkeitsverhĂ€ltnisse der Schichten mit Bestimmtheit darauf hin, daĂ
zwischen Elbe und GroĂem Winterberg eine Dislokation mit ungefĂ€hr
50 m Höhendifferenz vorhanden ist. Ferner liegt im gleichen Niveau
das vordere Schrammsteingebiet (425 m ĂŒ. d. M.) sowie ein schmaler
Streifen zwischen Linie 1 und Lausitzer Haupt Verwerfung. Das stÀr-
kere Einfallen der Sandsteinschichten an verschiedenen Stellen dieses
Streifens weist auf die Schollenverschiebung hin. Zu dieser schmalen
Zone gehören u. a. die Lorenzsteine (375 m ĂŒ. d.M.), der basaltische
Heulenberg (384 m ĂŒ. d. M.) und der basaltische Hirschwald (395 m
ĂŒ. d.M.). Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sand-
steine der Stufe Ă 2 dĂŒrfte in 400â 420 m Meereshöhe liegen.
An dem Aufbau der Scholle sind beteiligt:
Zone des Inoceramus Schloenbachi Stufe Ă 2
Ăi
u
Mittelturon
Zone des Inoceramus labiatus
sowie im Bohrloch am Kurhaus Schandau (Profil S. 86) Cenoman.
Die Zone des Inoceramus labiatus besteht in der Schlucht von
Herrnskretschen aus einem harten mittelkörnigen Sandstein, der in
senkrechten FelswÀnden aufragt. Weiter gegen NW wird der Sand
stein feinkörniger (Bohrloch Schandau), und in der oberen Kirchleite
am Lilienstein Àhnelt er bereits sehr dem tonig-kohligen Bildhauer-
sandstein von Rottwerndorf bei Pirna.
Die mehr oder weniger tonigen, bunten Sandsteine des Mittel-
turons waren in den SteinbrĂŒchen der oberen Kirchleite und bei Postei -
witz gut zu verfolgen.
Der Felsklotz des Liliensteins setzt auf den leicht zerstörbaren
und infolgedessen sanfter geböschten Sandsteinen der Stufe et der
Schloenbachi-Zona auf. Auch der Elbleitenweg entlang der Schramm-
steine benĂŒtzt die angenehme Böschung dieser Stufe.
Die eigentliche 1' elsmasse des Liliensteins, die zerklĂŒfteten und
zerrissenen Felsgebilde der Schrammsteine, des Prebisehgrundes sowie
aller ĂŒber 300 in emporragenden sonstigen Sandsteine gehören zur
Stufe Ăj der Schloenbachi-'Aone. Ihre verschiedenartige Ausbildung ist
aus den Profilen ersichtlich.
Die AufzÀhlung der aufgenommenen Profile erfolgt in der Reihen-
folge von O nach W.
Prebischtor â Herrnskretschen (s. Anlage S.S4)
Linie VI schneidet oberhalb der 3 Quellen den als Profillinie ge-
wÀhlten Touristensteig von Herrnskretschen nach dem Prebischtor. Der
östliche Teil liegt um etwa 50 m höher und gehört der Winterberg-
scholle an. Aus dem Profil ergibt sich folgendes.
An der Elbe und im Ort Herrnskretschen treten zu unterst in
einer MÀchtigkeit von 42 m senkrechte FelswÀnde der Labiatus- Zone
auf. Es folgt höher hinauf 63 m mÀchtig das Mittelturon, in dem
Das nördliche Tafelland
17
nackter Fels wenig zutage ansteht. Am Steilhang ĂŒber (len 3 Quellen
treten einzelne FelsbÀnkc scharf hervor. Die nÀchsten 40 m jenseits
der angenommenen Störungslinie sind wenig aufgeschlossen. Die wei-
teren 30 m bestehen aus Sandsteinen, die durch ein eisenschĂŒssiges
Bindemittel gehĂ€rtet sind. Die dicken FelsbĂ€nke sind an der AuĂen-
seite wabig zernarbt.
Die Schloenbachi - Zone beginnt mit der 50 m mÀchtigen Stufe a.
Ofrauer mittelkörniger Sand bedeckt die OberflÀche der von dieser
Zone gebildeten Böschungen, die die breite Basis fĂŒr die bis zu 110 m
senkrecht emporragenden romantischen FelstĂŒrme und WĂ€nde der
Stufe Ă bilden. Aus derartigen Schichten baut sich das eigentliche
lârebischtorgebiet mit seinen Felmassen von groĂartiger Wildheit und
ZerklĂŒftung auf.
Unterhalb Schmilka, unweit der KahntĂŒlke bei Sign. 122,8, war
im Jahre 190!) an der ElbstraĂe in 130 m Meereshöhe ein kleiner Stein-
bruch eröffnet. Der Sandstein war gelblichgrau, feinkörnig bis mittel-
körnig und enthielt einige dĂŒnne, rötlichgraue, grobkörnige bis kon-
glomeratische Lagen, in geringen Mengen waren Kaolinkörner vor
handen. An Fossilien konnte ich folgende Arten sammeln:
Lima canalifera Goldf. Exoyyra columba Lau.
Neithea grypbeata Schi.otii. sp. C'alUanassu antiyua Otto
Anomia subtruncata dâOkb. verkohlte Holzteile.
Die Schichten gehören der Lubiatus - Zone an.
Im vorderen Schrammsteingebiet wurde die Schichtenfolgc an fol-
genden Punkten festgestellt:
An der Königsnase (Postelwitzer SteinbrĂŒche)
(s. Anlage S. 85)
Die aufgeschlossene Schichtenfolge gehört fast vollstÀndig dem
Mittelturon an, nur die obersten 35 in sind der Sch loenbachi-'/ionc zu-
zurechnen. Der rasche Wechsel in Korn, Farbe und Tongehalt der
Sandsteine kommt in dem Profil gut zum Ausdruck, ist in Wirklich-
keit aber noch viel gröĂer. Von besonderer Bedeutung ist das Vor-
kommen des Leitfossils Inocernmus Lamarcki PARK, und zwar anschei-
nend in den unteren Schichten.
Am Schrammtor sind die untersten Schichten der Schloenbachir
Zone Stufe Ă wie folgt entwickelt (s. Abb. 2):
Am Schrammtor (s. Anlage S. 86)
Ferner stellte ich in der Linie Elbleitenweg Sign. 297,1 bis zum
Schrammsteinplateau Sign. 392,5 ein gĂŒnstiges Profil derselben Stufe
fest.
Schrammsteinplateau an Sign. 392,5 (s. Anlage S. 86)
Am Westende von Postei witz findet sich in 135 â 140m ein
Sandstein, bestehend aus ganz dĂŒnnen Lagen von grauer, gelber und
rötlicher Farbe, fein- bis mittelkörnig, mit KaolinkĂŒrnern, dazwischen
schwache Tonlagen (Mittelturon).
Neue Folge. Heft 112
2
18
Beschreibung der einzelnen Schollen
Am Kurhaus von Bad Schandau wurde im Sommer 1926 ein
Bohrloch bjs zu einer Tiefe von 116,25 m hinabgetrieben. Entgegen-
kommenderweise stellte mir Herr Stadtrat VOLLMANN die gewonnenen
60 Bohrproben und die Bohrtabelle zur VerfĂŒgung, wofĂŒr ihm ge
dankt sei (s. Anlage S. 86). Aus dem Steinbruch hinter dem Rat-
haus (ca. 140 m Höhe) besitzt er ferner 10 StĂŒck von
Inoceramus Lamarcki Park.
Pliot. W. Hahn, Dresden-N. 6.
Abb. 2. Schrammtor mit SchrammtorwÀchter im Schrammsteingebiet.
Senkrechte SandsteinwĂ€nde der Zone des Inoceramus Schloenbaclii, Stufe Ăl (Oberturon).
Schichtenlagerung horizontal.
Die Labialus- Zone, 37,40 m mÀchtig, ist hier ziemlich feinkörnig
entwickelt und lĂ€Ăt erkennen, wie sich das in der Edmundsklamm und
bei Herrnskretschen noch bedeutend gröbere Korn gegen W verfeinert.
Die unteren tonigen Schichten sind bei Herrnskretschen anscheinend
noch gar nicht vorhanden.
In einem alten Steinbruch nördlich von WendischfÀhre und öst-
lich vom Fischhaus fand ich einen rot, gelb und lichtgrau fein ge-
bĂ€nderten oder auch weiĂgelblichen bis lichtgrauen feinkörnigen Sand-
stein mit
Pinna sp. Lima canalifera Goldk.
Inoceramus Lamarcki Park. Neithea gry/ihcata Schlot», sp.
Das nördliche Tafelland 19
Höhenlage der anstehenden Schichten 140 â 145 m ii. d.M. (Mittel-
turon).
In 220 â 250 m Höhe befinden sich im Dorfe Ebenheit in den ton-
lagenreichen Sandsteinen des Mittelturons, Uber denen noch eine dĂŒnne
Lehmdecke liegt, eine Menge WassertĂŒmpel eingebettet. In den Schul-
hain-SteinbrĂŒchen fand ich in einem lichtgrauen, fein- bis mittelkörni-
gen Sandstein (Mittelturon)
- Rhynchonella plicatilis Lau.
Exogyra columba Lau.
Der gegenĂŒberliegende Königstein hat 3G0,4 m Meereshöhe. Nach
BECK betrÀgt die Tiefe des auf der Festung Königstein vorhandenen
Brunnens 139 m. Seine Solde wĂŒrde demnach in den wasserfĂŒhrenden
Schichten des oberen Mittelturons liegen.
Weiter nördlich an der Leopoldsnase steht in 150 â IGO m Höhe
Sandstein an, rötlichgelb und grau, dĂŒnn gebĂ€ndert, stark tonig, mittel-
bis grobkörnig schnell wechselnd (Mittelturon). Ich sammelte hier als
Steinkern
Ostrea vesiculari t Lau.
SĂŒdlich der Bastei fand ich in 150 m Höhe in einem grau und
gelben, mittelkörnigen Sandstein mit Zwischenlagerung von schwachen
TonbÀnken (Mittelturon)
Exogyra columba Lau.
Oberhalb der Schulhain-Steinbriiche steht bei Sign. 216,0 ein gel-
ber, harter, mittel körniger Sandstein an (Mittelturon).
Das Einfallen der Schichten ist in dieser Scholle im allgemeinen
nur gering, bei Schandau und am Lilienstein nach NO und im Zwi-
schengelÀnde bei Porschdorf und WendischfÀhre nach NW (Geolog.
Karte Königstein â Hohnstein). Ein EinfĂ€llen nach einer bestimmten
Richtung lĂ€Ăt sich daraus nicht ableiten.
Von besonderer Bedeutung ist auch das Profil am Lilienstein,
dieses mÀchtigen isolierten Steines auf breiter Ebenheit.
Lilien stein (s. Anlage S. 87)
Es sind somit hier vertreten die Labialus- Zone, das Mittelturon
und die Schloenbachi-Zone.
In den SteinbrĂŒchen der oberen Kirchleite konnte das Gestein der
tieferen Schichten in ziemlicher Frische in einer MĂ€chtigkeit von 70 m
untersucht werden. Die Zone des Inoceramus labiatus ist nur in ihrem
obersten Teile mit 24 m MĂ€chtigkeit aufgeschlossen. Das Gestein
nÀhert sich hier, wie bereits erwÀhnt, durch das feinere Korn und den
tonig-kohligen Charakter verschiedener Schichten dem Bildhauersand-
stein von Rottwerndorf. Das Mittelturon ist in seinem unteren Teile,
46 m mÀchtig, ebenfalls aufgeschlossen. Fast alle Sandsteine dieser
Zone sind tonhaltig, feines Korn ist vorherrschend, die Farben sind
bunt und abwechslungsreich. Von besonderer Wichtigkeit ist die Bank
mit Exogyra columba Lam., Schicht Nr. 38. In den untersten Sehich-
2 *
20
Beschreibung der einzelnen Schollen
ten dieser Zone ist hier sowie in den Schulhain-SteinbrĂŒcheh 1 ) Ino-
ceramvs Brongniarti Sow. = Inoceramus Lamarcki Park. gefunden
worden.
In dem nun folgenden allmÀhlichen GelÀndeanstieg von 55 m war
leider kein AufschluĂ vorhanden. In 250 in Höhe zieht sich am SĂŒd-
hange des Berges der bekannte Touristensteig hin. Nach der Sand-
bestreuung zu schlieĂen, gehören die folgenden 40 m der Stufe et der
Schloenbachi-Zonn an. Weitere 70 m sind unter Sandsteinschutt be-
graben, dann erst treten die senkrechten Felsmassen der Stufe Ă die-
ser Zone in einer MĂ€chtigkeit bis zu 51 m hervor.
B. Die Winterbergscholle
0. Gr. « 330 â 350 in ĂŒ. d. M.
Sie wird begrenzt im N von der Lausitzer Hauptverwerfung öst
lieh Iliuterhermsdorf und Störungslinie V, im W von Linie VI, VII,
der Elbe und Linie 11a, im S und O von Linie VIII.
Die Wintcrbcrgschollo ist die gröĂte der Schollen und umfaĂt das
Zentrum des östlichen Elbsandsteingebirges, dessen wildeste
und zerklĂŒftetste Partien. Aus der Menge der Berg- und Felsgipfel
seien nur einige angefĂŒhrt:
Der Carolafelsen (4G5 m ĂŒ. d. M.),
das Vordere BaubschloĂ (450 m ĂŒ. d. M.),
das Hintere BaubschloĂ (380,5 m U. d. M.),
der GroĂe Teichstein (430 m ĂŒ. d. M.),
der HochhĂŒbel, basaltisch, (40(5, 1 m U. d. M.),
der Baumberg, basaltisch, (458 m ĂŒ. d. M.),
Höhe 413,8 östlich der Unteren Schleuse,
Höhe 413,1m am Hohberg westlich der Bootstation,
das Prebischtor (449,6 â 460 m ĂŒ. d. M.),
die Vorderen Partschenhörner (469,8 m ĂŒ. d. M.),
die FlĂŒgelwĂ€nde 462 m U. d. M.),
die Thorwalder WĂ€nde (451,4 m U. d. M.),
die llundsteine (456 m U. d. M.),
der Bauschenberg (450,1 m ii. d. M.),
der EulenhĂŒbel (475,9 m ĂŒ. d. M.).
ĂŒberragt wird das Gebiet von den BasalthĂ€rtlingen des GroĂen
Winterberges (550,8 m ĂŒ. d. M.) und Kleinen Winterberges (500,3 m
ĂŒ. d. M.), wĂ€hrend sich die ĂŒbrigen Basaltvorkommen im Bahmen der
allgemeinen Höhen halten. Der Basaltgang des GroĂen Winterberges
mit den nordöstlich von ihm anstehenden BasaltgĂ€ngen am LehmhĂŒbel,
SpitzhĂŒbel und Goldstein sowie nördlich am Kleinen Winterberge bil-
det den Kern des Winterbergplateaus, die bedeutendste geschlossene,
an den BÀndern jedoch in unzÀhlige Zacken und Zipfel auslaufende
Masse des hier behandelten Sandsteingebietes. Gen Osten dehnt sich das
Felscngewirr des Prebiscktores, der Partschenhörner, der Thorwalder
â) Erl. z. Blatt Königstem-Hohnsteinkl. geol. Karte v. Sachsen, Leipzig 1893, S. 13.
Das nördliche Tafelland
21
WĂ€nde und der Hohen Schlichte bis zum Rausehenberg und Eulen-
hĂŒbel. Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sand-
steine der Stufe Ă 2 liegt hier in 450 â 470 m Höhe und ist oben am
GroĂen und Kleinen Winterborge noch vorhanden.
Tn der nördlichen Randzone, die vom Hinteren Raubschloà zum
HochhĂŒbel und bis zur Oberen SehleuĂe zu verfolgen ist, liegen die
Gipfel der Berge durchschnittlich um 30 40 m tiefer als weiter sĂŒd-
lich. Diese von der geschlossenen Masse losgelösten »Steine« sind viel-
leicht etwas weiter abgetragen, der ganze Streifen könnte aber auch
schon tiefer eingesunken sein. Ferner trifft man östlich einer Linie
EulenhĂŒbel â Hinterdittersbach bis zur Linie VIII ein Gebiet, das, ob-
wohl ebenfalls zerschluchtct, einen weniger zerrissenen Eindruck macht.
Die höchsten Punkte liegen Àhnlich wie in der nördlichen Zone zwi-
schen 360 und 400 m. Hier fehlen ungefÀhr 50 in der besonders har-
ten obersten Sandsteine des westlichen Gebietes, so daĂ der Ober-
flÀchencharakter ruhiger wirkt.
Die Sohle der engen TalgrĂŒnde liegt meist zwischen 250 und
300 m im mittelturonen Sandstein. DarĂŒber folgt die Zone des Jno-
ceramus Schloenbachi und zwar Stufe u in der bei der Lilienstein-
scholle geschilderten Ausbildung von sandbedeckten Böschungen und
darĂŒber Stufe, Ă in steilen FelswĂ€nden und TĂŒrmen. Das Gebiet sĂŒd-
lich der Linie Prcbischtor â Rauschenberg wird vom Kamnitzgrund und
seinen kurzen Seitenschluchten sowie vom Erbsbach zertalt. Hier trifft
man nur die Labiahis- Zone und darĂŒber das Mittelturon an. Von der
Schloenbachi-Zono sind höchstens Reste der Stufe ci erhalten. So merk-
wĂŒrdig die scharf geschnittene Mauer Prcbischtorâ Rauschenberg ge-
gen S auch abschneidet, scheint doch keine weitere ErklĂ€rung dafĂŒr
möglich zu sein, als daĂ der frĂŒhere Elblauf auf der sĂŒdlichen mittel-
turonen FlÀche geflossen ist und seinen abtragenden Einfluà nur bis
zu dieser Linie geltend machen konnte. Eine besondere HĂ€rtung der
Stufe à nördlich der genannten Linie scheint nicht erfolgt zu sein,
da der Gesteinscharakter derselbe ist wie an den nordwestlich ge-
legenen isolierten Steinen.
Die Zone des Inoceramus labial ns wird vorwiegend von einem
harten mittelkörnigen Sandstein gebildet. Sie tritt nur an der Elbe
sowie am Kamnitzbach mit seinen Ncbenschluehten zutage. Am Kam-
nitzbach bilden die steilwandigen, klammartigen Felspartien dieser
Zone die wundervollsten, aus Wasser und Fels aufgebauten Land-
schaftsbilder, die in der Edmundsklamm ihren Glanzpunkt erreichen.
Im einzelnen wurde folgendes festgestellt.
Bei Behandlung der Liliensteinscholle ist bereits das Prebisch-
torprofil aufgefĂŒhrt worden, das in seinem oberen Teile in die Win-
terbergscholle ĂŒbergreift. Mittelturon und Schloenbachi-Zoac Stufe et
und Ă sind daselbst entwickelt. An den 3 Quellen im Probischgrunde
sind am Steilhange die Schichten 18 -21 in der Höhenlage zwischen
200 und 230 m, zum Teil als FelsbÀnke ausgebildet ('Liliensteinscholle).
Verfolgt man jedoch von den 3 Quellen das gegen Stimmersdoi'f all-
mÀhlich ansteigende Tal der Langen Biele, so tritt in der gleichen
22
Beschreibung der einzelnen Schollen
Höhe kaum ein Felsblock hervor. Die Ursache ist Störungslinie VII,
die mit einer Sprunghöhe von ungefÀhr 50 m das Tal quert. Der Ort
Stimmersdorf liegt auf einer kleinen HochflÀche (Ebenheit), die von
den oberen Schichten des Mittelturons mit auflagernden diluvialen
Resten gebildet wird.
Von Stimmersdorf gegen das Blockhaus in der Edmundsklamm
(Kamnitzbach) wurde folgende Schichtenfolge festgestellt:
Stimmersdorf (s. Anlage S. 89)
Die Zone des Inoeeramus labiattis besteht auch hier wieder vorwie-
gend aus senkrechten Felsmauern, die den Kamnitzbach ununter-
brochen von der GrundmĂŒhle bis nach Herrnskretschen begleiten. Be-
sonders wichtig ist Schicht 14 mit ihren rasch wechselnden Farben,
den zwischengeschalteten dĂŒnnen Tonlagen und ihrer FossilfĂŒhrung.
Sie kehrt auch in anderen Profilen wieder und ist als Leitschicht fĂŒr
das Mittelturon anzusehen.
An der .StraĂe östlich von Rainwiese sind in 255 â 260 m Höhe Ă€hn-
liche Sandsteine angeschnitten. Sie sind gelb und rot dĂŒnn gebĂ€ndert,
fein- bis grobkörnig im Korn sehr wechselnd und enthalten ebenfalls
Versteinerungen.
Entlang des DĂŒrrkarnnitzbaches verlĂ€uft von dessen .MĂŒndung in
die Elbe nach SO ĂŒber Arnsdorf Störungslinie Ha, die das nördliche
Tafelland vom Niedergrunder Horst trennt. Gekreuzt wird diese Linie
von der OW-strcichenden Linie VIII, die nördlich der KrĂŒmmerwand
die DĂŒrrkamnitzsehlucht quert und die nördliche Winterbergscholle von
der Rosenbergscholle scheidet.
Arnsdorf West aus gang (s. Anlage S. 89)
Die Angaben im Profil ĂŒber Cenoman und Labiatus-Zone haben
nur beschrÀnkten Wert, da Linie II anscheinend dem Verlauf der
Schlucht in ihrem unteren Teile folgt, wodurch unklare VerhÀltnisse
entstanden sind. Die Liibiatus - Sandsteine sind in den unteren Schichten
mehr gelb, in den oberen mehr grau. Das Mittelturon ist bei 40 m
MĂ€chtigkeit wenig gut aufgeschlossen. Nur an der KrĂŒmmerwand
durchziehen Eisenadern das Gestein und haben es gefestigt, so daĂ
ansehnliche Felspartien hervortreten.
Ăstlich vom Prebischtor erstrecken sich die gewaltigen Fels-
mauern der PartschenhĂŒrner und Thorwalder WĂ€nde. Weniger vom
groĂen Fremdenstrom berĂŒhrt, bieten sie unvergleichliche Bilder von
Waldeinsamkeit und FelsmajestĂ€t, ĂŒber jede dieser Felsgruppen win-
det sich gleich einem verbogenen RĂŒckgrat eine zusammenhĂ€ngende
Kammlinie, von der eine Unmenge Seitenrippen und Rippchen aus-
latifen, die als Felskulissen ein einzigartiges Naturtheater aufbauen.
Infolge der durch den NonnenfraĂ erfolgten Abholzung kann man auf
weite Entfernung eine ungestörte horizontale Lagerung der Schichten
verfolgen. Besonders gut zeichnet sich am IWghang zwischen 300
und 350 m das felsenlose Böschungsband der Stufe « der Schloenbachi-
Zone ab. DarĂŒber lĂ€uft in einer MĂ€chtigkeit von etwa 10 m eine scharf
Das nördliche Tafelland
23
herausmodellierte Felsbank hin. GroĂartig lassen sich ferner an den
freigelegten Gipfelpartien die vom Regenwasser gebildeten radial her-
abstrahlenden Wasserrinnen beobachten (s. a. Abb. 14). Zwischen beide
Felsgruppen schneidet tief der GroĂe Zschandgrund ein. der im BrĂŒch-
tiggrund sein sĂŒdöstliches Ende erreicht. Hier wurde folgendes fest-
gestellt :
Höhe sĂŒdlich am Briichtiggrund. Sign. 357,2 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Ă 3. Nichts aufgeschlossen 7,2
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau und lichtgelb, mk 5,0
a 1. Sst. grau und graugelb, leicht zerfallend, wenig gerundete dicke FelsbÀnke 45,0
GroĂer Zschandgrund 300,0 m ĂŒ. d. M.
Der Briichtiggrund liegt fast vollstÀndig in der Stufe a der
Schloenbachi- Zone. Felsbildungen fehlen bis auf wenige dicke Sand-
steinbÀnke, steil geböschte SandhÀnge umsÀumon die Talrinne.
FĂŒr die Untersuchung des Schichtenbaues der Thorwalder WĂ€nde
wurden der Zeichengrund und die LöfflerschlĂŒchte gewĂ€hlt. An beiden
Stellen steigt man steil hinauf zum Felsenkamm. Der Zeichengrund
zieht sich unweit der Landesgrenze aufwÀrts.
Zeichengrund (s. Anlage S. 90)
UngefÀhr 1 km weiter talwÀrts schneiden in die Thorwalder WÀnde
die LöfflerschlĂŒchte ein.
LöfflerschlĂŒchte (s. Anlage S. 90)
Im Gebiet der Partschenhörner wurde die Schichtcnfolge von
dem kleinen Basaltvorkommen auf dem Felscnkamme bei Sign. 457,3
durch den nördlichen Teil der SandschlĂŒchte zum GroĂen Zschand
verfolgt.
Sandsch lĂŒchte (s. Anlage S. 90)
FĂŒr den GroĂen Zschand mit Thorwalder WĂ€nden und Partsehen-
hörnern ergibt sich folgendes Gesamtbild:
Der Talgrund liegt im Mittelturon, charakterisiert durch einige
durchlaufende FelsbÀnke, zwischen denen weiche tonige Sandsteine zu
Waldboden zerfallen sind. DarĂŒber folgt in 50 m MĂ€chtigkeit der
meist mit Sandsteinschutt ĂŒberdeckte Böschungshang der Stufe et der
Schloenbachi-'/onc. Bis zu einer MĂ€chtigkeit von 90 100 m streben
sodann lotrecht abgeschnittene Felsmauern und TĂŒrme empor, Stufe Ă
der Schloenbachi- Zone. Das Gestein der Stufe Ă ist hier und auch
weiter östlich reich an Kaolinkörnern. WeiĂgelbe Sandsteine mit in-
tensivem Farbton gehören ebenfalls zur Eigenart dieser Stufe. Oben
an der basaltischen Kuppe Sign. 457,3 in der Partschenhörnergruppe
ist der Sandstein stark vererzt.
Westlich an den Partschenhörnern entlang ziehen sich die Wcber-
echliichte.
Weberschi Àchte
Sie sind aus Sandsteinen der Stufe Ă der Zone des Inoceramus
Schloenbachi aufgebaut und gehören zu den wildesten Felsenland-
24
Beschreibung der einzelnen S.hollen
schĂ€ften des Elbsandsteingebirges. Senkrecht und ĂŒberwĂ€ltigend ragen
rings die FelstĂŒrmc empor. Wiederholt schlieĂt sich das Tal zu einem
wuchtigen Felscnzirkus zusammen. Bis zu 350,0 m Höhe ist der Tal-
grund sandig und felscnlos, sodann treten senkrechte FelswÀnde, be-
stehend aus weiĂlichem, weiĂgelbem und gelbem Sandstein mit mehr
oder weniger Kaolinkörnern, hart an den Weg. Bei 370,0 m schlieĂt
eine senkrechte Felswand das Tal ab. Auf steil angelegten Treppen
und Leitern gelangt man auf den oberen Talboden, der ebenfalls von
steilen Felsmauern eingeengt ist. Bei 4G0 .0 m Höhe hat man die obere
1' eiskante erreicht. Auf ihr entlang fĂŒhrt der Gabriclensteig, ein stark
benutzter Touristenweg. JĂ€h blickt man von ihm ĂŒber den 150,0 m
senkrecht abfallenden Absturz der FlĂŒgelwĂ€nde in die Tiefe. Die
Felsen sind im allgemeinen mittelmĂ€Ăig gebankt, weniger hĂ€ufig sind
dĂŒnne BĂ€nke verbanden. Ăberschaut man vom Gabrielensteig das Ge-
lĂ€nde nach SĂŒden gegen Stimmersdorf und Hosendorf, so ĂŒberrascht
das sanfte Landschaftsbild. Die Felsbastionen unseres Standortes fehlen
dort gÀnzlich.
Der GroĂe Winterberg bildet mit dem Kleinen Winterberge und
Goldstein eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig groĂe, an den RĂ€ndern stark zerklĂŒf-
tete Tafel, an die sich gegen NW das wild durcheinandergeschlungene
Felsgewirr der Schrammsteine anschlieĂt. AVie schon erwĂ€hnt, ver-
dankt die Tafel ihre Erhaltung mehreren hier aufsitzenden Basalt, -
gĂ€ngen, unter denen der des GroĂen Winterberges der weitaus wich-
tigste ist. Der Aufbau der Schichten wurde am Kleinen Winterberge
in der Richtung gegen die ZeughausstraĂe (Wettinbaude) aufgenommen.
Kleiner Winterberg -Wettinbaude (s. Anlage S.91)
Im Mittelturon, das nur in 20 m MĂ€chtigkeit, zwischen 280 und
300 m Höhe, hier anzunehmen ist. fehlt jeder AufschluĂ. 50 in mĂ€chtig
folgt sodann wieder die aus mittel körnigen Sandmassen bestehende
Stufe ct der Sch loenbachi-Zonc. Weiter aufwÀrts in einer MÀchtigkeit
von 6Gin tĂŒrmen sich die FelsabstĂŒrze der Stufe Ă, wie, wir sie von
anderen PlÀtzen bereits kennen. Die weiteren 74 m neigen weniger zu
zusammenhÀngender Felsbildung. 24 m sind zunÀchst ohne irgend
einem AufschluĂ; cs folgen 10 m SandsteinbĂ€nko; 10 m ist nichts auf-
geschlossen, und die letzten 30 m, Schicht 2Gâ 32, bestehen aus ver-
einzelten SandsteinbÀnken. Die obersten 40 m gehören bereits der
Stufe à 2 an. In Stufe à sind auch hier Kaolinkörner ein hÀufiger
Gemengteil des Sandsteines.
Wo die ZeughausstraĂe von Westen her den Kleinen Zschand
quert, stehen einige FelsbÀnke an.
Wettinbande nach Ost, ZeugliausstraĂe
StraĂenhöhe der ZeughansstraĂe, 250,0 m ĂŒ. d. M.
Mittelturon m
2. Sst. vorwiegend gelb, mk. bis gk., groĂe Quarze kong'o- ) FelsbĂ€nke
meratisch eingesprengt . > wenig 10,0
1. Sst. vorwiegend graugelb, mk. bis gk ) zernarbt 10,0
Kleiner Zschandgrund 230,0 m ĂŒ. d. M.
Das nördliche Tafelland
25
Die Schichten zeichnen sich durch ein gröberes Korn aus, Àhnlich
den oberen Schichten im Prebischgrunde (Schicht 23, Profil S. 84).
Vom Heringsstein nördlich am GroĂen Winterberge hinab zum
Kleinen Zschand konnte ungefÀhr dieselbe Schichtenfolge wie am
Kleinen Winterberge festgestellt werden.
Am Fremdenwege vom GroĂen Winterberge nach dem Prebischtor
ist Stufe Ă der Schloenbaehi - Zone in folgender Weise aufgeschlossen:
Fremdenweg GroĂer Winterberg-Prebischtor, 470,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbaehi ra
à 2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, vorwiegend gelb, mk 15,0
1. Sst. mit Kaolinkörnern, vorwiegend lichtgrau, mk., undeutliche Verstei-
nerungen, Felsen zernarbt 15,0
440,0 m ii. d. M.
A r or dem Goldsteinsporn der Winterbergtafel ragt als isolierter
Felsturm das Hintere RaubschloĂ, s. Abb. 3, auf. Die Felskrone war
Phot W. Haus, Dresdcn-N. 6.
Abb. 3. Hinteres RaubschloĂ. Ein vom Winterbergplateau losgetrennter Felsklotz
(Stein). Die senkrecht ansteigende Felsmasse besteht aus Sandstein der Stufe Ăl, an
ihrem FuĂe die zu Sand zerfallene Stufe a, rechts der weiĂe Sandweg liegt ebenfalls
in dieser Stufe. Zone des Inoceramus Schloenbaehi (Oberturon).
ehemals mit einer Burg bestanden, von der nur noch spÀrliche Reste
vorhanden sind. Auf senkrechten Leitern und Stufen klimmt man
durch Felskamine zur Höhe empor. Der Aufstieg erfolgt von der SĂŒd-
seite und zeigt folgenden Schichtenbau:
Hinteres RaubschloĂ SĂŒdabhang (s. Anlage S. 92)
Die untersten 30 m liegen im losen Sande der Stufe ct. Auf dem
Sandsockel erheben sich 59 m mÀchtig die senkrechten Felsmauern
der Stufe Ă. Auch hier sind wieder der Reichtum an Kaolinkörnern
und die eigentĂŒmlichen weiĂgelben und hellockergelben Sandsteine,
Schicht 6, 7 und 12, hervorzuheben.
26
Beschreibung der einzelnen Schollen
Weiter östlich wurde die Schichtenfolge an der Unteren Schleuse
(Kirnitzsch) aufgenommen und zwar von der Kirnitzsch gegen 0 in
Verfolg des PaĂgrundes und Wildkatzensteiges bis Sign. 400,7.
Untere Schleuse Ost (s. Anlage S. 92)
Das Mittelturon baut sich in einer MĂ€chtigkeit von 65 m aus mehr
oder weniger zusammenhÀngenden FelsbÀnken auf, Stufe a der Schloen-
bachi - Zone ist mit 45 m MĂ€chtigkeit wie hier ĂŒberall als loser Sand mit
vereinzelten abgerundeten Blöcken entwickelt. Die höchsten Schichten,
der Stufe à angehörend, sind in einer MÀchtigkeit von 60 m z. T. als
JTelsbÀnke ausgebildet.
SĂŒdlich Hinterhermsdorf erstreckt sich von der Hackkuppe (Wet-
tineiche) bis zum Taubenstein zwischen 350 und 420 in Höhe ein
kleines felsenloses Gebiet, daĂ groĂe Ăhnlichkeit mit den ungefĂ€hr
50 m höher liegenden Schichten in der Umgebung des Jagdschlosses
Sternberg hat. Es ist nicht unmöglich, daà hier in der NÀhe der Haupt-
verwerfung eine kleine Scholle eine besondere höhere Lage von min-
destens 50 m einnimmt, so daĂ die folgenden fossilfĂŒhrenden Sand-
steine der Stufe à 2 angehören.
Die Hackkuppe (425,9m ti. d. M.) ist eine Basaltkuppe, die durch
Steinbruchbetrieb abgebaut wird. Der Basalt birgt u. a. auch Sand-
steineinschlĂŒsse. Der Sandstein ist an der Basaltgrenze, die zur Zeit
gut aufgeschlossen ist, mehr oder weniger gefrittet. Er enthÀlt kleine
Kaolinkörner, die Farbe wechselt stark zwischen lichtgrau, gelb und
gelbrot, das Korn ist fein, die Schichtung dĂŒnn. Die MĂ€chtigkeit des
Aufschlusses betrÀgt ungefÀhr 10 m (Sandstein 410 420m). An Ver-
steinerungen fanden sich
Terehrnluta sp. Anomia lamellosa A. Robm.
Lima semisuleata Nilss. Ostrea sudetica Scop.
sp. Ostrea vesicularis Lam.
Neithea grgpheata Sciu.oth.
SĂŒdlich der Hackkuppc an der ZollstraĂe, dort wo der Lindigtweg
einmĂŒndet, sind bei 401m Höhe einige bis 2 m mĂ€chtige FelsbĂ€nke
eines gelben, konglomeratischen Sandsteines aufgeschlossen.
Die flache Höhe östlich der Hackkuppe ist mit zahlreichen StĂŒcken
eines lichtgrauen, kleine Kaolinkörner fĂŒhrenden, feinkörnigen Sand-
steines bedeckt (405 412m Höhe). Auf der höchsten Kuppe (413m)
fand ich in einem gelben, mittelkörnigen Sandstein mit vielen gröĂeren
Kaolinkörnern an Versteinerungen
Limaââ canalif era Goliif.
Lima granulata Nilss.
Ostrea sudetica Sccr.
Weiter östlich bis gegen den Taubenstein liegt an der OberflÀche
etwas lehmiger, fein- bis mittelkörniger Sand, in dem nur einzelne
festere gelb und gelbrote SandsteinbruchstĂŒcke zu finden sind.
A r om Taubenstein hat man einen prĂ€chtigen Blick in das zu FĂŒĂen
liegende enggeschluchtete Kirnitzschtal in der Umgebung der Böh-
mischen MĂŒhle und Oberen Schleuse.
Das nördliche Tafelland
27
Am Steilabsturz vom Taubenstein zum Kirnitzschgrund wurden fol-
gende Schichten vorgefunden:
Tauben st ein (s. Anlage S. 92)
Das Mittelturon, 20 m mÀchtig, bildet zum Teil FelsbÀnke. Stufe a
der Schloenbachi - Zone ist 40 m mÀchtig durch Sand, Stufe à mit 35 m
MÀchtigkeit zu unterst durch einige FelsbÀnke, dann durch eisen-
schĂŒssige Felspartien, zu oberst durch Sand vertreten.
An der Böhmischen MĂŒhle sind nach Mitteilung von Herrn Kantor
LANGER in Hinterhermsdorf frĂŒher einige StĂŒcke von Pinna sp. ge-
funden worden. In der Sammlung dieses Herrn liegen ferner 7 StĂŒck
von Inoceramus Lamarcki Park.
Auch diese dĂŒrften aus dem Mittelturon der Umgebung stammen.
Ein StĂŒck einer Pinna befindet sich ferner im Besitze des Försters
von Hinterdittersbach.
Vom Nordrande der Winterbergscholle wenden wir uns nun nach
S und zwar in die Linie Rauschenberg- Wespenberg.
Der Rauschenberg liegt wie das Iârebischtor am SĂŒdrande der ge-
gewaltigen von Winterberg nach O ziehenden Felsmauer. Der Auf-
stieg erfolgt von der StraĂe IIohenleipe-Herrnskretschen bei Sign.
268,3 und bietet in den Gesteinsschichten zum Teil gute AufschlĂŒsse.
Rauschenberg (s. Anlage S. 93)
Das Mittelturon, in einer MĂ€chtigkeit von 60 m, tritt nur wenig
zutage. Stufe ci der Schloenbachi -'Zone, 50 m mÀchtig, bietet die Ge-
kannten SandhÀnge, aus denen nur einzelne dicke, wollsackÀhnliche
Blöcke hcrausscliaucn.
Stufe Ă hingegen ist in einer MĂ€chtigkeit von 105 m durch senk-
rechte FelswÀnde und Riffe vertreten, nur zwischen 370 und 380 m
Höhe klafft eine kleine LĂŒcke, wo das Gestein nicht hervortritt. Die
obersten 50m sind mit einer harten Kruste von Quarz und Gips ĂŒber
zogen, in die die Feuchtigkeit nur schwer einzudringen vermag, so
daà an der OberflÀche wunderbare filigranartige Bildungen entstehen
und erhalten bleiben konnten. Kaolinkörner treten besonders in den
oberen Schichten auf.
östlich vom Rauschenberg beherrscht der EulenhĂŒbel mit 475,9 m
Höhe die felsige Umgebung. Der Kern des Berges besteht aus basal-
tischem Gestein, das in mehreren Klippen auf dem Nordteil des breiten
BergrĂŒckens ansteht. Auf dem sĂŒdlichen Plateau ragen einige Sand-
steinfelsen empor und bilden die höchste Erhebung des Berges. Von
hier gegen den MĂŒllergrund im W fand sich folgende Schichtenfolge:
SĂŒd kuppe des EulenhĂŒbels (s. Anlage S. 93)
Das Mittelturon mit seiner geringen Felsbildung und den zahl-
reichen feuchten Stellen auf demWege erinnert an die tonige Be-
schaffenheit der Sandsteine dieser Zone, wie wir sie in guten Auf-
schlĂŒssen im Elbtale kennengelernt haben. Nur die obersten 10 m der
hier 65 m mÀchtigen Zone bestehen aus senkrechten FelswÀnden. Die
28
Beschreibung der einzelnen Schollen
charakteristische Ausbildung der Stufe a der Schloenbachi-7jone , mit
grauem Sand bedeckte HÀnge und vereinzelte dicke, wollsackÀhnliche
Blöcke, ist ebenfalls vorhanden. Ihre MÀchtigkeit ist hier nur mit 30 m
angegeben. DarĂŒber folgt die Stufe Ă, zunĂ€chst FelsbĂ€nke 10 m mĂ€ch-
tig, 20 m nichts aufgeschlossen. 10 m stark zernarbte FelsbÀnke, 35 m
nichts aufgeschlossen und 30,9 m einzelne Felsblöcke und BÀnke, ge-
krönt von einer isolierten Felsgruppe. Auf der Nordseite des Berges
tritt Sandstein nur an den unteren AbhÀngen zutage.
Von der Nordkuppe des EulenhĂŒbels u s w.
(s. Anlage S. 94)
Der Nordabhang des EulenhĂŒbels hat, soweit Sandstein in Frage
kommt, denselben Aufbau wie der SĂŒdhang.
Von der BöhmerstraĂe wurde das Tal nördlich am IlĂŒhnersteiin
bis hinauf zu Sign. 378,5 verfolgt.
Felskuppe 378,5 usw. (s. Anlage S. 94)
45 m mÀchtig stehen die Schichten des Mittclturons an. bestehend
aus unzusammenhÀngenden Felspartien; am Wege wieder Wasser-
pfĂŒtzen. Die dicken gerundeten FelsbĂ€nke der 45 m mĂ€chtigen Stufe a
der Sch locnhnch /-Zone vereinigen sich hier ausnahmsweise zu einer
engen Schlucht. Beim Anklopfen mit dem Hammer zerfÀllt aber auch
dieses Gestein sehr leicht und verrÀt dadurch seine Bindemittelarmut.
Stufe Ă ist nur als ein 18 m hoher Felsturm erhalten.
SĂŒdlich der aus ScA/otfM&uc/ii-Snndsteinen aufgebauten Felsen-
mauer gehört in diesem östlichen Teile noch das Sandsteingebiet bis
nach Ilohonleipc der Winterbergscholle an.
Hier erhebt sich der SchloĂberg von Ilohenleipe.
Gipfel des SchloĂberges (s. Anlage S. 94)
Zu unterst liegen 50 m mÀchtig die weicheren Schichten des Mittel-
turons, die hier nur sehr wenig feste StĂŒcke an der OberflĂ€che zeigen.
40 m mÀchtig folgt Stufe « der Schlocnbachi-Zono-, aus dem mittel-
körnigen, grauen Sande ragen an den AbhÀngen einzelne dicke ge-
rundete FelsbÀnke und Blöcke hervor. Schicht 4. 7 m mÀchtig, wech-
selt im Korn zwischen fein und grob sehr schnell, was ich in dieser
Zone sonst weniger gefunden habe. Stufe Ă bietet hier folgendes Ge-
samtbild. 12 m mÀchtig bilden harte FelsbÀnke, z. T. mit 1cm dickem
EisenĂŒberzug, den Sockel, darauf folgen 8 m mĂ€chtig graue mittel-
körnige, leicht zerfallende Sandsteine, denen in einer MÀchtigkeit
von 30 m die harten Gipfelfelspartien aufgesetzt sind. Letztere be-
stehen aus einem mittel- bis grobkörnigen in den obersten 7 m fein-
körnigen Sandstein. Die teilweise sehr starke Eisenverkrustung deutet
auf vulkanische Einwirkung.
Das nördliche Tafelland
29
C. Die Rosenbcrgschollc
O. Gr. et 390 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. lab. 250 m ĂŒ. d. M.
Die Rosenbergscholle liegt zwischen Linie VIII im N, Linie
II a im W, Linie Ie im S und Linie IX im O.
Der Kosenberg beherrscht mit seiner Höhe von 620,3 m das ganze
Gebiet zwischen der Sandsteinmauer im N, der Elbe im W, dem Böh-
mischen Mittelgebirge im S und der Kreibitzer Bergwelt im 0. Die
Aussicht von dem gebrechlichen Holzturm ist hervorragend schön und
belehrend. Gegen X ragt die gewaltige Sandsteinmauer vom Winter-
berg bis Dittersbach empor, gegen O steigt jenseits des sanft abfal-
lenden Rosenbergsockels, getrennt durch eine scharfe Bruchlinie, hin-
ter den HĂ€usern von Windisehkamnitz das Felsgebiet am Huttenberge
auf, nach S liegen die weiten FlÀchen des vorherrschend aus Sanden
der Stufe et der Schloenbachi - Zone bestellenden Waldmantels und da-
hinter die vulkanischen Decken des östlichen Mittelgebirges, nach W
breitet sich die aus den tonigen Sandsteinen des oberen Mittelturons
aufgebaute llosendorfer Ebenheit aus, ĂŒber die sich einzelne kleine
basaltische Kuppen erheben, unter deren Schutze der helle Sand der
Stufe et der Schloenbachi - Zone hervorleuchtet. Sehr schön sind auch
von hier die kleinen EbenheitsflÀchen von Hohenleipe und der Scho-
meler Folgen sowie die grĂŒnen HochflĂ€chen am Ottenberge zu ver-
folgen.
Ăber den geologischen Aufbau des Rosenberges hat sich folgendes
ergeben. Bei 523 m Höhe konnte ich am Berge noch Kreidesandsteine
anstehend feststellen. Die höher hinauf bei 535 m usw. anzutreffen-
den, vollstÀndig zu hartem Quarzit umgewandelten Sandsteine sind
wahrscheinlich durch die Eruption aus etwas tieferen Lagen mit ein-
porgerissen worden. Von der Kamnitzsohle in ungefÀhr 200 m Meeres-
höhe an ist deshalb ein 300 m mÀchtiger Schichtenstoà von Kreide-
sedimenten vorhanden. Man sollte meinen, wie im nördlichen Fels-
gebiet auqli hier am Berghange dieselben prÀchtigen Felsbildungen
im Sandstein verfolgen zu können. Dem ist jedoch nicht so. Mit
Ausnahme der senkrechten FelswÀnde der Labiatus - Zone im Kamnitz-
grunde ist es nur der MĂŒhlgrund mit seinen SeitenĂ€sten, in dem bis
zur Höhe von etwa 350 m der Sandstein eine teilweise felsige Aus-
bildung besitzt. Weiter sind es die Vogelsteine hoch oben am Ost-
abhange des Berges in 350 â 400 m Höhe, die als scharfes Felsriff
hervortreten. Höher hinauf, in 420â520 m Höhe, trifft man an der
Ost- und SĂŒdseite des Berges nur noch vereinzelte FelsbĂ€nke, die
klippenartig am steilen Berghange auf ragen. Diese letzteren wie auch
die Vogelsteine verdanken ihre Herausmodellierung einer starken Ver-
quarzung, die wohl auf vulkanische oder tektonische Einwirkung zu-
rĂŒckzufĂŒhren ist. Der MĂŒhlgrund dĂŒrfte ebenfalls, aber in geringerem
MaĂe, davon betroffen worden sein. In entgegengesetzter Weise hat
der vulkanische Charakter des Berges die von keiner HĂ€rtung betrof-
30
Beschreibung der einzelnen Schollen
fenon Sandsteine beeinfluĂt. Die oberste Kuppe des Rosenberges be-
steht in einer MĂ€chtigkeit von 80â 100 m aus Basaltmassen. Basalt-
trĂŒmmer und deren Verwitterungsprodukte bedecken bis weit hinab
die HĂ€nge des Berges. Die basaltische Schuttmasse ist in alle im Sand-
stein vorhandenen Spalten und KlĂŒfte eingedrungen, so daĂ die Ab-
tragung mit dem allgemeinen Böschungswinkel des Berges schritt-
halten muĂte und eine Herausbildung von Sandsteinfelsen nur dort
eintrat, wo die Sandsteine durch Verquarzung und Vererzung besonders
"widerstandsfÀhig geworden waren.
Der Rosenberg ist mir lange Jahre als eine Sphinx erschienen,
die am NordfuĂe zwischen GrundmĂŒhle und Kamnitzleiten die cha-
rakteristischen FelswÀnde der Zone des Inoceramus Idbialus zeigt, am
Abb. 4. Das Tal von NVindiscb ka m ni tz mit dem Roscnberge. SW = SĂŒdwest.
NO = Nordost. Stl. = StĂŒruugslinic R = Basaltkuppe des Rosenberges 620,3 m ĂŒ. d. M.
a = Sign. 212,9. b = Steinbruch 215,0 m ĂŒ. d. M. II = Hohenleipe mit dem SchloĂberg.
O = GrundmĂŒhle. Der Abhang des Rosenberges gegen Windischkamnitz bildet eine
felsenlose, allmĂ€hlich abfallende FlĂ€che, die in der Richtung SW â NO von einer Störungs-
liuie durchschnitten wird. Die Schichten gehören dem Mittelturon an. An der Grund-
mĂŒhle (G) Sandsteinfelsen der Zone des Inoceramus laöiatus (Untcrturon).
Im HintergrĂŒnde der Steilabfall der vom Prebischtor gegen Dittersbach ziehenden Sand-
steinmauer (Oberturon).
Ostabhang gegen Windischkamnitz aber ein anderes felscnloses Ant-
litz darbietet, s. Abb. 4. IIlĂŒSCH hat in seiner Ăbersichtskarte des
Böhmischen Mittelgebirges in 360â400 m Höhe die Tonmergelzonc
des Inoceramus Schloenbachi, Stufe y, eingezeichnet. In Wirklichkeit
gehören die Schichten dieser Höhenlage der Stufe et der Schloenbachi-
Zone an. Klarheit wurde erst durch den Vergleich der gesammelten
Gesteinsproben erreicht. So fanden sich in 300 m Höhe die eigen-
Das nördliche Tafelland
31
artigen rot und weiĂgelb dĂŒnngebĂ€nderten und geflammten, weichen,
fossilfĂŒhrenden Sandsteine, die ich an der StraĂe von Dittersbach
nach Hohenleipe in 210-220 m Höhe (S. 40) sowie bei Stimmersdorf
(Profil S. 89, Schicht 14) in 265 m Höhe, am N W- Ausgang von Arnsdorf
in 325â330 m Höhe (&. 34) und anderweit in einem bestimmten Hori-
zont feststellen konnte. DarĂŒber treten dann die im nördlichen Gebiet
als Leitschicht zu verfolgenden mittelkörnigen grauen Sande der Stufe a
der Schloenbachi-Zone auf, die in den Vogelsteinen verquarzt und als
Felsriff erhalten sind. SchlieĂlich ist in den obersten einzelnen Fels-
partien der Sandstein reich an Kaolinkörnern und wird zuletzt ziem-
lich grobkörnig. Fr gleicht vollstÀndig dem, wie er bei Böhmisch
Kamnitz in nÀchster NÀhe unterhalb der Tonmergel, Stufe y, auftritt.
Erst hier in 523 m Höhe könnte man bei normaler Lagerung Ton-
mergel vermuten, die auch in einer gewissen MĂ€chtigkeit unter den
Basaltgeröllen verborgen sein können.
Die erwÀhnte verschiedenartige Tal- und Gesteinsausbildung bei
der GrundmĂŒhle gegenĂŒber Windischkamnitz ist nur durch eine Stö-
rungslinie zu erklÀren, die von östlich Hohenleipe aus in SSV Rich-
tung am Berghange entlang anzunehmen ist und die bei Sign. 296,6
in SW-Richtung gegen Neuohlisch umbiegt (Linie IX). Die Ober
grenze der Labiutm - Zone liegt in der Rosenbergscholle bei 250 m und
der Talgrund von Windischkamnitz in 200â 210 m Meereshöhe. Bei
ungestörter Lagerung mĂŒĂte demnach im Tale von Windischkamnitz
auch die enggeschluchtete Zone des Inoceramus labiutus anstelien. Man
trifft aber nicht diese, sondern die zu wenig Felsbildungen neigenden
Sandsteine des Mittelturons am Windischkamnitzer Rosenberghange.
Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sandsteine
der Stufe Ă 2 dĂŒrfte am Rosenberge bei 480â500 m Meereshöhe zu
suchen sein.
Die Rosenbergscholle umfaĂt auĂer dem Rosenberge die gegen
W anschlieĂende Ebenheit von Rosendorf und Arnsdorf.
Den gĂŒnstigsten AufschluĂ gewĂ€hrt das Profil des Rosenberges
von der GrundmĂŒhle durch die MĂŒhlgrundsehlĂŒchte hinan bis zum
Verbindungswege von Windischkamnitz nach Rosendorf. Ferner sind
SandsteinbÀnke gut aufgeschlossen an den Vogelsteinen und an einigen
anderen isolierten Felsklippen hoch oben am Berge. Bei der Be-
gehung des Rosenberges konnte folgendes fcstgestellt werden.
Kuppe des Rosen berges 620,3m ĂŒ. d. M.
Die MÀchtigkeit des anstehenden Basaltes betrÀgt 80 -100 m. An
der SW-Scite des Berges tritt in 535 m Höhe in unmittelbarer NÀhe
von Basaltklippen lichtgrauer mittelkörniger Quarzit auf, der. wie
bereits angefĂŒhrt, vielleicht etwas emporgeschleppt sein dĂŒrfte. Unter
Ăbertragung der anderweit gewonnenen SchichtenmĂ€chtigkeit wĂ€re von
ungefÀhr 520 m Höhe an Tonmergel zu erwarten. Eine genaue Auf-
messung der Schichten am Rosenberge wird voraussichtlich weiter KlÀ-
32
Beschreibung der einzelnen Schollen
rung bringen 1 ). Am sĂŒdlichen Steilhange des Berges treten sodann
einige gröĂere Felspartien zutage.
Rosenberg SĂŒdseite 523 (s. Anlage S. 95)
Wie schon bemerkt, gleichen diese Sandsteinschichten denen, die
bei Böhmisch Kamnitz unmittelbar unter den Tonmergeln liegen.
An der SO-Seite des Rosenberges trifft man am Fahrwege in
450 â 485 m Höhe an einigen Stellen anstehenden Sandstein. Er ist
gelb, mittelkörnig mit vereinzelten gröĂeren Quarzen und zerfĂ€llt leicht.
Verfolgt man den Fahrweg am Ostabhange hin weiter um den Berg
herum nach abwÀrts bis zum Auftreffen auf den sogenannten Win-
dischkamnitzer Weg (390 m), so tritt Sandstein fast gar nicht an die
OberflÀche. Vereinzelt finden sich neben Basaltgoröllcn nur graugelb-
rötliche, fein bis mittelkörnige Quarzite mit undeutlichen Versteine-
rungen. An der Ostscitc des Berges streicht vom Fahrwege eine Ver-
quarzungs- und Vererzungszone radial am Berge herab. Oben am
Fahrwege durchziehen EisenbÀnder den Sandstein und sind sicher die
Ursache, daĂ der Sandstein an dieser Stelle als Fels hervortritt. Wei-
ter abwÀrts stellen sich allmÀhlich Vcrquarzungserscheinungen ein, bis
in den Vogelsteinen der sonst leicht zerfallende Sandstein der Stufe et
vollstĂ€ndig von der Verquarzung erfaĂt worden ist und in steilen zacki-
gen Felsriffen emporragt.
An der Ostseite des Rosonbergcs. 480,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Ă 7. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgran und gelblich, mk., eisenschĂŒssig,
einzelne Felsparticn am AbhaDg 20,0
6. Nichts aufgeschlossen 10,0
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk., einzelne Felspar-
tien am Abhang 30,0
4. Sst., weiĂgrau, fk. bis gk., Korn sehr wechselnd, leicht zerfallend . . 20,0
400,0 m ĂŒ. d. M.
Nun folgt von 400â350 m herab das Felsriff der Vogelsteinc. Die
Schichten fallen hier stark gegen S ein. Dies dĂŒrfte mit der Radial-
spalte ZusammenhÀngen, die vom Vulkanschlot ausgegangen und an
der entlang auch die Verquarzung und Vererzung erfolgt ist. Merk-
wĂŒrdigerweise trifft man an der Seite des Felsriffes bei 390 m Meeres-
höhe Quellen.
400,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
a 3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau bis gelb, mk. 1 p . ,
bis gk ( Felszacken 200
2. Sst., weiĂgrau, mk 1 v 7, . 15,0
1. Sst-, rötlichgrau, fk. bis gk. 350,0 m ĂŒ. d. M ) V0 g el8teine 15 >0
') Oshhk, R., Klein- und GroĂformen der SĂŒdwest-Lausitz usw., Bautzen 1927,
S. 63: »Ein Rest der alten (prÀbasaltischen) OberflÀche findet sich am Rosenberg, wo
TertiÀr einem basaltischen Deckenrest unterlagert.« Er bezieht sich hierbei auf Staff,
Die Geomorphogenie usw., S. 10. Dieser sagt aber nur, daà am Rosenberg die prÀba-
saltische OberflÀche in etwa 560 m Höhe unter einer Basaltdeckenkappe erhalten sei.
TertiÀre Schichten sind unter dem Basalt am Rosenberge nicht bekannt
Das nördliche Tafelland
33
Verfolgt man vom Windisckkamnitzer Wege den markierten Weg
gegen die GrundmĂŒhle, so kann man folgendes beobachten:
Rosenberg, NO-Seite (s. Anlage S. 95)
Die Schichten haben hier ihren normalen Aufbau. Zu unterst
50 m mÀchtig die dicken FelsbÀnke der Zone des Inoceramus labiatus,
darĂŒber folgen 100 m mĂ€chtig die Schichten des Mittelturons, mehr
oder weniger als FelsbĂ€nke hervor tretend, und darĂŒber noch 30 m
mÀchtig die losen Sande der Stufe a der Schloenbachi-'Zonc. Bei
Schicht 3 kann man im Zweifel sein, ob sie der Labiatus-Zona oder
dem Mittelturon angehört. Wenn ersteres der Fall wĂ€re, wĂŒrde hier
eine Verschiebung innerhalb der Labiatus- Zone anzunehmen sein, die
bei der NĂ€he der Grenze gegen die Windischkamnitzer Scholle nicht
unmöglich wÀre.
SĂŒdlich von Hohenleipe steigt man durch die Kirchschlueht auf
Treppen hinab zum Kamnitzback.
Kirchschlueht von Hohenleipe (s. Anlage S. 96)
Die unteren 50 m gehören der Labiatus- Zone an, die hier wie
in der Edmundsklamm senkrechte FelsabstĂŒrze bildet. Vom Mittel-
turon, dem die oberen 30 m zuzurechnen sind, ist nur in den obersten
Schichten weicher, toniger, rötlicher Sandstein anstehend vorhanden.
Am Felskegel des Oy bin bei der GrundmĂŒhle bestehen die un-
teren BĂ€nke aus folgendem Gestein:
Felsen Oybin, 208,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus labiatus m
3. Sst. lichtgrau, mk., fest ) 8,0
2. Sst. gelb, mk. dazwischen auch schwache gk. Lagen, fest > Felsen 6,0
1. Sst. lichtgrau bis gelb, mk. bis gk., kratzig . ... ) 4,0
Talsohle am Fels Oybin (GrundmĂŒhle), 190,0 m ĂŒ. d. M.
Die hier anstehenden Schichten der Labiatus- Zone gleichen denen
in der Kirchschlueht.
Im Bieletal, das von der GrundmĂŒhle gegen Dittersbach hin-
auffĂŒhrt, konnte ich Ă€hnliche Schichten feststellen.
Bielctal. westlich Dittersbach, 224,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus labiatus ni
2. Sst. licht- und dunkelgrau, fest, gleichmĂ€Ăig mk., sehr feucht, Felsen . 16,0
1. Sst. gelblich, mk. mit einigen Schichten gk. Lagen, fest, trocken, Felsen 8,0
200,0 m ĂŒ. d. M.
Unterhalb der Vogelsteine dehnt sich am breiten Ostabhange des
Rosenberges von 350â250 m Höhe herab eine allmĂ€hlich abfallende
FlÀche aus, bedeckt mit Wiesen, Feldern und Waldstreifen. Festes
Gestein tritt nirgends zutage. Diese FlÀche, unter der das Mittel-
turon verborgen liegt, wird von N nach S von Störungslinie IX mit
einer Sprunghöhe von 30 â 50 m durchzogen, so daĂ der westliche Teil
des Talgrundes von Windischkamnitz ebenfalls noch in das Mittel-
turon einschneidet.
Neue Folge. Heft 112
3
34
Beschreibung der einzelnen Schollen
Der SĂŒd- und Westabhang des Rosenbergkegels wurde nicht nĂ€her
untersucht. Felspartien treten nicht auf, so daĂ der Schichtenbau
gleichartig angenommen worden ist.
Das Gebiet westlich und sĂŒdwestlich des Rosenberges stellt eine
Ebenheit dar, aus der eine Anzahl BasalthÀrtlinge als kleine Kuppen
hervortreten, so Eckers-Berg (374,4 m), Zschabern-Berg (411,4 m),
Ilutberg (401,6 m), Gutsimsberg (386,5 m), Sturms-Berg (381,5 in) und
am Westrande der Scholle der Arnsberg (427,1 in). Sandiger Lehm
bildet allgemein die Deckschicht, nur im nĂ€heren Umkreise der ĂŒber
die FlÀche höher aufragenden Basaltkuppen und in den eingeschnit-
tenen BachtÀlern tritt der Sandstein unmittelbar zutage und zwar meist
als weiĂgrauer Sandboden, bedeckt mit Heidekraut und Kiefern. Sehr
schön sind diese Schichten in dem kleinen Waldgebiet zwischen Arns-
dorf und der Neuen Welt in 340 350 m Höhe aufgeschlossen. In einem
verlassenen 4m hohen Anbruch fand ich hier einen weiĂgrauen und
gelbroten feinkörnigen Sandstein. Etwas weiter nördlich trifft man
vom Wege angeschnitten in 325â 335 m Höhe weiĂlichen, grauen und
rötlichgelben, fein- bis mittelkörnigen Sandstein. Ich fand darin
Oalrea vesicularii Lam.
An der westlich gegenĂŒberliegenden Berglehne tritt in 320 330 m
Höhe derselbe Sandstein zutage. Ich sammelte darin
Ostrea vesiculari» Lam.
Exoyyra columba Lam.
Der hangende weiĂgraue Sandstein zerfĂ€llt sehr leicht und ĂŒber-
schĂŒttet alles mit blendendem, helleuchtendem Sande.
.Am NW Ausgang von Arnsdorf steht in einer isolierten Felspartie
in 325 330 m Höhe gelber, grauer und roter feinkörniger Sandstein
an. Ich fand darin
Lima cauali/'era Goldf.
(hlrea vesicutaris Lam.
Hieran schlieĂt sich das Profil durch die DĂŒrrkamnitzschlucht
(S. 89). Alle diese Schichten gehören den oberen Lagen des Mittel -
turons, die weiĂleuchtenden Sande der Stufe a der Schloenbachi-
Zone an.
I). I)ic Stcrnliergscliolle
O. Gr. a 330 â 350 in ĂŒ. d. M.
Die Sternbergscholle wird im N begrenzt vom Zeidlerbogen
der Lausitzer Hauptverwerfung, im S von Störungslinie XIII, im O von
Linie Je. Die Westgrenze, Linie VIII, dient nur zur geographischen
Abgrenzung gegen die Winterbergscholle, die in gleicher Höhe wie die
.Sternbergscholle liegt.
Die Sternbergscholle fĂŒllt den Zeidlerbogen der Lausitzer Ilaupt-
yerwerfung aus und ist nach dem JagdschloĂ Sternberg benannt, das
im nördlichen Teile des Gebietes auf einem kleinen Felsplateau liegt.
Der Kirnitzschbach teilt das Gebiet in eine nördliche und sĂŒdliche
Hallte. Der sĂŒdliche Teil bildet eine lange, seitlich stark zersehluch-
Das nördliche Tafelland
35
tete Sandstcinfelsmasse, deren RĂŒckgrat von mehreren BasalthĂ€rt-
lingen gebildet wird. Die höchsten Funkte von W nach 0 sind der
ZiegenrĂŒcken (425 m), der Bittierberg, basaltisch, (441,6 m), Neuhaus,
basaltisch, (433,7 m), der ZeidlerhĂŒbel, basaltisch, (440 m), der BĂ€r-
winkel, basaltisch, (443 m), der Hengstberg, basaltisch, (478,7 m).
Mit Ausnahme des letzteren, wo der Basalt den Sandstein gegen 10 m
ĂŒberragt, liegen die Basaltkuppen im allgemeinen im Sandsteinniveau.
Das nördliche Gebiet wird vom Wolfsbach, Zeidlerbach und WeiĂ-
bachgrund mit ihren zahlreichen Nebenschluchten zertalt. Entlang der
Hauptverwerfung folgen der Steinberg (461m), der KĂŒhkopf (423 m),
die Höhe nördlich Jagdschloà Sternberg (471,6 m) und das Gebiet west-
lich vom Rauchgraben bis zu 437,4 m Höhe. Die Basis der Stufe à 2
wĂŒrde ungefĂ€hr bei 450â 470 m Höhe liegen. Die ĂŒber diese Linie hin-
ausragenden Sandsteine sind vorherrschend feinkörnig und mergelig-
tonig, z. B. Schicht 13 Profil Sternberg S.97. Die Schichten der Stern-
bergscholle gehören dem Mittelturon und der Zone des lnoceramus
Schloenbachi Stufe u und Ă an. WĂ€hrend Mittelturon und Stufe a die
von der Winterbcrgscholle her bekannte Ausbildung besitzen, sind bei
Stufe à zum Teil die obersten feinkörnigen und teils auch mergeligen
Sandsteinschichten der Unterstufe 2 entwickelt (Höhe 471,6 m).
Im westlichen Teile wurde die Schichtenfolge entlang des Fin-
steren Grundes aufgenommen.
Sandstein kuppe sĂŒdlich am Finsteren Grund
(s. Anlage S. 96)
Das Mittelturon ist hier 20 in mÀchtig in FelswÀnden aufgeschlos-
sen. Stufe a der Schloenbachi - Zone ist durch die bekannten mit grauem
mittelkörnigem Sand bedeckten HÀnge vertreten, aus denen in den
oberen Schichten wenige gerundete dicke FelsbÀnke hervortreten.
Stufe à der Schloenbachi-Zonc beginnt mit einer 30 m mÀchtigen
Schichtenfolge, in der FelsbÀnke einzeln oder in kleineren Gruppen
auftreten. DarĂŒber folgen senkrechte FelswĂ€nde in einer MĂ€chtigkeit
von 26m, die weiteren 24m sind wenig aufgeschlossen. Den Gipfel
krönt eine 5 m mÀchtige Felspartie.
Vom JagdschloĂ Sternberg entlang des Wolfsbaches bis zu dessen
EinmĂŒndung in die Kirnitzseh wurde folgendes festgestellt:
Abgeholzte, gerundete Höhe usw. (s. Anlage S.97)
Der Talgrund liegt hier bis zu 34 m Höhe in der Stufe ci der
Sehloenbachi-Zone, an der Basis einzelne FelsbÀnke, oben nur Sand-
hÀnge. Dann folgt die Stufe à mit 70 m mÀchtigen FelsbÀnken und
-wĂ€nden eines meist Kaolinkörner fĂŒhrenden Sandsteines. DarĂŒber
liegt 56 m mÀchtig eine felsenlose, feinkörnige Sandsteinmasse, die in
der Hauptsache der Unterstufe 2 zuzurechnen ist. Ganz besonders die
oberste mit kohligen Nestern angefĂŒllte Schicht 13 deutet auf die
NĂ€he der Tonmergelstufe y.
3 *
36
Beschreibung der einzelnen Scholle«
Am Anfang des Khaatales östlich an Sign. 342,2 sind die unteren
Partien der Stufe à durch mÀchtige FelsbÀnke mehr als 50 m aufge-
schlossen. Das Gestein ist vorherrschend mittel- bis grobkörnig.
Anfang des Khaatales (s. Anlage S. 97)
In der NW-Ecke des Gebietes, am Benediktstein, konnte ich, als
an der einzigen Stelle des untersuchten östlichen Elbsandsteingebir-
ges, zwischen den Sandsteinschichten harten Kalksandstein feststellen.
Ich fand hier folgende Schichten:
Am Benediktstein, 315,0 m ĂŒ. d. M.
4. Sst. grau, fk. bis mk \
3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, ^lichthoniggelb, mk. . t
2. Kalksst. graugelb, mk., hart i
1. Kalksst. rotgelb, mk. bis konglomeralisck, hart . . )
Talsohle 308,0 m ĂŒ. d. M.
Felsen
3.0
2.0
1,0
1,0
Die Felspartie, an der Hauptverwerfung gelegen, könnte von der
Sternbergscholle auch losgelöst worden sein. Bei normaler Lagerung
wĂŒrden die Schichten dem Mittelturon angehören, jedoch lĂ€Ăt sich
das Gestein am besten in die Stufe Ă der Schloeribachi - Zone einreihen.
E. Die TĂ€nniglseliolle
O.Gr.o 380-400 m ĂŒ.d.M.
Die T Ànnigtschol le ist begrenzt im N von Linie XIII, im YV
von Linie VIII, im S von Linie XI und im O von Linie X.
Als gewaltigste Felsbastion des östlichsten Elbsandsteingebirges
ĂŒberragt die TĂ€nnigtscholle beherrschend ihre Umgebung. Vom Ma-
rienfels im S kann man ĂŒber Wilhelminenwand und Rudolphstein eine
scharf geschnittene Felsmauer bis zum Wespenberg und weiter zur
Kirnitzsch und zum Iiengstgrund verfolgen. Der Mittelpunkt dieser
natĂŒrlichen Festung liegt in der Umgebung des TĂ€nnigts. Besonders
von W, wie von der Kuppe des EulenhĂŒbels, erweckt das erhabene Fels-
massiv die Bewunderung des Naturfreundes. Einige der hervorragend-
sten Berggipfel sind folgende:
Die Wilhelminenwand (441,8 m), der Rudolphstein (486,0 m), das
TĂ€nnigt (487 m), der Wespenberg, basaltisch, (476,8 m), die Burg
(447,8 m), der Heedberg (490 m), der Limberg, basaltisch, (489,0 m).
Die Scholle setzt sich zusammen aus Schichten des Mittelturons
und der Stufen a und Ă der Zone des Inoceramus Sehloenbachi. Die
Basis der Unterstufe Ă 2 wĂŒrde bei 500â 520 m zu suchen sein. In 380
bis 400 m Höhe benĂŒtzt den Böschungshang der Stufe a der prĂ€chtige
Touristenweg von der BalzhĂŒtte am Westabfall des Felsmassivs ent-
lnng gegen den^ Wespenberg. Der nach S als tief zerklĂŒftetes Riff
vorspringende Felsenzug der eigentlichen Dittersbacher Felsen, Fal-
kenstein, Rabstoin, Marienfels und Wilhelminenwand, ist in den oberen
Partien stark mit KieselsÀure durchtrÀnkt und sehr hart. Unmittelbar
sĂŒdlich am Marienfels vorĂŒber verlĂ€uft Störungslinie X. Steigt man
von Dittersbach gegen diesen Fels auf dem allgemeinen Touristen-
Das nördliche Tafelland 37
wege hinan, so ĂŒberschreitet man bei 300 m Höhe diese Linie. Die sĂŒd-
liche Scholle liegt 80 m tiefer als die nördliche TÀnnigtscholle.
Felskrone des Marienfelsen (s. Anlage S. 97)
30 m mÀchtige mittelturone FelsbÀnke und 40 m dicke gerundete,
leicht zerfallende BÀnke der Stufe « der Schhenbachi-Zone werden
durch Störungslinie X abgeschnitten. Die Schichtenfolge wiederholt
sich. Es folgen nochmals FelswÀnde und -bÀnke des Mittelturons und
SandhĂ€nge der Stufe ct in je 40 m MĂ€chtigkeit. DarĂŒber steigt in senk-
rechten Mauern und TĂŒrmen Stufe Ă ebenfalls in 40 m MĂ€chtigkeit
empor.
Der Touristensteig fĂŒhrt vom Marienfels an dessen Nordseite hinab
und vorĂŒber an der breiten Felshöhlung von Balzers Lager bis nach
Stufe a. Er schneidet 10 m tief in letztere ein und klimmt dann wieder
60 m durch steile FelswÀnde der Stufe à empor zur Wilhelmincnwand.
Felsplatte der Wilhelminenwand (s. Anlage S. 98)
Die obersten Partien der Wilhelminenwand sind nicht so stark
verquarzt wie die des Marienfelsen. .Marienfels und Wilhelminen-
wand bieten prĂ€chtige Ausblicke auf die FelstĂŒrme und GrĂŒnde der
Dittersbacher Felsen wie aber auch auf die grĂŒnen FlĂ€chen der nĂ€he
ron Umgebung von Dittersbach (Obergrenze des Mittelturons). Entlang
der FelsabstĂŒrzo kann man den Verlauf einzelner Terrassen ausge-
zeichnet verfolgen. Weiter ĂŒberblickt man in der Linie GĂŒntersdorf-
IIuttenberg-Ottenberg-Kaltenbach die grĂŒnen TonmergelflĂ€chen der
Stufe, y, die gegen das nördlich gelegene Waldgebiet der Stufen a und
und Ă einen eindrucksvollen Kontrast bieten.
Nördlich der Wilhelminenwand erhebt sich der Rudolphstein, ein
senkrecht aufsteigender Felsklotz mit hervorragender Rundsicht, die
besonders in das Felsengewirr gegen N und NO eindringt.
Felskuppe des Rudolphsteines (s. Anlage S. 98)
Die gesamte Sandsteinmasse liegt in der Stufe Ă, die aber in den
Höhenlagen der obersten FelstĂŒrme des Marienfelsen und der Wil-
helminenwand nur geringe Fclsbildungen aufweist. Letztere treten
erst bedeutend höher, und zwar wieder in den obersten Schichten,
besser hervor. Die Verfestigung ist hier zum gröĂten Teil durch Ver-
erzung erfolgt. Da sic nicht auf bestimmte Horizonte beschrÀnkt ist,
muà man sie als sekundÀre Erscheinung ansehen und zwar in Verbin-
dung mit der vulkanischen TÀtigkeit im TertiÀr 1 ). Der die Höhe des
Rudolphsteines fast erreichende Wespenberg am Touristenwege vom
Rudolphstein nach der Oberen Schleuse bildet mit seinem lichten Bu-
chenbestande, unter dem sich eine schmucke Basaltkuppe verbirgt, ein
gutes Orientierungsmal in der endlosen Wald- und Felseneinsamkeit.
Am Westabhange des Berges ist folgende Schichtenfolge vorhanden:
') Vergl. a. MĂŒller, B., Der geologische Aufbau des Hirschberger Teichgebietes.
Monogr. u. Abh. z. intern. Revue d. ges. Hydrobiologie u. Hydrograghie, Bd. 5, Leipzig
1915, S. 57 u. flg.
38
Beschreibung der einzelnen Schollen
Klippe des Wespenberges (s. Anlage S. 98)
Zu unterst stehen 30 m mÀchtig gruppenweise dicke FelsbÀnke des
Mittelturons an, darĂŒber folgen 10 m mĂ€chtig einige FelsbĂ€nke eines
versteinerungsfĂŒhrenden Sandsteines. Stufe a der Schloeribachi - Zone
war hier nur in 30 m MĂ€chtigkeit in ihrer charakteristischen felsen-
losen Ausbildung zu verfolgen. Stufe à ist 60 m mÀchtig, jedoch nur
durch einige FelsbĂ€nke an der OberflĂ€che vertreten. Ăhnlich wie am
Rosenberge hat auch hier der zÀhe Basaltschutt die Herausmodellierung
der Sandsteinfelsen verhindert.
An der WaldstraĂe von der BalzhĂŒtte gegen den Rudolphstein sind
keine FelsbÀnke vorhanden. Der Sandstein, den unteren Schichten der
Stufe à der Schloenbachi - Zone angehörend, zeigt folgendes Bild:
WaldstraĂe Balzhiittc SW
An der WaldstraĂo 410,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramux Schloenbachi m
Ă 2. Sst. gelbbraun, mk , stark eisenschĂŒssig \fi
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., schwache EisenbÀnder,
undeutliche Versteinerungen 9,0
An der WaldstraĂe 400,0 m ĂŒ d. M.
Nach Mitteilung von Herrn Baumeister IIERRMANN in Kreibitz ist
an der BalzhĂŒtte vor Jahren eine Bohrung nach Wasser bis zu 200 m
Tiefe vorgenommen worden, ohne genĂŒgend Wasser zu erhalten. Es
ist merkwĂŒrdig, daĂ beim DurchstoĂen des Mittelturons nicht Wasser
in reichlicher Menge aufgetreten ist.
SĂŒdlich der BalzhĂŒtte zieht sich sĂŒdlich vom »F« der sĂ€chsischen
topographischen Karte innerhalb der Stufe Ă der Schloenbachi- Zone
eine kleine Schlucht hinab. Die Schichtcnfolge war in folgender
Weise aufgeschlossen:
FelsbĂ€nke sĂŒdlich des »F« usw. (s. Anlage S. 99)
An der WaldstraĂe von der BalzhĂŒtte nach 0 gegen Sign. 333,5
stehen sĂŒdwestlich und sĂŒdlich des ZiegenrĂŒckens in einer Höhe von
375 350 m herab wiederholt dicke FelsbĂ€nke eines weiĂgrauen bis
graugelben, mittelkörnigen Sandsteines an. Es sind die Schichten der
Stufe a der Schloenbachi-Tione.
Von der BalzhĂŒtte fĂŒhrt ein viel begangener Touristensteig hinan
durch die sogenannte Enge Stiege (schmaler Durchschlupf durch
die Felsen) zum Engen Stein. Die 55m mÀchtige Schichtenfolge
liegt in der Stufe Ă.
Felsplateau am Engen Stein (s. Anlage S. 99)
Verfolgt man Jen genannten Touristensteig weiter und steigt hin-
ab nach NO, so durchschneidet man dieselben Höhenlinien von der
anderen Seite. In den obersten 30 m tritt jedoch der Sandstein fast
gar nicht zutage. Durch weitere Untersuchungen wÀre festzustellen,
ob diese Schichten bereits der um 50 m ticferliegenden Suppgeberg-
scholle und dadurch einem höheren Niveau der Stufe à angehören.
Das nördliche Tafelland
39
Vom Engen Stein Sign. 459,6 usw. (s. Anlage S. 99)
Nordöstlich vom Engen Stein erhebt sich bis zu 489,7 m der
Schwarzberg. Ăber ihn hinweg streicht Störungslinie X. Vom
Schwarzberg sĂŒdlich um den Limberg herum wurde bis hinab in den
Hengstgrund folgende Schichtenfolge festgestellt:
Schwarzberg 489,7 (s. Anlage S. 99)
PrÀchtig hebt sich hier Stufe a mit ihren wollsackÀhnlichen, ge-
rundeten FelsbÀnken in einer MÀchtigkeit von 45 m an den TalwÀnden
heraus. DarĂŒber folgen 80 m mĂ€chtig die senkrecht abgeschnittenen
FelswĂ€nde der Stufe Ă, meist stark zernarbt und löcherig. Schicht 6
und 7, rund 30 m mÀchtig, liegen jenseits der Linie X, gehören
der Suppgebergscholle und infolgedessen einem höheren Niveau der
Stufe Ă an.
SchlieĂlich wurde noch an der Ă€uĂersten NO-Ecke der Scholle ein
Profil vom HemmhĂŒbel gegen den Ilengstgrund aufgenommen.
HemmhĂŒbel 436,7 m (s. Anlage S. 100)
Die hier entwickelte Schloenbachi - Zone ist Àhnlich wie im vorher-
gehenden Profil ausgebildet, Schicht 10 und 11 gehört zur Renners-
dorfer Scholle. Von der Kuppe Sign. 436,7 findet sich nach O zwi-
schen 428 und 420 m ebenfalls Sandstein. Er ist gelblich und weiĂ-
grau, fĂŒhrt viel Kaolinkörner, ist fein- bis mittelkörnig mit gröĂeren
eingesprengten Quarzen; die kleinen FelsbĂ€nke sind dĂŒnn und an der
OberflĂ€che zernarbt. An Versteinerungen fand ich Ăstren sp.
F. Die Windisehkantnitzer Scholle
O. Gr. a 330 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. lab. 200 in ĂŒ. d. M.
Die Windischkamnitzer Scholle umfaĂt die Orte Windisch-
kamnitz, Schemel und den westlichen Teil von Dittersbach. Sic wird
begrenzt im N durch Störungslinie VIII und XI, im W durch Linie
IX, im S durch Linie Ic und im 0 durch Linie Id und X. Bei ihrer
LĂ€nge und Schmalheit wird sie kaum eine einheitliche Scholle dar-
stellen. Ăbrigens sind die tektonischen VerhĂ€ltnisse zwischen Ma-
rienfcls, KĂ€sestein und Dittersbach noch recht unklar.
Das Gebiet liegt vollstÀndig im mittelturonen Sandstein, der an
verschiedenen Stellen in seiner eigenartigen Ausbildung, Wechsel-
lagerung dĂŒnner verschiedenfarbiger Sandstein schichten sowie Auf
treten papierdĂŒnner Tonlagen, zu beobachten ist.
Die OberflÀchenform hat deshalb auch den bekannten Charakter
der Ebenheiten, insbesondere im Gebiet zwischen Dittersbach, Hohen
leipe und Schemel.
An der StraĂe von Dittersbach nach Hohenleipe unweit Ditters-
bach, dort wo das BielewĂ€sserchen die StraĂe kreuzt, sind in einem
kleinen Steinbruch folgende Schichten aus dem Mittelturon aufge-
schlossen :
40
Beschreibung der einzelnen Schollen
Oberkante des Steinbruchs 220,0 m ĂŒ. d. M.
Sst. gelb und rot, z. T. kohlig, fk., vereinzelt gröbere Quarze eingesprengt,
dazwischen schwache blaue Tonlagen. An Versteinerungen konnte ich
sammeln Pinna sp. m
Lima canalifera Goi.df.
Exogyra comu arielis Nilss. emend. Gbikp.
Exogyra columba Lam 10,0
Sohle des Steinbruchs 210,0 m ĂŒ. d. M.
Im östlichen Teile von Schemel waren an einem von Sign. 271,7
nach dem Dorfe hinabfĂŒhrenden FuĂwege folgende Schichten aufge-
schlossen:
Hohlweg sĂŒdlich Sign. 271,7 m ĂŒ. d. M. nördlich an Schemel
254,0 m ĂŒ. d. M.
Mittelturon m
4. Sst. meist ockergelb, fk., sehr leicht zerfallend 4,0
3. Sst. tonig, rot und gelb fein gebÀndert, fk., weich, mit undeutlichen
Versteinerungen 10,0
2. Sst. weiĂlich, fk., weich 10,0
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂlich, mk., Felspartien 10,0
Talsohle in Schemel 220,0 m ĂŒ. d. M.
Am Nordende von Windischkamnitz tritt an der Rosenberg-
seite Sandstein in folgender Weise zutage:
250,0 m ĂŒ. d. M.
Mittelturon m
Ă. Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk., kleine Sst. -BĂ€nke, verwitternd zu
Lehmbildung neigend 9,0
5. Sst. gelb, gk., eisenschĂŒssig 1,0
4. Nichts aufgeschlossen 10,0
3. Sst. gelblich und weiĂlich, fk 10,0
2. Sst. gelblichgrau, fk., hart, dicke FelsbÀnke, OberflÀche z. T. zernarbt . 10,0
1. Steinbruch: Sst. rötlich, gelb und weiĂlich, dĂŒnn lagenförmig geschichtet,
fk. bis mk. wolkig verteilt, Versteinerungen
Oilrea vesicularis Lam 5,0
Sohle des Steinbruchs 205,0 m ĂŒ. d. M.
Nordöstlich von Sign. 202,8 liegt an der StraĂe im nördlichsten
Teile von Windischkamnitz ebenfalls ein kleiner Steinbruch, der Àhn-
lichen Sandstein enthÀlt. An Versteinerungen fand Herr PRINZ Ostrea
canaliculata Sow. sowie eine Schicht mit Spongites saxonicus GEIN.
SĂŒdlich der Kirche von Windischkamnitz befindet sich am west-
lichen Berghange ein Steinbruch (s. Abb. 4, b) in 215 â 230 m Meeres-
höhe. Der Sandstein ist in den unteren Partien weiĂlich und mehr
feinkörnig, in den oberen gelblich und mittelkörnig. Er zerfÀllt leicht
und wird als Sand gewonnen.
Weiter sĂŒdlich bei Sign. 212,9 tritt an derselben Talseite der
Sandstein als kleine Felspartie zutage. Das Gestein ist gelblich und
fein- bis mittelkörnig. Nordöstlich von Sign. 212,9 ragt an einem ein-
zelnen Hause eine isolierte Felsgruppe empor. Hier ergab sich fol-
gende Schichtenfolge:
Das nördliche Tafelland
41
220.0 m ĂŒ. d. M.
Mitteltaron
8. Sst. dunkelockergelb, mk., mit eingesprengten gröĂeren
Quarzen
2. Sst. graugelb, fk. bis mk
1. Sst. rötlicngrau, mittelkörnig
212.0 m ĂŒ. d. M.
Felswand
m
2,0
2,0
4,0
Entlang der StraĂe von Windischkamnitz nach Neuohlisch steigt
der Abhang gegen den Rosenberg ebenso allmÀhlich an wie auf der
Windischkamnitzer Seite. Meist sind WiesenflÀchen vorhanden, teil-
weise mit ObstbĂ€umen bestanden, weiter hinauf schlieĂt sich Kiefernwald
an. Die ObstbÀume deuten auf das nÀhrstoffreiche feuchtere Mittel -
turon, der Kiefernwald auf die nÀhrstoffarme Stufe a der Schloen-
bachi-Zone. Nördlich von Neuohlisch fand ich zwischen Sign. 232,2
(StraĂe) und Sign. 278,7 weichen weiĂen und gelben Sand mit wenigen
festeren StĂŒcken. Hart am Nordrande des Dorfes befindet sich in
250 m Höhe eine kleine Felspartie. Der Sandstein ist weiĂgrau und
gelb, fein- bis mittelkörnig.
G. I)ic Dittersbaehcr Scholle
O. Gr. a 300 m ĂŒ. d. M.
Die Dittersbacher Scholle ist sehr klein und wird von
Linie X im N und W, Linie Id im SO und Linie XII im O begrenzt.
Die Scholle liegt am Abbruch gegen das Kamnitzer Bruchgebiet.
Der bedeutendste Gipfel ist der Habstein (389,2 in). Die Scholle ge-
wÀhrt kein einheitliches Bild. Bei ihrer eingekeilten Lage ist es nicht
unwahrscheinlich, daĂ sie aus mehreren StĂŒcken besteht. Der nörd-
liche Teil wird von mĂ€chtigen Fclsbergen, den SĂŒdauslĂ€ufern der
Dittersbacher Felsen, eingenommen. Hier wurde entlang des Schol-
zengrundes folgende Schichtenfolge festgestellt:
Höhe 402,4 m usw. (s. Anlage S. 100)
Das Mittelturon ist nur in einigen FelsbÀnken aufgeschlossen.
45 m mÀchtig ist Stufe a der Schloenbachi - Zone in dem bekannten
mittel körnigen, meist grauen, leicht zu Sand zerfallenden Sandstein
entwickelt. Die 107 m mÀchtige Stufe à besteht aus senkrechten Fels-
wĂ€nden und -tĂŒrmen, die OberflĂ€che ist meist stark zernarbt, das Ge-
stein in Farbe grau und gelb, vorwiegend mittelkörnig, auch grob-
körnig, seltener feinkörnig, Kaolinkörner sind hÀufig vorhanden. Da
in Stufe Ă ĂŒberall in der Nachbarschaft bei 50 und 00 m Entfernung
von der Basis feinkörnige Sandsteine aufzutreten beginnen, wÀhrend
hier fast durchgehend mittlere und grobe Ausbildung vorherrscht,
dĂŒrfte der obere Teil des Profils beilĂ€ufig 50 m höher liegen und der
Suppgebergschol 1 e angehören (Schichten 21 â 27).
An der StraĂe von Rennersdorf nach Dittersbach sind
folgende Schichten aufgeschlossen :
42
Beschreibung der einzelnen Schollen
Rennersdorf Westausgang 330 m (s. Anlage S. 101)
Die untersten Partien des Mittelturons bestehen hier aus tonigen
Sandsteinen und 20 m steilen zernarbten Felsmassen, die letzten 10 m
sind nicht aufgeschlossen. Weiter folgt die Schloenbachi - Zone Stufe «
in der bekannten Ausbildung mit 40 m und schlieĂlich Stufe Ă. Zwi-
schen a und Ă streicht Störungslinie Ic. Die hier anschlieĂenden
Schichten Ă gehören einem 40 â 50 m höherliegenden Horizont an und
sind zur Renners dorfer Scholle zu stellen.
Beim Abstieg von der Hintschke nach W gegen Schemel finden
sich folgende Schichten:
FuĂweg von der Hintschke Dach Schemel
340.0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramue Schloenbachi
Ă 5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnem, grauweiĂ, mk., leicht zerfallend, schwĂ€rz-
lich weiĂgrauen Sand bildend
4. Sst. gelb, mk., an der OberflÀche Lehm bildend
3. Sst. graugelb, fk. bis mk., kleine FelsbÀnke . .
« 2. Sst. grauweiĂ, mk., vereinzelt gröĂere Quarze eingesprengt, leicht zer-
fallend, weiĂgrauen Sand bildend
1. Sst. meist gelblich, auch grauweiĂ, mk '
260.0 m ĂŒ. d. M.
m
20,0
10,0
10,0
20,0
20,0
Zu unterst 40 m mÀchtig liegen die mittelkörnigen Sande der
Stufe ct und darĂŒber 30 m mĂ€chtig die Stufe Ă, die liier nur wenig
.FelsbÀnke aufweist.
Am Ostende von Schemel leuchtet weithin die lichte Sandhöhe
Sign. 275,7.
Am Ostende von Schemel Sign. 275,7 m ĂŒ. d. M.
Zone des Jnoceramm Schloenbachi m
« 2. Die Höhe ist von lichtgranem Sand ĂŒberschĂŒttet 15,7
* Mittelturon
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hochrot, mk., tief zerlöcherte Fels-
bÀnke
258,0 m ĂŒ. d. M.
Der SĂŒdabhang des Marienfelsen gehört zum Teil der Dit-
tersbacher Scholle an (vergl. Profil Marienfelsen S. 97, Schicht 1â3).
Am Wege von Dittersbach nach dem Marienfelsen wurde im
Sommer 1925 fĂŒr den Bau eines Jugendheimes ein Brunnenschacht
gegraben. Der Schacht liegt vollstÀndig im Mittelturon und brachte
bei 40 m Tiefe armstarkes Quellwasser. Der Wasserreichtum stammt
aus den in dieser Zone zahlreich vorhandenen Tonlagen. Ein WĂŒn-
schelrutengÀnger hatte diese Stelle als besonders ergiebig bezeichnet.
HĂ€tte man an dom steilen Abhange 20- 30 m tiefer die Grabung an-
gesetzt, so wĂ€re man viel frĂŒher auf die wasserfĂŒhrenden Schichten
gekommen und der Brunnen wÀre bedeutend billiger geworden. Das
liier folgende Brunnenprofil verdanke ich Herrn Hans MICHEL in
Dittersbach, der sich um die Grabungen besonders bemĂŒht hat.
Dittersbach Brunnenschacht usw. (s. Anlage S. 101)
Das nördliche Tafelland
43
H. Die Suppgebergseholle
0. Gr. o 330â350 m ĂŒ. d. M.
Die Suppgebergseholle, ein schmaler Streifen, wird im W
von Linie X. im S von Linie XII und Id und im 0 von Linie Ie be-
grenzt. 0. Gr a bei 330 m, im Gebiet des Suppge- und Eichberges
bei 350 m.
Die höchsten Erhebungen bestehen im Schusterhorn (417,1 m),
Suppgeberg, basaltisch (482,4 m), in Höhe 450,7 nördlich vom Hohen
Eichberg, im Kleinen Eichborg (410,1m), ZiegenrĂŒcken (437 m) und
Schwarzberg (489,7 m). Die Basis der Schloenbachi-7jone Stufe Ă 2
wĂŒrde ungefĂ€hr bei 450 m Höhe liegen. In der Ă€uĂersten SW-Ecke
der Scholle liegt bei Sign. 402.4 das Profil des Scholzengrundes
(S. 100), dessen oberste Schichten, 21â27, der Stufe Ă der Schloen-
bachi-7jono und dieser Scholle angehören.
Nördlich des Rennersdorfer Kreuzberges sind ferner einige
Schichten der Stufe à schön angeschnitten.
Nördlich Rennersdorf und östlich Sign. 403,G m am Wege 370,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
B 4. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlich-grau, gk ) einzelne dicke 5,0
3. Sst. lichtgran, mk. bis gk j FelsbÀnke, 1,0
2. Sst. graugelb, gk â Weg sehr sandig 1,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, rötlicbgelb, fk. bis mk., Hohlweg, Ober-
flÀche schmierig
Sohle des Hohlweges 360,0 m ĂŒ. d. M.
Nördlich vom Hohen Eichberge bietet das Eelsriff Sign. 450,7
einen sehr guten AufschluĂ der Stufe Ă.
Felsturm Sign. 450,7 (s. Anlage S. 102)
Der AufschluĂ zeigt die Schichtenfolge der Stufe zwischen 60 und
120 m und zwar, wie hier zu erwarten, vorwiegend feinkörnige Sand-
steine.
SĂŒdlich von diesem Felsberge zieht sich in der Richtung gegen
NO eine lange 20m hohe Felswand, die Schranne, hin. Ihre
Schichten liegen ebenfalls in der Stufe Ă.
Felsplateau der Schranne 390,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbaclii m
Ă 4. Sst. weiĂgrau, mk. mit einzelnen eingesprengten gröĂeren \ F e | s bĂ€nke â
Quarzen, leicht zerfallend . . . . ( dĂŒnn gebankt,
3. Sst. mit viel Kaolinkornern, graugelb, fk nic ht y"
2. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . . . â \ zerna rbt t,,
1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb und weiĂgrau, fk. . ! °>â
Waldweg am FuĂe der Schranne 370,0 m ĂŒ. d. M.
Am Kleinen Eich berge, von Sign. 439,3 nach N, waren fol-
gende Schichten aufgeschlossen:
4-1
Beschreibung der einzelnen Schollen
Am Kleinen Eichberg Sign. 439,3 m ĂŒ. d. M. m
4. Kein AufschluĂ 6,3
Zone des Inoceramus ScMoenbachi
Ă 3. Sst. mit gröĂeren Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk 1,0
2. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂlich und hellgelb, fk 2,0
Von Sign. 439,3 m weiter in der Richtung gegen N
1. Sst. grau, fk., am Wege FelsbÀnke 20,0
410,0 m ö. d. M.
Westlich vom Kleinen Eichberge erhebt sich der Supp gebe rg.
Der Gipfel besteht aus einem schiefrigen basaltischen Gestein und
ist mit schönen Buchen bestanden. In nördlicher Richtung fand ich
folgende SandsteinbÀnke anstehend:
Suppgeberg usw. (s. Anlage S. 102)
In dem nördlich vom Engen Stein bis an den MĂŒhlberg gegen
O ziehenden Waldtale war in der Umgebung der Schneise M Stufe Ă
durch folgende Schichten aufgeschlossen:
Talgrund im langen Tale usw. (s. Anlage S. 102)
Störungslinie X streicht westlich an der Kuppe des Schwarz -
berges entlang. Von Profil Schwarzberg S. 99 gehören deshalb die
obersten 29,7 m zur Suppgebergscholle. Die Gesteine, Schicht 6 und
7, sind meist feinkörnig und fĂŒhren Versteinerungen.
Am Ostabhange des Schwarzberges ist von 470 â 420 in Höhe ab-
wÀrts nichts aufgeschlossen; erst in 400 m Höhe fand ich in einer
jungen Kultur einige Sandsteinbruchstucke (Stufe Ă). Der Sandstein
enthielt viel kleine Kaolinkörner, war von gelber Farbe, feinkörnig und
ergab an Versteinerungen Pecten laevis NlLSS.
Die hier aufgezÀhlten Schichten gehören vorherrschend den höhe-
ren Lagen der Stufe Ă an und zeichnen sich durch feineres Korn aus.
Es sind die weniger wasserdurchlÀssigen Gesteine der
EbenheitsflĂ€chen, die ehemals auch ĂŒber den anderen
Sandsteingebieten lagen. Das Gebiet ist infolgedessen viel we-
niger zerschluchtet als das westlich und nördlich anschlieĂende.
I. Die Rcnnersdorfer Scholle
O. Gr. <t 260 -270 in ii. d. M.
Die Rcnnersdorfer Scholle, einem langen, von SW nach NO
aufgerollten Bande gleichend, wird begrenzt im W und NW durch
Linie Te und Id, im S durch die kurze Linie XXV und im SO durch
Linie XXXIIIa und b, sowie durch die Lausitzer Hauptverwerfung in
der Umgebung von Khaa.
Die Scholle ist von Wmdischkamnitz entlang der wichtigen Stö-
rungslinie Ide ĂŒber Rennersdorf, den untersten Teil von Kreibitz nach
Altdaubitz und Khaa zu verfolgen. In ihr ist das Absinken der Sand-
steinmasse gegen SO gut verkörpert, nach NW sind dieselben Schichten
in höherer, nach SO und 0 in tieferer Lage vorhanden. Wichtige Berg-
kuppen sind von W nach 0 der Tonelberg (364,2 m), der GroĂe Berg
Das nördliche Tafelland
45
(321,8 m), Höhe 425,8 nordwestlich von Limbaeh, basaltisch, der Kreuz-
berg, basaltisch, (410,7 m), der Hohe Eichberg, basaltisch, (440,3 m),
der Böhmberg, basaltisch, (421,8 m), der MĂŒhlberg (381,4 m), der
Steinbuchs, basaltisch, (429,3 m) und der Scheibenberg, basaltisch,
(395 m).
Die Basis der Stufe Ă 2 dĂŒrfte hier zwischen 360 und 380 m liegen.
Der mittlere Teil des Gebietes wird vom Kreibitzbach durch-
flossen, der sich von Kennersdorf bis Schemel zwischen den mÀchtigen
SteilwÀnden des Paulinengrundes hindurchwindet. Vom Talgrunde
des Kreibitzbaches schneiden sich nach rĂŒckwĂ€rts mehrere Seiten-
schluchten tief in die Scholle. Eine dieser Schluchten, die vom Ost-
ende von Schemel gegen Limbaeh hinaufzieht, wurde besonders
.untersucht.
Von Sign. 346,1 usw. (s. Anlage S. 102)
Im oberen Teile der Sandsteinschlucht liegen groĂe Massen riesiger
Quarzitblöcke, die vom sĂŒdlich ansteigenden Kollberge stammen. Zu
unterst steht Stufe a 37 m mÀchtig in dicken gerundeten FelsbÀnken an.
Dann folgt Stufe Ă meist felsig ausgebildet mit 71 in MĂ€chtigkeit, in
der unteren HÀlfte mittel- bis grob-, in der oberen mehr feinkörnig.
Der obere Teil der StraĂe von Kennersdorf nach Ditters-
bach liegt in der Rennersdorfer Scholle (Profil Kennersdorf- Westaus-
gang S. 101, Schicht 4 â 6). Am sĂŒdwestlichsten Hause von Rennersdorf
stehen in 350 m Höhe gelbliche feinkörnige Sandsteine mit viel kleinen
Kaolinkörnern an.
Die in frischem GrĂŒn leuchtende Rennersdorfer Höhe (Kreuz-
berg) besteht aus Basalt. Hier entspringen mehrere Quellen.
Von Kennersdorf fĂŒhrt bei Sign. 353,3 ein steiler FuĂpfad hinab
zum Kreibitzbach und weiter nach Kaltenbach, liier konnte, folgende
Schichtenfolge festgestellt werden:
Rennersdorf Sign. 353,3 (s. Anlage S. 103)
Der gesamte Schichtenkomplex liegt in der Stufe Ă. In den un-
teren 40 m ĂŒberwiegen mittel- und grobkörnige Sandsteine, dann folgen
20 m feinkörnige und zuletzt wieder 10 m mittelkörnige Sandsteine.
Am FuĂwege, der die StraĂenschleife am Ostausgang von Kenners-
dorf abkĂŒrzt, fanden sich folgende Schichten anstehend:
Ăstlichstes llaus von Rennersdorf. 340 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbaclii in
à 3. Sst. rot, mergelig, feinkörnig 1 10,0
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgelblick, 1k. bis mk. f FelsbĂ€nke
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weiĂgelb, fk. mit 1
vereinzelt eingesprengten gröĂeren Quarzen . . . . ) 10,0
StraĂe Rennersdorf-BachhĂ€user, 290 in ĂŒ. d. M.
Ăstlich von den BachhĂ€usern stehen bei Sign. 295,3 zwischen 300
und 310 m Höhe Àhnliche Schichten an. Unweit nördlich dieses Punktes
erhebt sich steil aufsteigend eine Felspartie (Sign. 356,7), an der die
Schichtenfolge gut studiert werden kann.
46
Beschreibung der einzelnen Schollen
Felskuppe Sign. 356,7 (s. Anlage S. 103)
Das Profil lĂ€Ăt sich nach N bis zum »e« von »Sehranne« (sĂ€chs.
topogr. Karte) bei 370 m fortsetzen.
Am »e« von »Schranne« usw. (s. Anlage S. 104)
Diese obersten Schichten besitzen wie auch die nördlich vom
JagdschloĂ Sternberg usw. wenig Festigkeit und zeigen sich nur in
einzelnen kleinen FelsbÀnken an der OberflÀche.
Kehren wir zurĂŒck zur StraĂe Rennersdorf -Niederkreibitz, so
zweigt bei Sign. 295,3 die StraĂe nach Kaltenbach ab und fĂŒhrt in
einigen Windungen steil aufwÀrts. Auch hier sind einige FelsbÀnke
aufgeschlossen.
StraĂe BachhĂ€userâ Kaltenbach, Höhe 335,0 m ĂŒ. d. M. m
5. Diluvialer Lehm 5,0
Zone des lnoceramus ikhtuenbachi
Ă 4. Sst. weiĂlich, 1k \ 4,0
3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnero, gelb, fk., weich ... I 1,0
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelbrot, fk., weich, mit > FelsbÀnke
dĂŒnnen EisenbĂ€ndern I 0,2
1. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgrau, 1k ) 7,8
StraĂe zwischen BachhĂ€user und Rennersdorf, 317 m ĂŒ. d. M.
Verfolgt man von Sign. 295,3 die StraĂe weiter nach Niederkrei-
bitz, so tritt nur noch dort, wo der Kreibitzbach die StraĂe quert, bei
305 m eine kleine Felsbank an die StraĂe. Der Sandstein enthĂ€lt viel
Kaolinkörner, ist graugelb und mittelkörnig (Stufe Ă).
Der Böhmberg (421,8 m) am Westende von Niederkreibitz besteht
aus einem schiefrigen Basaltgestein mit Tuffmantel. Ganz besonders
ist die prÀchtige Aussicht hervorzuheben, die man von hier auf das
Kreibitztal genieĂt. Am Osthange des Berges steht in 315 330 m
Höhe ein lichtgrauer feinkörniger Sandstein mit wenig Kaolinkörnern
und Spuren von Versteinerungen an (Stufe Ă).
ln dem StraĂeneck Dorf straĂe Niederkreibitz und StraĂe Nieder-
krcibitz-Altdaubitz befinden sich einige alte SteinbrĂŒche. Genauer
untersucht wurde der Steinbruch am abkĂŒrzenden FuĂwege zwischen
den beiden genannten StraĂen und ergab folgende Schichtenfolge:
Obere Kante des Steinbruchs usw. (s. Anlage S. 104)
Der Sandstein der Werksteinbankj Schicht 3, scheint nach Ver-
gleich von Proben zu den alten Bildhauerarbeiten in der Kirche von
Böhmisch Kamnitz verwendet worden zu sein. Unweit östlich des Stein-
bruches fand ich am Waldrande auf dem GrundstĂŒck des Gutsbesitzers
POHL in Niederkreibitz in 345 m Höhe StĂŒcke eines dĂŒnnplattigen,
lichtgrauen und graugelben, feinkörnigen und viel Kaolinkörner fĂŒhren-
den Sandsteines (SchloenbacM - Zone Stufe Ă) mit folgenden Versteine-
rungen:
Lima laevigata n. sp.
Pecten virgalus Nu.ss.
Pecten laevi s Nu.ss.
Ostrea sudelica Soor.
Otlrea vesicu/aris Lau.
Ostrea canaliculata Sow.
Peetunculus Geinitii dâOkb.
Das nördliche Tafelland
47
In Niederkreibitz kann man die Sandsteinseh ichten dieser Scholle
nach 0 entlang des MĂŒhlgrabens bis zu der mit Wasser getriebenen
Fabrik verfolgen. Hinter der Fabrik stehen noch die FelsbÀnke der
Stufe Ă an. GegenĂŒber am nördlichen Bergabhange ist im Hohlwege
in 320 m Höhe weiĂer dĂŒnnplattiger Sandstein aufgeschlossen.
An der WaldstraĂe, die von Sign. 333,5 (StraĂe Niederkreibitz -
Altdaubitz) gegen die BalzhĂŒtte fĂŒhrt, trifft man bis an Höhe 391,2
folgende Schichten an:
WaldstraĂe Balzhiitte-Ost
WaldstraĂc an Sign. 391,2 m; 350,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
à 4. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., FelswÀnde stark zernarbt 3,0
3. Sst. grau, mk., FelsbÀnke 7,0
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb, mk., Felsen zernarbt . . . 4,5
1. Sst. weiĂgrau, fk., sehr wenig Bindemittel, FelsbĂ€nke 2,0
333,5 m ĂŒ. d. M.
Ă
AmSĂŒdabhange desMlihlberges konnte ich folgendes feststellen:
SĂŒdhang des MĂŒhlberges, 370,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbaclii in
5. Sst. grau bis graugelb, fk. bis mk., einige Felsen
4. Sst. grau, mk., wenig Bindemittel
3. Sst. dunkelgraugelb, fk
2. Sst. grau, mk
1. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk
350,0 m ĂŒ. d. M.
Vereinzelte
FelsbÀnke
8,0
4.0
2.0
4,0
Ăstlich vom MĂŒhlberge jenseits der .StraĂe von Niederkreibitz nach
Altdaubitz ziehen sich von Sign. 396,6 entlang des nach S flieĂenden
WÀsserchens eine Reihe schöner Sandsteinfelsen in einer Schlucht da-
hin, rlie durch die Abholzung freigelegt ist. Fast am nördlichen Tal-
schluĂ erkennt man als Steingebilde oben auf einer Felskante sehr
schön den Kopf des alten Fritz mit dem Dreispitz; anscheinend ist
das treffliche Naturspiel noch nicht bekannt, östlich an Sign. 396,6
ist der Sandstein noch ungefÀhr bis zu 415 in Höhe leidlich aufge-
schlossen. Es konnte folgendes festgestellt werden:
Sign. 415,0 m ĂŒ. d. M. (s. Anlage S. 104)
Die felsenlose Ausbildung der Sandsteine weist auf Stufe Ă 2 hin.
Von Sign. 396,6 ab folgen nun tiefere Schichten dieser Stufe.
Sign. 396,6 in ĂŒ. d. M. (s. Anlage S. 104)
Am Talausgange kurz vor dem Auftreffen des Weges auf die
StraĂe von Niederkreibitz nach Altdaubitz ragt bei Sign. 333,5 ein ein-
zelner Felsturm imposant empor.
Letzter Felsturm usw. (s. Anlage S. 105)
In den letzten drei Profilen kann man die feinkörnige Ausbildung
der Stufe à 2 schön studieren. Auch das Auftreten von Versteinerungen
in verschiedenen Schichten ist von Wichtigkeit.
48
Beschreibung der einzelnen Schollen
Soweit die nÀchste Umgebung von Niederkreibitz hier
mit einbezogen ist, dĂŒrften die Schichten zum Teil tiefer
als normal fĂŒr die Renner sdorf er Scholle angegeben abge-
sunken sein.
Am FuĂe des Schwarzberges liegt das idyllische Dörfchen Dau-
bitz. Wunderbar sind die HolzhĂ€uschen eingebettet in die grĂŒnen
Wiesen, um die sich ein Bergkranz mit dunklen NadelwÀldern schlingt.
Die saftigen Wiesen verdanken ihr Dasein der fruchtbaren diluvialen
Lehmdecke, die sich hier ĂŒber dem schwerer wasserdurchlĂ€ssigen Sand-
stein der Stufe Ă 2 ausbreitet. Der Sandstein ist in Hohlwegen und in
einigen alten SteinbrĂŒchen aufgeschlossen.
Am Nordende von Altdaubitz liegt der Steinbuchs, eine Basalt-
kuppe (4211,3 m). Am Waldrande finden sich hier in einer Höhenlage
von 410 â 415 m auf Haufen aufgeschichtet Lesesteine eines Kaolin-
körner fĂŒhrenden gelben feinkörnigen Sandsteines. An Versteine-
rungen konnte ich sammeln
Lima canalifera Goldf. Ostrea canaliculata Sow.
Pecten virgatus Nilss. Liopislha aei/uivalvis Goldf. sp.
Es sind dies wohl ungefÀhr die höchsten Schichten der Stufe à 2 .
Ăhnliche Lesesteine liegen auch weiter nach W jenseits der von Alt-
daubitz nach Kliaa fĂŒhrenden VerbindungsstraĂe bis zu 400 m Höhe
hinab, ln ihnen fand ich
Ostrea sudetica Soup.
Noch weiter nach W ist in einem Fahrwege bei 399 m Höhe durch
einen alten Anbruch eine 3 m hohe Sandsteinwand freigelegt. Der
Sandstein ist hier gelb, reich an Kaolinkörnern und feinkörnig. An
Versteinerungen sammelte ich
Pecten laevis Nilss.
Neithea grypheata Sciilotii. sp.
In derselben Richtung weiter liegt nördlich an Sign. 406,5 ein ver-
lassener Steinbruch mit folgender Schichtenfolge:
Oberkante des Steiobruchs 402,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi ra
à 2. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, feinkörnig 3,0
1. Sst. mit wenig KaolinkĂŒrnem, weiĂgrau, fk. mit schwachen gk. Lagen,
Werksteinbank. An Versteinerungen enthielt die Schicht
Pecten laevis Nilss.
Neithea grypheata Schlot», sp.
Ostrea sudetica Scup 7,0
Sohle des Steinbrucbs 392,0 m ĂŒ. d. M.
Westlich des SĂŒdausganges von Altdaubitz und nordwestlich von
Sign. 402,0 befindet sich in gleicher Höhenlage ebenfalls ein aufgelas-
sener Steinbruch. Das Gestein ist gleichartig, an Versteinerungen
fand ich
Aoicula pectinoides Rkuss. Ostrea vesicularis Lam.
Pinna cretacea Sciilotii. Exogyra cornu arielis Nilss.
Pecten virgatus Nilss.
Das nördliche Tafelland 49
Ein weiterer Steinbruck etwas nördlich vom vorigen enthielt fol-
gende Versteinerungen:
Inuceramus inconstans Woods emend. Ăndert Ostrea semiplana Sow.
Pecten taevis Nilss. Ostrea vesicularis Lam., zahlreich
Neithea grypheata Schloth. sp. Venilicardia van Reyi Bosqu.
Der Sandstein fĂŒhrt kleine Kaolinkörner, ist rötlichgelb und licht-
grau, lcohlig, feinkörnig (Stufe à 2 ).
östlich von Sign. 402,0 treten am steilen Bachufer in 375 â 380 m
Höhe einige FelsbÀnke eines graugelben feinkörnigen Sandsteines mit
kleinen Kaolinkörnern auf (Stufe à 2 ). Auch an dem nach W ausbie-
genden StraĂenknie im Orte Altdaubitz stehen gleichartige FelsbĂ€nke
m derselben Höhenlage an. Im westlichen Teile von Altdaubitz wurde
bei einer Brunnengrabung nur Sandstein durchstoĂen (Mitteilung des
Wirtes »Zum deutschen Michel«).
NW von Altdaubitz am NO Hange des HemmhĂŒbels liegt ein
verlassener Steinbruch, in dem folgendes festgestellt wurde:
Oberkante des Steinbruchs 400,0 m ĂŒ. d. M.
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., sowie gelb und röt-
lich, Fk. bis gk., stark wechselnd. An Versteinerungen Fand ich
Ostrea sudelica Scur.
Ostrea vesicularis Lam.
Ostrea canaliculata Sow.
Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Griep. (Bank) .... 10,0
Sohle des Steinbruchs 390,0 m ĂŒ. d. M.
Bei 380,0 m am Bachknie stehen einige FelsbÀnke an. Der Sand-
stein ist graugelb, mit viel Kaolinkörnern, fein- bis grobkörnig, an
Versteinerungen wurde Area sp. gefunden (Stufe Ă 2 ).
Am Berghange zwischen Friedhof und MĂŒhle = »M« von Khaa
sind folgende Schichten leidlich angeschnitten:
Am Friedhof von Khaa usw. (s. Anlage S. 105)
Die bunten kohligen Sandsteine gleichen denen von Schicht 13
im Profil Sternberg S. 97 und gehören nach den dort Vorgefundenen
VerhÀltnissen noch unter Stufe y und zwar in Stufe û.
Ăstlich an der Schule in Khaa ist der Sandstein vom Fahrwege
in 360 m Höhe angeschnitten. Er ist mergelig, weich, rötlichgelb und
weiĂlich, feinkörnig mit einzelnen eingesprengten gröĂeren Quarzen.
Westlich der Schule ist der Sandstein am Fahrwege ebenfalls frei-
gelegt und zwar in 370 â 380 m Höhe. Er enthĂ€lt kleine Kaolinkörner,
ist weiĂgelblich und rötlich, feinkörnig, dazwischen auch gelblich,
mittelkörnig, mit viel Kaolinkörnern, ko hl i ge Reste sind nicht selten.
An Versteinerungen fand ich darin
Rryotoe sp. Tellina costulata Goldp.
Lima semisulcata Nilss. Pholadomya nodulifera Msstr.
Pecten laevis Nilss.
SchlÀgt man vom Verbindungswege Khaa-Altdaubitz bei Sign.
369,1 den Fahrweg in den Wald nach SW ein, so kann man von 365
bis 380 m Höhe an verschiedenen Stellen gelben feinkörnigen Mcrgel-
4
Neue Folge. Heft 112
50
Beschreibung der einzelnen Schollen
Sandstein mit viel Kaolinkörner finden. Bei 380 m enthielten die kleinen
Sandsteinknollen folgende Versteinerungen:
Lima semisulcata Nilss. Ostrea sudetica Scup.
Peilen laevis Nilss. Ostrea vesicularis Lam.
Neilhea gnjpheata Schloth. sp. Septi/'er lineatus Sow.? (nach Woods)
Alle diese mergeligen feinkörnigen Sandsteine gehören der
Stufe Ă 2 an.
Ostlieh von Khaa am Steilahhange gegen die Hauptverwerfung
finden sich in 410 â 420 m Höhe lichtgraue, fein- bis grobkörnige, sehr
harte Quarzite (Stufe Ă 2 ). In diesem Gestein sind frĂŒher von Herrn
Karl Köglek f in SchönbĂŒchel Inoceramen gesammelt worden. Aus
seiner Sammlung konnten seiner Zeit von mir folgende Arten festge-
stellt werden:
Inoceramus inconstans var. planus Elbbrt Inoeeramus Weisei Ăndert
» Scfiloenbaclti J. Boeiim » Koegleri Ăndert
» crassus Petrascheck
Von Wichtigkeit ist Inoceramus Schloenbachi, das Leitfossil der
gleichnamigen Zone.
Der Westabhang des Iluttenberges gehört auch noch zum Teil
in diese Scholle. In der groĂartigen Schlucht, die gegenĂŒber der Kirche
von Windischkamnitz aufwĂ€rts zum Huttenberge fĂŒhrt, sind die Schich-
ten der Stufen « und à bis zur folgenden Stufe y vollstÀndig erhalten.
Am oberen Ende der geschluchteten Felsen nördlich am liuttenberg-
gipfel waren im Jahre 1922 auf einer Wiese in einer 2 m tiefen Grube
Tonmergel der Stufe y aufgeschlossen (Höhe 405 407 m). Der
Mergel ist dunkelgrau, feinkörnig und braust stark mit HCl.
Oberes Ende der Schlucht usw. (s. Anlage S. 105)
Die unweit östlich vom oberen Ende der Schlucht am NĂŒ-Abhang
des Iluttenberges zwischen Linie XX Va und XX Via und b vorhan-
dene kleine dreieckige Scholle ist nach dem Charakter der anstehen-
den Gesteine der Rennersdorfer Scholle angegliedert worden.
K. Die Ottenbergseholle
O. Gr. tt 190 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. Ă 340 m ĂŒ. d. M.
Die Ottenbergseholle wird begrenzt im N von Störungslinie
XXXlIlb, im W von Linie XXVIc, im S von Linie XXV' b und im
0 von Linie XXXIV.
Scholle I und K gehören bereits ins Bruchgebiet, sind aber, da sie
sich besser in das Tafelland einreihen lassen, diesem angegliedert
worden.
Die von der breiten Form des Ottenberges vollstÀndig beherrschte
Scholle liegt bereits tief im Einbruchgebiet. Höhe Sign. 425,0
nordwestlich von Limbach besteht aus Basalt mit einem Tuffmantel.
Am Ostabhange des Berges findet sich in 340 â 345 m Höhe eine kleine
Felspartie eines lichtgrauen, fein- bis mittelkörnigen Sandsteines mit
viel kleinen Kaolinkörnern der obersten Schichten der Stufe à 2 .
Das nördliche Tafelland
51
Die StraĂe vou Kaltenbach nach Limbach durckschneidet
sĂŒdlich an Sign. 336,9 ein kleines Tal. An der nördlichen Talein-
fassung stehen von 337 â 333 m Höhe dickbankige Felsen an. Der
Sandstein enthĂ€lt viel Kaolinkörner, ist weiĂgrau und gelblich, fein-
bis mittelkörnig und nicht sehr fest. Beim Wiederanstieg nach S trifft
man von 312 â 328 m Ă€hnliche Sandsteine. Weiter hinauf bei 333 m
Höhe fand ich im Gestein kleine unbestimmbare Ostreen. Es sind
ebenfalls oberste Schichten der Stufe Ă 2 .
Im Bachbett in Kaltenbach liegt in 315m Höhe in der NÀhe
des StraĂenkreuzes eine 1 m mĂ€chtige Sandsteinbank. Der Sandstein
ist weiĂgrau und gelblich, mittelkörnig und enthĂ€lt viel Kaolinkörner
(Stufe Ă 2 ).
Die höchste Erhebung der Scholle liegt im Ottcnberge (482,3m).
Die Aussicht ist groĂartig, besonders auf die gewaltige Sandsteinmauer
zwischen GroĂem Winterberg und Dittersbach. An der Kuppe sind
schöne zwiebelschalenförmig angeordnete BasaltsÀulen aufgeschlossen.
Bis 410 m abwÀrts liegt Basalttuff. Am Ostabhange des Berges, west-
lich von Sign. 403,1, sind in einer Höhe von -100- 110 m die Felder
sehr sandig. Nach den aufgefundenen Brocken ist der Sandstein gelb,
fein- bis mittelkörnig (obere Abteilung der Stufe y). In 380 m Höhe
findet sich ein Quellhorizont (Stufe y).
Hart auf der Störungslinie liegt der Hollberg sĂŒdlich Limbach 1 ).
Er besteht aus zwei Kuppen, einer nördlichen und einer sĂŒdlichen.
Auf der nördlichen Kuppe (464,5 in) erhebt sich eine NNW SSO ge-
richtete 10 m hohe Quarzitmauer. Nach S löst sie sich in ein Chaos
ĂŒbereinander gestĂŒrzter mĂ€chtiger Blöcke auf. Der Quarzit ist weiĂ-
grau, feinkörnig, seltener mittelkörnig. Er lĂ€Ăt sieh vom Iiollberge
in einem 50 100 m breiten Streifen in N W-Ilichtung ĂŒber die Stein-
wiesen (westlich Sign. 376,2), an Sign. 346,1 vorĂŒber bis etwa 300 m
hinein in die Schlucht, die nach dein Ostende von Schemel herabzieht,
verfolgen. Massen groĂer Quarzitblöcke sind in dieser Schlucht mo-
rĂ€nenartig ĂŒbereinander getĂŒrmt, und man sollte meinen, den Quarzit
hier anstehend zu finden, wenn nicht die WĂ€nde zu beiden Seiten der
Talschlucht aus unverĂ€ndertem Sandstein bestĂŒnden. Auf Grund der
hier Vorgefundenen Tatsachen ist es sehr schwierig, nach den an der
OberflÀche vorhandenen Bloekmengen anstehenden Quarzit darunter
festzustellen. Auf dem Iiollberge enthielt der Quarzit Lima laemgala
n. sp., auf den Steinwiesen
Pecten virgatus Nu.ss.
Tapes subfaba dâOrb.
Ăstlich am Rollberge liegen bei Sign. 400,6 hart an der StraĂe
wieder Unmengen von demselben Quarzit, der sich von hier entlang
der StraĂe durch den ganzen Ort Lirabach verfolgen lĂ€Ăt. An Ver-
steinerungen fand ich hier oben auf der Höhe
Pinna crelacea Schloth. Pectunculus Geinitzi dâOrb., in MeDge.
Lima seinisulcala Nilss. Isocardia Zitteli Hlzpfl.
Dreissemia tegulatus MĂŒll. sp.
*) Auf dem MeĂtischblatt als »Limpaeh« bezeichnet.
4 '
- c) Beschreibung der einzelnen Schollen
SchlieĂlich trifft man den Quarzit von Sign. 400.6 ausgehend auch
in sĂŒdöstlicher Richtung jenseits der StraĂe hinein in den Waid bis
gegen Sign. 433,7. Die Quarzite gehören wohl dem untersten hm-
scher an. Ich glaube anstehend zwei kurze Quarzitzonen annehmen
zu können und zwar eine von Sign. 464,5 gegen die Steinwiesen und
eine von Sign. 400,6 gegen Limbach.
Die sĂŒdliche Kuppe des Rollberges, Sign. 450,2, besteht aus Ba-
salt. Zwischen den beiden Rollbergkuppen ist in SO-Richtung bergal.
von 440 400 m graugelber und roter mittelkörniger, zu Sand zei-
fal lener Sandstein aufgeschlossen (Em sch er).
Nördlich vom Nosberge fand ich in 340 m Höhe dunkelgraue
feinkörnige Tonmergel (untere Schichten der Stufe f).
Westlich an die Ottenbergscholle schlieĂt sich eine keilförmige
FlÀche, abgegrenzt durch Linie XXVI c. Sie hat den Charakter der
Ottenbergscholle, Felsen sind nicht vorhanden. Die OberflÀche liegt
zwischen Höhe 280 und 360 m, so daà O. Gr. ci bei 210 m angenommen
werden könnte.
2. Der horstartige Sporn von Niedergrund
Dieser Sporn ist charakterisiert durch die an der Elbe hochauf-
ragenden SandsteinwÀnde der Labialus-Zone die besonders un Ro-
sen kÀmm eines der eindruckvollsten Elbandschaftsbdder bieten.
Durch die Aufhorstung treten hier palÀozoische Schiefer und Granite
im Elbtale zutage'). Als Markierungslinie wurde in diesem Gebiet die
Obergrenze der Labiatus - Zone mit dem AbschluĂ der senkrechten eis-
wÀnde nach oben hin festgelegt.
Die tieferen ZusammenhĂ€nge dieses Spornes sind auĂerhalb des
Arbeitsgebietes westlich der Elbe zu suchen. Deshalb will ich mich
damit kurz fassen.
L. Die Elhleitcnseholle
O. Gr. a 390 m ii.d. M.
0. Gr. lab. 250 m U.d.M.
Die Aufhorstung beginnt im N mit der Elbleitenscholle, einem
Dreieck, begrenzt im S von Linie VIII, im NO von Linie Ila und im
W von der Elbe, ĂŒber die die Scholle hinwegreichen durfte.
M. Die Arnsdorfer Scholle
0. Gr. a 430â450 m U. d. M.
O. Gr. lab. 300â320 m ĂŒ. d. M.
Sie wird begrenzt im N von Störungslinie VIII, im W von der
Elbe, im S von Linie XIV und im O von Linie Ila.
>) Beck, R., und J. Hirsch, Erl. z. Blatt GroĂer NVinterberg-Tetschen d. geol. Karte
v. Sachsen, Leipzig 1895, S. 5 â 22.
53
Der horstartige Sporn von Niedergrnnd
N. Die Binsdorfer Scholle
0. Gr. a 500 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. lab. 360 m ĂŒ. d. M.
Sic wird begrenzt im X durch Linie XIV. im W durch die Elbe,
im SW und S durch Linie XV und Ic und im 0 durch Linie II a.
O. Die Rosenkaramseholle
O. Gr. ct 540 m (i. d. M.
O. Gr. lab. 400 m U. d. M.
Sie wird begrenzt durch Linie XV im XO, Linie XIX im O, Linie
XVI im S und ist im W bis ĂŒber die Elbe hinaus zu verfolgen.
P. Scholle Sign. 415,4
O. Gr. ci 510 â 520 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. lab. 370-3S0 m U. d. M.
Mach S schlieĂt, sich an die Rosenkammscholle eine kleine Scholle,
begrenzt, von Linie XVI im N, Linie XIX im O, Linie XVII im S
und der Elbe im W. Sie ist in der ErlÀuterung zur geologischen Karte
GroĂer Winterberg-Tetschen S. 47 gegenĂŒber der nördlichen Scholle
mit einer Sprunghöhe von 70 m angegeben. Nach dem Verlauf der
felsigen 0. Gr. lab. dĂŒrfte die Sprunghöhe aber nur gering sein.
Q. Scholle Sign. 362,0
ist eine kleine Scholle, begrenzt im X von Linie XVII. im W von der
Elbe, im S von Linie XVIII und im SO von Linie Ib bzw. XIX. Nach
der geologischen Karte GroĂer Winterberg-Tetschen ist 0. Gr .lab.
ungefĂ€hr bei 340 m anzunehmen, so daĂ 0. Gr. a 480 m ergeben wĂŒrde.
In Wirklichkeit dĂŒrfte die Scholle aber noch tiefer liegen.
R. Die Laubescholle
Diese kleine Spitze wird begrenzt im N von Linie XVIII. im W
von der Elbe und im SO von Linie la und b. O. Gr. lab. ist nach der
geologischen Karte GroĂer Winterberg-Tetschen bei 280 m gezogen,
dĂŒrfte aber ebenfalls viel tiefer liegen, da FelsabstĂŒrze, die die Ldbia-
ftts-Zono in diesem Gebiet auszeichnen, nach der Karte vollstÀndig
fehlen.
Der schmale Streifen entlang der Elbe zwischen Rangierbahnhof
bei Laube und Bohemia ist auf der geologischen Karte mit Labiatus-
Zone eingezeiehnet. Eine NachprĂŒfung konnte nicht vorgenommen
werden.
S. Die Ilainbiihlsrholle
FĂŒr das Gebiet zwischen Störungslinie XV im N, Linie XIX
im W und Linie Ib im SO konnte keine Obergrenze festgcstellt werden.
Sicher liegt O. Gr. lab. unter 350 in.
Die, Kreideaufhorstung Hoher Schneeberg-Niedergrund tritt nur
in ihren östlichsten AuslĂ€ufern in unser Gebiet Nach der gegenĂŒber
54
Beschreibung der einzelnen Schollen
den Nach bargebieten ziemlich gleichartigen Gestcinsausbildung stellte
das Aufsorstungsgebiet im Kreidemeere nicht eine Untiefe dar, sondern
die Schichten sind erst spÀter und zwar im ZusammenhÀnge mit der
Erzgebirgsaufrichtung, emporgehoben worden.
In einigen Begehungen wurden die nach der Karte gefundenen
VerhĂ€ltnisse nachgeprĂŒft. Die eigenartige steilfelsige Ausbildung der
Labiatus- Zone in bestimmten Schichten bietet hier einen groĂartigen
Leithorizont. Verfolgt man von Herrnskretschen nacli Tel sehen an der
Elbe entlang aufmerksam die EelsenkÀmme dieser Zone, so beobachtet
man wiederholt, daà sie plötzlich in ein höheres und spÀter ruckweise
in ein tieferes Niveau rĂŒcken. Wo die Verschiebung der oberen Fcls-
kante in den Höhenlinien auf kurze Entfernung 40 und mehr Meter
betrÀgt, kann man wohl eine Bruchlinie als vorhanden annehmen. Die
wichtigsten dieser Linien lassen sich deshalb aus der Karte ohne
Schwierigkeit ablesen. Die Richtigkeit dieser Arbeitsmethode bestÀtigt
sich von selbst durch das Ergebnis. Von X nach S ist in dieser Weise
ein staffelförmiges Ansteigen der Schichten bis zur Höhe des Rosen
kammes festzustellen. Die ĂŒber den Felskanten liegende Ebenheits-
flĂ€che erhebt sieh ungefĂ€hr in demselben MaĂe. Die hier ersicht-
lichen VerhÀltnisse lassen gut erkennen, wie im Elbsand
steingebirge HöhenverÀnd crungen der Schichten durch
gegenseitiges \ bbree hen d e r Schollen en t st a nd en sind und
nicht nur durch allmÀhliches Einfallen oder Ansteigen, wie man bisher
die VerÀnderungen mit Ausnahme einer schmalen Zone entlang des
Hauptbruches nach HIRSCH (Linie XXI) zu erklÀren suchte.
Derartige scharf hervortretende Höhenunterschiede, in den Fels-
oberkanten erkennt man an der AusmĂŒndung der DĂŒrrkamnitzschlueht,
Beginn des Aufhorstungsgebietes mit der Elbleitenscholle; am Belve-
dere, Beginn der Arnsdorfer Scholle; am Studenbach, Beginn der Bins-
dorfer Scholle; bei Sign. 331.8, Beginn der Roscnkaminschollo. Weiter
folgt mit nur geringem Absinken Scholle Sign. 115.4 und Scholle Sign.
362,0 und schlieĂlich die Laubescholle, ĂŒber die abseits der Elbe lie-
gende IlainbĂŒhlscholle ist nichts besonderes zu sagen.
Da keine Veranlassung zu der Annahme vorliegt, daĂ die MĂ€ch-
tigkeit von Labiatus-Z onc und Cenoman auf dieser Strecke groĂen
Schwankungen ausgesetzt ist. Dt. fĂŒr eine Neuaufnahme der geologischen
Karte nunmehr ein klares Bild geschaffen.
Ăber der Labia tus-7jone liegen auf den HochflĂ€chen mehr oder
weniger denudiertc mittelturone Sandsteine ausgebreitet. Jenseits der
Linie Elbleiten-A rnsdorf -Rinsdorf folgen dann die mit Lehm bedeckten
EbenheitsflÀchen des oberen Mittelturons.
Am Ostabhange des Hohen Schneeberges liegt unterhalb der
Pferdekopfkuppe die Obergrenze der Zone des Inoceramus labiatus
bei 450m Höhe gegenĂŒber der Rosen ka mm scliol I e mit 100 m O. Gr.
lab. Letztere liegt somit nur um rund 50 m niedriger. Der Hohe
Schneeberg besteht aus Sandsteinen der Stufen « und Ă der SclĂŒocn-
bachi-7jom: mit prÀchtigen Karrenfeldern, um die sich tp<), unsere Spi-
Das Brachgebiet von Böhmisch Kamnitz
55
WOSttS-Zone, und tg 1 ), unsere Lamarcki-Zone , beides zusammen unser
Mittelturon, herumlegt. Weiter schlieĂt nach unten die Ldbiatus - Zone
an. Eingehende Untersuchungen wurden auch hier nicht angestellt.
Verfolgt man die Höhenlinien entlang der Gipfelplatte des Hohen
Schneeberges, so kann man zwei Möglichkeiten annehmen. Die Platte
ist entweder stark nach NO geneigt oder sie ist von SW nach NO
stufenweise abgesunken.
3. Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
T. Die Hulteiibergscholle
O.Gr. « 170â 190m 'ĂŒ.d.M.
O. Gr. Ă 320â 340m ĂŒ.d.M.
Die Huttenbergscholle wird begrenzt durch Linie XNV im
O und N, Linie XXXI im W, Linie XXIII im S. Gegen S ist sie
.anscheinend eingebrochen.
SĂŒdwestlich an die Ottenbergseholle schlieĂt sich die Ilutten-
bergscholle. Sie wird vom basaltischen Huttenberg 1409, 8ni) ĂŒber-
ragt. Die stratigraphische Höhenlage der Scholle ist bei den mangel-
haften AufschlĂŒssen schwer festzustellen. WĂ€hrend oben am Hutten-
berge O.Gr. a bei 190m oder noch höher liegen mag, sinkt sie gegen
S bis auf mindestens 170 m herab.
Am Wegkreuz bei Sign. 337,8 steht gelber mittelkörniger Sand-
stein mit Kaolinkörnern in einigen FelsbÀnken an. Er ist von eisen-
schĂŒssigen Adern durchzogen, zerfĂ€llt aber im allgemeinen leicht zu
Sand.
Oben auf der Höhe legen sich um den frei aufragenden Basaltkern
des Huttenberges die Tonmergel der Stufe y der Sch loenbach ?-Zone.
Von hier dehnt sich nach O und S eine allmÀhlich abfallende FlÀche
mit Wiesen und Feldern (380 320 m), die ein ganz anderes GeprÀge
zeigt als der westlich gegen Windisehkamnitz abfallende Steilhang.
Die Wiesen sind meist naĂ und verraten Letten- bezw. Tonmergelunter-
lage. In diesen Schichten fĂŒhrte im Jahre 1921. die Aussigcr Wasser-
baugesellschaft am Iluttcnhof. sĂŒdöstlich vom Huttenberggipfel, >'ino
Tiefbohrung aus. Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Fachlehrer
PliINZ 2 ) wurden folgende Schichten durchstoĂen:
Mundloch 350,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Y 5. Lehm and Letten 7,2
4. Sandstein 14,4
3. Letten gelb 0,2
2. Letten schwarz 2,0
Ă 1. Sandstein 16,2
310,0 m ĂŒ. d. M.
') Nach der Karte zu Miciiki,, II., Geol.-petrogr. Unters, im Gebiet d. Erzgebirgs-
bruchzone westl. Bodenbach. Wien 1914.
â) Herrn Pmsz bin ich fĂŒr seine zahlreichen Mitteilungen und fĂŒr seine FĂŒhrungen
auf Grund guter Ortskenntnis und scharfer Beobachtung der geologischen VerhÀltnisse
in der Umgebung von Böhmisch Kamnitz zu ganz besonderem Dank verpflichtet.
56
Beschreibung der einzelnen Schollen
Bei normaler Lagerung wĂŒrde von den obersten Tonmergeln an
p Basaltgrenze ( 40 ! ra > b,s zum schwarzen Letten in vorstehendem
oo l Stufe T wie ,n Nieder kreibitz eine MĂ€chtigkeit von rund
oO m haben.
UngefĂ€hr anschlieĂend an dieses Bohrloch wurden talwĂ€rts fol-
gende zwei Profile festgestellt (s. Anlage S. 106, »J« und »b«):
Die Sa nd s teine zeichnen sich hier, obwohl den oberen
nii C l ' ° |V btue Ăa angehörend, imGegensatz zu denen
noidlich des Kreibitzbaches durch ein mittleres Korn und
i-.woT " r j' C 1,tum a "s- Bei Böhmisch-Kamnitz findet inan dies auch
in den anderen AufschlĂŒssen.
Am Nordabhange des Maiberges trifft man in einem kleinen
Steinbruch in einer Höhe von 320â 835 m gelblichen und weiĂĂŒch-
grauen mittel körnigen Sandstein mit viel Kaolinkörnern (Stufe Ă,).
? r llC â ai, / en Steinbruch stöĂt eine frischgrĂŒne Tonmergelmuldo
(315â 320 m), m der der nördliche Teil von Philippsdorf liegt
aueb I L^K SeIgra r , , Cn â we e ?. t, â h am Maiber & «He Schichten
iiÀc St) '- ' ' S ' e bewtzen llier , ' i ' 1 schwaches Einfallen
nach SO, bei 300 m Höhe ist an einer Bruchlinie der sĂŒdliche Teil
o 20 m abgesunken. Letzterer ist als Maibergscholle bezeichnet.
Kessel graben usw. (s. Anlage S. 106)
| an . d . st . c ; ne siml sel ââ mergelig und weich und durch zahlreiche
giöĂere Kaolinkörner ausgezeichnet.
BĂŒeblenh ih,Ă, T i?te -° Ste p ke *K r 1 Iu t,enb *' r g^hol le ragt der kleine
ĂĂŒchsenberg hinein. Er wird von O nach W von Störungslinie
AAI I zerschnitten, und nur der Nordabhang gehört der Huttenberg-
scholle an. Der Buchsenberg ist ein TuffhĂŒgel, der an der Nordseite
n m n Âź as . a,t g an g? durchsetzt wird. Die Tuffmasse reicht bis in
das Bachbett hinab. Neben dem Tuff steht am Bachufer in 290 m Höhe
weiĂgrauer mittelkörniger Sandstein mit viel Kaolinkörnern an. Am
S-indie !?f ge t S T kann man in 300 -310 in Höhe ebenfalls
Sandstein teststellen, und zwar ist es ein graugelbes mittelkörniges Ge-
stein mit viel Kaolinkörnern (Stufe Ăâ).
ĂŒ. Die Maibergscholle
O. Gr. a 150 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. Ă 300 m ti. d. M.
und w e T^ a - ib v r V g rT C,,0 o C âff** z " isohen Störungslinie XXIII im N
und W, Linie XXH im S und Linie XXXHb im O.
Die -Maibergscholle besteht nur aus einem schmalen Streifen im
Ins^MV^ r r In !i h â « PP , 8d ? rf i ist in 295 m 1IĂŒhc cin Brunnen
> s zu 17 m I lefe m den Sandstein hineingetrieben worden (Stufe Ăâ),
Mitteilung des Herrn Fachlehrers Prinz. Nördlich von Sign. 329,3
:' 1,! ,;- U ? r iC V n r' dllCh d,:r Steinwand liegen tonmergelige Schichten
an dei OberflĂ€che in einer Meereshöhe von 300â310 m. Am NO -Ab
hange des BĂŒchsen berges ist auf der Höhe unweit eines einzelnen
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
57
Gehöftes in einem Wegeinschnitt in 320 â 330 m Höhe rötlichgelber
kohliger feinkörniger Mergelsandstein mit Kaolinkörnern angeschnit-
ten. An Versteinerungen konnte ich an dieser Stelle sammeln.
Gervillia ovalis Fkitsch
Pecten laevis Ninss.
Turritella sp.
Man wird die Schichten der Stufe y zurechnen können.
Am Westabhange des BĂŒchsenberges ist folgende Schichtenfolgc zu
beobachten:
310.0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
1 2. Tonmergel 10,0
Ă 1. Sst. gelb, fk., mit
Peclen virgatus Nilss.
Liopistha aequivalvis Goldp. sp 10,0
290.0 m n. d. M.
Der Maibergscholle gehören auch noch die vordersten Partien des
von der Brauerei in Böhmisch Kamnitz nach NO ziehenden TÀl-
chons an. 200 m nordöstlich der Brauerei stellen in 307 â 310 m Höhe
am Wege gelblichgraue, fein- bis mittelkörnige, viel Kaolinkörner fĂŒh-
rende Sandsteine in dĂŒnn geschichteten BĂ€nken an (Stufe Ă 2 ). Am
rechten Berghange gegen SO trifft man sodann ĂŒber den Sandsteinen
in 310 â 311 m Höhe dunkelgraue, mit HCl stark brausende Tonmer-
gel der Stufe y, die von dieser Seite her auch aus einer vielleicht
10 m höheren Lage bis hier herunter gerutscht sein können. Das wei-
ter oben auf der Höhe liegende GebÀude steht ebenfalls auf Tonmer-
geln und zeigt ButschungsschÀden.
V. Die Jonsbarher Scholle
O. Gr. a 75 100 â 120 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. Ă 225â 250â 270 m ĂŒ. d. M.
Die Jonsbacher Scholle, ein schmaler Streifen zwischen Linie
XXII im N und Linie XX TV im S, nach O und W spitz auskeilend.
Durch den sĂŒdlichen Teil der Huttenberg- und Maiberg-
scholle ist eine Störungslinie fXXII) gezogen worden, um fĂŒr das
Auftreten der versteinerungsreichen dunklen Tonmergcl in besonders
tiefer Lage eine ErklÀrung zu haben. Das Hauptinteresse nehmen
deshalb hier auch die Tonmergel ein.
Nördlich vom ĂlmĂŒller, östlich vom östlichsten Hause von Jons-
bach, schneidet ein kleines wildromantisches TĂ€lchen gegen den Ilut-
tenberg ein. Die Schichten fallen ungefÀhr 10° nach S ein und ge-
hören der Stufe y (und à 2 ?) der Zone des Inoceramus Schloenbachi an.
Oberes Ende des TĂŒtchens, 272,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
1 3. Tonmergcl dunkelgrau, sehr sandig, mit HCl nur schwach brausend 2,0
Ă(?) 2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk. (? wahre MĂ€chtigkeit) 7,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. (? wahre MÀchtigkeit) . 3,0
260,0 m ĂŒ. d. M.
58
Beschreibung der einzelnen Schollen
Die Tonmergel, die in der Bachsohle oben im Tiilchen anstelle«,
verschwinden und treten erst im Talgrunde sĂŒdlich des Fahrweges
in der Wiese wieder zutage. Die tatsÀchliche MÀchtigkeit der hier
vorhandenen Schichten ist bei den unĂŒbersichtlichen Lagorungs Ver-
hÀltnissen nicht festzustellen.
Weiter westlich, nördlich der Schule von Jonsbach, sind an einer
15 m tiefer liegenden Stelle bei einem Brunnenbau ebenfalls Tonmergel
festgestellt worden (Mitteilung von Herrn PRINZ).
Nördlich von Sign. 801,9 beim Pietschbauer (einzelnes Gehöft
an der StraĂe am Ostende von Jonsbach) ist Tonmergel 12 m mĂ€chtig
erbohrt worden (Mitteilung von Herrn Prinz). Das Mundloch liegt
ungefĂ€hr 260 m ĂŒ. d. M.
Sehr gut ist der Tonmergel in Jonsbach an der Prallstelle des
WeiĂbaches bei 255m Höhe in einer MĂ€chtigkeit von 5m ange-
schnitten. Der schwarzgraue, stark mit HCl brausende Mergel ist fein-
körnig und enthÀlt zahlreiche Versteinerungen:
Parasmilia centralis Rohm.
InoceramuB inconstans Woods einend.
Ăndert zahlreich
Pecten membranaceu» Nilss.
Anomia subtnmcata dâOrb.
Ostrea vesicularis Lam.
Modiola sp.
Nucula striatula A. Rohm.
l.eda seinilunaris v. Buch zahlreich
l.eda siligua Goi.dk.
Astarte similis Msstr.
Lucma laminosa Reuss sp.
Te/lina concentrica Rkuss
Tellina subdecussata A. Robm.
Dentalium medium Sow.
Pleurotomaria baculitirum Geis.
Trochus amatus dâOrb.
Trochus Engelhardti Geis.
Natica Roemeri Gbin.
Turritella multistriata Reuss
Aporrhais Parkinsoni Mast. var.
Aporrhais substenoptera G. MĂŒller
Mitra Roemeri dâOrb.
Acteon elongatus Sow.
Peroniceras tricarinatum dâOjib.
Scaphites Geinitzi dâOkii.
Scaphites Geinitzi dâOrb. var. inter-
media Scur.
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp.
Fischschuppen
Schach telhalmgl ieder
Auch finden sich hier im Bachbett StĂŒcke von gehĂ€rteten Kon-
taktmergeln.
Eine Àhnliche Prallstelle befindet sich in Philippsdorf am »ch«
von »WeiĂbach« in 270 -275 m Höhe. Auch hier ist schwarzgrauer
feinkörniger Tonmergel angeschnitten, der mit HCl stark braust und
wieder zahlreiche Versteinerungen enthÀlt. Es wurden folgende Arten
gesammelt:
Pecten membranaceus Nilss.
Pecten sp.
l.eda seinilunaris v. Buch
Area undulata Reuss
Lucina laminosa Reuss
P/eurotomaria baculitarum Geis.
Trochus Engelhardti Geis.?
Aporrhais sp.
Scaphites Geinitzi dâOrb.
^ om WeiĂbach ist der Tonmergel noch an verschiedenen anderen
Stellen entblöĂt, wie man das bei einer Begehung des Ufers beobach-
ten kann. Wo er an den AbhÀngen auftritt, ist das Gebiet stark wellig
bewegt, eine. Folge der durch ihn verursachten Rutschungen. Sogar
GebÀude sind dadurch beschÀdigt worden. In Philippsdorf z. B. konn-
ten SprĂŒnge an WohnhĂ€usern festgestellt werden.
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz rjg
SchlieĂlich ist Tonmergel an der scharfen Biegung des Kamnitz-
baches am 4Y ege von Jonsbach nach Philippenau unten im Talgrunde
Herrn Sz). â "â g 225 m Höhe erbohrt (Mitteilung von
Die versteinerungsreiche schwarzgraue, rund 10 m mÀchtige Ton-
demn° 7 " C I V 10 âiÂź , ri ?, fste Schicht der Stufe y anzusehen ist. wĂŒrde
270 m Hnh f p Ser Sch â Ile . von W nach 0 ^ ungefĂ€hr 225, 255 und
-70 Höhe liegen. Es ist wohl anzunehmen, daà dieser schmale
Schollenstreifen wiederholt zerbrochen ist. ' 16
Hart am Hauptbruch mach HlBSCH (Linie XXI) entlang ist
von l etschen Ins nach Böhmisch Kamnitz ein Streifen jĂŒngerer Sand
r<Hc ?7*T A r U 2r^ esseren ĂŒbersicht b âhe ich^hf aufgetel
m drn Loosdorf er. Plul.ppenau- und Steinwandscholle. \n
zahl i eichen Stellen ist ein Einfallen der Schichten von 10° und mehr
(Jleici m r F | ^ sĂŒdöstlicher Richtung zu beobachten, ohne daĂ eine
GleichmĂ€Ăigkeit hierin festzustellen wĂ€re. Die angegebene MĂ€chti-
Wcrt. d,r SchlCht6n *â den Profilpn hat deshalb nur einen bedingten
W. Die Loosdorfer Scholle
0. Gr. a ICO in ĂŒ. d. AI.?
0. Gr. Ă 310m ĂŒ. d. AI.?
dnrf Z v iSC M n S K WrU TS?if. 1 Und XXIab zieht voa Tetschen Uber Loos-
nd f XXTh h b!! C R«r nd hilippenau und weiter zwischen Linie XXIV
Bö i m Iâ h Kamnitz Zone Sandsteine mit mehr oder
on. ei starkem EinfÀllen nach S und SO. Im westlichen Teile wurde
sĂŒ eht Tâ g r' dll f Che Zu e ebör ! gkpit der Sandsteine nur wenig unter-
sucht da dies fĂŒr vorstehende Arbeit von geringerer Bedeutung ist.
bezeichnet* V °" etscben b,s Neuohlisch sei als Loosdorfer Scholle
Die Boosilorfer SchoRe umfaĂt als hervorragenden Punkt den
festgestel u': ' g Ictschcn ' An ihm " "-de folgende Schichtenfolge
Kuppe des Quaderberges, 280,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramtu Schloenhachi m
2. Sst, gelb, gk., Fclspartien des Gipfels Inn
I. Sst. grangelb, mk., dĂŒnngeschichtcte Felsen . . . . | | | | ^
Am SĂŒd hange des Berges, 200,0 m ii. d. M.
r*? I , Iöbe "â aren an einem Bergvorsprung gegen die Elbe
Im Jah f 1924 beim Bau eines MilitĂ€rschieĂstandes lich^und dunkel
graue Sand m er ge 1 (Stufe y) aufgeschlossen, die wohl einer kleinen
besonderen Scholle angehören dĂŒrften.
Am SĂŒdende von Loosdorf tritt in einer Höhe von 260â270 m
grauer und gelber, grob- bis mittelkörniger Sandstein auf (Stufe Ă)
schen\l'r' r Flf UntRr i U v n,n ?p n f ande " in ,Iiesem Sandsteinstreifen zwi-
schen der Elbe und Neuohlisch nicht statt.
GO
Beschreibung der einzelnen Schollen
X. Scholle Sign. 342,0 in ĂŒ. d. M.
Eine kleine, zwischen Tonmergel eingeklemmte Sandsteinscholle
befindet sich östlich Loosdorf in der Umgebung von Sign. 342 0 Sie
wird begrenzt im N von Linie XXI b. im W von Linie XXIa, im S
von Lime XVHI und im O von Linie XXVII. Ihre stratigraphifeche
Höhenlage ist zweifelhaft.
Y. Dip Philippenansrholle
O. Gr. a 160 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. Ă 310 m ĂŒ. d. M.
r j DieP h i I i p p enau schollÂź wird begrenzt im N von Linie Ic,
und XXIV im 0 von Linie XXXI und XXX, im S von
Lime XXIb und im V vorlÀufig durch den Ort Neuohlisch aus vor-
genannten GrĂŒnden und auĂerdem geschnitten von einem Teil der
Lime XXII.
r n V ° n / ? U8 gesehen baut sich die Scholle als eine senkrecht ab-
t allende Sandsteinfelsmauer auf. gegen S fÀllt sie allmÀhlich ab. Pro-
file wurden an verschiedenen Stellen aufgenommen.
Entlang des Ortes'Neuohlisch ergab sich von N nach S bis
hinauf gegen Höhe 288 nachstehende Schichtenfolge:
SĂŒdlich von Neuohlisch usw. (s. Anlage S. 106)
de, tatgeST Teil6 SCh °" e â am Kre " zs * 6i â. wm«, felgen-
Kreuzsteinâ Hadergrund (s. Anlage S. 107)
GegenĂŒber Neuohlisch dĂŒrfte am Kreuzstein nur ein geringer
Unterschied in der Höhenlage der Schichten vorhanden sein. Auf-
fallend ist hier der geringe Gehalt an Kaolinkörnern.
vvvr nS r tS , . Kamnit zhaches gehör! der durch Linie XXV a und
, , ' angeschnittene Teil des Westabhanges vom Huttenberge
ebenfalls zu dieser Scholle. Auch hier ist teilweise ein Einfallen der
Schichten bis zu 10° nach S und SO zu beobachten. Es wurde fol-
gendes I rofil aufgenommen:
SW- Hang des Hutten berge s usw. (s. Anlage S. 107)
o n o 7 An . d ^ r hasten Stelle von Philippenau, am Forsthaus Sign.
.-508,1, sind auflagernd auf den Sandsteinen Tonmergel festgestellt
worden (Mitteilung von Herrn PRINZ). Man kann demnach in dieser
Hohe die AuflagerungsflÀche der Tonmergel (Stufe y) annehmen,
wenn nicht durch Fortsetzung der Linie XXII âach W hier oben eine
\ erschiebung vorhanden ist. Nach eingezogenen Erkundigungen soll
in den tieferen östlich gelogenen Teilen von Philippenau ĂŒberall nur
Sandstein anstehen. Die ganze OrtsflÀche neigt sich nach S und ist
mit Obstbaumen bepflanzt.
Im Goldbachtale sĂŒdlich von Philippenau sind ebenfalls Sand-
steine der .Hufe à aufgeschlossen. Proben, die ich am »ch« von »Gold-
61
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
bach« in einer Höhe von 250â 270 m entnommen habe, zeigen einen
vorwiegend hellgrauen mittelkörnigen Sandstein mit viel groĂen Kao-
linkörnern.
Die am »u« von »Philippenau« der sÀchsischen topographischen
Karte aus dem Kamnitzbaehtale aufsteigende Felspartie zeigt fol-
gendes Bild:
252.0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi m
à 2. Sst. mit Kaolinkörnern, dunbelgraugelb, fk. bis mk 8,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk 4 â '
240.0 m ö. d. M.
SĂŒdlich dieser Stelle hat Herr Oberlehrer SENGER aus Sandan
beim Bau der aus dem Tale gegen Altohlisch aufsteigenden neuen
StraĂe folgende Versteinerungen gesammelt:
Lima canalifera Gold*. Oslrea vesicularis Lam.
Neithea grypheata Schlotii. Jsocardia /aMi Hi.zpfl.
Ostrea sudetica Sccp. Panopaea sp.
Eine eingehende Aufnahme der Schichtenfolge konnte ferner am
steilen Felshange an den Raben steinen im Goldbachtale erfolgen.
Felspartie am »R« usw. (s. Anlage S. 108)
Von Wichtigkeit ist hier die Ostreenbank. â Steigt man in ge-
rader Richtung das Tal nach SĂŒden aufwĂ€rts, so ĂŒberschreitet man
auf der Höhe in der NÀhe der Waldgrenze den Hauptbruch von
1 llBSClI (Linie XXI) und steht unvermittelt aut der sĂŒdlich an-
grenzenden TonmergelflÀche, die sich in der Umgebung der Eisen-
bahnstation Rabstein ausbreitet.
Weiter östlich bei Sign. 301,9 steht am StraĂenkreuz dunkel-
ockergelber, fein- bis mittelkörniger und dĂŒnnplattig abgesonderter
Sandstein mit vielen groĂen Kaolinkörnern an (Stufe Ă 2 ).
SĂŒdlich von Sign. 301,9 ist nördlich der LochmĂŒhle in der soge-
nannten Weinleite am Fahrwege in 280 m Höhe ein Basalttuff an-
geschnitten, in dem eine groĂe Menge BruchstĂŒcke aus der oberen
Kreide eingeschlossen sind. Als besonders charakteristisch konnte
festgestellt werden:
Kalksandstein hellgrau, mittelkörnig, sowie auch grobkörnig
bis konglomeratisch der Stufe Ă mit zahlreichen Versteine-
rungen:
Lima canalifera Goldf. Pecten laevis Nass.
Lima semisulcata Nass. Oslrea sudetica beer.
Lima granulata Nass. Ostrea vesicularis Lam.
Pecten virgatus Nass. Exngyra cornu anelis Nass, emend. Griff.
Kalkquarzit blĂ€ulich, dicht, mit AbdrĂŒcken von Blattresten,
der Stufe Yi
Tonmergel dunkelgrau, feinkörnig, der Stufe Yi
Sandstein mit Kaolinkörnern, gelb, feinkörnig, weich, aus dem
Emscher.
62
Beschreibung der einzelnen Schollen
AuĂerdem fanden sich EinschlĂŒsse eines rötlichen granitischen Ge-
steins. Von besonderer Bedeutung ist das Vorkommen der e i n s c h 1 u Ă-
reichen Kalksandsteine auch im Kamnitzer Gebiet. Sie sind
weiter im O und SO nicht selten, in der nÀheren und weiteren Um-
gebung von Böhmisch Kamnitz aber noch nicht anstehend festgestellt
worden. °
Z. Die Steiuwandseholle
O. Gr. a 180 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. Ă 330 m ĂŒ. d. M.
Die Stein wand sc ho Ile, die östliche Fortsetzung der lâhilip-
pcnauscholle ĂŒber die Steinwand hinaus bis zur Brauerei von Böhmisch
Karmntz hegt zwischen Störungslinie XXIV und XXII im N. Linie
XXX, XXI b und XXXII a im S, nach W und O spitz zulaufend.
.. Aâ Ostende dieser merkwĂŒrdigen Felsmauer wurden in dem dort
bei manchen Steinbruche folgende Schichten festgestellt:
330.0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
,3 2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelblich, fk. bis mk., leicht zerfallend, BÀnke
duon geschichtet ^ q
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis gkâ dicke BĂ€nke ! . â. loâo
315.0 m ĂŒ. d. M.
Herr 1 RINZ hat an der Steinwand eine schöne Bank von Exoqura
cornu anetis Nilss. aufgefunden, in der auch ein StĂŒck von Oslrea
sudehea , SOUP, enthalten ist. Die Schichten und demnach auch die
OberflÀche der Steinwand fallen nach S ein. Am WÀsserehen unter
dem »B« von »Böhmisch Kamnitz« steht Tonmergel an (Mitteilung
von Herrn Prinz). Der kleine Hohlweg, der vom Ostende ,1er Stein
wand an Sign. 310,6 vorĂŒber nach S zur SchĂ€ferei fĂŒhrt, durchsclmei-
det zwischen Höhenlinie 30U und 320 m Àhnliche Schichten wie an
der Steinwand zu beobachten sind.
SĂŒdöstlich des Steinbruchs am Ostende der Steinwand ist beim »c«
von »Böhmisch Kamnitz« an der StraĂe in 320 -325m Höhe ein weiĂ-
grauer, fein- bis grobkörniger Sandstein mit viel Kaolinkörnern aufge-
schlossen (derselbe Sandstein wie in gleicher Höhe an der Steinwand).
Von der StraĂe die von Höllegrund nach Böhmisch Kamnitz fĂŒhrt, ist
in den ersten Hausern von letzterem StÀdtchen in 300 310 in Höhe
wiederholt gelblicher, fein- bis mittelkörniger, dĂŒnngeschichteter Sand-
stein mit viel Kao inkörnern angeschnitten. Im Steinbruch unter dem
»K« von »Böhmisch Kamnitz« ist derselbe Sandstein Vorhanden. Die
Sandsteine geboren alle den oberen Schichten der Stufe Ă 2 an.
Das Brachgebiet von Böhmisch Kamnitz
63
A t . Die AlbswÀndescholle
0. Gr. a 130 â 150 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. Ă 280â300 m U. d. M.
Die AlbswĂ€ndescholle, ein kleines Brachgebiet am SĂŒdrande
der Scholle Z, ist begrenzt im N und durchzogen von dem kleinen
Liniensystem XXX; die SĂŒdgrenze bildet Linie XXI b.
Am SĂŒdrande der Steinwandscholle trifft man am »N« von »Nieder-
Kamnitz« bei Sign. 294,9 wieder ein sehr interessantes Bruchgebiet,
liier erheben sich aus dem Talgrunde 14 m mÀchtig einige Sandstein-
felspartien, die AlbswÀnde, in ungefÀhr horizontaler Lagerung. Gegen
0 und W brechen sie plötzlich ab, und man hat den geböschten Ab-
hang der nach S einfallenden Tonmergel vor sich. Besonders schön
ist der plötzliche Wechsel am Westrande der Felspartie zu beobachten.
Die Sandsteine der AlbswĂ€nde erheben sich sĂŒdlich der Kamnitz
noch einmal zu einer Felsgruppe, um dann bald endgĂŒltig am Haupt-
bruch von Hibsch abzubrechen und unter den Tonmergeln zu ver-
schwinden. Die FelsbĂ€nke sind dĂŒnn und an der OberflĂ€che nicht
Kernarbt.
Obere Kante der AlbswÀnde (s. Anlage S. 109)
Es sind zum Teil merkwĂŒrdig rotgefĂ€rbte, grobkörnige bis kon-
glomeratische, schnell im Korn wechselnde Gesteine, wie sie in Àhn-
licher Ausbildung hier selten Vorkommen. Der reichliche Gehalt an
Kaolinkörnern (gröĂere StĂŒcke) stellt sic in die NĂ€he der Tonmergel
und Steinwandsandsteine.
Die Obergrenze der Stufe à liegt an den AlbswÀnden ungefÀhr
bei 300,0 m und sinkt an der Stelle der TonmergeleinbrĂŒche bis 280 m
herab.
Ein Durchschnitt durch Steinwand und AlbswÀnde von N nach S
ergibt folgendes Bild (s. Abb. 19, S. 144):
Wo im Kamnitzbachtal Sandstein und Tonmergel ge-
geneinander abstoĂen, kann man sich leicht ĂŒberzeugen,
wie wenig gerade Bruchlinien verlaufen.
H|. Die Noldeseholle
0. Gr. a 110â130 m ĂŒ. d. M.
O. Gr. Ă 260 â 280 in U. d. M.
Sie ist begrenzt im N von Linie XXIIIb, im W von Linie XXXII b
und im S von Linie XXII, im O spitz zulaufend (Linie XXI c).
64
Beschreibung der einzelnen Schollen
C t . Die Kamnitzer SehicĂhausscholle
0. Gr. a 90 â 110 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. Ă 240â260 m ĂŒ. d. M.
Sie wird begrenzt im N durch Linie XXII, im W durch Linie
XXXII a, im S durch Linie XXI b und c, im 0 spitz zulaufend.
Die Schollen B t und C x sind unter dem Kreibitzer Berg-
land (II. Teil) behandelt, da die hier auftretenden Emscher-
schichten sich an dieses anschlieĂen.
Auch die sĂŒdlich des Hauptbraches von HlBSCH (Linie XXI)
auftretenden Tonmergel sind in mehrere Schollen zerbrochen. Man
kann dies aus der Höhenlage der Tonmergel annÀhernd feststellen.
Die folgenden Ziffern sind gewonnen auf der Grundlage einer MĂ€ch-
tigkeit von rund 90 m fĂŒr die Tonmergelstufe (y) der Zone des
Inoceramtis Schloenbachi und von rund 200 m fĂŒr die unterlagernden
Sandsteine (a und Ă) dieser Zone. 0. Gr. a wĂ€re dann 160 m unter
den Tonmergeln anzunehmen. Vielleicht befinden sich einige der hier
aufzuzÀhlenden Schollen auch in schiefer Stellung, so daà die errech-
nete Höhenlage nur einen Mittelwert darstellt. Im westlichen Teile
sind die Höhenangaben ĂŒber die Tonmergel der geologischen Karte
GroĂer Winterberg â Tctschen entnommen.
1) ( . Die Pockâsehe Höhe - Scholle
0. Gr. a 30 m u. d. M.
O. Gr. Ă 130 m ĂŒ. d. M.
An der IToekâsehen Höhe nordöstlich Tetschen liegen die Ton-
mergel zwischen 130 und 180 m Meereshöhe.
E t . Die Loosdorf Ost- Scholle
0. Gr. a 60 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. Ă 220 m ĂŒ. d. M.
Ăstlich von Loosdorf liegt eine Tonmergelscholle, die nach 0 bis
kurz vor StraĂenhöhe Sign. 327,0 reicht und wahrscheinlich von der
nach S verlĂ€ngerten Linie XXVII abgeschnitten wird, in 220 â 320m
Meereshöhe (Stufe y).
F t . Die Poppenbergsckolle
O. Gr. a 160 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. Ă 320 m ĂŒ. d. M.
Die Scholle dĂŒrfte nach 0 von einer Linie XXIX abgeschnitten
werden, die unweit östlich des Ostausganges von GĂŒntersdorf von
Linie XXI b nach SSO verlÀuft.
Ăber die Schollen D 15 Ej und ist der AufzĂ€hlung nichts hin-
zuzufĂŒgen.
Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz
65
G r Scholle Altohlisrh Böhmisch Kamnitz
0. Gr. « 100 â 130 m ĂŒ. d. M.
0. Gr. Ă 260â290 m ĂŒ. d. M.
Weiter nach 0 bis gegen Altohlisch könnte 0. Gr. Ă 260 â 280 m
ĂŒ. d. M. liegen, demnach 0. Gr. « bei 100 â 120 m U. d. M. Der Haupt-
bruch von HlBSOH, Linie XXI, zieht sich weiter nach 0 am Nord-
abhang des Rechen-, Vogel- und Hachenberges hin bis nach Böhmisch
Kamnitz. Auf dieser Strecke dĂŒrfte 0. Gr. Ă in 270 â 290 m Höhe zu
suchen sein. Auf den Wiesen an den Rabsteiner Fabriken liegt der
Tonmergel zwischen 280 und 300 m zutage. 0. Gr. et wĂŒrde bei
120 â 130 m liegen.
Jenseits des Hauptbruches nach HlBSCH seien hier nur die Ver-
hĂ€ltnisse in der NĂ€he des Bruches herangezogen. SĂŒdlich vom Alt-
o hl i Sc he r Teich steht in 285 m Höhe schwarzgrauer Tonmergel
an. An einem kleinen, gegen S ansteigendem Abhange fand ich in
290 m Höhe (Stufe y) in einem weiĂgelben feinkörnigen weichen Sand-
stein
Lima semisulcata Nii.ss. Pectunculu» Geinitzi dâOrb.
Tellina concenlrica Keuss. Peclunculut insculptui Kki ss.
Tellina semicostata A. Kob«. Mactra porrecta Geis, zahlreich
In der Ziegelei von Niederkamnitz stehen in etwa 300m Höhe
(Stufe y) schwarzgraue feinkörnige Tonmergel an. Bei kurzem Be-
suche sammelte ich darin folgende Versteinerungen:
Leda semilunarix v. Buch Pleurotomaria baculilarum Gein.
In der Ziegelei am Bahnhof Böhmisch Kamnitz findet man zwi-
schen 295 und 300m Meereshöhe oben: dunklen Ton mit Basalt-
knollen, in der Mitte: dunklen Ton ohne Basaltknollen, unten: licht-
grauen Tonmergel ohne Basaltknollen mit HCl schwach brausend.
Das Bohrprofil bei SCHRATER, Wollweberei, unweit vom Markt-
platze in Böhmisch Kamnitz, das bis zu einer Tiefe von 196,05 in hin-
abgetrieben wurde, gibt ein unklares Bild. Das in einer MĂ€chtigkeit
von 56 ui die Schichtenfolge der Kreide in der Bohrung unterbre-
chende Basaltkonglomerat scheint die Kreideschichten stark gestört
zu haben. Ăbrigens sind auch die Proben erst nachtrĂ€glich in die
HÀnde von Herrn Professor Dr. I1IBSCH gelangt 1 ), östlich vom
Marktplatze hatte im Sommer 1926 das Hochwasser die Tonmergel
am Kamnitzufer an verschiedenen Stellen bloĂgelegt. 2 ).
Die Sprunghöhe zwischen der Albs wĂ€nde- und der SchieĂ-
haussc holle einerseits und der Scholle G, andererseits ist sehr
gering, vielleicht nur 10m. Bruchlinie XXI stellt im östlichen
Teile deshalb nicht den Hauptbruch, wie von HlBSCH be-
') Uibscb, J. E., Erl. z. geolog. Karte d. Umgebung v. Böhm. Kamnitz, S. 34.
Prag 1927.
*) Die Fossilliste von Böhm. Kamnitz bei Fritsch, Priesener Schichten S. 29, ist
nicht verwertbar, da die Fundorte von dem Sammler Groiimass, von dem die meisten
der aufgefĂŒhrten Arten stammen, nicht genau festgelegt worden sind.
Neue Folge. Heft 112
0
Beschreibung der einzelnen Schollen
66
zeichnet, sondern nur die Linie dar. an der entlang gegen
S die Sandsteine der Stufe à unter der OberflÀche ver-
schwinden.
4. Das Bruchgebiet von Pirna
Das Bruchgebiet von Pirna liegt etwas abseits. Es wurde in den
Rahmen der vorstehenden Arbeit mit einbezogen, da daselbst nach
lÀngerer Unterbrechung dieselben Schichten wieder zutage treten, die
wir im sĂŒdlichen Einbruchgebiet auf der Linie Tetschen â Böhmisch
Kamnitz â Ivreibitz kennengelernt haben. FĂŒr die VerhĂ€ltnisse bei
Pirna, mit denen ich mich bereits in meiner Arbeit ĂŒber das Turon 1 )
eingehender befaĂt habe, hoffe ich in dem hier gebotenen Zusammen-
hÀnge weiter Klarheit zu schaffen.
in der groĂen Elbschleifc liegen links der Elbe die Felspartien
der Eauensteiuc und BĂ€ren steine. Obwohl jenseits der Elbe,
konnten sie als wichtiges Obergangsgebiet nicht beiseite gelassen
werden.
H,. I)ic Rauensteinscholle
O. Gr. ct 220 m U. d. M.
Die Bauensteinsc holle wird begrenzt im N von Linie
XXXVlIb, im W von dem Liniensystem XL, im S von Linie III b
und im 0 von Linie XXXVII a.
Die Scholle umfaĂt den Rauenstein (304m) und seine nĂ€here
Umgebung. Die Schichten liegen fast horizontal (s. Abb. 5), nur
einige kleinere Partien zeigen geringes Einfallen nach SO. Trotzdem
ist auch der Rauenstein von Bruchspalten durchsetzt, wie man dies
bei der Wanderung ĂŒber das schmale Felsriff an dem Auftreten glatter,
harnischartiger, von Eisenhydroxyd vollstÀndig getrÀnkter FlÀchen
wiederholt beobachten kann.
Gipfel des Rauensteines usw. (s. Anlage S. 109)
Ij. Die liÀrenstcinscliollc
0. Gr. ct ungefĂ€hr bei 240 m ĂŒ. d. M., im westlichen Teile tiefer.
Die von einer Menge kleinerer BrĂŒche (XL) durchzogene Scholle
liegt zwischen Linie XXXVlIb im N, XXXVIIIa im W und III b
im S unter AnschluĂ an die Rauensteinscholle im 0.
Westlich an die Rauensteinscholle schlieĂen sich die zerbrochenen
Partien des GroĂen und Kleinen BĂ€rensteines. Am Kleinen
BĂ€renstein wurde folgendes Profil festgestellt:
Gipfel des Kleinen BĂ€rensteines usw. (s. Anlage S. 108)
WĂ€hrend Rauenstein und Laasensteine von einem Mantel weiĂ-
grauen ĂŒberschĂŒttenden Sandsteins umgeben sind, findet man dies
â) Ăndert, II., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sĂ€chsischen Elbtales.
Abh. d. Sachs. Geol. Landesamtes H. 4. Leipzig 1927.
Das Bruchgebiet von Pirna 67
am Kleinen BĂ€renstein nur in geringem MaĂe. Durch die ZertrĂŒmme-
rung sind die VerhÀltnisse ziemlich unklar geworden.
Phot W. Haus, Dresden-N. 6.
Abb. 5. Der GroĂe Biircnstein. B = GroĂer BĂ€rcnstein. R â Raucnstein. De;-
GroĂe Biirenstein wird von mehreren BrĂŒchen durchsetzt, die Schichten sind stark "estört.
Am benachbarten Rauenstein liegen die Schichten ungestört und horizontal. Beide Steine
sind aus Sandsteinen der Zone des Jnoceramus Schloenhachi (Oberturon) aufgebaut.
Auch der GroĂe BĂ€renstein ist eine stark zerklĂŒftete Felsmasse,
in der horizontale Schichten mit schrÀggestellten wiederholt abwech-
seln 1 ). Von der Ferne sieht es ungefÀhr so aus (s. Abb. 20, S. 144).
Am OstfuĂe des GroĂen BĂŒrensteines findet man noch dieselben
losen Sandmassen wie am Kauenstein, am westlichen ist jedoch nichts
davon zu sehen. Der westliche Teil ist deshalb wie am Kleinen
BĂ€renstein weiter in die Tiefe gebrochen.
Zusammenfassend kann man sagen, daĂ die BĂ€rensteine von
mehreren kleineren Verwerfungen und mit Sicherheit auch von einer
gröĂeren durchschnitten werden.
Das zwischen Liliensteinscholle und Linie Zeichen â Zatzschke
östlich der Elbe gelegene Gebiet wurde nur soweit als gerade not-
wendig in die Untersuchungen mit cinbezogen.
K x . Die Branilseholle
0. Gr. a 170â200 m ĂŒ. d. M.
Die Brand schölle liegt zwischen der Lausitzer Hauptverwer-
fung vom Sebnitzbach bis ĂŒber Hohnstein hinaus und der Linie HIa
(Polenzbach).
') Förstrr, II., a. a. 0. (S. 91), bestĂ€tigt dasselbe. Beim Messen der KlĂŒfte hat er
gefunden, daĂ sie auf dem BĂ€renstein ziemlich unregelmĂ€Ăig verlaufen.
5
68
Beschreibung der einzelnen Schollen
Die Braudscholle ist ein stark zerklĂŒftetes Felsengebiet mit den
prÀchtigen SchluchtentÀlern des Polenz- und Tiefen Grundes.
Brand (340 m) usw. (s. Anlage S. 109)
l)ie kleine Waitzdorf er Ebenheit hat die Basis der wasser -
haltenden, nicht zerschluchteten Schichten ungefÀhr zwischen 300 und
310 m Meereshöhe, womit auch die Basis der Stufe Ă, anzunehmen ist.
Bei Hohnstein wurde beim Bau der neuen, in Schlangenwin
dĂŒngen hinab ins Polenztal fĂŒhrenden Wartenberg- und MĂŒhlberg-
straĂe im Sommer 1925 von Herrn stud. rer. nat. WALTER IiĂNTZSCHEL
in Dresden eine Menge Versteinerungen gesammelt, die er mir vor-
lcgte. Es waren folgende Arten vertreten:
Ilohnstein
Anschnitt der MĂŒhlbergstraĂe in der »Wende«
Anschnitt der WaitenbergstraĂe
bei km 8,2 bei km 7,6
Koralle
Cidaris subuetiiulosa nâOun
»
Cardiaster Ananchytis I.eskk tp
Brvozoen ...
»
»
Maya» Oeinitzi Sem.
Pinna crelacea Schloth.
»
Inoceramus Frechi FlbGU
Lima Iloperi Mast, oder Isocardia Xilteli Hlzpsl.?
»
Lima tecta Goldk
Pecten Faujari Dum. .
Pecten septempticatu» Nn.ss ....
»
Neithea grypheata Schloth
Spondylus tamellatus Nilss. sp
Ostrea canaliculata Sow
Ostrea vesicularis Lau
Ostrea temiplana Sow
âą
Exogyra haliotoidea Sow. sp
Callianassa antiqua Otto
Spongitcs saxomeut Gkin
»
»
Rhynchunella sp.
Die liier aufgefundenen Arten werden auch von G. MĂLLER aus
dem Unterscnon von Braunschweig und Ilsede 1 ) mit Ausnahme des
Inoceramus Frechi Flegel zitiert. Inoceramus Frechi ist eine Form
des Emschers, findet sich bei Waltersdorf im Zittauer Sandstein -
gebiet, an der Friedrichsgrunder Lehne im Heuscheuergebiet und im
Löwenberger Oberquader. Pecten Faujasi ĂEFR. ist höchstwahrschein-
lich mit Pecten clenlatus Nills. bei MĂLLER identisch.
Die Hohnsteiner Fundstelle wie auch die von Waltersdorf liegen
in unmittelbarer NĂ€he der Lausitzer Hauptwerfung. Hier bei Hohn-
stein dĂŒrfte es nur eine kleine Scholle Emscher sein, die durch die
Verwerfung eingeklemmt und in die Tiefe gedrĂŒckt wurde. Die
Schichten lagern teils horizontal, teils fallen sie stark nach N ein.
') MĂŒllkk, G., Die Molluskenfauna des Untersenon von Braunschwoig und Ilsede.
Abb. d. Kgl. PreuĂ. Geol. Landcsanst., N. F. H. 25, 1898.
Das Bruchgebiet von Pirna
69
Der Sandstein ist weiĂlich, weiĂgelb und gelb, meist feinkörnig mit
schwĂ€cheren grobkörnigen Lagen. Ăber die LagerungsverhĂ€ltnisse usw.
hat HiNTZSCHEL eine Arbeit geschrieben, die sich im Druck befindet.
Ich möchte die Schichten von Hohnstein vorlÀufig zum Emscher
stellen, da untersenone Schichten aus der sÀchsisch-böhmischen
Kreide noch nicht bekannt sind.
L x . Die Basteischolle
O. Gr. a 190â200 m ĂŒ. d. M.
Die Basteischolle liegt zwischen der Lausitzer Ilauptverwer-
fung vom Hockstein bis westlich Dobra im N, Linie XXXIX
und XXXVIII im W, Linie XXXVII und III b im S und lila im 0.
Bastei- und Uttewalder Scholle sind nur ganz allgemein umgrenzt.
Durch genaue Untersuchungen wird man noch nÀheres feststellen
können. Allgemein wurde ein Einfallen der Schichten nach NW be-
obachtet, so daà die Höhenlage der Schichten in den beiden Schollen
nicht gleichbleibend ist.
Beim Aufstieg von der Waltersdor fer MĂŒhle nach W wurde
folgendes Profil beobachtet:
StraĂonhöbe westlich der Waltersdorfer MĂŒhle, Sign. 214,6 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi ra
Ă 4. Nichts aufgeschlossen U
3. Sst. lichtgelb, grau, mk., Felseu stark zernarbt 150
a 2. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen 40,0
Mittcltnron
1. Sst. gelbweiĂ, fk
Waltersdorfer MĂŒhle, 150,0 m ĂŒ. d. M.
Beim Abstieg nach Rathen durchwandert man dieselben Schich-
ten in umgekehrter Folge. Auch hier zeigt sich wieder die charakte-
ristische leicht zerfallende graue Sandsteinmasse der Stufe a der
Schloenbachi - Zone in 40 m MĂ€chtigkeit.
Bastei und Amselgrund wurden nur flĂŒchtig besucht. Die Fels
partien von Bastei, Mönch, Gans, Honigstein usw. stellen die Stufe Ă
i'i ihrer bekannten wunderbar romantischen Form dar (s. Abi». 9). Di,,
flÀchenhafte Ausbildung des dahinterliegenden Gebietes in einer Höhcn-
lage von 290 310m verdankt ihr Dasein der Erhaltung der wasser
undurchlÀssigeren Schichten der Stufe à 2 , in denen auch die Z ei-
chener Tonbank vertreten sein dĂŒrfte. âVerschiedene Quellen ent-
springen ebenfalls hier. Am SĂŒdausgange von Rathewalde steht in
290 m Höhe in einem kleinen Steinbruch graugelber und lichtgrauer
mittel körniger Sandstein mit Kaolinkörnern an, ein Gestein, das die
oberen Schichten der Stufe à 2 auch im östlichen Elbsandsteingebirge
andeutet. Ăhnliche Sandsteine finden sich westlich davon im oberen
Teile des Schleifgrundes in ungefÀhr gleicher Höhe.
Am SĂŒdfuĂe der Bastei fand ich in 150 m Meereshöhe in einem
verlassenen Steinbruch Exogijra columba La.M. Wahrscheinlich gehört
diese Partie zu der jenseits der Elbe liegenden Rauensteinscholle.
70
Beschreibung der einzelnen Schollen
M x . Die Uttewalder Scholle
O. Gr. a im S 110 m. im N 140 m ĂŒ. d. M.
Die Uttewalder Scholle ist ein mit der Spitze nach S gerich-
tetes Dreieck, begrenzt im N von Linie XXXVIII b, im W von Linie
XXXIX und im 0 von Linie XXXVIII a.
Im Schleif-, Uttewalder und Wehlgrund liegt die 0. Gr. a um
ungefĂ€hr 50â 80 m tiefer als in der Basteischolle. Hier finden sich
in 220â 260 m Höhe Quellen, die ebenfalls Stufe Ă 2 andeuten.
An der StraĂe nördlich Lohmen steht in 280m Höhe grauer fein-
körniger und gelber mittelkörniger Sandstein mit sehr viel Kaolinkör-
nern an. Er gleicht nach seinem Aussehen den Sandsteinen der Stein-
wand usw. bei Böhmisch Kamnitz, die unmittelbar unter der Stufe y
der Schloenbachi-'/jone liegen. Nach den LagerungsverhÀltnissen könnte
bei Lohmen das gleiche angenommen werden. Die Tone oder Ton-
mergel im Eisenbahneinschnitt nördlich von Lohmen konnten noch nicht
untersucht werden.
Das GelÀnde zwischen Zeichen, Zatzschke und Birkwitz
umfaĂt das Gebiet der als die »jĂŒngsten Schichten der Elbtal-
kreide Sachsens« bezeichneten Schichten.
N x . Die Hcrrenleitesehollc
0. Gr. a im S 80 m, im N 110 m ii. d. M.
Die Ilerrcnleitescholle liegt zwischen Linie XLIY im N,
Linie XL1, XLII und XLIII im W, Linie III c und b im S und Linie
XXXIX im 0.
Phot I)r. K. Pirtzsch, Leipzig.
Abb. 6. Steinbruch 39/40, Besitzer Israel, östlich Zeichen bei Pirna. Die
obersten Schichten im Steinbruch bestehen aus massigen, wenig geklĂŒfteten Herrenleite-
sandstein. In der Sohle des Steinbruches liegt die Zeichencr lonbank, Schicht 8, Profil S. 7 1.
Stufe Ă2 der Zone des Inoceramus Schloenbachi (Oberturon).
Das Brachgebiet von Pirna
71
Das Gebiet ist durch bedeutenden Steinbruchbetrieb aufgeschlossen
und zwar an der Elbe in der Umgebung von Zeichen und im TaL-
grunde der Alten Poste und Herrenleite.
Im Steinbruch 39/40 von ISRAEL, östlich Zeichen, habe ich im
Herbst 1926 mit den Herren Geheimrat KOSSMAT und Landesgeologen
Dr. PlETZSCII (s. Abb. 6) folgende Schichtenfolge festgestellt:
Oberkante des Steinbmchs, 225,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Ă 14. Sst 1,0
13. Sst. weiĂlich, gelblich und rötlich marmoriert (Herrenleitesandstein). . 10,0
12. Ton hellgrau 0,5
1 1. Sst 8,0
10. Tön rötlichgrau, stark kohlig und sandig, mk 1,5
9. Sst. weiĂgrau und gelb, fk. bis gk., hart, Werksteinbank, Versteinerungen:
Jnoceramut incoiutans Woods emend. As matt
I.ima semisulcata Nilss.
Lima laevigata n. sp.
Neithea grypheata Scblotii.
Ostrea sudetica Scor.
Ustrea vesicularU Lam.
Isocardia '/.itleli Hlzpfl.
Turr Hella sp 10,0
8. Tonbank schwarzgrau, fk., mit HCl nicht brausend, viel KohlestĂŒckchen
enthaltend, Versteinerungen sind spÀrlich, und zwar wurden bis jetzt
nur gefunden
Peclen virgatus Nilss.
I.eda semilunaris v. Buch 6,0
An Foraminiferen stellte Herr IIlLLER, Ebersbach, nur wenig For-
men fest (s. S. 129).
Bei unserem Besuche war die Tonbank im Steinbruch abgebaut
und nur in der Steinbruchsohle gering aufgeschlossen. Im Jahre 1922
sah ich, wie eben der obere Teil abgegraben wurde.
Lima laevigata n. sp. ist im ganzen Arbeitsgebiet Ă€uĂerst selten.
In gröĂerer Menge fand ich sie nur unweit nördlich Nicderkreibitz in
Schichten, die höchstens 50 m unter den eigentlichen Tomncrgeln
(Zatzschke) liegen (vergl. S. 46).
Isor.ardia Zittcli HLZPFL. ist aus tieferen Schichten wie den hier
angefĂŒhrten, an die sicli nach oben noch die Ilerrenleitesandsteine an-
schlieĂen, wo die Art das Hauptfossil bildet, nicht bekannt.
Bei der Wanderung durch die SteinbrĂŒche lĂ€Ăt sich die Tonbank
gegen W eine gröĂere Strecke weit verfolgen, bis westlich des staat-
lichen Steinbruches die Oberkante der SteinbrĂŒche soweit herabsinkt,
daà die Tonbank nach N in das freie GelÀnde hineinspringt und als
GelÀndewelle gegen die Alte Poste in der Herrenleite zieht.
Unterhalb der Tonbank konnte in der NĂ€he von Zeichen folgendes
festgestellt werden:
Basis der Tonbank, 188,0 m ĂŒ. d. M. m
à 7. Sst. gelb, mk. bis gk., porös (Mocketalsandstein?) 10,0
6. Sst. rot, fk 3,0
5. Sst. gelb, fk., mit gröberen Lagen 4,0
4. Sst. gelb, fk., Versteinerungen:
Exogyra comu arietis Nilss. emend. Gbiep 1,0
72
Beschreibung der einzelnen Schollen
3. Nichts aufgeschlossen 12,0
2. Sst. grau und gelbgrau, fk., feste harte Felsbank, stark zernarbt ... 2,0
1. Nichts aufgeschlossen 46,0
Zeichen an der Elbe, 1 10,0 m ĂŒ. d. M.
Vom gegenĂŒberliegenden Elbufer aus beobachtet, scheinen die
Schichten von Zeichen bis Mocketal allmÀhlich gegen NW einzufallen.
Wir treffen deshalb in Mocketal die gleichen Schichten ungefÀhr
30 m tiefer.
Phot Dr. K. Piktmcii, Leipzig.
Abb. 7. Steinbruch am nördlichen Berghangc in Mocketal bei Pirna.
Massiger, wenig geklĂŒftetcr Sandstein der Stufe Ă 2 der Zone des Inoceramu» Schloen-
bachi (Obcrturon).
In Mocketal konnte in einem am nördlichen Berghange angelegten
Steinbruche (s. Abb. 7) folgende Schichtenfolge beobachtet werden:
Zone des Inoceramus Schloenbaehi
Ă 7. Tonbank (nach der geologischen Karte)
155,0 m ĂŒ. d. M.
6. Sst. rötlichgelb, gk 1
5. Sst. rötlicbgelb, mk ( harter poröser
4. Sst. rötlichgelb, gk ( Sandstein
3. Sst. dunkelgelb, gk J
Steinbruchsoble
2. Nichts aufgeschlossen
1. Sst. gelb, mk
m
?
7.0
5.0
2.0
1,0
Fahrweg, 135,0 m ĂŒ. d. M.
3.0
2.0
Das Brachgebiet von Pirna
73
GegenĂŒber von Zeichen am jenseitigen Ufer der Elbe trifft man
die dunkle Tonbank zwischen Naundorf und Klein-Struppen in einer
Meereshöhe von 210 220 m, demnach rund 20 m höher als bei Zeichen.
Am SO-Ausgang von Naundorf liegt die Bank um weitere 25 m höher.
Es sei dahingestellt, ob diese Höhenunterschiede nur auf das Einfallen
der Schichten oder auf Bruchlinien zurĂŒckzufĂŒhren sind. In einem alten
Steinbruch waren in Naundorf folgende Schichten aufgeschlossen:
247,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramug Schloenbachi
m
Ă 2. Sst. gelbrot, mk., mit vereinzelten groben Quarz- j
harter Sandstein,
OberflÀche zer-
1,0
I. Sst. lichtgraugelbrötlicb, mk ^
245,0 m ö. d. M.
löchert
1,0
Darunter folgt ein WassertĂŒmpel, der nach Mitteilung eines An-
wohners durch die liier anstehende Tonbank gebildet wird. Der Sand-
stein gleicht dem. der im Zeichcncr Steinbruch Uber der Tonbank
ansteht.
Beim Abstieg von Naundorf nach Pötzscha an der Elbe ist zunÀchst
nichts aufgeschlossen. Erst am oberen Ende des Ortes finden sich
einige SandsteinbÀnke.
I'hot Dr. K. Piktzscu, Leipzig.
Abb. 8. Steinbruch in der Herrenleitc bei Pirna. Massiger Sandstein mit un-
regelmĂ€Ăigen Lager- und DruckklĂŒflcn. Oberste Schichten der Stufe Ă 2 der Zone des
Inoceramug Schloenbachi (Oberturon).
74
Beschreibung der einzelnen Schollen
1 65.0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoeeramus Schloenbachi
3 3. Sst. grangelb, mk. bis gk
2. Sst. gelb, fk
1. Sst. gelbiicbgrau, mk
155.0 m ĂŒ. d. M.
m
3.0
2.0
5,0
Zwischen 150 und 140 m Höhe sind in Pötzscha einige Keller in
den Sandstein hineingebaut.
Der bereits im Steinbruch von Zeichen erwÀhnte Herrenleitesand-
stein ist in dem Tale der Alten Poste und Herrenleite ausge-
zeichnet aufgeschlossen. Ein Steinbruch reiht sich hier an den anderen.
Die VerhÀltnisse liegen sehr einfach. Der Sandstein steht in einer
Höhenlage von 165 â 215 m zutage und wird zur Zeit vorwiegend in
195â215 m Höhe abgebaut. Er ist weiĂgrau, mittel- bis grobkörnig
sowie gelb, mittelkörnig oder auch durch Eisenhydroxydstreifen oft
weiĂgraugelbrötlich marmoriert. Er ist schwach quarzitisch, ein toniges
Bindemittel fehlt fast vollstĂ€ndig. An einem groĂen Block war eine
Art Kreuzschichtung von feinen und groben Lagen zu beobachten. Der
Sandstein der llerrcnleite hat fast keine Schichtfugen und stellt eine
einheitlich geschlossene Masse mit UnregelmĂ€Ăigen Lager- oder Druck-
klĂŒften dar (s. Abb. 8) 1 ). Wenn auch im Gesteinskorn usw. etwas
anders ausgebildet, schlieĂt er sich durch das Fehlen einer intensiven
senkrechten KlĂŒftung den Sandsteinen an, die wir in der Stufe Ă 2 als
ebenheitsbildend kennengelernt haben. An Fossilien sind von 'hier
folgende Arten bekannt:
D = Museum Dresden,
Cntopygus albensis Gkin. D
Cardiaster Ananchytis Leskk D
Iâinna cretacea Schloth. DA
Inoeeramus inconstans Wooos emond.
Ăndert D
Lima canalifera Goldf. DA
Peeten virgatus Nn.ss. A
Ostrca sudetica Sc cp. D
Ostre/t canaliculutii Sow. D
N eit heu grypheata Sciii.otii. sp. DA
Erogyra cornu arietis Nilss. emend.
Giiiep. A
A = meine Sammlung
Cucullaea suhghibra dâOrb. A
Jsocardia Xitteli Hlzppl. DA
Tapes suhfaba dâOrb. D
Ooniomya designata var. Sturmi n. sp. A
Panopaca regularis oâOnu. D
Pholadomya nodulifera Msstr. D
Liopistha aeguivaleis Golde, sp. D
Pholas selerotites Geis. D
Nautilus rugatus Fr. n. Schl. D
llamites sp. D
Placenticeras Orbignyanum Gkis. D
Das charakteristische Fossil dieser Schichten ist IsocarcKa Zitteli
1 ILZPFL.. die sich hier in allen VerdrĂŒckungen vorfindet. Man hat die
Muschel frĂŒher Cypr'ma quadrata DâORB. genannt, jedoch zeigte die
nĂ€here Untersuchung der Steinkerne und HohlabdrĂŒcke, daĂ SchloĂ-
zÀhne nicht vorhanden sind.
3 Alluvialer Sand und Lebm
2. Grobes Geröll
1 . Quadersandstein ....
0,0
5,6
43,7
54,3
') Abbildung 6, 7 und 8 zeigen die Gleichartigkeit der Sandsteine von Zeichen,
Mocketal und von der Hcrrenleite.
Das Brachgebiet von Pirna
75
Von Wichtigkeit ist auch das von PlETZSCH 1 ) aus der Herrenleite
wiedergegebene Bohrprofil VIII vom Jahre 1872 (s. vorstehend).
Das Mundloch ist ungefÀhr bei 160 m Höhe anzunehmen. In den
alluvialen Sand- und Lehmschichten könnte hier die Zeichener Tonbank
Nr. 8 enthalten sein. Das wĂŒrde 30 m tiefer als bei Zeichen und in
demselben VerhÀltnis sein wie der Mocketalsandstein bei Zeichen (178
bis 188 m) und im Mocketal (140 â 150 m) ansteht. Es wĂŒrde demnach
nicht, wie PETRASCHECK 2 ) annimmt, ein Auskeilen dieser Tonschichten
in der Herrenleite stattfinden, sondern Schicht 8 wĂŒrde erst unter der
Talsohle daselbst anstehen, ĂŒber die VerhĂ€ltnisse bei Zeichen gibt
PETR ASCHECK eine eingehende Schilderung, die sich im allgemeinen
mit unserem Befunde deckt.
Nordwestlich der Herrenleite liegt das Sandsteingebiet des Liebe-
taler Grundes, das sich bis Bonnewitz hinzieht. Die zahlreichen
SteinbrĂŒche sind meist aufgelassen. Der Sandstein ist lichtgrau, grau-
gelb und rötlichgelb, mittel- bis grobkörnig, hart und porös, wenig ge-
bankt. Er gleicht vollstĂ€ndig dem in Mocketal. Die AufschlĂŒsse liegen
in 140 â 165 m Höhe.
Oj. Die Zatzsehkeseholle
O. Gr. a 45 m n. d. M.
O. Gr. Ă 115 m ĂŒ. d. M.
Die Zatzschkescholle liegt zwischen Linie XLI im NW,
Linie III c im SW, Linie XLIII im SO und Linie XLII im NO.
Westlich an die Herrenleite schlieĂt sich das Tonmergelgebiet von
Zatzschke, Graupa und Birkwitz an. Der wichtigste und bekannteste
Punkt ist der Eisenbahneinschnitt bei Zatzschke. Die Ton-
mergel sind hier im Eisenbahneinschnitt in einer Höhenlage, von 140
bis 160 m angeschnitten. Eine NachprĂŒfung, in welchem VerbĂ€nde
sich die Tonmergel befinden und welche MĂ€chtigkeit sie besitzen, ist
leider nicht möglich. Sie gleichen in Ausbildung und Fossilinhalt voll-
stĂ€ndig denen, die bei Böhmisch Kamnitz unmittelbar ĂŒber den Sand-
steinen der Stufe Ă anstehen. Ihr Aussehen ist blaugrau bis schwarz-
grau, mit HCl brausen sie stark auf. An Versteinerungen werden von
hier im Museum fĂŒr Mineralogie, Geologie und Vorgeschichte zu Dres-
den folgende Arten aufbewahrt:
Oristellaria rotulata Lam. Oervillia so/enoiiles Defr.
Cyclobacia Fromenteli Bölsciie Inoceramus inconstans Woods eniend.
Parasmilia centralis Mast. Ăndert
Ilolasler planus Mast. ) , Lima cretacea var. bohemica n. sp.
Ilemiasler sublacunosus Geis. > j\ e W , . Lima granulata Nii.ss.
Hemiaster Regulusanus dâOkh. ) 1 1 11 Pecten Nilssoni Goi.df.
Mayas Geinitzi Schi.okn». Pecten pexatus Woods
Avicula pectinoides Reiss. Plicatula Barroisi Peron
Avicvla Neptun i Goldf. Anomia semiglobosa Goldf. sp.
') PiB-rzscH, Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, II. Aufl., Leipzig 1916,
S. 156. .
3 ) Pktraczek, W., Ăber das Alter des Ăberquaders usw., Dresden 1897, S. 25 â 27.
76
Beschreibung der einzelnen Schollen
Anomia subtruncata dâOrb.
Ăstren semiplana So«.
Nucula striatula A. Roem.
Leda cnrinata n. sp.
Leda semilunaris v. Bocii
Area undulata Recss.
Pectunculns insculptus Recss.
Cardita GeiniUi dâOrb.
Astarte similis Mnstr.
Gastrochaena ampbisbaena Golde.
iJentalium medium So«.
Patella inconstans Geis.
Pleurotomaria baculilarum Geis.
Tr ach us Fngelhardti Geis.
X utica vulgaris Reuss.
Rissva ReuĂi Geis.
Cerithium Luschitzianum Geis.? zwei sehr
kleine, ungĂŒnsiig erhaltene Exemplare
Aporrhais coarctata Geis.
Aporrhais substenoptera G. MĂŒller
Cancellaria Thiemeana Geis.
Cinulia Humboldti MĂŒller sp.
Nautilus sublaevigatus dâOrb., vollstĂ€ndig
zusammengedrĂŒckt
llamites boliemicus Fritsch
Bacultes boliemicus Fr. u. Schl.
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp.
Scaphites GeiniUi dâOrb.
Scaphites Fritschi Gross.
A ptychus
Oxyrhina angustidens Ag.
Cyclolepis Agassizi Geis.
Clndocyiius Strehlensis Geis.
Osmcroides I.ewesiensis Ag.
Weitaus das hÀufigste Fossil ist Inoceravtus inconstans Woods
einend. ĂNDERT 1 1, wie es auch in den Tonmergeln von Kreibitz, Böh-
misch Kamnitz und aus der Umgebung von Böhmisch Leipa der Fall
ist. Ebenso findet sich diese Art neben anderen ĂŒbereinstimmenden
Formen in den Tonmergeln im Wesnitzgrunde bei Ilinterjessen
(Ziegelei unweit der DietzmĂŒhle) sowie bei Birkwitz in besonderer
HĂ€ufigkeit, so daĂ auch diese beiden Fundstellen mit in das Zatzsch-
ker Gebiet hineingehören (s. a. S. 125). An der DietzmĂŒhle sind die
ungefĂ€hr 3 m mĂ€chtig aufgeschlossenen Tonmergel ĂŒbrigens sehr arm
an Fossilien. Ich fand nur BruchstĂŒcke von Seeigelschalen. Diese
sowie ein StĂŒck von Aporrhais sp. besitzt auch das Geologische Lan-
desamt zu Leipzig. Ob die Tonmergel bei Zatzschke (140 â 100 ni)
und im nahen Wesnitzgrunde (125 m) dieselbe Schicht darstellen, ist
nicht zu sagen. Der Verlauf einer Verwerfung entlang des steilen
Wesnitzhanges ist nicht ausgeschlossen. Nach den VerhÀltnissen im
Karnnitzer Tonmergelgebiet stellt Stufe y eine Serie von Tonmergeln
und Sandsteinen in bunter Abwechselung in einer MĂ€chtigkeit bis zu 90 m
dar, so daĂ die Konstruktion einerâ Verwerfung keinesfalls notwendig ist.
Bei Birkwitz wurden die Tonmergel in frĂŒheren Jahren in einer
Grube abgebaut. Jetzt wird die Grube von einer WasserflÀche aus-
gefĂŒllt. Im Museum fĂŒr Mineralogie, Geologie und Vorgeschichte zu
Dresden befinden sich von hier folgende Fossilien:
Cidaris subvesiculosa dâOrb.
Cidaris Rcussi Geis.
Micraster cor testudinarium Golde, sp.
tnoceramus inconstans Woods emend.
Ăndert
Pecten Nilssoni Golde.
Ostrea canaliculata So«.
Nucula striatula A. Roem.
Leda semilunaris v. Buch
Cardita Geinilzi dâOrb.
Tapes nuciformis MĂŒll. sp.
') Ăndert, H., Inoceramus inconstans
F. Mia. usw. 1913, S. 282 u. folg.
Trochus amatus dâOrb.
Nautilus sublaevigatus dâOrb.
Scaphites GeiniUi dâOiib.
A ptychus
* F.noploclytia Leachi Mant.
Corax heterodon Recss
* Oxyrhina Mantelli Ag.
* llypsodon Leicesiensis ko.
* im Museum zu Dresden nicht vorhanden,
nach Petrascheck, Faciesbildungen,
Woods und verwandte Arten. Centralbl.
Das Brnchgebiet vod Pirna
77
ĂŒber die Tonmergel von GroĂgraupa lĂ€Ăt sich im allgemeinen
nur folgendes sagen. Von Birkwitz wandert man zunĂ€chst 3 â 4 km
durch eine ganz allmÀhlich (10 m) ansteigende, mit Kiefern bewach-
sene Heidegegend bis an die StraĂe Copitz â Pirna. Hier steigt das
GelĂ€nde von 130â155 m scharf an. Auf dieser steileren Böschung
liegt der Ort Neugraupa in grĂŒne GĂ€rten und WiesenflĂ€chen einge-
bettet, wodurch sich Stufe y ĂŒberall auszeichnet (sĂŒdlich Niederkrei-
bitz, bei Kaltenbach, am Ottenberge usw.). Man darf wohl annehmen,
daĂ die Schichten der Stufe y von Birkwitz bis zu der genannten
StraĂe von der diluvialen Elbe angeschnitten und zum groĂen Teil
abgetragen worden sind.
P,. Die Schöne Höhe - Scholle
O. Gr. tt 280 m U. d. M.
Die Schöne Höhe -Scholle liegt zwischen dem DĂŒrröhr sdorf er
Bogen der Lausitzer Hauptverwerfung und den Störungslinien XLIV
und XXXIX.
Die im DĂŒrrĂŒhrsdorfer Bogen anstehenden Sandsteine ge-
hören in das Mittelturon mit Exogijra columba LAM. 1 ). An
der Elbersdorf er MĂŒhle fand ich den charakteristischen gelb, weiĂ-
grau und rot fein gebĂ€nderten feinkörnigen Sandstein mit dĂŒnnen
schwarzgrauen Tonlagen und einer Bank angefĂŒllt mit Tthynchonella
plicatilis So\V. (205â210 m ii. d. M.). Auf der Höhe zwischen El-
bersdorf und Bonnewitz verraten die zahlreichen krÀftigen ObstbÀumc
die PlĂ€ner der Spino suszone (2G0â 280 m). Bei Sign. 284,1 liegt
ein Teich (wasserundurchlĂ€ssige PlĂ€ner). DarĂŒber findet man an
der Schönen Höhe und am Kohlberge die lockeren Sande der Stufe «,
die durch eisenschĂŒssige BĂ€nder verfestigt sind. Eine bedeutende
Störungslinie schneidet von Bonnewitz bis zum Lohmener Walde diese
in der halbkreisförmigen Einbuchtung der Lausitzer Hauptverwerfung
gelegene Scholle ab. SĂŒdlich der Linie Doberbergâ Porschendorf
liegen die Schichten anscheinend tiefer als im nördlichen Teile.
An der VerbindungsstraĂe von Bonnewitz nach Zaschendorf wurde
unweit Sign. 223,2 im Sommer 1927 ein Brunnenschacht bis zu etwa 23m
Tiefe ausgehoben. Herr Dr. GalLYVITZ, Assistent am Miner. Geolog.
Institut der Technischen Hochschule zu Dresden, wurde zuerst auf
die Wichtigkeit des hier zutage geförderten plÀnerigen Gesteins auf-
merksam und entdeckte darin Fossilien. Die weitere Ausbeute fand
durch die Herren stud. rer. nat. BeikĂŒLEINâ j und HĂNTZSCHEL aus
Dresden statt.
Herr HĂNTZSCHEL gibt hierĂŒber folgenden Bericht:
»Auf Anregung von Herrn Dr. H. G ALLWITZ besuchte ich die
neue Fundstelle am 11. Mai 1927 zum erstenmal. Damals war bis
etwa 20 m Tiefe ausgeschachtet. Nach Aussage der Arbeiter hat nach
etwa 10m »Lehm« der graue PlÀnermergel (oder wie man das
Gestein bezeichnen will) begonnen. Meines Erachtens sind in den
>) Klemm, G., Erl. z. Blatt Pillnitz d. geolog. Karte v. Sachsen, Leipzig 1892, S. 41.
78
Beschreibung der einzelnen Schollen
»10 m Lehm« hellgelbe bis gelbgraue (ausgebleichte) Kreideschichten
inbegriffen, die ja in allen AufschlĂŒssen sĂŒdlich Dresdens das Han-
gende der »RÀcknitzer Schichten« bilden. Wie groà deren MÀchtigkeit
im Vergleich zur Diluvialdecke gewesen ist, lieĂ sich nicht mehr
feststellen. Sicher ist nur, daĂ sich unter dem ausgeschachteten Ma-
terial auch hellgelbe Kreidegesteine (Mergel oder PlÀner, mit HCl
brausend) befanden. Neue Besuche und Aufsammlungen an der Fund-
stelle am 14. und 18. Mai förderten noch neues Fossilmaterial zutage.
Die Ausschachtung stand beim 23. Meter noch immer in den grauen
Kreidemergeln, die nach dem Liegenden zu nach Aussage der Ar-
beiter immer fester und kompakter wurden. Wasser ist meines Wis-
sens in gröĂeren Mengen nicht angetroffen worden. (Die Ansatzstelle
der Ausschachtung, die der Wassergewinnung fĂŒr einige in der NĂ€he
gelegene Dörfer dienen sollte, war von einem WĂŒnschelrutengĂ€nger
angegeben worden.) Vom grauen Mergel lassen sich deutlich zwei
Arten unterscheiden: ein festeres, unregelmĂ€Ăig muschelig brechen-
des, aber ziemlich fossilarmes Material und ein weicheres, rein plattig-
schieferig spaltendes Gestein mit reichlichen Fossilien. Offensichtlich
entsprechen beide Abarten zwei verschiedenen Horizonten; ich ver-
mute, daĂ das schiefrige, weichere Gestein das Hangende der festeren
fossilarmen Partien darstellt. â Das Gestein erinnerte mich sofort an
das Material der Ziegeleien Richter-Gostritz, Baugesellschaft-Zschert-
nitz und Bossecker- Plauen âą) (= »RĂ€cknitzer Schichten« PETRA -
SCHECK). â «
Die von den beiden Herren gesammelten Fossilien befinden sich
im Museum zu Dresden. Es konnten von mir folgende Arten bestimmt
werden :
Pinna sp.
Inoceramus inconstuns Woods einend.
Ăndert
Inoceramus Lamarcki Sow.
Lima elongata Sow.
Anomia sublruncata dâOrb.
l.ithodomus spathulatus Keuss
Carilila Oeinitzi dâOrb.
F.riphyla lenticularis Golde, sp.
Cucullaea subglabra dâOr».
Pectunculus Geinitzi dâOrb.
Venilicardia van Keyi Uosgu. sp.
Natica Geinitzi ĂŒâOkii.
Turritella seilineala A. Rohm.
Aporrhais sp.
Nautilus sublaevigalus dâOrb.
Baculites bohemicus Kr. u. Schl.
S capbites I'ritschi Gross.
Scaphites sp.
Koprolith mit Fischschnppen
Bei meinem Besuche am 10. Juli 1927 war niemand an der Schacht-
stelle. An Fossilien fand ich nur
Tapes subi'aba dâOrb. Fischschuppen
(s. a. S. 129).
Es dĂŒrfte wohl auĂer Zweifel sein, daĂ wir liier die
Krietzschwitz â RĂ€cknitz â Strehlener Schichten, den
SpinosusplÀner, vor uns haben.
') unmittelbar sĂŒdlich von Dresden.
79
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
Qi- Die Krietzsehwitzer Seholle
O. Gr. a 310 â 220 m ĂŒ. d. M.
Die Krietzsehwitzer Scholle wird begrenzt im NO von Linie
lllc, im W von Linie II b, im SO von Linie IV.
Das Tiefste des Einbruchgebietes ist gegen S durch eine Störungs-
linie abgeschnitten, die von Obervogelsang bis Copitz der Elbe folgt
und dann gegen Birkwitz verlaufen dĂŒrfte. Jenseits dieser Linie liegt
die Krietzsehwitzer Scholle, die ein starkes Einsinken nach N
anzeigt. Die Obergrenze dieser Scholle sinkt von Krietzschwitz bei
270 m bis zu 180 m vor Cunnersdorf und Sonnenstein hinab. Bei dem
regelmĂ€Ăigen Verlauf der Höhenkurven dĂŒrfte hier die Schiefstellung
einer gröĂeren Scholle tatsĂ€chlich vorhanden sein. Auch der sĂŒdliche
Teil von Copitz gehört dieser Scholle an. Die Obergrenze der Stufe a
wechselt von 220 â 310 m. An der Pirnaer Artilleriekaserne kann man
den Berg hinauf die Schichten des Mittehurons von 140 220 m Höhe
verfolgen, demnach in einer MĂ€chtigkeit von 80 m. Als scharf ge-
schnittener Steilhang erhebt sich die Scholle ĂŒber das Gottleubatal.
Westlich desselben steht die Labiatuszone an. Die 0. Gr. a liegt da-
selbst bei 370 m. Man wird auch hier das VerhÀltnis am besten durch
eine Störungslinie lösen können. Wollte man die Höhenunter-
schiede der Schichten ĂŒberall auf deren stĂ€rkeres Ein-
f allen zurĂŒckfĂŒhren, so wĂŒrde dies ebenfalls an Störungs-
ĂŒnien geknĂŒpft sein, da die normale Lagerung der Sand-
steinschichten im Elbsandsteingebirge höchstens nur
ganz geringe Neigungen aufweist.
Nordwestlich von lâirna gegen Dresden sind die
Schichten der Schloenbnchi -Zone vollstÀndig abgetra-
gen und werden wahrscheinlich durch Umlagerung zum Aufbau der
Sandmassen der Dresdener Heide Material geliefert haben.
Die Strehlener PlÀner und PlÀnermergel von RÀcknitz
usw. gehören dem oberen Mittelturon (Zone des Spondylus spi/wsus und
Heteroceras ReuĂianum ) an, wie ich dies bereits in meiner Arbeit
Uber das Turon 1 ) nachgewiesen habe.
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
Betrachtet man auf der beigefĂŒgten Schollenkarte das Gesamtbild
der durch die Verbindung der Profile gefundenen Schollen, so ergibt
sich in groĂen ZĂŒgen ein regelmĂ€Ăiger Bau. Die Tektonik des Ge-
bietes schlieĂt sich eng an das Erzgebirge an 2 ). Das Erzgebirge,
') Andrst, H., Zur Stratigraphie d. turone» Kreide d. sÀchs. Elbtales. Leipzig 1927.
Förstkk, H., a. a. 0. (S. 102) ist derselben Ansicht. Er sagt, das letzten Endes
der Grund fĂŒr die gesamte Tektonik der SĂ€chsischen Schweiz ĂŒberhaupt in der
Ileraushebung des Erzgebirgskammes zu suchen sei und (S. 101) daà die Wölbungs-
achse von Bodenbach gegen NO streicht. Eine besondere Heraushebung des
»PalÀozoikumsattels« von Niedergrund, wie er annimmt (S. 106), ist jedoch nicht
vorhanden. Letzterer fĂŒgt sich in normaler Weise in die Wölbungsachsc ein, die an
dieser Stelle durch die tiefe Elbtalrinne bis auf das Grundgebirge entblöĂt ist. Seine
80
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
das zur Zeit der oberen Kreide noch keinen Höhenwall bildete, wurde
im OligoeÀn und MiocÀn durch eine wohl allmÀhlich sich auswirkende
Bewegung emporgehoben und zwar in der Weise, daĂ sich schlieĂlich
eine von der Landesgrenze gegen Leipzig hin abfallende FlÀche bil-
dete. Diese Hebung griff auch auf das Elbsandsteingebirge ĂŒber.
Auch hier finden wir irn S die höchste Erhebung der Schollen. Sic
zieht vom Hohen Schneeberge gegen .Mittel- und Niedergrund und
erreicht bei Arnsdorf an Querlinie II ihren markanten AbschluĂ. Der
ĂŒber die Elbe greifende horstartige Sporn von Niedergrund
findet, wenn auch in bescheidenerem .MaĂe, seine Fortsetzung in der
Kosenberg- (C) und TĂ€nnigt- (E) Scholle und klingt erst bei
dem Orte Khaa an der Lausitzer Hauptverwerfung vollstÀndig aus.
NordwÀrts dieser Zone findet ein Absinken der Sandsteinschichten bis
in die Gegend von Pirna und weiter östlich bis an die Lausitzer
1 lauptverwerfung statt.
Leider konnte das Gebiet westlich der Elbe nur auf Grund
frĂŒherer Untersuchungsergebnisse *) hcrangezogen werden, da ein wei-
teres Eingehen hierauf den Rahmen der Arbeit ĂŒberschritten haben
wĂŒrde. Die FortfĂŒhrung der vergleichenden Höhenlage der Schichten
in der Schollenkarte ĂŒber die Elbe hinaus bis an die Grenze des
Grundgebirges soll lediglich dazu dienen, um den unmittelbaren
AnschluĂ des tektonischen Baues des Erzgebirges an das Elbsandstein
gebirgc darzutun. Es wird eine dankbare Aufgabe sein, die Kreide
schichten auch in diesem westlichen Gebiete mit RĂŒcksicht auf die
neuen stratigraphischen Ergebnisse eingehend zu verfolgen, um den
Aufbau des gesamten Elbsandsteingebirges einwamlfreiâerklĂ€ren zu können.
An die Rosenberg- und TĂ€nnigt-Scholle legenâ sich nördlich die
ausgedehnten Schollen des Winterberges (B) und Liliensteines (A).
Ihre gegenseitige Abgrenzung ist zum Teil durch ein stÀrkeres Ein-
fallen der Schichten gekennzeichnet. Genaue Messungen werden zwei-
fellos ein sicheres Ergebnis herbeifĂŒhren, inwieweit der Höhenuntcr
schied der zum Vergleich vorwiegend benutzten Stufe « der Zone des
Inocerarnus Schlocnbaclii durch stÀrkeres Einfallen der Schichten in-
nerhalb einer gewissen Grenzzone oder durch kleinere oder gröĂere
AbbrĂŒche zu erklĂ€ren ist. Das Gebiet sĂŒdlich und westlich des
GroĂen Winterberges wird ganz besonders zu untersuchen sein.
Hier haben bestimmt gröĂere Verschiebungen der Schichten stattge-
funden 2 ). Auch entlang der Linie Langes Horn- Hinterherms-
dorf (Linie Yb) dĂŒrfte ein stĂ€rkeres Einfallen der Schichten die
Folgerung (S. 105), daĂ die nach NO gerichtete erzgebireisehe Tendenz in der alten
Richtung von Eulau bis zur Granitgrenze keinen Bruch oder Flexur, sondern nur eine
ZerrĂŒttungszone geschaffen habe, dĂŒrfte durch meine Arbeit widerlegt sein. Die Auf-
wölbung ist bis gegen Khaa an der Lausitzer Hauptverwerfung gut zu verfolgen und
das plötzliche Absinken der Schichten gegen S ganz bedeutend.
') Geolog. Karte von Sachsen, Blatt Rosenthalâ Hoher Schneeberg, GroĂer Winter-
berg â Tetscbcn, Königstein â Hohnstein, Pirna.
â) Herr Stndienrat Lamprecht in Drosdeu hat sich, wie ich kurz vor AbschluĂ
meiner Arbeit von ihm persönlich erfuhr, der Aufgabe bereits unterzogen und im Gebiete
des GroĂen Winterberges eine Menge genauer Messungen ausgefĂŒhrt. Die Arbeit
soll bald veröffentlicht werden.
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
81
Hauptursache der HöhenverÀnderung der Stufe a sein. 0. Gr. a liegt
in diesen Schollen:
Rosenberg- und TĂŒnnigt-Scholle bei 380â400 m,
Winterbergscholle bei 330 â 350 m,
Liliensteinscholle bei 280 â 300 mĂŒ. d.M. (vergl. Tafel 1, Profil 2).
Auch westlich Linie H im Gebiet des Niederg runder Spor-
nes finden wir ein Absinken der Schichten nach N (vergl. Tafel 1,
Profil 1). Betrachtet man hier den meist scharfen Ăbergang der Fels-
oberkanten sowie der Böschungsschichten in höhere oder tiefere La-
gen, so wird man die bedeutendsten Verschiebungen am einfachsten
nur durch BrĂŒche erklĂ€ren.
Die Windischkamnitzer (F), Dittersbach er (G) und
Suppgeberg (H) -Scholle haben ungefÀhr dieselbe Höhenlage wie
die nördlich der Rosenberg- und TĂŒnnigt-Scholle liegende Winter-
bergscholle. Zwischen Hohenleipe und Dittersbach grenzen sie
unmittelbar an letztere. Sie sind deshalb noch dem nördlichen
Tafellande zugerechnet worden. Die TĂ€nnigtsc holle erscheint
dann als darĂŒber emporgedrĂŒckt (vergl. Tafel 1, Profil 3 und 4).
Im groĂen, nach auĂen gerichteten Bogen schlieĂt alle diese
Schollen nach S die Störungslinie f ab, entlang derer der Hauptab-
bruch beginnt. Die sich zunĂ€chst anschlieĂende Rennersdorf er
Scholle (I) ist als Ăbergangszone anzusehen. Die Sprunghöhe
entlang Linie I zwischen Tetschen und Khaa ergibt an O. Gr. ci
gemessen folgende Zahlen (vergl. Tafel 1, Profil 1 â 4):
Im N zwischen Tetschen
und Heidenstein . . . 380 m?, im S 160 in?
lmNllinsdorferSchollc(N)500 m, im S I
I m N Rosenbergscholle (C) 390 » im S ( Philippenauscholle (Y)
lm N und W Wiudisch- 1 160 m
kamnitzer Scholle (F) . 330 » im S und 0 )
Im W Windischkamnitzer Huttenbergscholle (T)
Scholle (F) 330 » im 0 NordhÀlfte 150 m
Im NW Dittersbaeher
Scholle (G) . . . .300 » im SO Ottenbergscholle(K) 190m
lm NW und W Suppge-
bergscholle (H) . 330â350 » im SO
lm W Sternbergscholle
(D) 330-350 » im O
Kreibitzer Scholle 150 m
Renners-
dorfer
Scholle (J)
260 m (Ăber-
gaogszonc)
Nach S und SO schlieĂt sich das Kamnitzer Bruchgebiet an.
O. Gr. a liegt im Durchschnitt zwischen 150 -200 m Meereshöhe. StĂŒ-
rungslinien und Schollen sind bereits einzeln aufgefĂŒhrt, so daĂ cs
sich erĂŒbrigt, im besonderen darauf einzugehen. Im Jonsbacher
Graben erreicht das Absinken bei O.Gr. a 75â 120m seine tiefste
Stelle. SĂŒdlich davon erhebt sich noch einmal eine schmale Sandstein-
mauer zwischen 160 und 180 m O.Gr. a, um bald am Hauptbruch von
lllBSCII, Linie XXI, unter den Tonmergeln zu verschwinden (O. Gr. a
120 m), vergl. Tafel 1, Profil 3.
Der Hauptbruch von HlBSCil ist deshalb von ganz besonderer
Bedeutung, da an ihm entlang anscheinend das Abbrechen der Schollen
Neue Folge. Heft 112 6
82
Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges
nach S ihr Ende erreicht 1 ). Auch morphologisch tritt er gut hervor.
Die Sandsteinschichten der Stufe Ă verschwinden hier endgĂŒltig unter
den Tonmergeln der Stufe y. Die bei Tetschen noch bedeutende
Sprunghöhe des Bruches vermindert sich jedoch nach 0 sehr schnell
und ist im allgemeinen bedeutend geringer als entlang des von mir
festgestellten Hauptbruches I. Herr lIlBSCH gibt die Sprunghöhe seines
Hauptbruches mit 200 m an 2 ). 0. Gr. et ergibt hier folgende Gegen-
ĂŒberstellung (vergl. Tafel Profil 1 â 3).
Der Hauptbruch von HlBSCH (Linie XXI)
Im N Loosdorfer Scholle (VV) . 160 m Im S Fockscbe Höhe-Scholle(Di) 30 m u. d. M.
Im W » » » . 160 » Im 0 » » » o 60 » ĂŒ. d. M.
Im N Philippenauscholle (Y) . 160 » Im S Poppenbergscbolle (Fi) . 160 »
Im N Philippe-
uauscbolle . . 160 m
ImNSteinwaud-
schollc (Z) . .160»
mit dem Ab-
bruchgebiet der
Albswiiode 130â150 »
Im N Kamnitzer SchicĂhausscholle 90â110 »
lm N
Jonsbacher
Scholle (V)
75â120 m
da-
zwi-
schen
lm S Altohlisch-BĂŒhmisch Kam-
nitzer Scholle (Gi) . . . .80 â 120 m
Westlich und nördlich der L i 1 ien s te i n sc li o 1 1 e (A) liegt
das Bruch gebiet von Pirna. Eingehende Untersuchungen werden
auch hier noch manches Neue zutage fördern. Eine Ăbersicht Uber di«;
Höhenlage der O. Gr. a dĂŒrfte die VerhĂ€ltnisse am besten veranschau-
lichen (vergl. Tafel Profil 5).
Lilicnsteinscholle (A) O. Gr. a
Rauenstein- and BÀrensteinschoile (Hi u. I,) »
Brand- und Basteischolle (K, u. L,) . . . »
U'ttcwaldcr Scholle (Mi) »
Ilcrrenleitcscholle (Ni) »
Zatzscbker Scholle (Oi) »
280-300 m
220â240 âą
170-200 »
110â 140 »
80-110 »
0â 45 » u. d. M.
Von der Lilienstein- bis zur Zatzscbker Scholle ist auch hier ein
Einsinken festzustellen. Als ein liest der normalen Lagerungsver-
hĂ€ltnisse hat sich im DĂŒrröhrsdorfer Bogen der Lausitzer Ilaupt-
verwerfung die Schöne Höhe-Scholle (Pj) mit O. Gr. u 280m er-
halten.
Blickt man vom Nordufer der Elbe nach Pirna hinĂŒber, so kann
man nach der Neigung der OberflÀche von Krietzschwitz bis zum
Sonnenstein ein besonders starkes Einfallen der Krietzschwitzei -
Scholle (0. Gr. a von 310 â 220 m) beobachten. An der Elbe bricht
sie dann vollstÀndig in die Tiefe.
*) In Wirklichkeit liegen die Kreideschichten weiter gegen S noch
tiefer, siehe Teil II. Eine wichtige Störungslinie (XX), an der entlang bedeutende
Verschiebungen stattgefunden haben, streicht von Tetschen gegen Falkendorf, Parlossa,
Walddörfel nach Oberkamnitz. Die genaue Verfolgung der Linie ist durch tertiÀre
Eruptivmassen jedoch sehr erschwert. Gegen 0 erreicht das Einbrechen der
Schollen bald sein Ende; entlang einer Linie Steinschönauâ HillemĂŒhlâ Kreibitz
(XXXVI) beginnen sie bereits wieder emporzusteigen.
2 ) Hibscii, J. E., Erl. zur geolog. Karte der Umgebung von Böhm. Kamnitz S. 33.
Prag 1927.
Die Kluftlinien
83
Die Erkenntnis des Aufbaues der Schichten des Elb-
sandsteingebirges hat somit durch die Lösung der tekto-
nischen Fragen einen nicht unwesentlichen Fortschritt
erfahren. Einzelbearbeitungen werden auf dieser Grundlage gewiĂ
noch weitere Erfolge erzielen.
Die Kluftlinien
FĂŒr die Auflösung der Sandsteintafel in Quader hat man be-
stimmte Kluftsysteme festgestellt, das eine in Lausitzer Richtung
(OSO â WNW), das andere in Erzgebirgsrichtung (ONO â WSW).
Die erste Richtung entspricht ungefÀhr der Lausitzer Hauptver-
werfung, die zweite der Erzgcbirgsbruchrichtung. Lausitzer Haupt-
verwerfung und Erzgebirgsabbruch sind nicht gleichzeitig zur Aus-
wirkung gekommen, die erste zeitiger, die zweite spÀter. Wollte man
die SandsteinklĂŒfte in unmittelbare Beziehung mit den beiderseitigen
BewegungsvorgĂ€ngen bringen, so wĂŒrde die Sandsteintafel zuerst in
Streifen von Lausitzer und spÀter in solche von Erzgebirgsrichtung
zerschnitten worden sein. Dieses ist kaum denkbar. Der Vorgang dĂŒrfte
wohl so zu deuten sein, daĂ bereits bei der Trockenlegung des
Sandsteingebirges die Spannung zwischen Lausitzer und
Erzgebirgssc holle vorhanden war und sich die KlĂŒfte als
Trocknungsrisse gleichzeitig nach beiden Richtungen ge-
bildet haben.
Diese Anschauung wird auch durch das Ergebnis der FöRSTER-
schen Untersuchungen (FĂRSTER, II., a. a. 0., S. 96) nicht beeintrĂ€ch-
tigt, nach denen sich die Kluftlinien bis zu einer gewissen Entfernung
von der gegenwÀrtigen Grenzlinie der Lausitzer Hauptverwerfung nach
dieser orientiert haben. Wie auch FĂRSTER (S. 111) annimmt, hat die
Verwerfungslinie ungefÀhr das Ufer des Kreidemeeres gebildet. Dem-
nach mĂŒssen Schollenbewegungen entlang dieser Linie bereits in der
Kreidezeit erfolgt sein. Daà die spÀteren BewegungsvorgÀnge der
beiden Grenzschollen (Erzgebirge und Lausitz) jedoch ebenfalls auf
das zwischenliegende Sandsteingebirge eingewirkt haben, beweisen die
Harnische und Vercrzungsbildungen in letzterem. Die besondere Ein-
wirkung der Erzgebirgsaufrichtung auf die gesamte Sandsteintafel ist
bei der Tektonik eingehend erörtert worden.
Ăbrigens ist ganz besonders darauf hinzuweisen, daĂ
ein engmaschiges, sich ungefÀhr rechtwinklig schneiden-
des Kluft System nicht nur im Elbsandsteingebirge vorhan-
den ist, sondern daà es im sÀchsisch-böhmischen Kreide-
becken ĂŒberall wo Quadersandstein zur Ablagerung ge-
kommen ist, wie im Zittauer Gebirge, sĂŒdlich vom Ham-
mersee, im Kummergebirge und im Daubaer Gebirge bis
in das Tal von Kokorin nach S, sowie ferner in der Felsen-
stadt von Adersbach- Weckelsdorf und an der Heuscheuer
beobachtet werden kann. Man wird demnach bei der Bildung der
KlĂŒfte den SchrumpfungsprozeĂ voranstellen mĂŒssen und die tektoni-
6 *
84
Profile
sehen VorgĂ€nge nur dafĂŒr in Anspruch nehmen, daĂ die Kluftlinien
bestimmte Eichtungen bevorzugen.
Wenn man die SedimentationsverhÀltnisse im sÀchsisch-böhmi-
schen Kreidebecken betrachtet, so kommt man zu dem Ergebnis, daĂ
die Einmuldung des ganzen Gebietes ziemlich gleichmĂ€Ăig erfolgt ist.
Nach dem Auftreten der Kreidereste auf dem spÀter emporgeliobe-
nen Erzgebirge kann man annehmen, daĂ das Westufer des Kreide-
meeres mindestens in einer von Freiberg nach S gerichteten Linie zu
suchen ist. Die sÀchsische Kreide ist keinesfalls in einem
Graben abgelagert worden (FĂRSTER, S. 101- 102), höchstens
könnte man eine meerbusenÀhnliche Ausbuchtung gelten lassen. Ein
Graben ist im sÀchsischen Elbtale erst durch die tektoni-
schen VorgÀnge im TertiÀr entstanden. Erst dann sind Kreide-
schichten teilweise in eine schiefere Lage gekommen, deren Folge ein
scheinbar schrĂ€geres Einfallen der KlĂŒfte ist. FĂRSTER (S. 98) hat
dies ganz besonders in dem Gebiet zwischen Schandau und Pirna fest-
gestellt. Seine Ansicht (S. 104), daà lÀngs des Laufes der Elbe die
tiefste Absenkung erfolgt sei, ist jedoch wenig zutreffend. Nach der
hier beigefĂŒgten tektonischen Karte kann man lediglich sagen, daĂ
zwischen der Lausitzer Hauptverwerfung und der Linie Porschdorf â
Pirna die Kreideschollen gegenĂŒber dem westlichen Gebiet stark in
die Tiefe gedrĂŒckt worden sind.
Anlage â Profile
Prebischtor-Herrnskretschen
Am Prebischtor. 460,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Sc/tloenbachi
Winterbergscholle m
à 82. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., Versteinerungen: kleine Oltreu sp. 5,0
31. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, grau, fk. bis mk., senk-
recht abfallende, mĂ€chtige Quader und FelstĂŒrme 35,0
30. Sst. weiĂgrau, mk. bis gk. Felsen 20,0
29. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau und gelblich, mk. Felsen 2o'o
28. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau und gelblich, mk. Felsen
zornarbt 30 0
a 27. Sst. leicht zu losem Sand zerfallend, Böschung, keine Felsen .... 20,0
2G. Sst. lichtgrau, mk. FelsbÀnke 5,0
25. Sst. mit wenig Kaoiinkörncrn, hellgelb, mk., FelsbÀnke 5,0
24. Sst. leicht zu losem Sand zerfallend, keine Felsen 20,0
Mittelturon
23. Sst. gelbrot, eisenschĂŒssig, mk. bis gk., wabig zernarbte dicke FelsbĂ€nke 30,0
22. Sst. vorwiegend lichtgrau, mk,. leicht zerfallend 40,0
Störungslinie VI
Lihiensteinscholle Mittelturon
Sst. grau, fk., mit einzelnen gröĂeren Quarzen .
Sst. weiĂgrau, feinförmig
Sst. rötlichgrau, fk
Sst. rot und gelb, dĂŒnn gebĂ€ndert, Ik. ...
Sst. lichtgrau, fk #
16. Nichts aufgeschlossen
15. Sst. lichtgrau bis gelbgrau, fk., am Wege keine FelsbÀnke 5,0
14. Nichts aufgesschlossen 11,0
21. g
20. 5
19. §
18. "
17. 1
Zusammen-
10,0
10,0
dĂŒnne BĂ€nke 5â9
am Steilhang
Profile
85
Zone des Inoceramus laliatus
13. An der Jungfern quelle: Felsbank gelbgrau, fk., hart, Felsen senkrecht
abfallend, sehr stark zernarbt
2. Haus von Herrnskretschen, StraĂenhöhe 162,0 m
12. Sst. graugelb, mk., hart. FelsbĂ€nke an der StraĂe . .
1 1. Sst. graugelb, fk., hart
10. Sst. graugelb, eisenschĂŒssig, mk., hart
9. Sst. graugelb, mk., hart
8. Sst. dunkclockergelb, mk., hart
7. Sst. rötlichgelb, mk., hart, Versteinerungen unbestimmbar
6. Sst. lichtgrau, mk
MĂŒndung des Prebischgrundes in den Kamnitzgrund
140,0 m ĂŒ. d. M.
5. Sst. weiĂgrau, mk
4. Sst. lichtgrau bis gelb, auch rötlich, stark wechselnd, gk., senkrechte
FelswÀnde
3. Sst. grau gelb, mk
2. Sst. lichtgrau, mittelkörnig
Herrnskretschen-Elbufer, 130,0m ĂŒ. d. M.
An der StraĂe Herrnskretschen-Schmilka
1. Sst. graugelb, mk., FelsbĂ€nke 125,0 â 130,0 m ĂŒ. d. M
Postclwitzer Steinbriiche
Oberhalb der Königsnase, 280,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenhachi
Je tiefer man im
Grunde abwÀrts
steigt, je mehr
treten diese
Schichten als
senkrechteFels-
wÀnde hervor
5.0
8.0
2,0
2,0
2,0
3,0
3.0
2.0
5.0
2.0
1,0
2,0
5,0
a 26. Sst. im allgemeinen als loser Sand auftretend, grau, an einer Stelle fest,
eisenschĂŒssig, hoehgelb, mk. bis gk., wenig dicke, gerundete FelsbĂ€nke 25,0
25. Sst. gelb, mk. bis gk 10,0
Mittelturon
24. Sst. grau, mk. bis gk 5,0
23. Sst. gelb, mk. bis gk 5,0
22. Sst. grau, mk. bis gk Felsen dick 13,0
21. Sst. dunkelgraugelb, mk., gröĂere Quarze cingesprengt gebankt, 6,0
20. Sst. lichtgraugclb, mk FelsbÀnke 2,0
19. Sst. hellgrau, fk. bis mk abgerundet 6,0
18. Sst. lichtgraugelb, fk 2,0
17. Sst. mit viel Kaolinkömern, dunkelrötlichgelb, fk.,
gröĂere Quarze eingesprengt 2,0
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, rötlich hellgrau bis gelb, mk. 4,0
Sohle der oberen Steinbriiche 200,0 m ĂŒ. d. M.
15. Sst. mit wonig Kaolinkömern, gelb, graugelb und rötlich, dĂŒnngebĂ€ndert.
fk. bis mk . . 6,5
14. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk., tonig 0,5
13. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgraugclb bis dunkelockergelb, fk. bis mk. 13,0
12. Sst. hcllrötlichgrau und gelb, fk. mit vereinzelt eingesprengten, gröĂeren
Quarzen 5,0
11. Sst. mit viel Kaolinkömern, bellrötlichgrau und gelblich, fk., durchsetzt
von einigen 20 bis 30 cm starken, gk., teilweise eisenschĂŒssigen Lagen 8,0
10. Sst. rosagrau, fk., einzelne grobe Quarze eingesprengt, tonig .... 0,8
9. Sst rötlichgrau, gk 0,2
8. Sst. mit Kaolinkömern, rötlichgraugelb, fk., einzelne grobe Quarze ein-
gesprengt, mit ton i gen Einlagerungen 1,0
7. Sst. mit Kaolinkömern, hellrötlicbgrau bis rötlicbgelb, fk 4,0
6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk. mit dĂŒnnen grob-
körnigen Lagen 4.5
5. Sst. mit Kaolinkömern, dunkelockergelb, fk., tonig 0,5
4. Sst. mit viel Kaolinkömern, dunkelockergelb von hellgrauen BÀndern
durchzogen, fk. bis mk. mit grobkörnigen Schlieren 4,0
86
Profile
3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellrötlicbgran, fk. bis mk 2,0
Sohle der unteren SteinbrĂŒche 150,0 m ĂŒ. d. M. Hier liegen zahlreiche
StĂŒcke der Rhynchonellenbank, ein Sst. mit viel Kaolinkörnern, hell- bis
dunkelgelb, auch hellgrau, fk. bis mk., mit eingesprengten vereinzelten
gröberen Quarzen; an Versteinerungen fand ich darin:
Rliynchonella plicalilis Sow. zahlreich
Pinna sp.
Inoceramus Lamarcki Park.
Lima canalifera Golds.
An der Wand habe ich diese Bank nicht aufgefunden, sie gehört aber
sicher in die Höhenlage 150 â 160 m
Zone des Inoceramus labialus.
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb bis rötlichgelb, fk 10,0
1. Von der Steinbruchhalde verdeckt 15,0
Ich fand darin: Eiogyra columba Lam.
StraĂe am Elbufer, 125,0 m ĂŒ. d. M.
Am Schrammtor. 310,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgraugelb, mk. bis gk.
1. Sst. lichtgelb, fk., gröbere Quarze eingesprengt, einzelne FelsbÀnke
290,0 m ĂŒ. d. M.
FelswÀnde
Scliraminsteinplateau an Sign. 392,5; 400,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Ă 15. Sst. gelb, gk
14. Sst. rötlichgelb, Ik
13. Sst. grau und graugclb, fk., undeutliche Versteinerungen
12. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgraugelb, fk
11. Sst. mit wrnig Kaolinkörnern, lichtgelb, gk
10. Sst. mit Kaolinkörnern, dunkelgelb, teils eisenschĂŒssig,
mk. bis gk
9. Sst. graugelb, mk., vereinzelte groĂe Quarze eingesprengt
8. Sst. lichigrau, mk âą . . . .
7. Sst. graugelb, mk. bis gk.
6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtwciĂgrau, mk. .
5. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkelgelb, mk . .
4. Sst.mit wenig Kaolinkörnern, lichtgelbweiĂlich, fk. bismk.
3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
2. Sst. lichtgran, mk
1. Sst. lichtgelb und rötlich, mk
MĂŒndung des Lan gengru nd weges in den El blei ten weg,
Bohrloch Bad Schandau -Kurh aus. Ansatzstelle (12
37. Schutt
36. Sandiger Ton dunkelgrau
35. Grober Kies
Zone des Inoceramus labialus
34. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Korn unregelmĂ€Ăig .
33. Sst. gelb, fk. mit gk. bis konglomeratischen Lagen ....
32. Sst. graugelb, fk. mit gk. Lage
31. Sst. grau, fk. bis gk., Korn sehr unregelmĂ€Ăig .
30. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit gk. Lage . .
29. Sst. weiĂgelb, fk., loser Sand (Schwemmsand)
28. Sst. lichtgrau, fk
27. Sst. grau, gk
10,0
5.0
5.0
2,0
3,0
1
15,0
I Senkrechte
8,0
l scharf ge-
2,0
schnittene
FelswÀnde u.
3,0
/ -tĂŒrme, Ober-
2,0
i flÀche mehr
5,0
l oder weniger
5,0
1 stark zernarbt
15,0
|
5,0
1
12,0
/
3,0
J Einzelne Fels-
17,0
1 bÀnke
5,9
Sign. 297,1 m ĂŒ.
d. M.
),0 m ĂŒ. d. M.)
m
1,30
Alluvium
1,60
1,10
1,00
5,10
2,20
2,30
0,40
0,80
1,60
1,80
Profile
87
2G. Sst. lichtgrau, 7,00
25. Sandiger Ton, lichtgrau, fk âą
24. Ton dunkelgrau
23. Sst. grau, mk. . . . . .
22. Sandiger Ton, schwarzgrau, fk. . .
21. Sst. grau, fk., quarzitisch . . J-'Jj
20. Sst schwach tonig, grau, fk. bis gk 4 ^ u
MutmaĂliche Grenze des Cenomans
19. Sst. gelbgrau, fk , tonig . - âą - âą âą âą âą âą âą âą 3 > 30
18. Sst. weiĂgrau, fk., tonig, kalkhaltig, mit BruchstĂŒcken von Kalk-
schalen, vereinzelt mk. Quarzkörner, die wahrscheinlich einer dĂŒnnen
Schliere angehören
17. Sst. weiĂgrau, fk., tonig . . . âą âą âą âą âą âą
16 Sst weisgrau, fk. mit einzelnen mk. Quarzen und mit BruchstĂŒcken von
Kalkschalen
15. Sst. blaĂgelblichgrau, fk., tonig "âVâ
14. Sst. weiĂgrau, fk
13. Sst. blaĂgelbgrau, fk., tonig âMJJ
12. Ton schwarzgrau mit gk. Sandsteinlage . . . . âą - âą âą âą âą - âą
11. Sst. weiĂgrau, fk. mit einer gk. bis konglomeratischen Schicht . . .
10. Sst. blaĂgelbgrau, fk., tonig
9. Sst. graugelb, gk. mit fk., tonigem Bindemittel u,4U
8. Sst. blaĂgraugelb, fk., tonig
7. Sst. weiĂgrau, fk., tonig
6. Sst. gelblichweiĂ, lkâ tonig, Auftreibung
5. Sst. rötlichweiĂ, fk., tonig . . . . . . âą âą âą âą âą âą âą âą ; â âą * !
4. Sst. weiĂgrau, fk ) zwischen dem feinen mehligen 0,40
3. Sst. gelblichgrau, fk ( Sandstaub befinden sich zahl- 0,20
2. Sst. licht grau, fk ( reiche gröbere, _ aber trotzdem 0 45
1. Sst. weiĂgrau, fk ) noch fk. Sandkörner, Triebsand (
8,75 m ĂŒ. d. M.
Das Cenoman bildet eine feste, gleichmĂ€Ăige Schichtenserie von 75 m aus sehr fein-
körnigen, mehr oder weniger tonigen Sandsteinen von blaĂgrauer, meist etwas gelblicher
Karbe. In den tiefsten Schichten, im letzten m, hÀufen sich zwischen dem mehligen
Tonsande etwas gröĂere Sandkörnchen. Diese Schicht ist der wasserfĂŒhrende Triebsand.
Gipfel des Liliensteins, 411,1 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoccramu» Schloenbachi m
67. Sst. grau, mit. .... . \
66. Sst. graugelb, mk., eisenschĂŒssig 1
65. Sst. grau, fk. . I
64. Sst. rotgelb, fk. bis mk Senkrechte
63. Sst. ziegelrot, mk FelswÀnde,
62. Sst. graugelb, mk dĂŒnn gebankt
61. Sst. licht- bis gelbgrau, fk bis mk
60. Sst. grau, fk
59. Sst. graugelb, fk. bis mk., eisenschĂŒssig
58. Sst. grau, mk /
57. Sst. lichtgrau, fk
56. Sst. gelb, mk Senkrechte
55. Sst. graugelb, fk. bis konglomcratiscli, Koru sehr un- f p 0 i sw Ànde,
regelmĂ€Ăig \ z. T. zer-
54. Sst. weiĂgelbrötlich, mk. bis gk / löchert und
53. Sst. lichtgrau, mk âą 'V zernarbt
52. Sst. weiĂgelb, mk ââąâąâąâąâą)
51. Sst. grau, mk. mit vereinzelten gröĂeren Quarzen . âą'
50. Nichts aufgeschlossen, nur herabgerollte einzelne Blocke auf dem W ege,
weiĂgrauer Sand âą . âą âą âą âą ,
49. Sst. grau bis gelbgrau, fk. bis mk., eisenschĂŒssig, h eisbanke . , . ,
Senkrechte
FelswÀnde,
z. T. zer-
löchert und
zernarbt
88
Profile
" 48 â Nichts aufgeschlossen auf dem Wege weiĂgrauer Sand, f.- bis mk., ver-
einzelte herabgerollte Blöcke am Abhange . 40 0
Mittelturon
47. Nichts aufgeschlossen, allmÀhlich ansteigende FlÀche bis zum Ringweg
an der Sudseite des Liliensteins riO
Oberes Ende der SteinbrĂŒche
46. Sst. dunkelgelb, mk., eisenschĂŒssig .... â n
45. Sst. weiĂgelblich, fk., tonig, sehr weich ... JâJj
44. Sst. weiĂgraurötlich, fk., tonig, sehr weich oâ 0
43. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau u. gelb gescheckt, fk. bis konglomeratiseh' 1,0
42. Sst, gclbviolettschwarzhch, fk., eisenschĂŒssig, sehr hart 9 n
41. Sst. gelb und weiĂlich, gescheckt, fk â ' ' â Ăân
40. Sst. lichtgraurötlich, mk aâ»
39. Tonschicht lichtgrau, fk. und Sst. graugelb, gk. ! .â ! O 'o
38. Sst. lichtgrau, rötlich, mk., mit Exogyra columba Lam. ..'!!! 50
â U. bst. gelb, fk. bis mk., wolkig verteilt, mit papierdĂŒnnen grauen Tonlagen L>âo
36. Sst. weiĂ, gelb und rötlich, fk. bis mk. wolkig verteilt, mit papierdĂŒnnen
grauen 4 on lagen . â
35. Sst. dunkelgelb, fk JâJ:
34. Sst. lichtgelb, fk ' ââV
33. Sst. dunkelgelb, mk., eisenschĂŒssig, hart .
32. Sst. lichtgelb, fk SâX
31. Sst, weiĂgelb, fk., tonig .... fâJJ
29. Sst. weiĂgelb, fk., tonig
28. Sst. gelb, fk, tonig
27. Sst. weiĂgraugelb, fk., tonig ....!!. n â2
26. Sst. weiĂgraugelb, mk., tonig â ] â â ,âq
Sohle der oberen SteinbrĂŒche 160,0 m ĂŒ. d. M.
25. Sst. rotgell, violett, fk. bis mk., in Farbe und Korn sehr wechselnd, mit
tomger Beimischung â . ,
24. Sst. gelbgrau, mk. mit ton iger Beimischung nâl
23. Sst. gelb, mk. mit toniger Beimischung ... .
22. Ton schwĂ€rzlichgrau ] Vâ?
21. Sst. gelb, fk , schmierig, tonig j â
20. Sst, grau gelb, orange und rötlichgrau, oft rot und gelb'fein gebÀndert'
kohlig, fk., tonig, schmierig ao
10. sst. geib, fk., tonfg 4 -°
!?âą ^ a 'â KP ' b â mit kohligen Beimischungen, tonig, sehr feucht.' ' '. oâö
17. öst. maisgelb, fk. bis mk. wechselnd .... a r
16. Sst. schwĂ€rzlichgrau mit kohligen Beimischungen' in, ganzen Gestein! â J
tonig, sehr feucht 1 j ^
Zone des Inoceramus labiatus
15. Sst. blaĂgelb, fk. bis mk., Korn schnell wechselnd. . . 4 0
14. Sst. lichtgrau, fk., tonig .... u
13. Sst. rötlichgelb, fk., eisenschĂŒssig .... 10
12. Sst. lichtgrau, fk., mit schwĂ€rzlichgrauen Partien . . oân
11. Sst. rotgelb, fk \ o
10. Sst. gelb, gk., eisenschĂŒssig
9. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk. ......â in
8. Sst. lichtgrau, fk. mit undeutlichen Versteinerungen . ' ' 0 â,,
i. Sst. graugelb, gk. bis konglomeratiseh â 0 âj
6. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk., mit undeutlichen Ver- â
stemerungen â
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk â â ' .V.
4. Sst. rothebgrau, fk., kohlig, mit Versteinerungen Spongites taxonicus
Gbin., Finna ^ g
Profile
89
3. Ssl. gelb, gk. bis konglomeratiscb, eisenschĂŒssig mit tonigen Schmitzen
2. Sst. graugelb, fk
1. Sst. rötlichgrau, kohlig, fk
SteinbrĂŒche in der oberen Kirchleite, 125,0 m ĂŒ. d. M.
Stimmersdorf. 300,0 m ĂŒ. d. M.
Mitteltnron
15. Der Ort ist umgeben von Wiesen, GÀrten und Feldern. FelsbÀnke sind
nicht vorhanden, der Sst. iritt wenig zutage
14. Am Waldrande, beim letzten Hause von Stimmersdorf, wenn man gegen
das Blockhaus in der Edmundsklamm hinabsteigt, waren in einem Stein-
bruch folgende Schichten aufgeschlossen: Sst. weiĂ und gelb, dĂŒnn ge-
bÀndert, fk., sowie rötlich mk., und grau, gelb und rötlich mk. bis gk.,
durchsetzt von papierdĂŒnnen, unregelmĂ€Ăigen, schwarzblauen Tonlagen.
Der Sst. ist mehr oder weniger reich an Kaolinkörnern. An Versteine-
rungen finden sich hier:
eine ganze Menge von halbzerbrochenen Kalkschalen kleiner Ostreen
13. Nichts aufgeschlossen
12. Sst. grau, fk
11. Sst. rötlichgrau, fk
10. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
9. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgrau, fk. bis mk
8. Nichts aufgeschlossen
Zone des Innceramm labiatu». 200,0 m ĂŒ. d. M.
7. Sst. blaĂrötlich, gelb und hellgrau, fk.
6. Sst. grau, fk
5. Sst. graugelb, mk
4. Sst. grau, fk. bis mk
3. Sst. golbrötlich, fk. bis mk
2. Sst. rötlicbgrau, fk. bis mk
1. Sst. lichtgrau, mk
Edmunds-
klamm, meist
senkrechte
Felsmauerp,
mehr oder
weniger stark
zernarbt
Kamnitzbach-BIockhaus, Edmundsklamm. 150,0 m ĂŒ. d. M.
Arnsdorf, Westausgang, 320,0 m ĂŒ. d. M.
Rosenbergscholle Mittelturon
15. Sst. weiĂgrau und graugelb, fk. bis mk., Felspartien, kleiner Anbruch
14. Nichts aufgeschlossen
13. Sst. grau, mk
12. Sst. gelb, mk., stark von Eisenadern durchzogen . . J
11. Sst. lichtgrau, fk. bis mk [ Felsen, steil-
10. Sst. blaĂgelb, mk \ wandig, dĂŒnn
9. Sst. dunkelgelb, fk 1 gebankt
8. Sst. gelb, mk \
7. Sst. graugelbrot, fk. bis gk. schnell wechselnd . . . '
Störungslinie VIII
Winterbergscholle Mittelturon
6. Sst. lichtgrau und gelb, fk. bis mk ) Wenige
5. Sst. gelb, mk. bis gk 5 FelsbÀnke
Zone des Inoceramut labiatu»
4. Sst. vorwiegend rötlichweiĂgrau, mk 1 Steile, senkr.
3. Sst. vorwiegend weiĂgrau, mk. bis gk. ...âą..> FelswĂ€nde,
2. Sst. blaĂ- bis dunkelgelb wechselnd, mk ) dick gebankt
1. TrĂŒmmerfeld von Sandsteinblöcken, darunter anstehend wahrscheinlich
Cenoman
EinmĂŒndung der DĂŒrrkamnitzschlucht ins Elbtal, 140,0 m. ĂŒ. d. M.
0,2
2,0
3,0
m
30,0
5.0
25.0
2.0
2,0
4.0
2.0
30.0
5,0
5,0
5,0
5,0
10,0
m
150
5,0
5.0
4.0
6.0
5.0
4.0
6.0
10,0
30.0
10.0
20,0
20,0
10,0
30,0
90
Profile
Zeicliengrund. Höhe des Felskammes Sign. 451,2
Zone des Inoceramus Schloenbachi
à 19. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gran, fk. bis mk., einzelne FclsbÀnke auf
dem Plateau
18. Sst. mit viel Kaolinkörnern, bochgelb, mk. . .
17. Sst. mit viel Kaolinkömern, gelbgrau, mk. . .
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, Ik. bis mk.
15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk.
14. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, mk. . .
13. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, mk. . . .
12. Sst. mit viel KaoliDkörncrn, weiĂgelb, mk.
1 1. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. .
10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. ...
9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk ) Senkrechte FelswÀnde,
8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk. . $ Felsen stark zernarbt
7. Nichts aufgeschlossen
6. Sst. graugelb, mk i FelsbÀnke
5. Sst. weiĂgelblich, hart, mk 1 zernarbt
« 4. Sst. lichtgrau, mk. Fast keine FelsbÀnke, Blöcke gerundet. Einige eisen-
schĂŒssige Partien
3. Sst. lichtgrau, mk., mit roten Quarzen, einzelne FelsbÀnke, stark zernarbt
2. Sst. grau und graugelb, mk., vereinzelt gerundete Blöcke und BÀnke .
Mittelturon
1. Sst. rötlichgrau, mk., FelsbÀnke
GroĂer Zschandgrund, 290,0 m ĂŒ. d. M.
Löff'ierschliichte. Felsplateau oberhalb Sign. 435,8; 440,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
à 19. Sst. mit viel Kaolinkörnero, lichtgrau, mk., einzelne FelsbÀnke. . . .
18. Sst. mit viel Kaolinkörnern, grangelb, mk. . . .
17. Sst. mit viol Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. . .
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. .
15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, Ik. bis mk.
14. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, mk. . .
13. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgeib, mk. . . .
12. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk. . .
11. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. .
10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, Hchtgrau, mk
9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk ) Senkrechte FelswÀnde,
8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk. . ) Felsen stark zernarbt
7. Nichts aufgeschlossen
6. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk., Felsen
5. Sst. rot, eisenschĂŒssig, mk
a 4. Sst. leicht zerfallend, nicht zu Tage tretend, Schutt
Mittelturon
3. Sst. lichtgrau, mk., durchlaufende Felsbank
2. Nichts aufgeschlossen
1. Sst. lichtgelb, mk., FelsbÀnke
GroĂer Zschandgrund, 280,0 m ii. d. M.
Senkrecht ab-
geschnittene
FelswÀnde
| Senkrecht ab-
geschnittene
FelswÀnde
I und BĂ€nke
16,2
5,0
5.0
10.0
5,0
5.0
8.0
5.0
4.0
3.0
5.0
10,0
10,0
5.0
5.0
25.0
5,0
20.0
10,0
ra
5,0
10,0
5,0
5,0
5,0
5.0
8.0
5.0
4.0
3.0
5.0
10,0
10,0
5,0
5,0
50,0
5,0
10,0
5,0
Sandschliiclite (Partsclienhörner)
Am Basaltstock bei Sign. 457,3; 450,0 m ĂŒ. d. M.
Der in der geologischen Karte eingezeichnete Basalt konnte nicht aufgefunden werden,
verrĂ€t sich aber durch ĂŒppigen Pflanzenwuchs und durch die starke Vererzung der hier
anstehenden Sandsteinpartien.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Ă 16. Sst. gelb, eisenschĂŒssig, mk.; oberste Felsgruppe 5,0
15. Sst mit viel Kaolinkörnem, gelb, fk.; Felsen 15,0
Profile
91
Felsmauern
14. Ssl. mit Kaolinkörnern, gelb, eisenschĂŒssig, fk. . . .1 5,0
13. Sst. lichtgrau, mk f senkrechte 5,0
12. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, grau und 1 Felsmauern
gelb, mehr oder weniger eisenschĂŒssig, mk. bis gk. . ) 30,0
11. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ... 1 5,0
10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk ( 10,0
9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 1 24,0
8. Sst. rot, mk ) 1,0
7. Sst. graugelb, mk , leicht zerfallend, einige FelsbÀnke, Blöcke gerundet,
vorwiegend loser Sand 20,0
6. Sst. graugelb, mk., eisenschĂŒssig, FelsbĂ€nke ... 5,0
5. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine FelsbÀnke 25,0
Mittelturon
4. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., FelsbĂ€nke und FelswĂ€nde 5 â 10 m hoch. . 10,0
3. Sst. graugclb, mk ) an verschiedenen Stellen 10,0
2. Sst. lichtgrau, mk \ einzelne FelsbÀnke 10,0
1. Sst. graugelb, fk. bis mk., einzelne FelsbÀnke 5,0
GroĂer Zschandgrund, 265,0 m ĂŒ. d. M.
Kleiner Winterberg â Wettinbaude (Nordhang)
Gipfel des Kleinen Winterberges, 500,0 m ĂŒ. d. M. m
33. Basaltknppe 10,0
Zone des Jnoceramus Suhloenbachi
32. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk 1 Sandstein- 4,0
31. Sst. grau, mk I bÀnke, 7,0
30. Sst. rötlichgrau, mit Kaolinkörnern, fk. bis mk.. . . l weniger 6,0
29. Sst. grau, mk ) zusammen- 3,0
28. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, gk I hÀngende 2,0
27. Sst. mit Kaolinkörnern, grau, mk j Partien 2,0
26. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk / bildend 6,0
Sandstein-
bÀnke,
weniger
zusammen-
hÀngende
Partien
bildend
Nichts aufgeschlossen 10,0
SÂŁ SS *âą***«* $
Ili-.Ă b S. bu â k ': ::::::: 1 $
Nichts aufgeschlossen 24,0
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk \ 3,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkclgelb, mk. ... 1,0
Sst. weiĂgrau, mk I 2,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk I 8,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgrau, gk. bis konglo- I
meratisch I 1,0
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk. . . . I , , . 3,0
Sst. mit Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. . . cf, ... l ' 6,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkelgelb, fk. . . . ^â^k *,0
Sst. lichtgrau, mk ze rnarbt 4,0
Sst. graugelb, mk . . . I 7,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk I 3,0
Sst. weiĂgrau, mk., einzelne groĂe Quarze eingesprengt
7. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk.
Sst. weiĂgrau, mk., mit konglomeratischcn Schlieren .
Sst. mit wenig Kaolinkömern, bcllocker, mk. bis gk. . 3,0
Sst. lichtgrau, mk 5,0
Loser Sand, grau, mk 50,0
Mittelturon
Nichts aufgeschlossen. Anscheinend leicht zerfallender Sst 20,0
Grenze gegen die Liliensteinscholle bei 280,0 m ĂŒ. d. kl.
Nichts aufgeschlossen 10,0
ZeughansstraĂe (Wettinbaude), 270,0 m ĂŒ. d. M.
92
Profile
Ă
Hinteres RaubschloĂ (SĂŒdabhang)
Gipfel des Hinteren Raubschlosses, 389,0 m ĂŒ,
Zone des Inoceramus Schloenbachi
18- Sst. lichtgrau, mk
17. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂlichgrau, fk. bis mk
16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelblicb, fk. bis mk. .
15. Sst. grau, konglomeratisch
14. Sst. grau, mk., vereinzelt gröĂere Quarze eingesprengt 1
13. bst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, konglomeratisch . . /
12 . Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk.. . . I
11. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtrötlichgrau, mk. ' I
10. Sst. graugelb, konglomeratisch, quarzitisch . .
9. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtrötlichgrau, mk
8 . Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wciĂgran, mk. bis gk.,
vereinzelt gröĂere Quarze cingesprengt ....
7. Sst. hellockergelb, fk. bis mk., vereinzelt gröĂere Quarze
cingesprengt, Versteinerungen:
Kleine Ostreen (unbestimmbar),
OberflÀche sehr zernarbt
6 . Sst weiĂgelb, gk. bis konglomeratisch ....
5. Sst. lichtgrau, mk. bis gk
4. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk
3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk. . â
V Sst. grau, mk. bis gk., einige gerundete FclsbÀnke . ! .
I. Mittelkorniger grauer Sand
300,0 m ĂŒ. d. M.
d. M.
senkrechte
FelstĂŒrme
und
FelswÀnde
2,0
3.0
4.0
1.0
3.0
2.0
10,0
4.0
2.0
4,0
12,0
4.0
1.0
2,0
3.0
2.0
10,0
20,0
Untere Schleuse-Ost, Sign. 400,7 (Wildkatzensteig)
Zono des Inoceramus Schloenbachi
3 1L ^schlosien 3 "â mk 'â vereinzelt <licli « FelsbĂ€nke, ZwischenrĂ€ume nicht auf
'o i S !' g M Ugelb V ml f.- , biS gk ' : dicke Kelsbs "ke, schwach zernarbt
J. bst., kleine Kaolinkorner fĂŒhrend, weiĂgelb, mk., Spuren von Ver-
steinerungen; Felsbanke wabig zernarbt ....
8 . Sst. lichtgrau, mk., dicke FclsbÀnke )
1- f 8 . 4 ' ?. el . b ; fk - bis konglomeratisch, teilweise eisenschĂŒssig,' FelsbĂ€nke .
b. bst. Iichtgrau, mk., leicht zerfallend, vereinzelt dicke, wollsackÀhnliclie
Blocke. Untere Partien eisenschĂŒssig
Mittelturon
Mi k e 'I! e Ka u oIinkör â er fĂŒhrend, ockergelb, mk. mit gk. Partien; Fels
banke schwach zernarbt
4. Sst. lichtgrau, mk., vereinzelte FclsbÀuke 1 . ,
3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, krÀftig gelb, mk. bis FelsbÀnke
mg.; Versteinerungen:
Ostrea vesicularis Lam
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graurötlich, fk. bis mk.
mit einzelnen eingesprengten gröĂeren Quarzen, Ver-
steinerungen unbestimmbar
steinerungen unbestimmbar (
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkclgelb, gk., eisen- 1
schĂŒssig I
mittelmĂ€Ăig
gebankt, die
unteren senk-
recht ab-
fallend
30,7
18,0
2,0
6,0
4,0
45,0
30.0
15.0
11,0
7.0
2.0
..-st. Kiemen waoiinsomern, dunkelgclb, gk., eisen- ] z. T. schwach
Untere Schleuse, 230,0 m ĂŒ. d. M.
Taubenstein, 370,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Sst. graugelb mk. bis gk.. kleine FelsbÀnke, zu Sand zerfallend . . 20 0
bst. gelb, grobkörnig bis konglomeratisch, eisenschĂŒssig .... 100
bst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., einzelne FelsbÀnke . ' 50
bst. lichtgrau, mk., vollstÀndig zu Sand zerfallen .... ' 400
Profile
93
Mitteltaro n
3. Sst., kleine Kaolinkörner fahrend, lichtgrau, fk. bis mk., FelsbÀnke . .
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk., FelsbĂ€nke wabig zernarbt
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk., einzelne kleine
FelsbÀnke
Kirnitzschgrund, 275,0 m ĂŒ. d. M.
Ă 21.
20 .
19.
18.
17.
16 .
15.
14.
13.
12 .
II.
10 .
9.
« 8.
7.
Rausclienberg, Sign. 450,1 m ĂŒ. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi
Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂ- bis grangelb, mk. . .
Sst. lichtgrau, fk., hart J , , .
Sst. granleib, mk. / senkrechte
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., hart . . ) re s '' a / lcle â
Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgelb bis graugelb, mk. .1 stal ,
Sst. mit Kaolinkörnern, grauweià bis grangelb, fk , un- \ zernarbt
deutliche Versteinerungen
Sst. graugelb, fk., hart ) Felsriffe in
Sst. weiĂgrau, fk., hart f
c, * in I, i_- ii i V von O nach W,
Sst. weiĂgelb bis graugelb, mk. . . ) KelsbĂ€nko
Nichts aufgeschlossen
Sst. graugelb, mk j Felsen
Sst. weiĂgrau, fk. bis mk ) dĂŒnne ) stark wabig
Sst. wciĂgelb bis graugelb, mk. bis gk. . . . j BĂ€nke ! zernarbt
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend
Sst. vorwiegend grau, weniger graugelb, mk., leicht zerfallend. Einzelne
gerundete wollsackĂ€hnliche dicke Felsbiinke; selten ist ein HandstĂŒck
daraus zu schlagen
Mittelturon
Nichts aufgeschlossen
Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk
Sst. lichtgrau, mk.; einzelne dicke Felsbiinke
Sst. gelb, fk. bis mk.; nur einzelne festere eisenschĂŒssige StĂŒcke im
losen Sande
StraĂe Hohcnleipe nach Herrnskretschcn, 265,0 m ĂŒ. d. M.,
unweit Sign. 268,3
Sst. rötlichgrau, fk., sehr weich ) sehr wenig
Sst. rötlicbgrau und graugelb, fk 5 aufgeschlossen
Beginn des Soorgrundes an der StraĂe von Hohenleipe
nach Herrnskretschen. 235,0 m ĂŒ. d. M.
5,0
5,0
10,0
m
10,1
5,0
5,0
10,0
10,0
10,0
5.0
5,0
10.0
10,0
5,0
10,0
10.0
10,0
40.0
10.0
1,0
9,0
10,0
10,0
20,0
Siidkuppe des Kulenhiibels, 475,9 m ĂŒ. d. M.
Zone des Jnoceramus Schloenbachi m
15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb und lichtgrau, mk , isolierte Fels-
gruppen 10,9
14. Sst. lichtgrau, fk.; Sandsteinkuppe, einzelne Felsblöcke und BÀnke . . 20,0
13. Nichts aufgeschlossen 35,0
12. Sst. lichtgrau, fk., FelsbÀnke stark zernarbt 10,0
11. Nichts aufgeschlossen 20,0
10. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., FelsbÀnke 10,0
9. Sst, lichtrötlichgrau, mk. mit einzelnen groben Quarzen, FelsbÀnke . . 20,0
a 8. Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend ; vereinzelt dicke FelsbÀnke, gerundet,
wollsackÀhnlich 30,0
Mittelturon
7. Sst. rötlichgrau, mk ) FelsbÀnke, z. T. senkrechte 5,0
6. Sst. rötlichgrau, grobkörnig «. ] FelswÀnde bildend 5,0
MĂŒllergrund, 310,0 m ĂŒ. d. M.
5. Sst. lichtgrau, mk. mit eingesprengten gröberen Quarzen, einzelne Fels-
bÀnke 10,0
94
Profile
4.
3.
2 .
1.
11 .
10 .
Ă 9.
8 .
a 7.
G.
5.
4.
3.
2 .
1 .
1U.
15.
14.
13.
a 12.
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Ă 17.
16 .
15 .
14.
13.
12 .
Sst. rötlichgrau, mk., einzelne FelsbÀnke; feuchte Stellen
auf dem Wege
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., einzelne FelsbÀnke; einzelne
feuchte Stellen auf dem Wege
Sst. graugelb, mk., einzelne dicke FelsbÀnke; Wege feucbt
Wenig FelsbÀnke am Wege
Auftreffen des MĂŒllergrundes auf die BöhmerstraĂe,
255,0 m ĂŒ. d. M.
T oniges
Bindemittel
Von der Nordkuppe des Kulenhiibels, 445,9 m ĂŒ. d. M. nach NO
Basaltkuppe
Basaltboden mit einigen Basaltbrocken, sonst nichts aufgeschlossen . .
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. lichtgrau, mk.; wenig gerundete FelsbÀnke, leicht zerfallend . . .
Sst. dunkelockergelb, mk., FelsbÀnke
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend; wenige FelsbÀnke, gerundet, woll-
sackÀhnlich
Miltelturou
Sst. weiĂgelblich, mk. bis gk., hart; zernarbte einzelne FelstĂŒrme und
Mauern auf der grĂŒnen FlĂ€che
Sst. lichtgrau, fk. bis mk 1 UnzusammenhÀngend«
Sst. dunkelockergelb, mk., teils eisenschĂŒssig . . f
Sst. grau, mk., mit einzelnen groben Quarzen ( Stollen am Wege, auch
Sst. lichtgrau, mk. bis gk ] eine Quelle
Sst. rötlicbgelb, mk. bis gk., Felsgruppe; WasserpfĂŒtzen am Wege, un-
durchlÀssige Schicht, toniges Bindemittel
BöhmerstraĂe, 270,0 m ĂŒ. d. M.
Felskuppe, 378,5 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramui Schloenbachi
Sst. hell- bis dunkelgelb, fk. bis mk \
Sst. rotgelb, eisenschĂŒssig, gk I
Sst. graugelb, mk ! Felsturm
Sst. weiĂgelb, gk I
Sst. weiĂgelb, mk )
Sst. lichtgrau, fk., einzelne FclstiÀnke
Sst. graugelb, mk j FelsbÀnke, das Tal
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . ) ist eng geschlachtet
Sst. grau, mk., leicht zerfallend; enge Schlucht, dicke, gerundete FelsbÀnko
Sst. rötlichgrau, mk., leicht zerfallend, Felsen
Mittelturon
Sst. rötlichgrau, mk., weich, toniges Bindemittel, PfĂŒtzen am Wege .
Sst. gelblich, mk., hart, Felsen zernarbt
Sst. lichtgrau, fk. bis mk 1 UnzusammenhÀngende Fels-
Sst.dunkelockergelb,mk.,z.T.eisenschĂŒssig ( partien, WasserpfĂŒtzen an
Sst grau, mk. mit einzelnen groben Quarzen t einigen Stellen am Wege;
Sst. lichtgrau, mk. bis gk J auch eine Quelle ist hier
Sst. rötlichgelb, mk. bis gk., Fclsgruppen; PfĂŒtzen am Wege, undurch-
lÀssige Schicht, toniges Bindemittel
BöhmerstraĂe, 270,0 m ĂŒ. d. M.
Gipfel des SchloĂberges, 390,0 m ĂŒ. d. M
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. ockergelb, fk. bis mk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb, fk. . . .
Sst. weiĂgrau, gk., hart . «
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb- i OberflĂ€che
lieh, mk, hart | zel L'â b t e
Sst. lichtgrau, mk., hart ) zemaroi
Sst. mit viel Kaolinkörneru, graugelb, mk., hart
Felspartien
des Gipfels
10,0
5,0
10,0
20,0
3,9
62,0
20,0
10,0
40,0
10,0
10,0
5,0
5,0
5,0
5,0
in
10,0
0,5
2,0
1,0
5.0
10.0
5,0
5,0
20,0
5,0
5.0
10,0
10.0
5,0
5,0
5,0
m
4.0
3.0
3,0
10,0
5,0
5,0
Profile
95
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
18.
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
Sst. grau, mk., leicht zerfallend
Sst. hellgrau, mk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk., mit 1 cm
dickem EisenĂŒberzug
Sst. lichtgrau, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk. . . .
Sst. graugelb, mk. bis gk
Sst. meist lichtgrau, mk., leicht zerfallend, wenig hervortretend . . .
Sst. lichtgrau, fk. bis gk ) Einzelne dicke Fels-
Sst. weiĂgelb, mk ? bĂ€nkeam Abhang, woll-
Sst. rötlichgrau, mk ) sackÀhnlich gerundet
Mittelturon
Sst. graugelb und rötlich, vorwiegend fk., sehr weich, z. T. mit tonigem
Bindemittel, nur wenig feste StĂŒcke
250,0 m ĂŒ. d. M.
FelsbÀnke,
hart
8,0
2,0
3.0
5.0
5.0
20,0
7.0
3.0
5.0
50,0
Rosenberg, SĂŒdseite, 523,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramui Schloenbachi m
Sst. lichtgrau, mk \ 3,0
Sst. mit viel kleinen und gröĂeren Kaolinkörnern, gelb, mk. J 2,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rot, mk., OberflÀche der f
Felsen stark zernarbt t Felsen 4,0
Sst. mit groĂen Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. ' ' 4,0
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend \ 4,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk J 1,0
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend / 5,0
500,0 m ĂŒ. d. M.
Rosenberg (NO-Seite), 385,0 m ĂŒ. d. M., â MĂŒhlgrund
Alluvium: Lehm
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Der Hohlweg liegt im losen grauen Sande
Mittelturon
Nichts aufgeschlossen, vereinzelt nur finden sich festere StĂŒcke von
weiĂlichem, grau und gelbem, meist fk., selten mk. und gk., etwas eisen-
schĂŒssigem Sst
Diese Schichten kann man in der gleichen Höhenlage, entlang des
nördlichen Abhanges des Rosenbergs, bis zum Austritt aus dem
Walde im Westen verfolgen.
Sst. hellgrau, mk
Sst. weiĂgelb und rötlich, fk. bis mk.
Sst. hellgrau, fk. bis mk
Sst. graugelb, fk. bis mk., mit eisenschĂŒssigen BĂ€ndern
Sst. hellgrau, fk., hart, mit:
Pinna cretacea Schlot».,
OberflÀche zernarbt FelsbÀnke
Sst. weich, orangerot und lichtgrau geflammt, fk.,
Versteinerungen :
Rhynchonella plicatilU Sow.
Ottrea sp.
Pectunculus Qeinitzi dâOrb
Sst. gelbgrau, mk
Sst. hellgrau, mk
Sst. gelblichgrau, mk
Sst. hellgraugelb, fk., sehr hart, OberflÀche zernarbt, i FelsbÀnke
löcherig '
Sst. rötlich, fk. bis mk
Sst. grau und gelb, mk., wenig FelsbÀnke . . .
m
5,0
30,0
30,0
5.0
8.0
2,0
2,0
3,0
2,0
3.0
5.0
3.0
3.0
4.0
15,0
96
Profile
Zone des Inoceramus labiatus
3. Sst. weiĂ, lichtgrau und gelblich, mk., dicke FelsbĂ€nke bildend, Ober-
flÀche z. T. zernarbt und zerlöchert
Störungslinie (?)
2. Sst. vorwiegend dunkelockergelb, einzelne Partien orangefarben, mk. mit
eingesprengten groben Quarzen, Felsen dicke BĂ€nke bildend .... 300
1. Sst. mit weni" kleinen Kaolinkörnern, vorwiegend gelbgrau, mk. bis gk.
Felsen dicke BĂ€nke bildend 200
Iiamnitzgrund, 200,0 m. ĂŒ. d. M.
Kirehschlucht von Hohenleipe
Kirchschlucht oben, 270,0 m ĂŒ. d. M.
Mittelturon
7. Sst. tonig, rötlich, ik., woicb, einige FelsbÀnke
6. Nichts aufgeschlossen
Zone des Inoceramus labiatus
5. Sst. graugelb bis rötlichgelb, mk., hart, teilweise eisen- \
schĂŒssig J Felsen steil,
4. Sst. lichtgrau, mk., hart senkrecht,
3. Ss . weiĂgelb, mk BĂ€nke scharf-
2. Sst. dunkelgraugelb, mk \ kantig
Kamnitzbacb, 190,0 m n. d. M.
Sandsteinkuppe, sĂŒdlich am Finsteren Grunde, Sign. 435,0 m ii. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
m
10,0
15,0
25.0
5,0
5,0
15.0
5,0
Ă 18.
17.
IĂ.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
a 8.
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., teilweise eisenschĂŒssig, senk-
recht abgeschnittene helspartie
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk.,' leicht zerfallend'
nur einzelne kleine Blocke enthaltend
Sst. graugelb, fk. bis gk ' ,
Sst. mit viel Kaolinkörnern lichtgrau, fk. . . I Senkrechte
Sst. lichtgrau, mk., vereinzelt gröĂere Quarze enthaltend FelswĂ€nde
bst. mit Kaolinkornem, weiĂgelb, mk )
Sst graugelb, eisenschĂŒssig, fk
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit zahlreichen 'eingesprengten
groben Quarzen, FelsbÀnke stark zernarbt
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., gröĂere Quarze eingesprengt, leicht zerfallend
wenig dicke FelsbÀnke
Sst. mit Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk'., gröĂere ' Quarze 'einge
sprengt, hart, I' eisbanke schwach zernarbt ....
Sst. mit kleinen Kaolinkörncm, grau bis graugelb, mkââ leicht zerfallend
wenig wollsackahnhch gerundete dicke FelsbÀnke .
Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen .......
Mittelturon
Sst. grau, mk v
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, mk. . . j Felsen
Sst. lichtgrau gk. .' ( OberflÀche
Sst. rotgelb, fk. bis mk > schwach zer-
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau bis lichtgelb, fk. \ narbt
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . )
EinmĂŒndung des Finsteren Grundes in den Kirnitzschgrund
bei Hinterdaubitz, 290,0 m ĂŒ. d. M.
5.0
24.0
2.0
12.0
10,0
2,0
5.0
5.0
10.0
10,0
15.0
25.0
2.0
2.0
2,0
3.0
7.0
4.0
Profile
97
Felsen
Abgeholzte gerundete Höhe nördlich vom JagdschloĂ Sternberg, Sign. 471,6 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schlöenbachi m
Sst. weiĂgrau, gelb und rötlich dĂŒnn gebĂ€ndert, mit
kohligen Nestern, fk I , â .
Sst. vorwiegend weiĂgrau, lk., auch mk. und gk. Partien ( gt - 1
Sst. ockergelb, fk. mit konglomeratischen Schlieren, dabei
auch dunkelgelb, mk., mit viel Kaolinkörnem . . .
JagdschloĂ Sternberg, 415,3 m ĂŒ. d. M.
Sandbedeckung 5,3
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, ockergelbgrau, fk., \ Senkrechte
hart I FelswÀnde,
Sst. grau, mk., vereinzelt gröĂere Quarze eingesprengt ( OberflĂ€che
Sst. mit wenig kleinen Kaoliukörncrn, graugelb, mk., / mehr oder wo-
vereinzelt gröĂere Quarze eingesprengt \ nigerstark wa-
Sst. mit viel Kaolinkörnorn, weiĂgelb, fk. bis mk. . . / big zernarbt
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine FelsbÀnke 20,0
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnem, lichtgrau und grau- \
gelb, fk. bis mk / 7,0
li: âSK & r* :::::: %
Sst. mit kleinen Kaolinkörnem, lichtgrau, mk. . . . ) 2,0
Ă 13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
11,3
35.0
10.0
10,0
35.0
15.0
10.0
EinmĂŒndung des Wolfsbac htales in den Kirnitzschgrund, 306,0 m ĂŒ. d. M.
Anfang des Khaatalcs, linke Talseite, 395,2 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schlöenbachi
6. Sst. gelb und lichtgrau, mk. bis gk
5. Sst. lichtgrau, fk.,
Versteinerungen:
Pecten laevis Nn.ss.
4. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk.
bis gk
3. Sst. grau, gk. bis konglomeratisch 1
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. (
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnem, grau, mk. mit I
gröĂeren eingesprengten Quarzen J
Sohle des Talgrundes, Sign. 342,2 m ĂŒ. d. M.
Sst. leicht zer-
fallend, wenig
FelsbÀnke
Felsen,
dickbankig
9,0
2,0
2,0
4.0
8.0
28,0
Senkrecht ab-
fallende Fels-
partion bezw.
FelstĂŒrme
m
1,0
30.0
10.0
Felskrone des Marienfelsen, 421,0 m ii. d. M.
Zone des Inoceramus Schlöenbachi
TĂ€nnigtscholle
à 10. Sst. mit viel Kaolinkörnem, lichtgrau, mk
9. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgelb bis weiĂgrau,
mk. bis gk. von sehr unregelmĂ€Ăigem Korn, stark ver-
qnarzt, hart
8. Sst. dunkelockergelb, mk., verquarzt, hart
a 7. Sst. lichtgrau und graugelb, mk., leicht zerfallend, keine Felspartien,
meist loser Sand 40,0
Mittelturon
6. Sst. gelb, mk. mit dĂŒnnen konglomeratischen Lagen 10,0
5. Sst. dunkelockergelb, mk. bis gk., nicht sehr hart, Felsen 10,0
4. Sst. blaĂgelb, auch weiĂlich, hart, mk. bis gk., FelswĂ€nde stark wabig
zernarbt 20,0
Störungslinie X
Zone des Inoceramus Schlöenbachi
Neue Folg«. Heft 112 7
Profile
Dittersbacher Scholle
a 3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend,
wenig Bindemittel, dicke gerundete FelsbÀnke bildend 40,0
Mittelturon
2. Sst. gelb, mk. mit gk. Partien ) ,, , ... . 10,0
1. Sst. ockergelb, mk. \ Felsbanke 20 â 0
Dittersbach, 230,0 m ĂŒ. d. M.
Felsplatte der Willielmineiiwand, Sign. 441,8 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi m
à 5. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelblich, mk. bis gk., schwach verquarzt,
Felskuppe 1,8
4. Sst. mit kleinen Kaoliukörnern, grau und graugelb, mk., vereinzelt gröĂere
Quarze eingesprengt, Felsen 30,0
3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkömern, hellgelb, mk., stark verquarzt,
Felsen tief zernarbt 10,0
2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgrau und gelbgrau, mk. bis gk., etwas
verquarzt, Felsen, dicke BĂ€nke . 20,0
a 1. Sst. weiĂgrau, mk., leicht zerfallend, wenig dicke FelsbĂ€nke .... 10,0
370.0 m ĂŒ. d. M.
Felskuppe des Rudolphsteines, Sign. 486,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi m
Ă 8. Sst. graugclb, gk., stark eisenschĂŒssig mit EisenbĂ€ndern ) . , , 16,0
7. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., eisenschĂŒssig, ^ senkrecht
6. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt 6,0
5. Sst mit Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsen 4,0
4. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgran, mk., Felsen stark zernarbt . 2,0
3. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., mit undeutlichen Ver-
steinerungen, Sst. tritt ganz wenig hervor 5,0
2. Sst. grau, mk. bis gk., eisenschĂŒssig 35,0
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb und weiĂ, fk. bis mk., löcherig,
Felsen stark zernarbt 10,0
400.0 m ĂŒ. d. M.
Kuppe des Wespenberges, 476,8 m D. d. M. in
9. Basaltische Massen 26,8
Zone des Inoceramus Scliloenbachi
à 8. Einzelne FelsbÀnke 60 0
o 7. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen 30,0
Mittelturon
6. Sst. graugelb, mk., Versteinerungen:
Pectunculus t
einige FelsbÀnke o
5. Sst. ockergelb, mk. bis gk dicke Feis- 5,0
4. Sst. lichtgrau, mk bÀnke, 5,0
3. Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk meist wenig 5,0
2. Sst. graugelb, mk zusammen- 5,0
1. Sst. ockergelb, mk. bis gk hÀngend 10,0
Talsohle, 320,0 m ĂŒ. d. M.
Von der Talsohle gegen SĂŒden nach Höhe Sign. 378,5 m ĂŒ. d. M. stehen von 320,0 i
bis 360,0 m dieselben Schichten an. Bei 360,0 m streicht Störungslinie Vill vorĂŒber.
Profile
99
FelsbĂ€nke sĂŒdlich des âFâ sĂŒdlich der BalzhĂŒtte, 415,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramu» Sc/iloenbachi
Ă 4 ââ âąÂ°: l i^ Ăr â e _ r , D 2 graU und âgra?gelb, mk. . J Felsen dĂŒnn und
f' If' lĂââ âTT 'Felsen stark ier-
1. bst. mit kleinen Kaolinkorneni, weiĂgelb, mk. bis gk. j narbt, dick gebankt
Sign. 390,0 m ĂŒ. d. M.
Felsen
Felsen
stark zernarbt
Felsen
m
8,0
2,0
3 sSt ar,n W âąL g Kaol,nk °r ne , rD > weiĂgelb, mk. bis gk. $ dick gebankt 2,0
d. bst. grau, mk., wenig Bindemittel, Felsen If) n
2. bst. iichtcrran. mk l,i= <rk \ m ,*.*.âą * â,ĂŒ
3.0
2.0
Felsplatean am Engen .Stein, 460,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramu» Schloenbachi
Ă ja o s S f' âJJ Kâolinkörnern dunkelgelb, fk > kl.Felspartie im Sattel
3 s! ' ! i Kaolinkorneni, dunkelgrau, fk. . östl. vom Engen Stein
Jo c welĂ g ,a "â mk -, we »'g Bindemittel \
,* * m ! 1 vie * Kaolinkörnern, graugelb, fk
II. ost. mit Kaolinkorneni, hellgrau, fk
10 IdsentV' 6 ' KaoliDkörnern > dunkelgraugelb, fk., enges
9. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ! .
ö. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkorneni, hellgrau, fk., ein-
zelne gröĂere Quarze eingesprenet.
7. Sst. graugelb, fk. bis mk
6. Sst. mit KaolinkĂŒrnern, hellgelb, gk. bis konglomeratiscli , I â
d. bst. dunkelgrau, mk., wenig Bindemitttel, Felsen . 7 0
o- ;,âąâąâąâąâąâąâą? Felsen steil, 'senkrâecht iJb-' 3,0
1 11: ircl!fglau, a mk grau : m 8 gk - ; â fallcnd â 8tark âąl>igzemarbt 10,0
1. Sst. hellgelb mit rötlichen Quarzou, mk. ....
An der BalzhĂŒtte, 405,0 m ĂŒ. d. M.
Vom Engen Stein, Sign. 459,6 m ĂŒ. d. M. in der Richtung nach NO
Zone des Inoceramu» Schloenbachi m
Ă 5. Sst. nicht anstehend â
'' | a ^ , zenmrbt kleineB Kaolinköruern > ÂŁ elb und weiĂlich,â fk., Felsen zi T.' â â
3. Sst. weiĂgrau, fk. bis mk/, wenig Bindemittel,' FelsbĂ€nkei .' .' .' .' ' 'so
2. Sst. hochge b, fk bis mk., kleine FelsbÀnke 4 0
Felsp g aS Ch .â b ' S gk â V ° n 8tilrke " Eisenadern d ||r ciizogen, kleine
lalgrund im langen Tal zwischen Engen Stein und MĂŒhlberg, 402,0 m ĂŒ. d. M.°
2,0
2,0
4.0
2.0
2,0
4.0
6.0
1,0
1,0
1,0
8,0
2,0
Schwarzberg, 489,7 m ĂŒ. d. M.
, , , , Zone des Inoceramu» Schloenbachi
Suppgebergscholle
Ă 7. Sst. weiĂgrau, fk., Versteinerungen unbestimmbar .
b. bst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂlich, gelb und
rötlich, vorwiegend fk., auch mk., Versteinerungen:
Lima granulata Nitss.
Peclen laevis Nilss.
Neithea grypheala Schi.oth. sp.
Ostrea »udetica Scor.
Oslrea vesicularis Lam.
Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp. . .
â Störungslinie X â
Zone des Inoceramu» Schloenbachi
keine Fels-
bÀnke, lose
Gesteins-
bruchstĂŒcke
m
9,7
20,0
7 -
100
Profile
TĂ€nnigtscholle
Ă 5. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. . . . ) Felspartien scharf her-
4. bst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, £ vortretend, stark zer-
weiĂgrau und gelblich, fk. bis gk ) narbt, dĂŒnn gebankt
6. bst. mit Kaolinkornern, weiĂgrau, wemger gelbgrau, vorwiegend fk.,
auch mk., 1' elspartien zernarbt, löcherig, dĂŒnn gebankt ....
2. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgelb, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt !
â 1. Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend, Felsen wollsackĂ€hnlich gerundet,
nicht zernarbt
Hengstgrund, 335,0 m ĂŒ. d. M.
Heinniliiibel, 436,7 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Rennersdorfer Scholle
Ă 11. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk., mit wolkigen grob-
körnigen Partien, leicht zerfallend, einzelne vortretende Felskanten,
schwach gebankt, zerlöchert
10. Loser Sand, Untergrund nicht aufgeschlossen
â Störungslinie Ie â
Zone des Inoceramus Schloenbachi
TĂ€nnigtscholle
Ă 9. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgelb, fk., Ober- I
flÀche zernarbt / Felsen
8. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk. . . . ( dĂŒnn gebankt
7. Sst. grau, fk., OberflÀche zernarbt )
6. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsen stark zernarbt .
5. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsen zernarbt
4. Sst mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt
3. Sst. mit Kaolinkörnern, graugclb, mk., vereinzelt kleine FelsbÀnke . .
a 2. Sst. grau, vollstÀndig zerfallen
I. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., wenig Bindemittel; dicke runde woilsack-
Àhnliche FelsbÀnke bildend
Hengstgrund, Sign. 335,0 m ĂŒ. d. M.
Höhe 402,4 m, Profil nach W zum Scholzengrund
Felsplatcau, 402,4 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Snppgebergscholle
à 27. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. . . . I
26. Sst. lichtgrau, fk., mit einzelnen gröĂeren eiugesprengteu I
Quarzen I
25. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk /
24. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk I
23. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, gk
22. Sst. grau, mk ,
21. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. bis gk. /
â Störungslinie XII â
Zone des Inoceramus Schloenbachi V
Dittersbacher Scholle I
à 20. Sst. rötlichgrau, mk J
19. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk /
schöne
Felspartien,
WĂ€nde,
TĂŒrme und
Zacken, sehr
interessant,
ausgewittert
und zernarbt
4,0
26,0
40.0
10.0
45,0
m
16,7
15,0
3.0
2.0
2,0
8,0
6,0
4,0
4,0
31.0
10.0
7,4
5,0
5,0
5.0
2.0
8,0
10,0
5,0
5,0
Profile
101
18. Sst. lichtgrau, fk 4,0
17. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, grau, mk j 2,0
16. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb mit rötlichen | â ,
Quarzen, mk. . . . f . , Fel f â . 6,0
15. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb, gk. . âą âą > ? e ,, re , â .. 2,0
14. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk [ a enl â meis J 3,0
13. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wachsgelb, Ik. bis mk., V benr zernal ,t
Versteinerungen: j
Ostrea sudetica Scop / 3,0
12. Sst. grau, fk. bis mk \ ... ... 5,0
11. Sst. weiĂlich, fk. bis mk ara « e.len AbhĂ€nge .â Q
10. Sst. weiĂgelb, mk ei â zel f FesbĂ€,lke ' 5 0
9. Sst. lichtgrau, mk ) diebesonders .n 5
8. Sst. gelb, mk [ d . en höheren Lagen 50
7. Sst. graugelb, mk., mit einzelnen eingesprengten 1 01110 0 ? , bls J m
Quarzen J erre.cnen 10)0
a 6. Sst. grau, mk 10,0
5. Sst. lichtgelb, mk ) einzelne gerundete 5,0
4. Sst. rötlichgrau, mk ) FelsbÀnke am Wege 5,0
Scholzengrund, 275,0 m ĂŒ. d. M.
Im Scholzengrunde abwÀrts nach SW folgt
3. Sst grau, mk., leicht zerfallend, wenig gerundete FelsbÀnke und Blöcke 25,0
Mittelturon
2. Nichts aufgeschlossen 12,0
1. Sst. rot, mk., FelsbÀnke 6,0
EinmĂŒndung des Scholzengrundes in die StraĂe Dittersbach-Ronnersdorf,
232,0 m ĂŒ. d. M.
Rennersdorf Westausgang, 330,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbaclii
Rennersdorfer Scholle m
à 6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Versteine- '
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkelockergelb, fk. Felsen. dĂŒnn
bis mk. wolkig verteilt . . fffch.ohtet, , 0 _ 0
4. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis 101 zernaröt
mk. stark wechselnd 10,0
â Störungslinie Id â
Zone des Inoceramut Sckloenbachi
Dittersbacher Scholle
« 3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau, zuweilen gelblich, mk.,
leicht zerfallend, keine Felspartien, Hang schrÀg aufsteigend .... 40,0
Mittelturon
2. Nichts aufgeschlossen 10,0
1. Sst. gelblich und rötlich, mk., steile Felspartien, stark zernarbt . . . 20,0
Ostende von Dittersbach, 230,0 m ĂŒ. d. M.
Sign. 229,0 m eine Pumpe am Wege, Tiefe etwa 4 m, sodaĂ hier eine
tonige, wasserfĂŒhrende Schicht anzunehmen ist.
Dittersbach, Brunnenschacht am Jugendheim SW vom Marienfels.
Ansatzstelle des Brunnens 260,0 m ĂŒ. d. M. ') m
11. Sand und Lehm 12,0
') Hettsbk, Gebirgsbau u. OberflÀchengestaltung S. 262 (18). Von Hkttner wird
an der Basis der Dittersbacher Felsen in 260 m Meereshöhe die Lage der PlÀner ange-
geben, was mit unserem Ergebnis ĂŒbereinstimmt.
102
Profile
Mittelturon
10. Sst. weià bis dunkelgelb und rötlich fein gebÀndert, fk., hart ....
9. Sst. stark eisenschĂŒssig
8. Tonlage, lichtgrau und rötlich
7. Sst. gelb, weich, fk. mit einzelnen groben Quarzen
6. Sst. weiĂ, locker, mk. bis gk ...
5. Sst. weiĂ, hell- und dunkelgelb gebĂ€ndert, fk
4. Sst. dunkelgelb, hell- bis dunkelrot, nach der Tiefe immer feuchter
werdend, Fk
3. Sst. licht- bis dunkelgelb, hell- bis dunkelrot, fk., weich, mit schwachen
Tonlagen, Wasser fĂŒhrend
2. Tonscnicht gelbrötlich, fk
1. Sst. rötlichgelb, sehr fest und hart, fk. bis mk
Sohle des Brunnens, 216,0 m ĂŒ. d. M.
Fclstnrm, Sign. 450,7 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramu» Schloenbachi
à 10. Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, fk
9. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, weiĂlich, fk.
8. Sst. lichtgelb, fk.
Isoliertes
steiles FelsrUT,
dĂŒnn
â . geschichtet
7. Sst. hellgelbgrau, fk ) Nur wenig Felsb.'inke,
6. Sst. dunkelgrau, mk., leicht zerfallend \ dflnn geschichtet
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hellgrau, fk 1 Felsen dĂŒnn
4. Sst. gelblich, fk. . . . ^ V geschichtet,
3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weiĂgiau, mk. . ) zernarbt
2. Sst. dunkelgrau und duukelgraugelb, fk. . . .1 Felsen dĂŒnn gc-
1. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau und graugelb, ? schichtet, aber nicht
fk., z. T. gröĂere Quarze eingesprengt . . . . ) zernarbt
390.0 m ĂŒ. d. M.
Suppgeberg, NW gegen BalzhĂŒtte, 430,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
à 4. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hellgrau bis dunkel-
graugelb, fk
3. Sst. hellgrau bis dunkelgrau, fk
2. Sst. hellgrau bis dunkelgrau, fk. bis mk
1. Sst. ockergelb bis graugelb, fk. bis mk., Versteinerungen:
Uslrea sudetica Scor
405.0 m ii. d. M.
FclsbÀnke
dĂŒnn
geschichtet
FelsbÀnke
zernarbt
Talgrund im langen Tale zwischen dem âEngen Steinâ und MĂŒhlberg, 402,0 m ĂŒ,
Zone des Inoceramu s Schloenbachi
Ă 6. Sst. dunkelockergelb bis grangelb, fk. bis mk., kleine Felspartien . .
5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelblich, fk., leicht zerfallend, wenig
anstehend
4. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk
3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk
2. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk ^ Einzelne
1. Sst. mit -viel Kaolinkörnern, dunkelgelb, fk., Versteinc- : FelsbÀnke
rungen : \
Ăstrea sudetica Sccr '
370,0 m ĂŒ. d. M.
Von Sign. 346,1 m Tal gegen Sign. 260,1 m, Ostende von Schemel
Oberes Ende des Grundes, 340,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
à 14. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk., einzelne FelsbÀnke
6,0
0,01
0,02
2,97
2.50
5.50
8,00
5,00
0,50
1.50
m
?,7
6,0
2,0
4.0
6.0
6,0
2,0
2,0
10,0
20,0
m
10,0
6,0
4.0
5.0
d. M.
m
6,0
16,0
2,0
2,0
2,0
4,0
10,0
Profile
103
13. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, hochgelb, fk. bis mk
12. Sst. mit viel kleinen Kaolinkömern, lichtgrau, fk. .
11. Sst. mit wenig Kaoliukörnern, ockergelb, fk. . . .
10. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, blaĂgelb, fk. bis mk
9. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, gk., FelsbĂ€nke . .
8. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgelblicb, fk., vereinzelt gröĂere
Quarze eingesprengt, Felsen tief zernarbt, Versteinerungen:
Pecten virgatus Nilss.
Exogyra cornu arietis Nilss. einend. Gbief
7. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk
6. Sst. grau, gk., leicht zerfallend, Felsen
5. Sst. hochgelb, mk., Felsen, dĂŒnnbankig
4. Sst mit wenig gröĂeren Kaolinkörnern, gelb, mk
o 3. Sst. grau, sehr feucht, mk., teilweise graue \ Felsen ganz dic.kbankig,
SandschĂŒttung f BĂ€nke von mehreren Metern
2. Sst. lichtgelb, mk I MĂ€chtigkeit, BĂ€nke abge-
I. Sst. graugelb, gk â rundet, wollsackĂ€hnlich
Krcibitzbach, 222,0 in ĂŒ. d. M.
Felsen
15 .
1 <>.
12 .
II.
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Ă 15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
Rennersdorf, Sign. 353,3 ro, â Krcibitzbach (Weg nach Kaltenbach)
Rennersdorf, Sign. 353,3 m ĂŒ. d. M.
Nichts aufgeschlossen
Zone des Inoceramus Svhloenbachi
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk., eisenschĂŒssig .
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . .
Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. . .
Sst. mit Kaolinkörnorn, lichtgrau, mk. . . .
Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb, fk. . .
Sst. graugelb, eisenschĂŒssig, fk
Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. ...
Sst. mit Kaolinkörnern, grau, fk
Sst. mit Kaolinkörnorn, weiĂgelb, fk. bis mk.
Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk
Sst. mehr oder weniger reich an Kaolin körnern, licht-
grau, fk. bis mk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wciĂgelb, fk
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk
Kreibitzbach, 270,0 m ĂŒ. d. M.
Felsen, ein-
zelne Gruppen
von 3 â 10 m
Höhe. (An der
SĂŒdeinfassung
des Tales stei-
gen die Fels-
mauern in ver-
schiedenen
Terrassen
senkrecht
empor)
FelsbÀnke
am Wege
Felskti ppe, Sign. 356,7 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramux Scbloenbachi
Sst. weiĂgrau, fk 1
Sst. graugelb, fk. bis mk., eisenschĂŒssig f Felsen, dĂŒnn
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. . . . ( geschichtet
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, graugelb, fk. . . )
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weiĂgelb bis ocker- ) Felsen, dĂŒnn
gelb, fk. mit einigen gk. Lagen > geschichtet, meist
Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graugelb, gk. ; stark zernarbt
eingesprengten Quarzen
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, gk
Sst. lichtgrau, fk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, gk
Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk. . . .
Sst. mit Kaolinköruern, wciĂgelb, fk. . . . ) Felsen, dĂŒnn ge-
Sst. weiĂgelb, fk. bis mk I schichtet, tief zernarbt
Sst. graugelb, mit wenig kleinen Kaolinkörnern, mk., FelsbĂ€nke, dĂŒnn
geschichtet
V Felsen, dĂŒnn
geschichtet
Sst. gelb, fk., mit gröĂeren
10,0
15.0
5.0
10.0
1,0
10,0
5,0
5,0
5,0
5,0
30,0
4.0
3.0
m
13,3
5.0
3.0
4.0
3.0
4.0
2.0
4,0
4,0
4.0
2.0
20,0
8,7
6,0
4,0
4,0
13,0
1,0
1,0
1,0
2,0
1,0
1,0
4.0
2.0
3,0
104
Profile
1. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau und gelblich, fk., FelsbĂ€nke, dĂŒnn
geschichtet
StraĂe von Niederkreibitz nach Rennersdorf, 296,0 m ĂŒ. d. M.
Ă 3.
2 .
I.
Am âeâ von âSchranneâ, 370,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, grangelb, fk.
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂgran, fk.
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk. .
357,0 m ĂŒ. d. M.
Einzelne kleine
FelsbĂ€nke, dĂŒnn
geschichtet
m
6,0
5.0
2.0
Obere Kante des Steinbrucks, 342,5 m. ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
à 8. Sst. mit Kaolinkömern, rötlichschwarzgrau, fk. bis mk., kleine FelsbÀnke
auf der Kuppe 10
7. Sst. mit viel groĂen Kaoliokömem, lichtgraugclb, mk 0*5
6. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichscbwarzgrau, fk. bis mk 1,0
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, vorwiegend lichtgelb, mit dunkelrot gefÀrbten
Partien, fk. 10,0
4. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, rötlich, fk 1,0
3. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk., vereinzelt KohlestĂŒckchen
enthaltend, Wcrksteinbank, Versteinerungen:
Pinna cretacea Schlot» 6,0
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., kohlig, mit zahlreichen Bruch-
stĂŒcken von Versteinerungen 1,0
1. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, dunkelgrau, fk 2^0
Sohle des Steinbruchs, 320,0 m ĂŒ. d. M.
Sign. 415,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Ă 12. Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgraugclb, fk. mit einzelnen gröĂeren Quarzen
eingesprengt, leicht zerfallend, nur einige kleine Sst.-Blöcke im losen
Sande
1 1. Sst. mit zahlreichen Kaolinkörnern, weiĂgrau, mk
10. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelb, mk., Versteinerungen :
Pecten laevis Nilss
9. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb und weiĂgrau, fk., einzelne gröĂere
Quarze eingesprengt
Sign. 396,6 m ĂŒ. d. M.
Ă 8. Sst. mehr oder weniger Kaolinkörner fĂŒhrend, weiĂgrau
und weiĂgelb, fk., vereinzelt kleine GlimmerschĂŒppchen
enthaltend
7. Sst., graugclb, fk., einzelne gröĂere Quarze cingesprengt
6. Sst., dunkelockergelb, fk., eisenschĂŒssig
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk
4. Sst. mit wenig Kaolinkörnem, weiĂgrau, fk., Ver-
steinerungen:
Liopislha aequivalvis Goldf. sp.
mit 20 cm dicker grobkörniger Bank
3. Sst. mit wenig Kaolinkömern, graugclbrot, fk., einzelne
gröĂere Quarze eingesprengt, Versteinerungen:
Ostrea sudetica Scuf.
Pecten laevis Nilss
2. Sst. lichtgelb und graurötlich, mk. mit zahlreichen ein-
gesprengten Quarzen
1. Sst. lichtgrau, fk ' .
Talgrand bei Sign. 350,0 m ĂŒ. d. M.
Felspartien
dĂŒnn gebankt,
senkrecht ab-
geschnitten,
mehr oder
weniger
stark zer-
narbt,
Schichtenlage
horizontal
m
5,4
5.0
3.0
5.0
5,6
5.0
2.0
10,0
4,0
9.0
1.0
10,0
Profile
105
Letzter Felsturm östlich an Sign. 333,5 am AuftreFfen des Balzliiittenweges
auf die StraĂe Niederkreibitz-Altdaubitz
Gipfel des Felsturmes, 354,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Ă 11. Sst. weiĂgrau, fk \
10. Sst. gelb, fk ... 1
9. Sst. mit viel Kaolinkörnern, mk., gröĂere Quarze ein- I
gesprengt I
8. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graurötlich, fk. /
7. Sst. graugelb, fk., Versteinerungen:
Pecten laevis Nilss 1
G. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkömera, rötlich, fk. . . Felsen
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb-rötlich, mk. . . . j
4. Sst. gelb, fk., vereinzelt gröĂere Quarze eingesprengt . I
3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk I
2. Sst. lichtgrau und gelb, fk., Spuren von Versteinerungen 1
1. Sst. mit Kaolinkörnern, grau bis rötlich-gelb, mk. bis gk.,
Versteinerungen :
Ăstrea vesicularis Lam /
FuĂ des Felsturmes, 332,0 m ĂŒ. d. M.
4.0
1.0
1,0
1,0
2,0
0,5
0,5
2,0
2,0
4,0
4,0
Am Friedhof von Kliua, 400,0 m ö. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Ă 7. Nichts aufgeschlossen, anscheinend sehr leicht zerfallender Sst. . . . 10,0
6. Sst. weiĂlich und gelb, auch weiĂ und gelb dĂŒnn ge- ) Lose StĂŒcke,
bÀndert, fk., Versteinerungen: ) keine Felsen
Cardiaster Ananchytis Leske 18,0
5. Sst. stark eisenschĂŒssig, gelb, fk., gespickt mit groben Quarzkörnern . 2,0
4. Sst. blaĂviolet, fk 2,0
3. Sst. mergelig, rötlichweiĂ und gelb, fk., vereinzelt gröĂere Quarze ein-
gesprengt 3,0
2. Nichts aufgeschlossen 5,0
1. Sst. weiĂlich, gelblich and rötlich gefleckt und gestreift, fk. bis mk.,
kohlig, schnell wechseld in Korn und Farbe, Versteinerungen:
1. Pinna cretacea Schloth.
2. Pecten virgatus Nilss.
3. Pecten laevis Nilss.
4. Neithea grypheata Schloth. sp.
5. Ăstrea sudetica Sccp.
6. ĂŒstrea vesicularis Lam.
7. Liopistha aequivalvis Goldf. sp 10,0
KhaatalstraĂe, 350,0 m ö. d. M.
Oberes Ende der Schlucht bei 400,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
à 13. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk., einzelne FelsbÀnke, z. T.
stark zernarbt . . . 10,0
12. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelbrot, fk., undeutliche Ver-
steinerungen, Felsen schwach zernarbt 10,0
11. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, mk., Felsen zernarbt . . 10,0
10. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weiĂlich, fk., Felsen schwach zer-
narbt 10,0
9. Sst. mit Kaolinkömera, weiĂlich, fk. bis mk 1 Felsen 10,0
8. Sst. gelb, mk., mit undeutlichen Versteinerungen . . \ stark 10,0
7. Sst weiĂgrau, fk ) zernarbt 18,0
6. Sst. gelb, fk. bis mk., hart, FelsbÀnke 6,0
5. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend 5,0
106
Profile
4. Nichts aufgeschlossen 160
3. Sst. weiĂgelb und ockergelb, mk. bis gk., Felsen eng geschlachtet, meist
zernarbt 30,0
2. Sst. lichtgelb, mk. bis gk., leicht zerfallend 10,0
a 1. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend; der Talboden liegt im hell-
grauen Sande 45,0
Schluchtausgang gegenĂŒber der Kirche von Windischkamnitz,
210,0 m ĂŒ. d. M.
Der Fahrweg, der vom Huttenberge an Sign. 343,0 herab zum âJâ von
âJonsbachâ fĂŒhrt, schneidet ein kleines KiefernwĂ€ldchen, am Wege sind meist
nur lose Sande aufgeschlossen.
320,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi
Ă 5.
4.
3.
2 .
1 .
Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelbgriin und graugelb, rok
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk ] Ăstlich des We^-cs eine
Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . ( kleine Schlucht, in der
Sst. mit viel Kaolinkörnern, grau, mk , dĂŒnn- el ^KeĂken
geschichtete Banke am Wege ) ansteht
260,0 m ĂŒ. d. M.
m
10,0
20,0
10,0
10,0
10,0
Ăstlich des vorgenannten Weges ist der Fahrweg, der vom Huttenberg
herab durch das âbâ von âJonsbachâ fĂŒhrt und bald nach W umbiegt, in eine
kleine Schlucht cingeschnitten, in der FelsbÀnke zu beiden Seiten anstehen.
300,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi m
à 4. Sst. mit Kaolinkörnern, ockergelb, fk 10,0
3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelbgrĂŒn, mk 10,0
2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk 10,0
1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb und gelb, fk. bis mk 20,0
Die Schichten sind schwach nach S geneigt
250,0 m ĂŒ. d. M.
Kesselgraben (TĂ€lchen westlich am Maiberg), 320,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Scliloenbachi
Huttenbergschollc
T 9- Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk
8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, mk
7. Ton bezw. Mergel (?), dunkel . . . âą
à 6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk
â Störungslinie XXIII â
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Maibergscholle
Y 4. Tonmergel, dunkelgrau, fk
à 3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
2. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, fk
1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk
286,0 m ĂŒ. d. M.
15,0
2,0
2,0
2,0
4,0
4,0
SĂŒdlich von Neu-Ohlisch, Sign. 288,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Ă 8. Nichts aufgeschlossen 8,0
7. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk., dicke SandsteinbÀnke ..... 5,0
Profile
107
19.
18.
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
20 .
19.
18 .
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk., FelsbÀnke zernarbt .... 5,0
Sst. grau, mk. bis gk 10,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk 5,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgelb, fk. bis mk., Felsen zernarbt . 5,0
Sst. weiĂgrau, gk 5,0
Sst. weiĂlich und dunkelgrau, mb. bis gk., Steinbruch 10,0
Talgrund in Neu-Ohliscb, 235,0 m ĂŒ. d. M.
Kreuzstein â Hadergrand. Krenzstein, 305,2 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus ScMoenbachi m
Sst. mit viel Kaolinkörnern, ocker- bis graugelb, mk. bis gk , FelsbÀnke 10,2
Sst. mit Kaolinkörnern, ocker- bis graugelb, mk., Felsen zernarbt . . 10,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk. . v 10,0
Sst. grau und gelb gestreift, fk., einzelne gröĂere Quarze 1
eingesprengt f Einzelno 2,0
Sst. lichtgrau, mk. bis gk > kleine 3,0
Sst. graugclb, mk., einzelne gröĂere Quarze eingesprengt, l FelsbĂ€nke
undeutliche Versteinerungen l 1,0
Sst. licht grau, mk. bis gk., leicht zerfallend . . . . âą 5,0
Sst. weiĂgelblich fk bis gk., einzelne gröĂere Quarze ) Fe]gen meist
eingesprengt, undeutliche Versteinerungen > zernarbt * 2 ' 0
Sst. ockergelb, mk ) â 2,0
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, Felsen 1,0
Sst. weiĂgelb, mk., Felsen zernarbt 2,0
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, Felsen 2,0
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 1 1,0
Sst. grau, mk ( Felsen 1,0
Sst. gelbgrau, fk. bis mk I zernarbt 1,0
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weiĂgrau, fk. bis mk. . ) 2,0
Nichts aufgeschlossen 5,0
Sst. graugelb, fk. bis mk., einzelne gröĂere Quarze eingesprengt . . 5,0
Sst. weiĂ- und rötlichgrau, fk. bis mk., kleine Felspartien 5,0
Hadergrund, 225,0 m ĂŒ. d. M.
SW-Hang des âHuttenberges** gegen âtâ von âKreuzsteinâ
SW am Huttenberge
Ober 310,0 m ĂŒ. d. M. nichts aufgeschlossen
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk., FelsbÀnke 2,0
Nichts aufgeschlossen 8,0
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, mk., Felsen zernarbt 2,0
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk., einzelne FelsbÀnke .
Sst. mit Kaolinkörnern, grau, mk.
Sst. mit Kaolinkörnern, ockergelb, mk / dickbankig
Felsen
6,0
2,0
2,0
8,0
Felspartie
wenig
zusammen-
hÀngend
Sst. lichtgrau, fk. bis
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hell- bis graugelb, fk. bis
mk., Versteinerungen
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, vereinzelt gröĂere
Quarze eingesprengt, mk., Versteinerungen:
Neilhea gryj/heata Sciilotit. sp
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, mk., Felsen zernarbt 4,0
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgrau, fk. bis mk., Ver- \
steinerungen : I
Bank mit kleinen Ostreen 1 Felsen
Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk / dickbankig
Sst. grau, gk. bis konglomeratisch \
Sst. hellgrau, fk., undeutliche Versteinerungen . . . '
8,0
2,0
6,0
2,0
2,0
4,0
108
Profile
6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, grau nnd gelb gestreift, \
fk. bis mk I 7^0
5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgrau, mk. bis gk., un- > k eisen
deutliche Versteinerungen . . . .( scharfkantig
4. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkclgrau, fk. bis mk. J sâo
3. Nichts aufgeschlossen
2. Sst. grau. fk. bis mk., leicht zerfallend 2,0
1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk., leicht zerfallend ... 8^0
DorfstraĂe in Jonsbach, westlicher Teil, am âtâ von âKreuzsteinâ, 220,0 m ĂŒ. d. M.
20 .
19.
18 .
17.
16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Gipfel des Kleinen BĂ€rensteines, 338,3 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. dunkelgraugelb, mk. bis gk \ â .
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk. . . . J senkrechte
Sst. wciĂgelb, mk .....( FelswĂ€nde
Sst. grau, gk / . l 10 ' 1 F Âź ,8 â
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. . . . \ ' >an * ie , t â i * ar â
Sst. weiĂgelblich, mk. bis gk ] zernarbt
Sst. grau, mk., Felsbank
Sst. gelb, mk., eisenschĂŒssig '
Sst. lichtgraugelb, mk Senkrechte
Sst. weiĂgelb, mk FelswĂ€nde,
Sst. lichtgelb, mk. bis gk stark zernarbt,
Sst. lichtgelb, mk Gestein hart
Sst. rot, mk., eisenschĂŒssig
Nichts aufgeschlossen
Sst. mit Kaolinkörnern, gelbgrau, mk ) Vereinzelte
Sst. grangelb, mk. mit eingesprengten gröĂeren Quarzen j FelsbĂ€nke
Bruchlinie (?)
Sst. lichtgelb, fk. mit zahlreichen eingesprengten \ Diebskeller, senkrechte
gröĂeren Quarzen, Aussehen zum Teil fast gk. I Felsmassen, stark zer-
Sst. grau, gk. klĂŒftet, an einer Stelle
Sst. grau, mk. bis gk . I ein schmaler, oben ge-
schlossener Durchgang
Sst. lichtgelb, mk.
Am Diebskeller, 240,0 m ii. d. M.
4,3
4.0
1.0
1,0
2,0
2,0
1.0
1,0
2,0
5,0
5,0
4,7
0,3
10,0
10,0
15,0
15,0
2,0
5.0
8.0
Felspartie am âRâ von âRabsteineâ im Goldbachtale.
Obere Kante des Felsenhangcs, 270,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
11. Sst.
10. Sst.
9. Sst.
8. Sst.
7. Sst.
6. Sst.
5. Sst.
4. Sst.
3. Sst.
2. Sst.
1. Sst.
mit viel Kaolinkörnern, ockergelb, fk. bis mk.
mit viel Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . . .
mit viel Kaolinkörnern, ockergelb, mk. bis gk.
lichtgrau, mk., OberflÀche zerlöchert ....
mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, fk. bis mk. .
mit wenig Kaolinkörnern, hellgelb, konglomeratisch
mit wenig Kaolinkörnem, ockergelb, mk.
mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis gk.
mit Kaolinkömern, hellgelb, mk
mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. . .
mit Kaolinkörnern, gelb, fk. bis gk., Versteinerungen:
Lima canalifera Goi.df.
Ăstrea vesicularis Lau. (Bank)
Turritella sp
Goldbachtal, 240,0 in ii. d. M.
â I
Felspartien
dĂŒnn
geschichtet
Felspartien
dĂŒnn
geschichtet,
OberflÀche
zernarbt
1,0
3.0
1.0
3,0
3.0
1.0
2,0
2,0
2,0
6,0
6,0
Profile
109
P 9-
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Ă 16.
15.
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9 .
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Obere Kante der AlbswÀnde, 294,0 m ö. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. mit gröĂeren Kaolinkörnern, grangelb, mk. bis gk. \
Sst. mit viel Kaolinkömern, grangelb, Sk. bis mk. . . j
Sst. mit Kaolinkörnern, rotgelb, mk. bis konglomeratisck 1
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, fk. mit einge- |
gesprengten einzelnen gröĂeren Quarzen nnd mit dĂŒnnen 1
grobkörnigen Lagen, mit eisenschĂŒssigen BĂ€ndern . . \ FelsbĂ€nke
Sst. mit viel Kaolinkörnern, rotgelb bis rot, mk. bis gk. i
Sst. mit viel Kaolinkörnern, weiĂgelblich bis dunkel- i
ockergelb, mk., mit undeutlichen Versteinerungen . . I
Sst. mit Kaolinkörnem, graugelb, mk 1
Sst. weiĂgrau, gk
Sst. mit Kaolinkömern, weiĂgrau, mk /
Fahrweg im Kamnitzgrunde, 280,0 m ĂŒ. d. M.
Gipfel des Rauensteines, 304,0 in ii. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi
Sst. mit Kaolinkömern, lichtgraugelb, mk. bis gk., Senkrechte
Korn sehr unregelmĂ€Ăig . . . ... . â â â Felspartien,
Sst. mit Kaolmkornern, rothchgelb, nik., Korn unregel- j einzelne
Sst. lichtgelb. mk. bis gk., Korn unregelmĂ€Ăig . . . | W eiTi K "Ăiude-
Sst. mit Kaolinkömern, dunkelgelb, mk. bis gk., Korn l mi g e[ 1|nd
unregelmĂ€Ăig âąâ âąâąâąâąâ âą âą âą âą ; * * âą ĂŒberschĂŒttend
Sst. lichtgelb, mk. bis gk., Korn unregelmĂ€Ăig . . .
Sst. lichtgraugelb, mk. bis gk 1 Einzelne
Sst. grau, fk. bis mk. ( gerundete
Sst. graugelb, k. bis nik I FelsbÀnke
Sst. gelbgrau, fk. bis mk ]
Sst. graugelb, mk \ Dicke, meist
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend . ... I gerundete
Sst. weiĂgraugelb, mk I FelsbĂ€nke,
Sst. gelb, mk (mit groĂen
Sst. weiĂgraugelb, fk \ runden
Sst. weiĂgraugelb, fk., Felsen zernarbt âą / Löchern
Sst. weiĂgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend, keine FelsbĂ€nke ....
FuĂ des Rauensteines auf der Ebenheit, 200,0 m ĂŒ. d. M.
2,0
1,0
3,0
1,5
2,0
1,0
1,0
13.0
1,0
3.0
2.0
7.0
3.0
5.0
4.0
6.0
5.0
10.0
10,0
9.0
4.0
2.0
20,0
Am Ostabfall der Ebenheit gegen Bahnhof Rathen ist von 200 m â 125 m herab
fast nichts aufgeschlossen. Die Schichten gehören dem Mittelturon an. Nur in 150
155 m Meoreshöhe treten am Wege einige weiĂgelbliche Sandsteinbiiuke hervor, zwischen
denen in etwa 50 cm MĂ€chtgkeit ein roter, z. T. rot und gelb dĂŒnn gebĂ€ndeter feinkörniger
Sandstein ansteht, wie er fĂŒr das Mittelturon charakteristisch ist.
Brand (340 m) â Tiefer Grund (160 m).
Nördlich vom Brandgipfel, 340,0 m ĂŒ. d. M.
Zone des Inoceramus Schloenbachi m
à 37. Sst. mit viel kleinen Kaolinkömern, lichtgraugelblich, 1
fk. bis mk ( FelsbÀnke 5,0
36. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, grau, fk. bis mk. 1 am Steilhange
mit vereinzelten gröberen Quarzen ) 15,0
Brandgipfel
110
Profile
35.
34.
33.
32.
31.
30.
29.
28.
27.
26.
25.
24.
23.
22 .
21 .
20 .
19 .
18.
17.
16.
15 .
14.
13.
12 .
11 .
10 .
9.
8 .
7.
6 .
5.
4.
3.
2 .
1 .
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk. mit zahlreichen ein-
gesprengten gröĂeren Quarzen
Sst. lichtgrau, fk. bis mk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk. mit eingesprengten
gröĂeren Quarzen
Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Korn unregelmĂ€Ăig . . . , 0 , ,.
Sst. grau|elb, mk., hart .......... Senkrechte
Sst. grau, mk., leicht zerfallend, wenig Bindemittel . , . e s " i â n Ÿ»
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Korn / f7,. g . r i â
Sst. weiĂgelbĂŒch, mk. [ «â^â^huss.g
Sst. grau, (k. mit einigen dĂŒnnen gelben Lagen
Sst. graugelb, fk. bis mk., Korn unregelmĂ€Ăig . .
Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, mk
Sst. mit Kaolinkörnern, weiĂgelblich, mk
Sst. grau, fk. bis mk
Sst. weiĂgelblich, mk /
Sst. rötliohgrau, fk., FelsbÀnke stark zernarbt ... 1
Sst. weiĂgrau, fk. bis mk ( Senkrechte
Sst. rötlichgelb, mk f FelswÀnde
Sst. weiĂgelb, fk )
Sst. lichtgrau, fk. mit dĂŒnnen Lagen von gelber Farbe, wenig Binde-
mittel, leicht zu Sand zerfallend
Sst. gelb, fk. mit eingesprengten gröĂeren Quarzen, FelsbĂ€nke, stark
zernarbt
Sst. lichtgrau, fk., wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . .
Sst. dunkelgelb, fk
Sst. lichtgrau, fk , wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . .
Sst. graugelb, fk
Sst. lichtgrau, fk., wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . .
Sst. graugelb, fk. bis mk., FelsbÀoko
Mittelturon
Sst. lichtgrau, fk., senkrechte FelswÀnde
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit eingesprengten gröĂeren Quarzen,
einzelne FelsbÀnke
Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgclbgrau, fk
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, mk
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk , leicht zerfallend . .
Nichts aufgeschlossen
Sst. graugelb, fk. mit vereinzelten eingesprengten
gröĂeren Quarzen
Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk. mit vereinzelten ein-
gesprengten gröberen Quarzen
Tiefer Grund, 170,0 m ĂŒ. d. M.
Senkrechte
FelswÀnde,
dĂŒnn gebankt
5.0
10,0
4.0
1.0
5.0
3.0
4.0
3.0
5.0
11,0
3.0
LO
2.0
1,0
2,0
5.0
2.0
2,0
1,0
18,0
1,0
1,0
10,0
3.0
7.0
3.0
2.0
3.0
5.0
5,0
5,0
Stratigraphischer Teil
Das Cenoman
Cenomane Sandsteine treten nur im Eibtale zwischen Tetschen
und Herrnskretschen in Verbindung mit der hier emporgehobenen
Grundgebirgsscholle auf. Sie bilden im allgemeinen sanft geböschte
HĂ€nge. Zu unterst sind 10 â 15 m mĂ€chtig Konglomerate und grob-
körnige Sandsteine entwickelt, ĂŒber denen in einer MĂ€chtigkeit bis
zu 80 m feinkörnige, licht gefÀrbte, tonige Sandsteine folgen. An der
Obergrenze der Zone treten an verschiedenen Stellen Quellen hervor.
Im Sommer 1926 wurden diese Schichten bis zu einer MĂ€chtigkeit
von 75 m durch eine im Kurbad Schandau vorgenommene Tiefbohrung
erbohrt. Das Bohrprofil ist Seite 86 wiedergegeben und bedarf keiner
weiteren ErlĂ€uterung. Im ĂŒbrigen wurde das Cenoman nicht beson-
ders untersucht. Auf die Schilderung der cenomanen Schichten durch
BECK und Hibsch 1 ) sei hingewiesen.
Das Unterturon
Zone des Inoceramvs labiatus ScilLOTHEIM 2 )
Die Zone des Inoceramns labiatus ist auf das westliche Randge-
biet beschrÀnkt und nur im Elbtale sowie in einigen SeitentÀlern, ins-
besondere im Kamnitzbachtal, in steilen EelsabstĂŒrzen aufgeschlossen.
Durch tektonische VorgÀnge ist sie am Kosenkamm bei Niedergrund
in ein hohes Niveau gerĂŒckt und bildet daselbst landschaftlich groĂartig
hervortretende Felsbastionen. Die Untersuchung wurde auf einige
gĂŒnstige Stellen beschrĂ€nkt, was fĂŒr den Zweck dieser Arbeit genĂŒgen
dĂŒrfte. Um zu einer entscheidenden Beurteilung der Zone zu gelan-
gen, hÀtte sich eine Durcharbeitung des Gebietes westlich der Elbe,
wo sie ĂŒber gröĂere FlĂ€chen aufgeschlossen ist, nötig gemacht. Da-
durch wĂŒrde die vorstehende Arbeit ohne zwingenden Grund ihr ur-
sprĂŒngliches Ziel noch weiter ĂŒberschritten haben.
Das Leitfossil Inoceramvs labiatus Schlotheim konnte in unserem
Gebiet nicht gesammelt werden, ist aber nach BECK und UlBSCH 3 )
in der DĂŒrrkamnitzschlucht aufgefunden worden.
') Beck, R. u. J. Hibsch, ErlĂ€uterung zu Blatt GroĂer Winterberg -Tetschen der
geol. Karte von Sachsen, S. 23 â 27.
J ) Vergl. Ăndert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sĂ€chsischen Elb-
tales, S. 10. Leipzig 1927.
3 ) Beck, R. u. J. Hibsch, ErlĂ€uterung zu Blatt GroĂer Winterberg- Tetschen der
geol. Karte von Sachsen, S. 30. Leipzig 1S95.
112
Das Unterturon
Im allgemeinen wurde die von der sÀchsischen geologischen Lan-
desaufnahme vorgenommene Abgrenzung der Zone als gegeben ange-
nommen. Auf deren eingehende Schilderung in den ErlÀuterungen
zu Blatt GroĂer Winterberg â Tetschen 1 ) sowie ganz besonders in denen
zu Blatt Rosenthal â Hoher Schneeberg 2 ) sei hiermit verwiesen. Ent-
gegen den Angaben der geologischen Karte Blatt Königstein â Hohn-
stein, Nr. 84 und Blatt Sebnitz â Kirnitzschtal, Nr. 85 der sĂ€chsischen
geologischen Landesaufnahme ist jedoch am östlichen Elbufer zwischen
Schmilka und Niederrathen bis zu ungefÀhr 150 m Meereshöhe die
Zone des Inoceramus labiatus einzuzeichnen.
Die MĂ€chtigkeit der zutage anstehenden Schichten wurde in
Herrnskretschen mit 37 m (Profil S. 85), in der Edmundsklamm (Profil
S. 89), in der DĂŒrrkamnitzschlucht (Profil S. 89) und in der Kirch-
schlucht von Hohenleipe (Profil S. 96) mit 50 m festgestellt. Im MĂŒhl-
grunde (Profil S. 96) ist die Zone 65 m mÀchtig, wahrscheinlich aber
durch eine Bruchlinie auseinandergezogen. Die gesamte MĂ€ch-
tigkeit der Zone betrÀgt im behandelten Gebiet im Durch-
schnitt 50 m.
In Form von gewaltigen Sandsteinquadern, aufgetĂŒrmt zu senk-
rechten FelswÀnden, tritt die Zone des Inoceramus labiatus an diesen
Stellen auf. Die dicken FelsbÀnke sind in den obersten Schichten an
der AuĂenseite zernarbt.
Die Gesteinsfarbe wechselt zwischen hellgrau, rötlich-weiĂgrau
und einem nach grau abgetönten Gelb. In den oberen BÀnken des
MUhlgrundes treten lebhafte Orangetöne hervor.
Die KorngröĂe der das Gestein zusammensetzenden Quarzkörner
schwankt zwischen grob und fein, ein mittleres Korn ist vorherr-
schend. Seltener sind grobkörnige Partien; in den oberen Schichten
stellen sich auch feinkörnige Sandsteine ein. In der Umgebung der
GrundmĂŒhle sind in eine mittlere Grundmasse öfters grobe Quarze ein-
gesprengt. Bindemittel ist nur wenig vorhanden; cs ist tonig oder
eisenschĂŒssig.
In der DĂŒrrkamnitzschlucht wurden nur einige Stichproben ent-
nommen.
Die auf Blatt Rosenthal â Hoher Schneeberg (S. 22 und 23) zur
Zone des Inoceramus labiatus gestellten Schichten mit Rhynchonella
plicatilis So\v. ( Rhynchonella bohemica SCHLOENĂ.), in deren Gesell-
schaft dort das Leitfossil Inoceramus labiatus nicht vorzukommen
scheint, sind wohl richtiger der Zone des Inoceramus Lamarclci zuzu-
rechnen. Die nach SCHALCH in diesen Schichten weiter auftretenden
Arten
Pinna ilecuttala Goldf. Exngyra columba Lau.
Lima canali/era Goldf. Callianassa anliqua Orro
wĂŒrden kein Hindernis fĂŒr die Umstellung bilden. Im MĂŒhlgrunde
liegen 35 m ĂŒber der Oberkante unserer Labiatus-Hchichtea eigenartig
*) Ebendaselbst, S. 27â 30.
J ) Schalch, F., ErlÀuterung zu Blatt Rosentbal-Hoher Schneeberg der geol. Karte
von Sachsen, S. 18 â 23. Leipzig 1889.
Das Mittelturon 113
gefÀrbte Sandsteine mit Rhynchonella plicatilis Sow., die wir der Zone
des Inoceramus Lamarcki zurechnen.
Durch das im Sommer 1926 am Kurhaus Schandau niedergetrie-
bene Bohrloch und die Aufnahme eines Profiles von den Oberen Kirch-
leitenbrĂŒchen bis zum Liliensteingipfel konnte ich in der Zone des
Inoceramus labiatus auch weiter nach NW und W Feststellungen tref-
fen. Im Bohrloch von Schandau ist innerhalb der in einer MĂ€ch-
tigkeit von 37,40 m aufgeschlossenen Schichten dieser Zone die Ver-
feinerung des Kornes bereits stark vorgeschritten. Von besonderer
Wichtigkeit ist hier auch das Auftreten eines dunkelgrauen Tones
(Schicht 24) in 9,60 â 11,60 m, sowie eines schwarzgrauen sandigen
Tones (Schicht 22) von 5,90 â 7,70 m ĂŒber der Basis der Zone. In den
Oberen KirchleitensteinbrĂŒchen sind nach der geologischen
Karte die unteren 24 m der Zone des Inoceramus Lamarcki von dieser
abgetrennt und der Labialus - Zone zugeteilt worden. Auch hier herrscht
das feinere Korn vor. Das Gestein von Schicht 1 und 4 erinnert bereits
sehr an den Bildhauersandstein von Rottwerndorf bei Pirna. Die Farbe
ist hier rötlich- bis schwÀrzlichgrau; teilweise sind zahlreiche staub-
förmige kohl i ge Beimengungen sowie vereinzelt gröĂere Kohlen -
brocken im Gestein vorhanden. EigentĂŒmlich sind diesen letzteren
Schichten ferner dĂŒnne Lagen undeutlicher schwammartiger Gebilde,
die als Spongttes saxonicus Gein. bezeichnet werden. Auch ein Pinna-
BruchstĂŒck fand ich daselbst.
Die Farbe der Sandsteine im Bohrloch von Schandau wie auch
in den SteinbrĂŒchen der Oberen Kirchleite ist grau und gelb.
In den SteinbrĂŒchen von Rottwerndorf ist die Labialus - Zone
sodann als ein gleichmĂ€Ăig feinkörniger, graulichweiĂer bis gelblich-
grauer, zahlreiche kohlige Partikel fĂŒhrender Quarzsandstein ausge-
bildet, der in der Richtung nach Dresden bald in PlĂ€ner ĂŒbergeht.
Das Mittelturon
b) Zone des Spondylus spinosus SOWERBY und
Hetcroceras ReuĂianum SchlĂŒter.
a) Zone des Inoceramus Lamarcki Parkinson.
In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« 1 ) habe ich mich ganz
besonders damit beschÀftigt, eine Klarstellung der mittelturonen
Kreideschichten des sÀchsischen Elbtales zu erreichen. Das Ergebnis
wurde darin in folgender Weise zusammengefaĂt 2 ):
»Die Zone des Inoceramus Brongniarti hat eine MÀch-
tigkeit von ungefÀhr 60 m. Sie ist am Hohen Schnee borg
als glaukonitischer Sandstein, östlich der Elbe als Sand-
stein und bei Dresden als PlÀnermergel entwickelt. Sie
enthÀlt Inoceramus Brongniarti Sow.
â ) Ă€ndert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sĂ€chsischen Elbtales.
Leipzig 1927.
s ) Ebendaselbst, S. 37.
Neue Folge. Heft 112
8
4
114
Das Mittelturon
Die Zone des Scaphites Geinitzi, richtiger als Zone
des Spondylu s spinosus und Heteroceras ReuĂianum zu
bezeichnen, trifft man, ungefÀhr 30 m mÀchtig, im Sand-
stein g e b i e t westlich der Elbe sowie am Hohen Schneeberg
als »B rong n i a rfi-PlÀner (KrietzschwitzerPlÀner)«, östlich
der Elbe als weichen, mehr oder weniger tonigcn Sand-
stein. Bei Dresden ist die Zone durch die PlÀnermergel
und PlÀnerkalke von RÀcknitz-Strehlen vertreten. Sie
enthÀlt an wichtigen Fossilien Inoceramus Brongniarti
Sow. und Spondylus spinosus Sovv.«
ln dieser Arbeit erschien es vorteilhaft, die Bezeichnungen »ino-
ceramus Brongniarti « und »Brongniarti- Zone«, wie dies vorher jahr-
zehntelang in der Literatur geschehen ist, beizubehalten. Nachdem je-
doch YVOODS bei Neubearbeitung der englischen Kreidefossilien 1 ) fest-
gestellt hat, daĂ dem Leitfossil Inoceramus Brongniarti der Name
Inoceramus Lamarcki zukommt, muĂ die so tief verankerte bisherige
Benennung allmÀhlich verschwinden. Wie in der erwÀhnten Arbeit von
mir ausgefĂŒhrt ist, sind als Leitfossilien fĂŒr das Mittelturon aus der von
Woods als Inoceramus Lamarcki zusammengefaĂten formenreichen
Gruppe die Abbildungen Textfig. 65 67, sowie ferner, als VarietÀt
Cuvieri Sow. bezeichnet, Textfig. 76 -82 und Taf. LIII, Fig. 7 anzu-
sehen. Sie zeichnen sich u. a. durch ein eckiges Umbiegen der kon-
zentrischen Falten auf dem RĂŒcken der Schale aus und haben ihr
Lager in der englischen Zone der Terebrahilina lata und in der des
llolaster planus, was unserer Lamarcki- und Spinosus-'/onc ausgezeich-
net entspricht. Was von Woods aus anderen Schichten zu dieser Art
gestellt ist, lĂ€Ăt sich, soweit aus den Abbildungen ein Vergleich mög-
lich, unschwer abtrennen. Leider scheint das Original zu Inoceramus
Brongniarti Sow. nach der Abbildung bei WOODS so mangelhaft er
halten zu sein, daĂ die BegrĂŒndung einer VarietĂ€t hierauf ausge-
schlossen ist.
Ăstlich der Elbe sind die fĂŒr die Zone des Spondylus spinosus
eigentĂŒmlichen Fossilien Spondylus spinosus Sow., Terebratida senii-
globosa Sow. und Heteroceras ReuĂianum Schl, leider bis jetzt noch
nicht aufgefunden worden. Auch Gesteine, nach denen sich diese Zone
mit einer gewissen Sicherheit verfolgen lieĂe, sind nicht vorhanden 2 ).
Es bleibt deshalb nur der Ausweg, beide Zonen, die des inoceramus
Lamarcki und die des Spondylus spinosus, hier unter der Bezeichnung
»Mi ttelturone Sandsteine« zusammenzufassen.
A 1 s besonderes wichtiges Ergebnis meiner genannten
Arbeit ist die Feststellung zu buchen, daĂ der Inoceramus
Lamarcki in der gekennzeichneten Ausbildung im Elb-
sandsteingebirge nicht ĂŒber das Mittelturon ( Lamarcki-
und Spinosus - Zone) hinausgeht und daĂ diese beiden
â ) Woods, EI., A Monograph of the cretaceous Lamellibranchia of England, II,
S. 315, Textfig. 70. London lâJ04 â 1913.
2 ) Eine Ausnahme bildet nur der in der Ă€uĂersten Westecke des bearbeiteten Gebietes
gelegene neu entdeckte PlÀnermergel von Bonnewitz (S. 77).
Das Mittelturon
115
Zonen zusammen im Elbtale nur eine MĂ€chtigkeit von
etwa DĂŒ m besitzen, wĂ€hrend man bisher der »Brongniurii- Zone«
allein, z. B. bei Schandau, eine Sandsteinmasse von ungefÀhr 350 m
MÀchtigkeit zuteilte. Unter dieser Bezeichnung wurde nÀmlich die
gesamte Schichtengruppe zusammengefaĂt, die zwischen der Zone des
Inoceramus labiatus und den Tonmergeln der Zone des Inoceramus
Cuvieri ( Schloenbachi) liegt. Ein eingehender Vergleich der Schichten
des Elbtales mit denen von Nordwest-Deutschland und anderen wich-
tigen Kreidegebieten ergab die Unhaltbarkeit der bisherigen Auf-
fassung und brachte erstere in ein ĂŒberraschend ĂŒbereinstimmendes
VerhĂ€ltnis zu den ĂŒbrigen.
Trotz dieser BeschrÀnkung ist das Mittelturon im Elbsandstein-
gebirge noch weit verbreitet. Zahlreiche Schluchten und GrĂŒnde
sind in die Sandsteine mehr oder weniger eingeschnitten. Auch öst-
lich der Elbe lassen sie sieh in gleicher Weise verfolgen, bis sie all-
mĂ€hlich unter der ansteigenden Sohle der TalgrĂŒnde verschwinden.
Die Obergrenze des Mittelturons tritt im GelÀnde morphologisch
dort ausgezeichnet hervor, wo es infolge entsprechender Höhenlage
dieser Schichten zur Herausbildung von Ebenheiten kam. Die
tonigen Sandsteine des Mittelturons setzten dem Anschneiden und der
Zerstörung durch die Fluten der frĂŒheren Elbe einen gröĂeren Wider-
stand entgegen als die ĂŒberlagernden bindemittelarmen Sandsteine der
Stufe ci der Schloenbachi- Zone. Die Zertalung des Mittelturons erfolgte
deshalb verhĂ€ltnismĂ€Ăig langsam, das Bett der Elbe konnte sich auf
den wasserschwerdurchlÀssigen Schichten hin und her verschieben;
die OberflĂ€che des Mittelturons bildete sich zu gröĂeren Tafeln heraus,
den Ebenheiten, auf denen die Reste der ĂŒberlagernden Sandsteine, ge
festigt durch irgendein HÀrtungsmittel, als »Steine« emporragen.
Die im westlichen Teile von Blatt Rosenthal â Hoher Schneeberg
als glaukonitischer Sandstein ausgebildete Zone des Inoceramus La-
marcki verliert nach 0 bald ihren Glaukonitgehalt. Auf der ganzen
Linie tritt sie als ein weicher Sandstein mit schwachen tonigen Zwi-
schenlagen ĂŒber die Elbe. Schroffe FelswĂ€nde sind selten, nur ein-
zelne, bis einige Meter mÀchtige FelsbÀnke zeigen sich da und dort
an den steil geböschten AbhÀngen. HÀufig ist das frische Gestein unter
Verwitterungsprodukten und Schutt verborgen. An der Unteren
Schleuse (Profil S. 92) ragen die untersten Schichten in einer MĂ€ch-
tigkeit von 10 15 m als senkrechte FelswĂ€nde ĂŒber der Talsohle empor.
Die S /miostts-Zone, die westlich der Elbe als PlÀnersanstein
entwickelt ist, geht östlich der Elbe wie die Lamarcki - Zone in weichen
Sandstein ĂŒber, aus dem sich FelsbĂ€nke nur selten hervorheben.
Unsere mittelturonen Sandsteine bestehen vorwiegend aus Quarz-
körnern von meist hellgrauer Farbe, sehr oft ist ein toniges
Bindemittel vorha n d e n. Auch schwache, meist nur papierdĂŒnne
Tonlagen sind ihnen eigentĂŒmlich (vergl. besonders Profil Postel-
witzer SteinbrĂŒche S. 85 und Lilienstein S. 87). Das Korn ist sehr
ungleichmĂ€Ăig und wechselt schnell. Mittel- und feinkörnige Sand-
steine herrschen vor, grobkörnige Lagen sind seltener. Kaolinisierter
8 *
116
Das Mittelturon
Feldspat in kleinen Körnern ist in manchen Schichten als Gemengteil
stark beteiligt, tritt aber sonst im allgemeinen zurĂŒck.
Die Farbe der Sandsteine ist vorherrschend gelb in allen Schattie-
rungen von hell -bis dunkel. HÀufig geht das Gelb auch ins Rötliche
ĂŒber. Rötlichgraue Gesteine sind ebenfalls nicht selten. Die bunten
Farben sind niemals rein, sondern erhalten durch die meist graue
FĂ€rbung der Quarzkörner einen grauen Unterton. Die dĂŒnnen Ton-
lagen sind von dunkelgrauem Aussehen. In den Postei witz er
SteinbrĂŒchen (Profil S. 85) und in den SteinbrĂŒchen der Obe-
ren Kirch leite (Profil S. 88) konnte die Schichtenfolge nach Farbe
und KorngröĂe am frischen Gestein gut verfolgt, werden. In der unteren
Abteilung der Zone treten Schichten auf, die aus dĂŒnnen Lagen von
gelbem, rotem, grauem oder weiĂem Sandstein zusammengesetzt sind
und ein sehr buntscheckiges Bild geben. In ihnen oder in ihrer
NĂ€he finden sich meist auch Versteinerungen. Derartige Sandsteine
wurden festgestellt z. B. in den Postelwitzer SteinbrĂŒchen (ITofil S. 85,
Schicht 15), in der Oberen Kirchleite (Profil S. 88, Schicht 20), im
Talgrunde nördlich von WendischfĂ€hre (S. 18), in Schemel sĂŒdlich
Sign. 271,7 (Profil S. 40, Schicht 3) und im MĂŒhlgrunde (Profil Roseu-
berg S. 05, Schicht 10).
An Versteinerungen habe ich im Mittelturon des Elbtales ge-
sammelt:
Spongiles saxonicus Geis. 1 )
Rhyncbonella plicata tis Sow.
Inoceramus Lamarcki Pauk.
Einna sp.
Lima canalifera Golde.
Neilltea grypheata Schlots.
Ostrea vesicularis Lam.
Exogyra cornu arietis Nii.au. einend. Griei-,
Exogyra columba Lam.
Eectunculus Oeiniui dâOiib.
Die fossilfĂŒhrenden Schichten sind hier vorwiegend auf die untere
Abteilung des Mittelturons beschrÀnkt. In höheren Schichten habe ich
Fossilien nur selten gefunden und zwar nur in der Nachbarschaft der
bunten Sandsteine z. B. im MĂŒhlgrunde 50 in unter der Obergrenze
des Mittelturons eine Rhynchonellenbank mit Pinna sp. sowie an der
Unteren Schleuse in derselben Höhenlage Ostrea vesicularis Lam. ln
der Oberen Kirchleite findet sich in 26 â 31 m ĂŒber der Basis des
Mittelturons Exogyra columba Lam. in zahlreichen Exemplaren. Die
in den PlÀner mergeln nordöstlich von Bonnewitz (oberstes
Mittelturon Spinosus- Zone) aufgefundenen Fossilien sind Seite 78
aufgezĂ€hlt. Die von frĂŒheren Autoren anscheinend aus dem Mittel-
turon aufgefĂŒhrten Fossilien können leider nicht berĂŒcksichtigt wer-
den, da ihre LagerstÀtte nicht genau bekannt, ist. Peinliches strati-
graphisches Sammeln wird auch in Zukunft im Elbtale
notwendig sein.
') Spongiles saxonicus Geis, ist in der sÀchsisch-böhmischen Kreide weit verbreitet.
Das Fossil ist bei seiner zweifelhaften Natur im allgemeinen nicht beachtet worden.
Das Oberturon
117
Das Oberturon
Die Zone des Inoceramus Sch/oenbac/ii J. Boeiim
Die unter der Bezeichnung »Cuvieri- Zone« bisher in der Lite-
ratur gefĂŒhrte Zone ist aus der sĂ€chsisch-böhmischen Kreide nur sehr
mangelhaft bekannt. Ăber die ihr zuzuteilenden Schichten herrschte
bis vor Veröffentlichung meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« 1 )
im Vorjahre vollstÀndige Unklarheit. HlBSOH 2 ) hat als CWieri-Zone
die Tonmergel der sogenannten »Priesener Schichten« bezeichnet, die
aber nur die oberste Abteilung der Zone darstellen. In letzterer Zeit
hat er die Tonmergel in die Scaphiten Zone, Cuvieri-Zone und in den
Ernscher aufgeteilt. Unter Anlehnung an SCUPIN 3 ) hatte Verfasser
im Jahre 1911 4 ) eine ungefÀhr 60 m mÀchtige Sandsteinschichtenfolge
ĂŒber den Tonmergeln des Kreibitztales noch mit dieser Zone vereinigt
und infolgedessen auch die angeblich Uber den Tonmergeln von
Zatzschke liegenden Sandsteine der Herrenleite der Cuvieri- Zone zu-
geteilt. PlETZSCIf 6 ) stellt in die Cuvieri-Zone nur den Ăberquader
(Herrenleitesandstein usw.), dementsprechend auch KöSSMAT G ). Die
Herrenleitesandsteine sind von anderen Seiten 7 ) aber auch in den
Ernscher gestellt worden. In meiner vorjÀhrigen Arbeit ist es mir ge-
lungen, das Mittelturon in Sachsen und Böhmen in Ăbereinstimmung
mit weiteren Kreidegebieten nach oben abzugrenzen. Hierdurch hat
sich fĂŒr die Cuvieri- Zone in Sachsen und dem angrenzenden böhmi-
schen Gebiet zu unterst eine ungefÀhr 200 m mÀchtige Sandsteinfolge
und darĂŒber 60 â 90 m mĂ€chtig eine Wechsel lagerung von Tonmer-
geln und Sandsteinen, letzter«' die frĂŒhere Cuvieri- Zone von Iltissen,
ergeben, zusammen demnach ein Schichtenkomplex von rund 300 m
MĂ€chtigkeit.
Das bisher als Inoceramus Cuvieri bezeichnete Leitfossil der
Cuvieri- Zone hat nach J. Boeiim 8 ) den Namen Inoceramus Schloen-
bachi zu fuhren, wÀhrend als Inoceramus Cuvieri ein im Cenoman vor
kommendes Fossil zu bezeichnen ist.
Infolgedessen ist auch die Benennung »Cuvieri-Zoiue
in »Zone des Inoceramus Schloenbachi« umzuÀndern.
') Ăndert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sĂ€clis. Elbtales. Leipzig 1927.
*) Hibscii, J. u. F. Seemann, Erl. z. Blatt Leitmeritz-Triebsch d. gcolog. Karte d.
Böhm. Mittelgebirges. Wien 1913, S. 29. â Hibscii, J. u. A. Sksgku, Erl. z. gcolog.
Karte d. Umgebung v. Sandau bei Böhm. Leipa. Prag 1923, S. Gâ 8 . â Hibscii, J, Erl.
z. gcolog. Ăbersichtskarte d. Böhm. Mittelgebirges usw. Tetschen 1 92(1, S. 57
*) Scopin, H., Die stratigr. Beziehungen d. obersten Kreide.-cbichten in Sachsen,
Schlesien u. Böhmen. N. Jahrb. 24. Beil.-Bd. Stnttgart 1907, S. 714.
*) Ăndert, H., Die Inoceraincn d. Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges. Ebersbach
1911, S. 42 (10).
5 ) Pietzscii, K., Erl. z. Blatt Pirna d. gcolog. Karte von Sachsen, 2. Aull., Leipzig
1916, S. 68.
6 ) Kossmat, F., Ăbersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 1925, S. 83.
T ) Petrascheck, W., Ăber die jĂŒngsten Schichten d. Kreide Sachsens, Dresden 1904, S.8.
fl ) Boeiim, J., Inoceramus Lamarcki auct. u. Inoceramus Cuvieri auct, Zeitschr. d.
Deutschen Geolog. Ges., Bd. 64, 1912, Monatsber. 17, S. 399 n. folg.
118
Das Oberluron
Die Sandsteine der Schloenbachi- Zone sind im allgemeinen sehr
fossilarm und haben Tierreste, die man als Leitfossilien bezeich-
nen könnte, fast gar nicht geliefert. Mur in den obersten Schichten,
besonders in der Herrenleite, hat man eine etwas reichere Fauna ge-
funden. Einzelne Schichten der Tonmergel sind jedoch sehr reich
an Fossilien. Hier tritt besonders Inoceramus inconstans WOODS einend.
ĂNDERT auf, und zwar hĂ€ufig bankweise. Die Art ist mit Inoceramus
Schloenbachi. die im sÀchsisch-böhmischen Elbsandsteingebirge bi# jetzt
nur als groĂe Seltenheit gefunden worden ist, nahe verwandt.
Schichten der Schloenbachi- Zone sind ĂŒberall weit
verbreitet. Zwischen Kamnitzbach, Kreibitzbaeh und der Lausitzer
Haupt Verwerfung, weiter zwischen letzterer und Polenzbach sowie im
Basteigebiet und Uttewalder Grunde nehmen die Sandsteine dieser
Zone gröĂere FlĂ€chen ein. AuĂerdem bilden sie die ĂŒber den Eben-
heiten auf ragenden »Stein e
Die Tonmergel trifft man anstehend nur in Senkungsgebieten
und zwar in den Bruchgebieten nördlich Pirna und zwischen Tetschen
und Böhmisch Kamnitz.
Wenn es auch noch nicht gelungen ist, die Sandsteinschichten
Schritt fĂŒr Schritt durch das ganze (iebiet zu verfolgen, so lieĂ sich
durch die zahlreichen Profilaufnahmen vorlÀufig folgende Dreiteilung
der Zone durchfĂŒhren.
1 Ton in er ge 1 und Mergelsst. mit KalkquarzitbÀnken in Wechsel-
lagerung
Ă 2. Sst., weniger zu Felsbildung neigend
Ă 1. Sst., zu senkrechten Felsbildungen neigend
i Sst. mit wenig Bindemittel, leicht zu losem Sand zerfallend
60â 90 m
50 »
100-110 »
40- 50 »
Stufe et
rund 300 m
Die Bedeutung dieser Stufe ist bereits bei den Störungslinien ge-
wĂŒrdigt worden (S. 7). Das Gestein ist meist grau, seltener gelbgrau
oder graugell), besitzt wenig Bindemittel, ist im östlichen Elb-
sandsteingebirge mittelkörnig, von Schandau gegen Pirna hin mehr
feinkörnig entwickelt. Loser grauer Sand bedeckt die geböschten Ab-
hÀnge. Dort wo die Talsohle in Stufe a liegt, watet man auf den Tal-
wegen bis an die Knöchel im Sande. Treten durch ĂŒberlagernde Fels-
bildungen auch hier Felsen zutage, so sind die Felsblöcke nicht kantig,
sondern gerundet und wollsackÀhnlich. Beim AnschlÀgen mit dem Ham
mor zerbröckeln aber auch diese sofort, wenn nicht durch Vererzung
oder Verquarzung eine sekundÀre Verfestigung eingetreten ist..
Stufe Ă
Stufe Ă ist morphologisch durch steile, senkrechte Fels-
w ilnde und F eist ĂŒ r m e ausgezeichnet. Diese bilden die wunder-
barsten und bizarrsten Formen der SÀchsisch-Böhmischen Schweiz. In
den obengenannten Gebieten, in denen die Sandsteine der Zone zu-
sammenhÀngend auftreten, wandert man durch ein Gewirr von unend-
lichem Formenreichtum an Felsgestalten. AuĂerhalb dieser Gebiete,
Das Oberturon
119
bis an die Linie Pirnaâ Hoher Selineeberg im W. ragen die Sand-
steine der Stufe Ă als »Steine« ĂŒber die tonreichen SandsteinflĂ€chen
des Mittelturons empor.
Das Gestein ist sehr verschiedenartig. Ich bin mir wohl bewuĂt,
daĂ eine genaue NachprĂŒfung der Schichtenfolge, die sehr zu wĂŒn-
schen wÀre, noch manche AbÀnderung und ErgÀnzung bringen wird.
Es war ein erstes Eindringen in fremdes Neuland, wo kein FĂŒhrer
oder Vorarbeiter vorhanden war. ĂŒber dem ganzen Sandsteingebiet
lag ein ungewisses Dunkel. Auf gut GlĂŒck ging ich ans Werk ohne
lange ErwĂ€gung, ob fĂŒr die Zonengliederung ĂŒberhaupt dabei etwas
hcrauskommen wĂŒrde. Die Beobachtungen, die sich erst im Laufe
der Arbeiten mehr und mehr einzelnen Erscheinungen, deren Be-
deutung hervortrat, zuwenden konnten, sind deshalb bei der Aufnahme
der einzelnen Profile nicht ganz gleichartig zu bewerten. FĂŒr die-
jenigen, die mir aber auf dem einzig gangbar erscheinenden Wege
folgen wollen, dĂŒrften sie wertvolles Material fĂŒr die Weiterarbeit
bieten.
Nur dort, wo Stufe a gut entwickelt ist, oder wo die
Sandsteine in Verbindung mit Ton mergeln der Stufe -y
auftreten. kann die Schichtenfolge der Stufe Ă mit Sicher-
heit in die stratigraphische Höhenlage eingereiht werden.
Weiter ist ĂŒber die Stufe Ă folgendes festgestellt worden.
Die KorngröĂe der Sandsteine ist sehr verschieden und oft un-
gleichmĂ€Ăig. In einer feineren Grundmasse liegen mittlere und grö-
ber.' Quarzkörner in reichlicher oder geringerer Menge. Die Bezeich-
nung der KorngröĂe hĂ€ngt dann zum Teil von der individuellen Aul-
fassung ab. Es sind aber auch mittelkörnigc, weniger grobkörnige
und vor allem feinkörnige Sandsteine vorhanden. Letztere sind ins-
besondere in der Stufe à 2 entwickelt und zwar vor allem östl ich der
Linie Hinte Hierin sdorf Rennersdorf. Im sĂŒdöstlichen
Teile, im Gebiet von Böhmisch Kamnitz, treten auch in den obe-
ren und obersten Schichten meist mittelkörnige Sandsteine auf. Grob-
körnige bis konglomeratische Sandsteine sind als dĂŒnne Zwischenlagen
ĂŒberall verbreitet. Eine gröĂere Ausbreitung haben sie im Gebiet der
Dittersbae her Felsen (Marienfels, Wilhclminenwand, Rudolph-
stein usw.). Die ĂŒbrigen .Sandsteinmassen bestehen aus mittelkörni-
gem oder aus einem Ăbergang von fein- zu mittelkörnigem Gestein.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Gehalt der
Sandsteine an kaolinisiertem Feldspat in Form von mit
dem bloĂen Auge gut erkennbaren Körnern gewidmet, doch
lĂ€Ăt sich heute noch nicht sagen, in welchem Umfange das Vorkommen
von Feldspat zur Feststellung bestimmter Schichten herangezogen wer
den kann. Zwischen Schandau und Pirna treten FeldspÀte stark zu-
rĂŒck und sind auch weiterhin in den unteren 30 m der Stufe sowie
ferner in den feinkörnigen Sandsteinen der Stufe Ă., östlich der Linie
Hinterhermsdorf â Rennersdorf weniger verbreitet. Sie sind ganz be-
sonders hĂ€ufig und charakteristisch fĂŒr die oberen Schichten der Stufe
1-20
Das Oberturon
à 2 zwischen Rosenberg und Böhmisch-Kamnitz. In den Proben aus
dem Bohrloch von Niederkreibitz sind Kaolinkörner selten erkennbar.
Sie sind wahrscheinlich durch den Bohrer zerstampft worden oder bei
der Auflockerung der Gesteine zerfallen. Eine eingehende mikrosko-
pische Untersuchung der Proben wurde nicht ausgefĂŒhrt.
Die Farbe der Sandsteine ist sehr verschieden, grau, gelb, weiĂ
und rot in allen Schattierungen. Wenn auch infolge sekundÀrer Ver-
Ă€nderungen wenig Wert auf die Gesteinsfarbe zu legen ist, so kann
die Verfolgung eines gröĂeren SchichtenstoĂes einer bestimmten Farbe,
insbesondere von grau, vielleicht noch manche wichtigen Ergebnisse
bringen. Auch die als weiĂlich, weiĂgelb, lichtgelb und ockergelb Ge-
zeichneten Schichten haben eine eigenartige Farbtönung, die sich in
der Beschreibung schwer wiedergeben lĂ€Ăt, jedoch die Aufmerksamkeit
des Feldgeologen sehr bald auf sich zieht.
Kalksandstein wurde im Bohrloch von Niederkreibitz
(s. Teil II; das Bohrloch liegt unweit der zwischen Teil 1 und II ge-
zogenen Abgrenzung) 30 â 40 m ĂŒber der Obergrenze der Stufe a fest-
gestellt; im freien GelÀnde traf ich nur am Benediktstein auf eine
Kalksandsteinbank. Die EinschlĂŒsse im Tuff der Weinleite
westlich von Niederkainnitz lassen ebenfalls auf das Vorhandensein
einer Kalkbank schlieĂen. WĂ€hrend sich Kalksandsteine im
Gebiet zwischen Mittelgebirge und Jeschken meist schon
durch BruchstĂŒcke auf den Wegen verraten, konnte trotz
schÀrfster Aufmerksamkeit in diesem Gebiet nichts der-
artiges gefunden werden.
Starke Beimengungen von Kohle trifft man in den obersten fein-
körnigen Schichten der Stufe à 2 am Jagdschloà Sternberg, in Khaa,
Daubitz und Niederkreibitz.
Nach der morphologischen Ausbildung kann man in
Stufe Ă im allgemeinen zwei groĂe Abteilungen unter-
scheiden, und zwar zu unterst Abteilung 1 in einer .MĂ€ch-
tigkeit von ungefÀhr 100m mit einem vorwiegend harten,
festen und porösen Sandstein, der. wie eingangs erwÀhnt,
die lotrechten Felsinassen aufbaut (s. Abb.9); darĂŒber Ab-
teilung 2, etwa 50 in mÀchtig, mit einem feinkörnigen
Sandstein, der weniger zu lotrechten Fels bildungen neigt.
Zwischen Rosenberg und Böhmisch Kamnitz herrschen jedoch auch in
Abteilung 2 harte mittelkörnige felsbildende Sandsteine vor.
Die rund 100 m umfassende Sandsteinmasse der Abteilung 1, sowie
auch der Sandstein der 2. Abteilung zwischen Rosenberg und Böhmisch
Kamnitz sind in ihrer ganzen MÀchtigkeit sehr durchlÀssig. Das Wasser
versickert darin und tritt erst an der Basis der Stufe « zutage. Hier
findet es die wasserschwerdurchlÀssigen Schichten des Mittelturons,
auf denen es nur mit groĂer Kraftanwendung kleine AbfluĂrinnen ein-
gegraben hat. Auf dieser verschiedenartigen Eigenschaft des Gesteins
beruht das Problem der Ebenheiten und Steine. Die Ebenheiten
stellen im allgemeinen die Obergrenze des Mittelturons dar. Die dar-
Das Oberturon
121
ĂŒber liegenden Sandsteine und besonders die zunĂ€chst folgende leicht
zerstörbare Stufe a sind im Denudationsgebiet bis auf wenige sekundÀr
gehÀrtete Sandsteingebilde, die sogenannten »Steine«, abgetragen wor-
den (vergl. auch S. 115).
Iâhot. W. Hahn, Dresden-N. 6.
Abb. 9. Der Gansfelsen im Basteigebiet. Zerrissene Felsgipfelgruppe der Stufe Ăi
der Zone des /noceramus Schloenbachi (OberturoD).
Die Obergrenze der Steine sowie die der zusammen-
hÀngenden Uelsgebiete wird durch eine EbenheitsflÀche
gebildet, die ihre Entstehung den Ton mergeln der Stufe y
und den ebenfalls gering wasserdurchlÀssigen Sandstei-
nen der Abteilung 2 der Stufe Ă verdankt. Am GroĂen Win-
terbergplateau, in der Umgebung vom Jagdschlösse Sternberg und öst-
lich einer Linie von Khaa bis Hennersdorf beherrschen letztere Sand-
steine noch die OberflÀche uni setzen der Zertalung starken Wider-
stand entgegen. Am GroĂen Winterberge dĂŒrften hierzu auch die Inni-
gen Verwitterungsprodukte des mÀchtigen Basaltganges in nicht gerin-
ger Weise beitragen.
Im Einbruchgebiet von Pirna ist die Ausbildung der Abtei-
lung 2 wieder eine andere. Wichtig ist hierfĂŒr das Profil im Stein-
bruch 39 10 östlich Zeichen ( Profil S. 71). Hier bildet eine schwarzgraue
Tonbank von 5 â Gm MĂ€chtigkeit, die auch am linken Elbufer zwi-
schen Naundorf und Struppen hervortritt, die Basis der 2. Abteilung.
Die Tonbank ist weiter gegen S und O noch nicht aufgefunden worden.
Die zahlreichen Quellen in der Umgebung der HochflÀche von Utte-
walde deuten aber auch hier auf das Vorhandensein dieser Bank. Ob
sie gegen Dresden hin gleich den PlÀnerschichten an MÀchtigkeit zu-
nimmt, lĂ€Ăt sich nicht feststellen. Anscheinend sind alle ĂŒber dem
122
Das Oberturon
Mittelturon liegenden Schichten daselbst abgetragen. Ăber der dunklen
Tonbank von Zeichen kann man im Steinbruch noch zwei tonige Sand-
steinbĂ€nke verfolgen und darĂŒber die Sandsteine der Herrenleite,
eine massige, wenig geklĂŒftete Sandsteinfolge, die ebenfalls der 2. Ab-
teilung zuzurechnen ist und bei ihrer geringen regelmĂ€Ăigen KlĂŒftung
groĂe Ăhnlichkeit mit den feinkörnigen Sandsteinen der Stufe Ă 2 öst-
lich von Kennersdorf hat.
Phot M. Hots. ni.ii-Kii, Ellersbach.
Abb. 10. Oc hei wĂ€n de bei KohlmĂŒhle. Wabenvenvitterung an Sandsteinfelsen der
Stufe |j 1 der Zone des Inoceramus Schloenbaclii (Oberturon).
SchlieĂlich sei kurz auf die besonders in Abteilung 1 auftretende
Zernarbung und Waben Verwitterung hingewiesen (s. Abb. 10).
Bei Aufnahme der Profile ist auf die Art der Verwitterung ebenfalls
RĂŒcksicht genommen worden. Die verschiedenen Arten der Waben- und
Lochverwitterung wurden daselbst mit »z er narbt« bezeichnet. Die
Sandsteinfelsen sind nÀmlich an der OberflÀche teilweise mehr oder
weniger zernarbt, wabenförmig ausgehöhlt, mit kleineren tieferen Höh-
lungen versehen, oder auch mit kleinen, hervorstehenden SĂ€ulchen und
Rippchen besetzt, die sicli zu einem wundervollen, zierlichen Filigran-
werk vereinigen. Es wĂŒrde im Rahmen dieser Arbeit zu weit fĂŒhren,
Das Oberturon 123
das Problem eingehend zu erörtern. Im allgemeinen sei auf die
wichtigere vorhandene Literatur hingewiesen 1 ).
Sturl. rer. nat. WALTER IlĂNTZSCHEL hat in der Zeitschrift »Die
Natur« 2 ) eine gute Ăbersicht ĂŒber die verschiedenen Anschauungen
gegeben. Nach den gesammelten Erfahrungen kann ich mich den Aus-
fĂŒhrungen von Beyer im allgemeinen anschlieĂen. Nach ihm ist die
Entwicklung der charakteristischen Kleinformen im Quadersandstein
der SÀchsischen Schweiz, wie der Waben, Steingitter, Löcher und
Höhlchen, in erster Linie auf chemische Verwitterung zurĂŒck-
zufĂŒhren. l)i>' mechanischen KrĂ€fte wirken nur sekundĂ€r und unter-
stĂŒtzend. Die chemische Verwitterung wird durch die.- zerstörende, auf-
lockernde TĂ€tigkeit des ausgeschiedenen Alauns und die verfestigende
Arbeit des ausgeschiedenen Gipses bewerkstelligt, der die feinsten
Sandsteinrippchen an der OberflĂ€che, an der Ă€uĂeren wie auch an der
nach innen gerichteten, mit einer harten, zuckerguĂartigen Glasur
ĂŒberzieht und deren Verwitterung verhindert. Wenn die Entstehung
dieser Formen auf chemische VorgĂ€nge zurĂŒckzufĂŒhren ist, so mĂŒssen
diese chemischen Stoffe auch im Gestein enthalten sein 8 ). Infolge-
dessen möge man weiter das Vorkommen dieser Erscheinungen ver-
folgen und versuchen, ob auch sie fĂŒr die Horizontierung in gewisser
Weise zu verwenden sind. In der bindemittelarmen Zone a ist die
Herausbildung solcher Kleinformen an den gerundeten FelsbÀnken
Ă€uĂerst selten und nur dort zu finden, wo durch sekundĂ€re Durch-
trÀnkung das Gestein verfestigt worden ist. Im Mittelturon tritt diese
Ausbildung öfter auf, jedoch nicht so hĂ€ufig wie in der Stufe Ă.
Versteinerungen sind mit RĂŒcksicht auf die MĂ€chtigkeit des
Schichtenkomplexes selten und dort, wo sie vorhanden sind, auf
wenig Arten, die aber oft in gröĂerer ln lividucnzahl auftreten, be-
schrÀnkt. Etwas hÀufiger sind sie nur in Stufe à 2 .
') IIkttsbr, A., Gebirgsbnu und ObcrflÀchengcstaltung der sÀchsischen Schweiz,
Stuttgart 1887. â Beck, R., Ăber die korrodierende Wirkung des Windes im Quadcr-
sandsteingebiet der sÀchsischen Schweiz. Zcitschr. d. Deutschen Geolog. Ges. Bd. 46, 1894.
- Obst, E., Die ObcrflÀchcngestaltung Jer schlesisch-böhmischen Kreideablagerungen.
Mitteil. d. Geograph. Ges. Hamburg. Bd. 24, 1909. â Rathsbdbo, A., Zur Morphologie
des Heuschcuergcbirges. 18. Ber. d. naturw. Ges. z. Chemnitz 1912. â }IXnnni.n, D.,
Die gitter-, netz- und wabenförmigo Verwitterung der Sandsteine. Geolog. Rundsch. Bd. 6,
1915. â Bi.asck, E., Die ariden Dcnudations- und Verwitterungsformen der sĂ€chsisch-
böhmischen Schweiz als Folge organischer Verwitterungsfaktoren im humiden Klima-
gebiet. Tharandter forstl. Jahrb., Bd. 73, 1922.
,2 ) HĂ€stzschei., W., Die Wabenverwitterung des Quadersandsteins der SĂ€chsischen
Schweiz. Natur, XVII Jahrg., Heft 27, Leipzig 1926, S. 461â 467.
a ) Förster, H., a. a. 0. (S. 85) bringt das Vorkommen von Schwefelkies, aus dem
die freie SchwefelsÀure stammen soll, die die Alaun- und Gipsausbliihungen hervorruft,
mit den vulkanischen Ereignissen und mit der Tektonik des Gebietes in Zusammenhang
und erklÀrt es als postvulkanisch. Ferner nimmt er an, daà der Schwefelkies gleich-
mĂ€Ăig auf alle Horizonte verteilt sei. DemgegenĂŒber habe ich gefunden, daĂ die chemische
Verwitterung in manchen Sandsteinen stark, in anderen fast gar nicht zum Ausdruck
kommt, so daà oie SchwefelsÀure nicht erst durch vulkanische TÀtigkeit hineingelangt
sein kann. Ăberdies treten AnsblĂŒhungen in starkem MaĂe (z. B. am Raucnstein) auch
dort auf, wo in weiterer Entfernung keine Basalte Vorkommen.
12 4
Das Obertoroo
Es sind folgende Arten aufgefunden worden:
Spongites saxoniius Geis.
Bryozoe sp.
Catopygus albensis Geis.
Cardiaster Ananchylis Lkske
Terebratula sp.
Avicula pectinoides Regss
Pinna cretacea Schlotii.
Gervillia ovalix Pritsch
Inoceramus inconstans Woods einend.
Asdert
Inoceramus inconstans var. planus Egbert
Inoceramus ScMoenbachi J. (in ei im
Inoceramus crassus Pur rasch eck
Inoceramus Weisei Ăndert
Inoceramus Koeg/eri Ăndert
Lima canalifera Golde.
Lima semisulcata Nilss.
Lima granulata Nilss.
Lima laevigata n. sp.
Peilen virgatus Nilss.
Peilen laevis Nilss.
Peilen sp.
Neitbea grypheatu Schlotii.
Anomia lamellosa A. Roem.
Anomia subtruncata dâOiiii.
Ostrea sudetica Sccp.
Ostrea setnâplana Sow.
Ostrea vesicularis I.am.
Ostrea canaliculata Sow.
Ostrea sp.
Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp.
Seplifer linealus Sow.?
Dreissenssia tegulata MĂŒll. sp.
Leda semilunaris v. Buch
Cucullaea subglabra dâOrb.
Pectunculus Geinitzi dâOrb.
Isocardia Zitteli Hi.zpel.
Venilicardia van Reyi Bosqo. sp.
Tapes subfaba dâOrb.
Tellina coslulata Golde.
Goniomya designata var. Sturmi n. sp.
Panopaea regulatis dâOrb.
Pholadomya nodulifera Mnstr.
Liopistha aetjuioalvis Golde, sp.
Pholas sclerotites Geis.
Turritella sp.
Nautilus rugatus Fr. u. Schl.
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp.
Ilamites sp.
Callianassa antigua Otto
verkohlte llolzteile.
Die hier aufgezÀhlten Versteinerungen gehören fast nur der oberen
HÀlfte der Stufe an. In den untersten 70 m der ungefÀhr 150 m
messenden Stufe Ă sind nur aufgefunden worden:
Am Hinteren RaabschloĂ, Profil S. 92, Ostrea sp.
Am Osthango des Schwarzberges, S. 44, Pecten laevis Nilss.
Im Scholzengrande, Profil S. 101, Ostrea sudetica Scur.
Am Muhlberge sĂŒdlich von Altdaubitz, Profil S. 102, Ostrea sudetica Scur.
SO von Schemel, Profil S. 103, Pecten virgatus Nilss.
Ecogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp.
Im Steinbrach im westlichen Teile von Nicderkreibitz, Profil S. 104, Pinna cretacea
Schlotii.
Stufe y
Stufe y tritt nur im sĂŒdlichen und nördlichen Bruch -
gebiet auf. Sie besteht aus schwÀrzlichgrauen feinkörnigen Ton-
mergeln, die mit HCl stark brausen, zwischen denen Sandstein-
bÀnke eingeschaltet sind. Der Sandstein ist meist mittelkörnig und
sehr reich an Kaolinkörnern. Stufe y ist nur gering aufgeschlossen,
ihr Aufbau ist im Kreibitztale gut zu verfolgen; es sei hierauf ver-
wiesen (Teil II).
Die Schichten bilden einen ausgezeichneten Fossil-
horizont. Es wurden an Fossilien gesammelt (siehe S. 125 u. 126):
\ o n besonderer Bedeutung fĂŒr die jĂŒngsten Schichten
des sÀchsischen Elbtales ist das VerhÀltnis der PlÀner-
mergel, Tonmergel und Tone der Umgebung von Pirna
untereinander. In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« habe
ich festgestellt, daà die PlÀnermergel von Krietzschwitz dem oberem
Das Oberluron
125
Zatzsch-
ke
Birk-
witz
Hinter-
jessen
WeiĂbach
255 m 270 m
Alt-
ohli-
scher
Teich
Nieder-
kam-
nitz
Crislellaria rotulata Lam
+
4-
4-
4-
4-
Cyclobacia Fromenttli Böi.schr
+
Parasmilia centralis Mast. . . .
4-
4-
Cidaris subvesiculosa d'Orb. . .
4-
Cidaris Reussi Gein
4-
Micraster cor lestudinarium Uoi.dk,
SP ,
4-
llolaster planus Mast
4-
Jlemiaster sublacunosus Geis. . .
4-
Hemiaster Regulusanus dâOrb. . .
4-
Seeigel sp
4-
Magus Ocinitzi Sciiloesh. . . .
4-
Avicula pectinoides Reuss . . .
+
Avicula Neptuni Goi.dk
4-
Gervillia solenoides Dkkr. . . .
+
Inoceramus inconslans Woods
emend. Ăndert
4-
4-
4-
4-
Lima cretacea var. bohemica n. sp.
4-
Lima granulata Nilss
4-
Lima semisuleata Nii.ss
4-
Peclcn Nilssoni Goldk
4-
4-
Pccten pexatus Woods
4-
Pccten membranaceus Nilss . . .
4-
4-
Reden sp
4-
Plicatula Ilarroisi Pkkox. . . .
4-
Anomia subtruncata dâOrb. . .
4-
4-
Anomia semiglobosa Goldk. sp.
4
Ostrea semiplana So»'
+
Ăstren vesicularis Lam
4-
Ostrea canaliculata So»
4-
Modiola sp
4-
Macula striatula A. Roem. . .
4-
4-
4-
I.eda carinala n. sp
Leda semilunaris v. Buch . . .
-U
4
4-
4-
4-
I.eda siliqua Goldk
4-
Area undulala Reuss
+
4-
Peclunculus GeiniUi dâOrb. . . .
4-
Pedunculus insculptus Reuss . .
4-
4-
Cardita GeiniUi d'Orb
4-
4-
Astarte similis Mnstr
4-
4-
Lucina laminosa Reuss sp . . . .
4-
4-
Tapes nuciformis Moll. sp. . . .
+
Tellina concentrica Reuss . . .
4-
4-
Tellina subdecussata A. Roem. . .
4-
Tellina semicostata A. Roem. . .
4-
Maclra porreda Gein
4-
Gastrochaena ampbisbaena Goldf.
+
Dentalium medium Sow
4-
4-
Patella inconslans Gein
4-
Pleurotomaria baculilarum Gein. .
4-
4-
4-
4-
Trochus amatus d'Orb
4-
4-
Trochus Kngelhardli Urin. . . .
4-
4-
V
Natica Roemeri Gein
4-
126
Das Oberturon
Zatzsch-
ke
Birk-
witz
Hinter-
jessen
WeiĂbach
255 m 270 m
Alt-
ohli-
scher
Teich
Nieder-
kam-
nitz
Nation vulgaris Reuss
4-
Rissoa Reussi Geis
4-
Tumtella multislriata Reuss . . .
4-
Cerithium LuschiUianum Geis . .
4-
Aporrhais coarctata Geis. . . .
4-
Aporrhais Parkinson i Mast. var. .
4-
Aporrhais substenoptera G. MĂŒll. .
4-
4-
Aporrhais sp
4-
4-
Mitra Roemeri dâOrb
4-
Cancellaria Thiemeana Geis. . .
-t-
Acteon elonoatus Sow
4-
Cinulia llumboldti MĂŒll. sp. .
4-
Nautilus sublaevigalus dâOrb. . .
-+-
4-
Ilamites bohemicus Fritsch . . .
+
Baculites bohemicus Fr. n. Schl. .
4-
Placentireras Orbignyanum Geis. sp.
4-
4-
Scaphites GeiniUi pâOrb
-1-
4-
4- 1 4-
Scapbites GeiniUi dâOrb. var. intcr-
mal ia Soup
4-
Scaphites Fritschi Gross. . . .
4-
Peroniceras tricarinatum uâOrb.
-1-
Aptychus
4-
4-
Enoploclgtia Leachi Mast. . . .
4-
Corax heterodon Reuss ....
4-
Oxijrbina Mantelli Ao
4-
Oxgrhina angusliilens Ao. . . .
4-
Ugpsodon l.ewesiensis Ao.
4-
Cyclolepis Agassiti Geis
4-
ClaJocyclus Streldensis Geis. . .
+
Osmeroides l.ewesiensis Ao. . . .
-t-
Fischscliuppen div
4-
Schachtelhalmglieder
4- 1
Mittelturon, die Tonmergel von Hinterjessen und Birkwitz, die man
bisher mit Krietzschwitz parallelisiert oder doch wenigstens in deren
nÀchste NÀhe gestellt hatte, dem oberen Oberturon, unserer Stufe y,
also dem Horizont von Zatzschke, angehören. Ha die Lagerungsver-
hÀltnisse hier stark gestört und die Schichten zum Teil nicht in der
erwĂŒnschten Weise aufgeschlossen sind, wurden, um keine FehlschlĂŒsse
zu ziehen, die besonders wichtigen Gesteine einer mikroskopischen
ĂberprĂŒfung unterzogen. Herr RICHARD HlLLER in Ebersbach, der
sich bei der Untersuchung von Foraminiferen schon lÀngere Zeit mit
derartigen Gesteinen befaĂt hat, war so liebenswĂŒrdig, die Unter-
suchung vorzunehmen, wofĂŒr ihm hiermit gedankt sei. Er kam zu
folgendem Ergebnis (siehe S. 128/29).
So ist auch durch die mikroskopische Untersuchung
der Unterschied zwischen den PlÀner mergeln von
Krietzschwitz-Bonnewitz einerseits und den Tonmergeln
von Hinter j essen, Birkwitz und Zatzschke andererseits
festgestellt worden.
Das Oberturon
127
Eine weitere kritische Frage ist das VerhÀltnis der Tonmergel
von Zatzschke zu den Tonen von Zeichen. In meiner genannten
Arbeit habe ich hierzu noch nicht scharf Stellung genommen. Die
Tonbank von Zeichen wurde bisher mit den Tonmergeln von Zatzschke
parallelisiert. Die Sandsteine der Herrenleite, die bei Zeichen unmit-
telbar ĂŒber der Tonbank anstehen, wurden sinngemĂ€Ă ĂŒber den Hori-
zont von Zatzschke gestellt 1 )- Die GegenĂŒberstellung des mikrosko-
pischen Befundes der Tone von Zeichen und der Tonmergel von
Zatzschke ergibt jedoch auffallende Unterschiede (s. Tabelle S. 128/29).
Die makroskopische Fauna der Tone von Zeichen ist sehr arm.
Es wurden bis jetzt nur gefunden:
Beeten virgatus Nilss. 1 StĂŒck
Leda semilunari» v. Buch mehrere StĂŒcke
Hingegen beherbergen die Tonmergel von Zatzschke eine sehr
reiche Fauna (Verzeichnis s. S. 125/26).
Der Unterschied ist so bedeutend, daĂ man von einem
gleichartigen Sediment nicht sprechen kann. Mikroskopisch
und makroskopisch gleichen die Tonmergel von Zatzschke und Böh-
misch Kamnitz (WeiĂbachbett usw., IS. 125/26) nach Gesteinscharakter
und Fossilinhalt einander vollstÀndig. Auch hier wurde die mikro-
skopische Untersuchung durch Herrn IIlLLEU ausgefĂŒhrt.
Die Tonmergel der Stufe y setzen durch ihr feines Korn und ihren
ĂŒberaus reichen Kalkgehalt eine ganz eigenartige Sedimentation
voraus. Der groĂe Kalkgehalt des Sedimentes dĂŒrfte nicht nur auf
den aufgelösten Kalk der Schalen und Skelette von Tieren zurĂŒck-
zufĂŒhren, sondern zu einem nicht geringen Teile durch AusfĂŒllung
von Kalk im Meerwasser entstanden sein. Ferner sind diese Tonmergel
ĂŒber ein weites Gebiet von West- bis Ostböhmen sowie auch bei
Löwenberg in Schlesien (GroĂrackwitz) in vollstĂ€ndiger Gleich-
artigkeit verbreitet.
Foraminiferen sind in den Meeren der Gegenwart im Schlamm
des Flachwassers wie in den tiefsten Tiefen bei entsprechenden Lebens-
bedingungen vorhanden.
Es ist schwer denkbar, daĂ die ganz anders geartete
T 0 n b a n k von Zeichen zwischen dem nur 5 km entfernten
Tonmergelgebiet von Zatzschke im N und der Linie Tet-
schen-Böhmisch-Kamnitz im S, wo die echten Tonmergel
wieder in unverfÀlschter Weise auftreten, mit den Ton-
mergeln Àquivalent sein könne. Im östlichen Teile der Stein-
brĂŒche von Zeichen steht die Tonbank an der Sohle der SteinbrĂŒche an
und erreicht gegen W allmĂ€hlich deren Obergrenze, um dann im rĂŒck-
wĂ€rtigen GelĂ€nde zu verschwinden. Weder ĂŒber noch unter der Ton-
bank sind in den SteinbrĂŒchen echte Tonmergel zu beobachten. Bei
einem mĂ€Ăigen Einfallen der Schichten nach N könnte wohl die Zei-
chener Tonbank auf die Tonmergel von Zatzschke auftreffen, trotzdem
') Pibtzsch, K., Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, 2. Aufl., Leipzig
1 926, S. 68 n. folg. â Kossmat, F., Ăbersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aufl., Leip-
zig 1925, S. 83.
128
Das Oberturon
Fundstelle
der Proben
Zatzschke
Hinterjessen
(DietzmĂŒhle)
Birkwitz
Bezeichnung
des Gesteins
Tonmergel
Tonmergel
Tonmergel
Kalkgehalt
mit HCl brausend,
kalkreich
mit HCl brausend,
kalkreich
mit HCl brausend,
kalkreich
SchlÀmm-
barkeit
leicht schlÀmmbar, Zer-
fall normal
leicht schlÀmmbar, Zer-
fall normal
leicht schlÀmmbar, Zer-
fall normal
SchlÀmm-
rĂŒckstand
gering
ganz gering, stark ocker-
farbig, enthÀlt auch grö-
Ăere blĂ€ttchenartige
ockerfarbige StĂŒcke,
stark lehmig- toniger
Geruch
gering, sehr fein, ver-
mischt mit groĂen Scha-
lenbruchstĂŒcken
Beim
SchlÀmmen
mit Soda-
lauge
BlÀschcuenlwicklung
nur gering
BlÀschenentwicklung
nur gering
BlÀsclienentwicklung
nur gering
Foramini-
feren
in reicher Menge, vor-
wiegend die Gattungen:
Globigerina, Gaudrgina,
Bigenerina, Xodosaria,
Cristellaria, Sgirolocu-
lina
in ganz besonders rei-
cher Menge, unter denen
die Globigerinen vorwie-
gen (Globigerinen-
schlamm). Ferner sind
vorhanden folgende Gat-
tungen:
Textularia , Frondieitla-
ria, Xodosaria, Denta-
lina, Gaudryina, Flabel-
lina, Cristellaria
vorhanden, u. a. die Gat-
tungen:
Globigerina , Textularia,
Xodosaria, Flabellina
Ostracodeu-
schalen
vorhanden
reichlich
vorhanden
Spongien-
n adeln
sehr hÀufig
sehr hÀufig und formen-
reich
sehr hÀufig
Prallstelle am WeiĂbach bei Philippsdorf:
Tonmergel Àhnlich wie bei Zatzschke und Hinterjessen, jedoch mit reichlichen Kohle-
beimengungen. Foraminiferenformen im allgemeinen kleiner als bei
Zatzschke and Hinterjessen.
kann nach vorstehenden Ergebnissen eine Ăquivalenz beider Schichten
nicht ausgesprochen werden. Es bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als
die Sandsteine der Herrenleitc, die in den Steinbrtichen
östlich Zeichen ĂŒber der dortigenTonbank anstehen, unter
die Tonmergel von Zatzschke zu stellen. Wenn die aus dem
ĂŒbrigen Arbeitsgebiete gewonnenen Ergebnisse hier Anwendung finden
sollen, ist nur diese Lösung möglich.
Der Emseber
129
Zeichen
NO v. Bonnewitz ')
Strehlen
Ton
PlÀnermergel
PlÀncrkalk
mit HCl nicht brausend,
kalkarm
mit HCl brausend,
kalkreich
mit HCl brausend,
kalkreich
sehr leicht schlÀmmbar,
Zerfall viel rascher als bei den
Tonmergeln
fast nicht scblÀmmbar,
nur durch mechanische Zer-
trĂŒmmerung möglich, springt
in muscheligen StĂŒcken ab
beim SchlÀmmen schwer
auflösbar
ganz gering, ĂŒberwiegend
kleine Quarzkörnchen sowie
Brauneisenstein (?) und inten-
siv schwarze Körner, ferner
Schwefelkies und verschie-
dene kalk- und porzellanartige
BruchstĂŒcke, die anscheinend
gröĂeren beschĂ€lten Tieren
angehören
Quarzkörner in Verbindung
mit Kalk, Material bedeu-
tend gröber als das von
Zatzschke, Hinterjessen,
Birkwitz und Zeichen
sehr reichlich, Quarzkörner
in Verbindung mit Kalk,
KorngröĂe Ă€hnlich wie
bei Bonne witz
starke BlÀschenentwioklung
keine BlÀschenentwicklung
keine BlÀschenentwicklung
Die fiir die Tonmergel
charakteristischen Fo-
raminiferen fehlen hier
vollstÀndig. Es konnten
nur festgestellt werden Einzel-
exemplare der Gatlungen:
R/ieuphax, l/iiplopliragmiiiin,
RhUnmmina.
Gkinitz, Elbtalgebirge ĂŒ, S.77,
fĂŒhrt auĂerdem von hieran:
Bulimina, Rolivina, Cornut-
ji'tra, l/aplosliche, Verneui-
lina, Ataxophragmium
in den vorlÀufig untersuchten
geringen Proben Foramini-
feren spÀrlich vorhanden :
es konnten darin nur festge-
stellt werden wenige Exem-
plare der Gattung:
Crittellaria
zahlreich vorhanden,
nach Gbinitz u. a. die Gat-
tungen:
Xoilosaria, Glokigerinn,
Gaudrgina, Frondicularia,
FlabeUina, Criste/Ioria,
Iiulimina, Bulivina, 7er-
tilaria, lâlanorbidinn, Ru-
talia, Haplophragmium,
Ataxophragmium, fritaxia
fehlen
vereinzelt
vorhanden
fehlen
vereinzelt
vorhanden
Der Emscher
Emscher ist nur an der Lausitzer Hauptverwerfung bei II oh n -
stein sowie in den obersten Schichten der Ottenbergscholle vor-
handen. Zu der Darstellung Seite GSâ 69 ist nichts weiter zu be-
merken. FĂŒr das Vorkommen in der Ottenbergscholle ist nur
der Quarzit des Rollberges von besonderem Interesse (S. 51).
â) Anstelle der PlĂ€nermergel von Krietzschwitz, von denen kein Material zu erlangen
war, sind die neu erschlossenen PlÀnermergel von Bonnewitz zur Untersuchung verwandt
worden.
Neue Folge. Heft 112
9
Oberturon: Zone des Inocerumus Schloenbachi J. Boehm
Tabellarische Ăbersicht der stratigraphischen VerhĂ€ltnisse
- . Hoh t r Schandau
Schneeberg
Böhm.-Kamnitz
und Rosenberg
Pirna
Dresden
s
Emscher ÂŁ
qo
âb
Sandstein
meist weich
und
mergelig
Emscher bei
Hohnstein entlangder
Lausitzer Hauptver-
werfung in einer
schmalen Zone
Sandstein
S
g Stufe i g
o 1 4 in 1
« s
Tonmergel
in Wechsellagcrung
mit
SandsteinbÀnken
Tonmergel von
Zatzschke, Hinter-
jessen, Birkwitz
(? in Wechsellagerung
mit SandsteinbÀnken)
? 50 n>
1
I
3
1
Stufe Ă |
| 1 4 s §
l **"4
8
T3
©
fl
O
N
fl
Sandstein
meist feinkörnig,
wenig zu Fels-
bildungen
neigend
Ă *
Sandstein meist fk.,
wenigzu Felsbildung,
neigend, zw. Böhm.-
Kamnitz u. Rosen berg
vonviegd mk-, Felsen
Ă*
Herrenleite-
sandstein
an der Basis mit
Tonlagen (Zeichen
und Naundorf)
Ă 8
Sandstein
Korn sehr unregelmĂ€Ăig, senkrechte Felsmauern
Ă»
Sandstein
Korn sehr unregel-
mĂ€Ăig, senkrechte
Felsmauern
o
fl
t,
Stufe a a
° 1 4 s S
Sandstein, meist mittelkörnig, leicht zerfallend.
Böschungen
Sandstein mittel- bis
feinkörnig, leicht zer-
fallend, Böschungen
Tabellarische Ăbersicht der stratigraphischen VerhĂ€ltnisse
Cenoman I Unterturon j Mittelturon
Zone d. Spon-
dylus spinosus g
Sovi.o. Hetero- , 0
ceras Reussia- â
anum Schl. t3
Glankonitiscb.Mergel
und PlÀner (t3p) und
GrĂŒnsandstein (t 3 y)
weicher Sandstein
mit dĂŒnnen Tonlagen
t 2 s
Glankonitisch Mergel
u. PlÀner von Krietz-
schwitz u. Bonnewitz
t 3 u
PlÀnerkalk
von Strehlen t 3 k,
PlÀnermergel von
.RĂ€cknitz usw. t 3 m
P -
o
U
P
Zone des
.â Inoceramus
Lamarcki s
o
Park. «>
t 2
Glaukonitischer
Sandstein
t2g
Glaukonitisch. Sand-
stein m. dĂŒnnen Ton-
lagen u. KalkbÀnken
mit Rhynchonetla
plicatilis t 2 g
PlÀner
t 2 m
Mergel von Cotla,
Zehista 1 2 t
c Zone des
~ Inoceramus g
V labiatus 0
âą2 SoHLOTB.
Ă t 1
Sandstein, senkrechte FelswÀnde
t 1 s
Sandstein
t 1 8
PlÀner
t 1 p
Sandstein
tc 1 s)
Pliiner- s
Sandstein §
I (° 2
§ PlÀner (c 2 p)
o<
O
Toniger
Sandstein
C 1 8
Toniger
Sandstein
c 1 s
PlÀnersandstein c 2 s
Ton, PlÀner c2 p
Sandstein c 1 s
âąÂ§ Konglomerate
u. dĂŒnnplattige, ÂŁ
â /,. T. dunkelge-
fÀrbte Sandst.
m.lâflanzenresten g
c I c
Konglomerate bei
Niedergrund
âą
Konglomerate
Tabellarische Ăbersicht der stratigraphischen VerhĂ€ltnisse
1 32 Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie der SĂ€chsisch-Böhmischen Schweiz
Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie
der SÀchsisch-Böhmischen Schweiz
GegenĂŒber der bisherigen Auffassung ĂŒber den Aufbau der sĂ€ch-
sischen Kreide, wie er durch PlETZSCH 1 ) und KOSSMAT 2 ) dargestellt
worden ist (Abb. 11), ergibt sich aus vorstehenden Untersuchungen
folgendes Bild (Abb. 12):
In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« S. 38 ist die Stellung der
Tonmergel tim als unsicher bezeichnet worden. Durch die liier vor-
liegenden Ergebnisse dĂŒrfte an der Schichtenfolge, wie in der neuen
Skizze Abb. 12 wiedergegeben, kein Zweifel mehr sein. Meine Arbeiten
in Böhmen haben dies nur bestĂ€tigt. Wurde frĂŒher angenommen, daĂ
der Sandstein der SÀchsisch-Böhmischen Schweiz in der Gegend von
lâirna an MĂ€chtigkeit abnehme und durch Facieswechsel samt und son-
ders in PlĂ€ner ĂŒberginge 3 ), so glaube ich 1 ), den Nachweis erbracht zu
haben, daĂ dies nicht der Fall ist, daĂ vielmehr die MĂ€chtigkeit
der Schichten in der Kreide des sÀchsischen Elbtales liber-
al I ungefĂ€hr gleich bleibt und daĂ die oberen bis 20ĂŒm mĂ€chtigen
Sandsteine der SÀchsisch-Böhmischen Schweiz zwischen Pirna und
MeiĂen vollstĂ€ndig fehlen und abgetragen sind.
Die Behandlung der Kreide durch die böhmischen Geologen soll
im 11. Teil nĂ€her erörtert werden. Hier sei nur die Anschauung ĂŒber die
Sandsteine der SÀchsisch-Böhmischen Schweiz kurz skizziert.
Fltlc 5 ) stellte fĂŒr die böhmische Kreide folgende Schichtenfolge auf:
Fkiö
Chlomeker Schichten
Priesener Schichten
Teplitzer Schichten
Iserschichten
Malnitzer Schichten
WeilJenberger Schichten
Korycaner Schichten
Perucer Schichten
Die Schichten worden im
allgemeinen zugercchnct dem
Emscher
Oberturou
| Mittelturon
Unterturon
| Cenoman
Die Sandsteine der SĂ€chsischen Schweiz, soweit sie ĂŒber den
Schichten mit Inoceramus labialus (WeiĂenberger Schichten) liegen,
teilte Friö den Malnitzer und Iserschichten zu 6 ). Die Iserschichten
teilte er in folgende Unterstufen 7 ):
â) Pietzsch, K., Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, 2. Aull., Leipzig
1916, S. 101.
â ) Kossmat, F., Ăbersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 1925, S. 83.
3 ) Petkascheck, W., Studien ĂŒber Faciesbildungen im Gebiete der sĂ€chsischen
Kreideformation. Abh. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1899.
*) Andebt, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sÀchsischen Elbtales.
Abh. d. sÀehs. Geol. Landesamts, H. 4, Leipzig 1927.
5 ) Fbiö, A., Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, III: Die Iserschichten.
Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen, Bd. 5 Nr. 2, Prag 1883, S. 5.
Âź) Iserschichten, S. 64.
7 ) Iserschichten, S. 5.
Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie der SĂ€chsisch-Böhmischen Schweiz ] 33
Bryozoenschichten
Trigoniaschichten
Zweiter Kokofiner Quader
ZwischenplÀner
Erster Kokoriner Quader
Bysitzer Ăbergangsschichten.
WNW.
Pirna
OSO.
Bisherige Auffassung, Abb. 11.
q 0 Oberquader
t4 Tonmergel von Zatzschke
tss Oberquader (Brongniartiquader)
t 2 a Mergel von Pirna
t 2 y Oberer GrĂŒnsandstein
1 2 p BrongniartiplÀner
tarn Brongniartimergel
tag Unterer GrĂŒnsandstein
t at Mergel von Cotta, Zehista
tip PlÀner
tis Quadersandstein
C2S, C2p, cts, cic
Stufe des Inoceramus Cuvieri
Stufe der Scaphiten
| Stufe des Inoceramus llrongniarti
| ( Iximarcki )
| Stufe des Inoceramus labiatus
Cenoman
WNW
Pirna
tarn,
tarn
tfp
OSO
tSm
ĂPâ
tg g .
tl3
<|0
t4m
tis
t3;i
tsy
t3p
t3k
t3m
t 2 m
t2g
t2t
tip
tis
C2S,
Neue Auffassung, Abb. 12.
Quadersandstein
Tonmergel von Zatzschke
Quadersandstein
Mergel von Krietzschwitz und Bonnewitz
Oberer GrĂŒnsandstein
SpinosusplÀner
PlÀnerkalk von Strehlen
PlÀnermergel von RÀcknitz
PlÀnermergel
Unterer GrĂŒnsandstein
Mergel von Cotta, Zehista
PlÀner
Quadersandstein
c 2 p, cts, cic
Emscher
Stufe des Inoceramus Schloen-
bachi ( Cuvieri )
Stufe des Spondglus spinosus
und des
Heterocerns Reussianum
(Scaphitenzone)
Stufe des
Inoceramus Lamarcki
( Brongniarti ")
Stufe des
Inoceramus labiatus
Cenoman
134 Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie der SĂ€chsisch-Böhmischen Schweiz
In der Monographie ĂŒber die Iserschichten lĂ€Ăt sich Fric ĂŒber
unser Gebiet in folgender Weise aus:
»(S. 11.) Der ZwischenplÀner scheint gegen Dauba und Auscha hin
sowie in der SĂ€chsischen Schweiz so sandig zu werden, daĂ man ihn
nicht mehr von den Quadern unterscheiden kann, worauf die beiden
Kokoriner Quader als eine kompakte zusammenhÀngende Quaderbil-
dung erscheinen.
(S. 14.) In der SĂ€chsischen Schweiz und in den Weckelsdorf-
Adersbacher Felsen ist die höchste Lage des Quadersandes als Ăquiva-
lent der Trigoniaschichten anzusehen.
(S. 21.) Den petrographischen Charakter anlangend, lĂ€Ăt sich
derselbe dahin bezeichnen, daĂ die sĂŒdlichen RĂ€nder der Iserschichten
kalkig plÀnrige petrefaktcnreiche Ablagerungen sind, die nach N hin
immer mehr von den sich zwischen dieselben einschiebenden Quadern
verdrÀngt werden, so daà endlich bloà petrcfaktenleere Sandsteine an-
stehen, die aber eine bedeutendere MĂ€chtigkeit haben als die kalkigen
Ufergebilde gleichen Alters.
(S. 64.) Die SĂ€chsische Schweiz ist fĂŒr den PalĂ€ontologen ein
trostloses jobiet, und ich muà mich hier darauf beschrÀnken, die
GrĂŒnde anzugeben, weshalb wir einen Teil der mĂ€chtigen Quader-
wÀnde als zu den Iserschichten gehörig betrachten.
Den ersten Anhaltspunkt fand ich am FuĂe des Hohen Schnee-
berges, wo ĂŒber den Quadersanden mit Inoceramus lĂ€biatus glauko-
nitisehe und graue PlÀner mit Ammonitcs Woolgari (Malnitzer Schich-
ten) den Quader des eigentlichen Schneeberges unterteufen. Nach den
in der Melniker Gegend gemachten Erfahrungen können also die
Quader des Hohen Schneeberges nur den beiden Kokoriner Quadern
entsprechen. Die hier aufgefundenen lâetrefakten Lima multicostatu
und Rht/nclionella (Steinkerne) sprechen nicht dagegen. Höchstens
wĂ€re hier darĂŒber noch die Quaderfacics der Trigoniaschichten zu
suchen, was bei dem Mangel an gut erhaltenen Petrefakton eine un-
dankbare Arbeit ist.
Vom Hohen Schneeberge aus neigen sich die Quaderschichten
dem Elbetale zu und bei Herrnskrctschen nehmen sie etwa die obere
HÀlfte der FelswÀnde ein. Die oberste Lage der Quader ist bedeutend
fester als die tieferen und kann gut als Quaderfacics der Trigoni.a-
schichten aufgefaĂt werden.
Diese feste Schichte ermöglichte die Bildung des Prebischtores
Vom Elbetal liegen die Quader der Iserschichten fast horizontal,
ostwĂ€rts bis in die Gegend von Böhm. Kamnitz; hier liegen darĂŒber
die Priesener Bac.ulitenschichten und darauf die Chlomeker Sandsteine,
die dann auch fast horizontal bei Tannenberg und Schönlinde sich
direkt an das Urgebirgc anlagern.«
Demnach parallelisiert Friö die gesamte Sandsteinmasse, die ĂŒber
den La6ia<«s-Schichten liegt, mit folgenden Schichten:
T rigoniaschichten
Zweiter Kokoriner Quader
ZwischenplÀner
Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie der SĂ€chsisch-Böhmischen Schweiz 135
Erster Kokoriner Quader
Malnitzer Schichten.
Er erklÀrt gleichzeitig, daà die Sandsteine der SÀchsischen Schweiz
eine bedeutendere MĂ€chtigkeit haben als die kalkigen Ufergebilde
gleichen Alters weiter im SĂŒden. Nach meinen Feststellungen, die
sich bis jenseits der Sprachgrenze nach SĂŒden erstreckten, sind
diese sĂŒdlicheren Schichten zusammen mit den Bryozoenschichten nur
Ă€quivalent mit unserem Mittelturon, zu denen sich lokal die Zone des
Spondylus spinosus = Teplitzcr Schichten zugesellt.
Die Priesencr Schichten gehören 2 Altershorizonten an und
zwar die echten bei Priesen an der Eger unserer Stufe y der Sclxlocn-
baclli- Zone: die anderen, als »klingende Inocer amen plÀner«
bezeichnet, liegen in einer MÀchtigkeit von beilÀufig 10 m unmittelbar
ĂŒber den Schichten mit Terebralula .« emiglobosa . Sie bilden die nach
N bis gegen Auscha, Drum und Ilabstein von S herranreicliende 1 lanor-
dccke und sind, obwohl palÀontologiscl- der untersten Schhenbacln-
Zone angehorend, nach ihrer petrographisclien Beschaffenheit und der
Art ihres Auftretens am einfachsten dem obersten Mittelturon zuzu-
teilen. FrÀulein MARTHA STELLWAG, Drum, entdeckte im Herbst 192o
an der StraĂenböschung unweit westlich Skalken ebenfalls diese Ino-
ceramenschichtcn. ĂŒber denen sich dann in geringer Entfernung die
Sandsteine des Willhoscht, unsere Schloenbachi-Zone , aufbauen. Des-
gleichen fand sie Herr Dr. MĂLLER im Brotschkenwalde bei btern-
dorf (385 m) 1 ) in der NĂ€he des Willhoscht. ,
Meine Untersuchungen bei Melnik im Sommer 192 1 bestÀtigten
mir daà diese Schichten nur die klingenden InoceramenplÀner sein
können. Meine frĂŒhere Auffassung, daĂ die klingenden inoceramen-
plÀner eine Facies der oberen Tonmergel seien, ist dementsprechend
zu berichtigen 2 ). Es ist damit der sichere Nachweis geliefert, daĂ
diese InoceramenplÀner unter den Sandsteinen der ScMoenbncht-'jOiw
lieo-en. und Uber letzteren lagern dann erst die Tonmergel der Stute y,
die echten Priesener Baculitenmergcl. Hieraus ergibt sich von
der SĂ€chsischen Schweiz im N bis gegen Melnik un b auch
eine ungefÀhr gleichbleibende MÀchtigkeit des Mittelturons.
Die frĂŒheren Anschauungen Uber das 1 erhĂ€ltnis zwischen den
Ablagerungen bei Dresden und denen in der SĂ€chsischen Schweiz
( \bb. 11) sowie meine Berichtigung (Abb. 12) gelten m gleicher \v eise,
fĂŒr die böhmische Kreide. Fs sind in den Abbildungen lediglich
die Himmelsrichtungen zu vertauschen und zwar HN\V (Dresden)
mit S (Melnik) und OSO mit N (beides SÀchsisch-Böhmische Schweiz).
ZaiiÀLKA 8 ) teilt im Elbsandsteingebirge unser Mittelturon dem
') MĂŒller, B., Der geologische Aulbau des Auschaer Rotlandes. Leitmeritzer heimat-
kundliche Arbeitsgemeinschaft, Leitmeritz 1924, S. 13. .... cil. i
J ) Ăndert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sĂ€chsischen Klblalcs.
Abh d. sÀchs. Geol. Landesamts H. 4, Leipzig 1927, S. 34.
3) Zahalka, C., Ceskv ĂŒtvar kridovy v saske zĂ€toce. (Die böhmiscl.e Kreidetormation
in der sÀchsischen Bucht.) Sbqrnik StÀtn. Geolog. UsUv Ceskosl. Rep., Bd. 3, 1923.
Prag 1924. PrehlednĂ€ tabulka (Ăbersichtstabelle) als Anhang.
I3d Die bisherigen Ansichten ĂŒber die Stratigraphie der SĂ€chsisch-Böhmischen Schweiz
obersten Gault und unteren Cenoman, unsere Sandsteine der Schloen-
bachi - Zone dem oberen Cenoman, der Labialus- und Brongniarti (La-
marck'i)-7ione auf Grund von petrographischen Vergleichen zu. Auf
den Fossilinhalt nimmt er keine RĂŒcksicht. Im ĂŒbrigen wird im II. Teil
Gelegenheit genommen werden, sich mit der Auffassung ĂŒber die böh-
mische Kreide durch ZahĂLKA zu befassen.
WĂ€hrend der Drucklegung dieser Arbeit ist die geologische Karte
der Umgebung von Böhmisch Kamnitz mit ErlÀuterung von J. E.
IIlBSCH erschienen. Der Verfasser hat die Schwierigkeiten der Auf-
nahme dieses Gebietes mit der gleichen Sorgfalt bewÀltigt, wie man
dies von seinen frĂŒheren Aufnahmen im Böhmischen Mittelgebirge her
gewöhnt ist. Da auf Blatt Böhmisch Kamnitz die Kreideablagerungen
eine bedeutende Ausdehnung besitzen, haben wir wiederholt das Ge-
lÀnde gemeinsam besucht, ln bezug auf die Stratigraphie sind in den
beiderseitigen Darstellungen jedoch einige GegensÀtze vorhanden, zu
denen ich kurz Stellung nehmen möchte. Herr IIlBSCH hÀlt die Kreide-
schichten am Rosenberge fĂŒr facielle ĂbergĂ€nge des Emschers usw.
von Krcibitz-Kal ten borg. Dieses ist nicht der Fall. Am Rosenberge
treten keine Emscherschichten. sondern tiefere Horizonte zutage, wie
dies S. dl geschildert ist. Als Herr IIlBSCH im Jahre 1924 seine Ar-
beit abschloĂ, Ă€uĂerte ich gegenĂŒber einer Parallelisierung dieser
Schichten bereits meine Bedenken. Mein Material war jedoch noch
nicht genĂŒgend gesichtet, um meine Anschauung ĂŒberzeugend begrĂŒĂ
den zu können. Weiter glaubt Herr IIlBSCH in der Linie Böhmisch
Kamnitz auch zwischen N un 1 S einen Facieswechsel annehmen zu
mĂŒssen. Ich habe hingegen herausgefunden, daĂ, soweit das Karten
blatt Böhmisch Kamnitz reicht, die Kreideschichten nördlich und sĂŒd
lieh der Stadt von ungefÀhr gleicher Ausbildung sind. Als Beweis
fĂŒr seine Darstellung fĂŒhrt Herr IIlBSCH das Bohrprofil von SeHRATI.lt
(S. 33 und 34) in Böhmisch Kamnitz an. Ăber den Wert des Profils
habe ich mich bereits S. 65 ausgesprochen. Die an der OberflÀche
entlang des N- und O-Randes des Mittelgebirges zu verfolgenden
Kreideschichten sprechen gegen die Richtigkeit des Profils. Im
II. Teil wird diese Frage weiter erörtert werden.
Das gegenwÀrtige Landschaftsbild
Morphologie
Das morphologische Bild des Elbsand Steingebirges
ist von der Gesteinsbeschaffenheit stark abhÀngig. S. 115
und 120 ist bereits darauf hingewiesen worden. AnfÀnge zu dieser Auf-
fassung liegen bereits weiter zurĂŒck, jedoch hat man infolge der man-
gelnden Kenntnis der Stratigraphie der sÀchsischen Kreide ein allge-
mein gĂŒltiges Gesetz hierfĂŒr nicht aufzustellen vermocht 1 ).
I â BTBASCIl KOK ~) ist durch Untersuchungen im Kreidegebiet von
Adersbach -Weckelsdorf zu dem Ergebnis gelangt, daĂ dort,
wo ein leicht zerstörbares, bzw. weniger durchlÀssiges Gestein einem
schwerer zerstörbaren, durchlÀssigen aufliegt, sich an der Grenze bei-
der ein Plateau bildet, und dort, wo ein schwerer zerstörbares Gestein
einem leichter zerstörbaren auflagert, ein Steilrand entsteht. Wenn er
dann sagt, daà <1 io OberflÀchen- und Verwitterungsformen der Kreide
im Gebiete von Adersbach und Weckelsdorf in höherem MaĂe durch
die Gesteinsbeschaffenheit bedingt seien als es zur Zeit fĂŒr die ganz
gleichen Formen der SĂ€chsischen Schweiz angenommen wird, so deutet,
er hierbei unbewuĂt die unklaren stratigraphischen VerhĂ€ltnisse in
letzterem Gebiet an.
Auf das Elbsandsteingebirge angewandt, kann man in Àhn-
licher Weise folgende GrundsÀtze festlegen:
Ein wenig durchlÀssiges und demnach flÀchenerhaltendes Gestein
begĂŒnstigt die Bildung von EbenheitsflĂ€chen. Ist dieses einem durch
lÀssigeren, zur Auflösung in Einzelquader neigenden Gestein aufgela-
gert, so bildet sich, wenn letzteres genĂŒgend Festigkeit besitzt, ein Pla-
teau ĂŒber einem Steilrand. Hat letzteres Gestein nur wenig Bindemittel
und nicht genĂŒgend Festigkeit, so findet, wenn es im Denudationsniveau
') Hkttnbr, A., Gebirgsbau und OberflÀchengestaltung der SÀchsischen Schweiz,
Stuttgart 1887, S. 341. â Die Felsbildungen der sĂ€chsischen Schweiz, 1903, S. 626. Die
eigentĂŒmliche Art der Bodengestaltung der sĂ€chsischen Schweiz ist nicht im Klima,
sondern in der Gesteinszusammensetzung begrĂŒndet. â Rathsbobo, A., Zur Morphologie
des Ileuscheucrgebirges, 18. Ber. d. Naturw. Ges. z. Chemnitz 1912, S. 151 â 163.
3 ) Petbasciieck, W., OberflÀchen- und Verwitterungsformen im Kreidegebiet von
Adersbach-Weckelsdorf. Jahrb. d. k. k. Geol. R.-A. 1908, 58. Bd., 4. H., S. 609.
13 -i
Morphologie
liegt, eine rasche Zerstörung und Abtragung von diesem selbst und
dem gesamten ĂŒberlagernden Schichtenkomplex ohne RĂŒcksicht darauf,
ob die ĂŒberlagernden Schichten wenig oder schwer durchlĂ€ssig sind,
statt. Wo durchlĂ€ssigere Gesteine ĂŒber wenig durchlĂ€ssigeren liegen,
bildet sich am FuĂe der durchlĂ€ssigeren, wenn die AbtragungsverhĂ€lt-
nisse dafĂŒr gĂŒnstig liegen, ebenfalls ein Plateau oder eine mehr oder
weniger geböschte EbenheitsflĂ€che und darĂŒber ein Steilhang.
Kurz vor AbschluĂ meiner Arbeit erhielt ich noch die Arbeit
von OEHME 1 ). OEHME erörtert eine Menge offener Fragen, die durch
meine Arbeit ganz oder teilweise ihre Deutung finden. Ăber die Ur-
sachen der Herausarbeitung des morphologischen Bildes sind jedoch
wir beide, ohne von unseren Arbeiten Kenntnis zu haben, zu dem-
selben Ergebnis gekommen. OEHME sagt z. B. u. a. (S. 26): »So
dĂŒrften auch die entsprechenden Kleinformen des Kreidesandsteins in
engster AbhÀngigkeit vom Gestein stehen.« (S. 28): »Der treppen-
förmige Aufbau des LĂ€ngsprofils der kleinen GrĂŒnde ist gesteins-
bedingt. Sie passen sich auf das empfindlichste den geringen Unter-
schieden der Sandsteinschichten an.« Das Ergebnis ist in folgende
Abb. 13. Der Ambos in den Tyssaer WĂ€nden. Sandstein der Zone des Inoceramua
labiatu* (ĂŒnterturon). Die Unterhöhlung der Ambosdccke ist dadurch entstanden, daĂ
eine hĂ€rtere, schwerer zerstörbare Schicht ĂŒber einer weicheren, leichter zerstörbaren liegt.
') Ăhme, R., Klein- und GroĂformen der SĂŒdwest-Lausitz usw., Bautzen 1927.
Morphologie
139
Worte gefaĂt (S. 82): »Die Kleinformen und GroĂformen des Elb-
sandsteingebirges sind bedingt durch die Beschaffenheit und Lage-
rung des Gesteins« (s. Abb. 13).
LĂ€MPBKCHT 1 ) hat durch genaue Untersuchungen im Gebiete der
Schrammsteine und des GroĂen Winterberges ebenfalls festgestellt,
daà die GelÀndestufen von dem Wechsel in der Gesteinsbeschaffen-
heit abhÀngig sind.
Betrachtet man die von MICHEL 2 ) fĂŒr den Hohen Schneeberg
herangezogenen VerhÀltnisse von diesem Gesichtspunkte, so ergibt
sich folgendes (vergl. Tafel 1, Profil 7):
Auf dem Gneis liegt der wasserundurchlÀssige, feinkörnige ceno-
mane Sandstein. Er bildet eine sanft ansteigende Böschung und reicht
bis an den FuĂ der Wand (Labialus- Zone), wo seine Obergrenze durch
zahlreiche austretende Quellen gekennzeichnet ist. Man hat hier den
Beweis, daà der cenomane Sandstein der Zerstörung durch das rie-
selnde Wasser starken Widerstand entgegensetzt. Uber dem Cenoman
ragen in SteilabstĂŒrzen die durch unzĂ€hlige senkrechte Risse und
Spalten sowie horizontale QuerklĂŒfte ein ĂŒberwĂ€ltigendes Bild der Zer-
störung bietenden Sandsteine der Labial us - Zone bis 40 in mÀchtig
empor.
Phot. W. H»hk, Dresden X. 6.
Abb. 14. Im VordergrĂŒnde ein Teil der Gipfelpartie der in TĂŒrme und Nadeln auf-
gelösten Sch rammstein kette, bestehend aus wasserdurchlĂ€ssigen Sandsteinen der Stufe Ăi
der Zone des Inoceramus Schlombachi (Oberturon); dahinter die von wasserundurchlÀssigen
Sandsteinen des Mittelturons gebildeten Ebenheiten, auf denen sich einzelne Felsklötze,
die Steine, der Stufe Ăi erheben.
') LaMFREcnr, F., Wanderung 1 1, in RuĂner, J., Sachs. Schweiz 1925, S. 1 17â 126.
3 ) Michel, H., Geol.-pctrogr. Unters, im Gebiet der Erzgcbirgsbruchzone westlich
Bodenbach. Tscberm. Min. u. petrogr. Mitt., N. F. 32. Bd., 4. u. 5. H., Wien 1914,
S. 324â325.
140 Morphologie
Auf dem Lnbiatus-Q uader liegt der weichere, feinkörnige Grtin-
sandstein sowie darĂŒber der PlĂ€nermergel und Sandstein mit
Spondylus spinosus (Mittelturon ). GrĂŒnsandstein und PlĂ€nermergel
sind im allgemeinen wasserundurchlÀssig. Ihrer WiderstandsfÀhigkeit
gegen die Zerstörung verdanken die vom Hohen Schneeberg bis weit
nach X hin reichenden Ebenheiten ihre Ausbildung und Erhaltung 1 )-
t her der Spinosus-'/snw folgt wieder ein durchlÀssigerer Sandstein
und zwar zunÀchst die wenig Bindemittel besitzende leicht zerstörbare
Stufe « der Schloenbachi-'/one. Wo diese Stufe ins Denu-
dationsniveau gelangt ist. ist. die Abtragung in beschleunigter Weise
erfolgt. Die ĂŒberlagernden festeren Sandsteine der Stufe Ă wurden
ihres FuĂes beraubt und stĂŒrzten zertrĂŒmmert in die Tiefe. Nur wenig
sekundÀr gefestigte Sandsteinpartien blieben als Steine stehen (Hoher
Schneeberg). Dort wo die Abtragung in Stufe « nicht ihre zerstörende
\\ irkung voll ausĂŒben konnte, wie z. Ii. in den mĂ€chtigen Felsgebieten
östlich der Elbe, erhebt sich ĂŒber den meist geböschten Schichten der
Stufe« eine geschlossene, in unzÀhlige Einz< lquader aufgelöste Felsmasse
bis zu 100m MĂ€chtigkeit (Stufe Ă t der S <â h I oenbac h i-Zone) (s.
Abi). 14). DarĂŒber liegen die meist feinkörnigen, wenig durchlĂ€ssigen
Sandsteine der Stufe |3 2 , und ehemals folgten dann noch die Ton-
mergel der Stufe y. Sie wirken wieder fiÀehenerhaltond. wie man
dies an der OberflÀchenform östlich der Linie Hennersdorf- Ivhaa. die
von den Sandsteinen der Stufe i\>. sowie an der Ottenbcrg- und Ilutten-
bergscholle, deren OberflÀchen von der Stufe y beherrscht werden, be
obachten kann (vergl. Tafel 1, Profil 3 und 4). Jn einem groĂen Teile
des Ăstlichen Elbsandsteingebirges sind die Schichten der Stufe y bis
auf wenige Reste abgetragen. Durch die Verbindung der Gipfelpunkte
der Felsberge kann man aber ihre Basis noch annÀhernd feststellen 2 ).
Zur Veranschaulichung dieser VerhÀltnisse möge weiter ein Profil
vom Elbtal bei Prossen bis Waitzdorf (Profil li) dienen.
') Ăhme, R a a. 0., S. 59, drĂŒckt sich in folgender Weise aus: »SchlieĂlich könnte
man versuchen, die Entstehung der EbenheitsflÀchen mit irgend einem Wechsel in der
Beschaffenheit des Gesteins zu erklÀren. WÀhrend des langen Stillstandes der Erosion
in der Diluvialzeit strömte der Hauplfluà dieses Gebietes (die Elbe) in der Höhe einer
widerstandigeren Gesteinsbank dahin. Diese Gesteinsbank wirkte als Basis fĂŒr die Denu-
dation. hör eine solche Anschauung fehlen bis jetzt jedwede Anhaltspunkte. Hkttnkh
lohnt eine derartige Auffassung ab. Ich möchte mich in diesem Punkte Rathsbcrg (Zur
Morphologie des Heuscheuergebirges, 18. Ber. d. naturw. Ges. zu Chemnitz 1912) an-
schlieĂen, der sagt, daĂ eine endgĂŒltige Lösung â wenn ĂŒberhaupt eine möglich ist â
wohl erst nach einer genauen petrographischen Bearbeitung der SĂ€chsischen Schweiz
tresp. der speziellen Gebiete and Niveaus) gefunden werden kann.
Pksck, A., Die neue Schrammsteinkarte. Zeitsclir. d. Ges. f. Erdkunde, Berlin
b 240. Die OberflĂ€chen der Steine sind die Ăberreste einer Quaderplatte, die sieb
bis zu dem Hohen Schneeberg hinauf erstreckt hat und dort noch den Gipfel bildet.
Morphologie 141
Im Folgenden sei das morphologische Bild des Elb-
sand s t e i n g e b i r g e s nochmals kurz zusammengefaĂt.
Emscher, nur im Kamnitzer I
Bruchgebiet und bei hohnstein J
Oberturone Ebenheit -H l )i
Quellen bei Uttewalde 6
Mittelturone Ebenheit
WassertĂŒmpel von /I
Ebenheit am Lilien - /ÂŁâ
stein/^â â
/o o
b: o'. âą
Das morphologische Bild des Elbsandsteingebirges
5. Obert uron
3. Mitteltnron
2 Unterturon (Labial uszone)
1 . C e i. o m a n
Stufe i I Plateau, HochflÀchen von Dorf Wehlen. Zatzschke,
f Uttewalde, Waitzdorf, am Ottenberge, östlich der
\ » ,32 l Linie Rennersdorf â Khaa; Quellen in der Um-
) gebung von Uttewalde
< » ,31 Steilrand, darunter senkrechte FelswÀnde, die»Steine«
j und die zusammenhÀngenden Felsgebiete östlich
l der Elbe
| » i Sst., leicht zerfallend, Bildung von Böschungen, im
Erosionsniveau Ursache der Bildung der Steine
Plateau, Ebenheiten, an dessen Obergrenze Brunnen
von Dorf Ebenheit am Lilienstein usw.
iiai uszone) Steilrand, darunter senkrechte FelswÀnde, Tyssaer
WĂ€nde! Abb. 13; sĂŒdlich von Pirna
EbenheitsflÀchen, Quellen an der Obergrenze.
Abb. 15.
142
Morphologie
Der Unterschied in der Zerstörbarkeit der Sandsteine, wie er von
PETRASCHECK hervorgehoben wird, scheint nicht in der dargestellten
Weise vorhanden zu sein. Hin wasserundurchlÀssiger Sandstein, wie
er sich vorwiegend im Cenoman, im Mittelturon und in der Stufe Ă 2
der Schloenbaehi - Zone vorfindet, wird in folgender Weise der Zer-
störung anheimfallen.
a
I
c
Linie a und b stellen die ursprĂŒngliche Ă€uĂere Form des Schich-
tenkomplexes dar. Liegt das Denudationsniveau bei Punkt c, so wird
sich im Laufe der Zeit durch Abtragung eine Böschung herausbilden,
die die OberflÀchenform der Linie d erstrebt. Weiter wird sich bald
Schutt, Humus und ein Pflanzenkleid als Schutzdecke Uber das Ge-
stein legen, so daĂ hierdurch die Abtragung bedeutend aufgehalten
werden kann.
Die Zerstörung der wasserdurchlÀssigeren Sandsteine der hier in
Frage kommenden Labiatus-Zoae sowie der Stufe Ă, der Schloen-
bachi - Zone geht in anderer Weise vor sich.
Hierzu diene folgendes Schema:
Abb. 17.
Abb. 16.
a und b sollen wieder die ursprĂŒngliche Ă€uĂere Form und Punkte
das Denudationsniveau darstellen. Das Gestein ist von einer Unmenge
senkrechter und horizontaler Spalten und KlĂŒfte durchzogen. Nach
einem gewissen Zeitraum zeigt sich folgendes Bild:
Abb. 18.
WÀhrend der undurchlÀssigere Sandstein mit seinen geböschten
HĂ€ngen den Verlust der fortgetragenen Massen schon von auĂen zur
Schau trÀgt, bietet der durchlÀssigere Sandstein durch das senkrechte
Aufstreben der Sandsteinmassen auch am Rande das Bild des BestÀn-
Morphologie
143
cligeren, vergl. Abb. 14, die Schrammsteinkette. Da aber die Zer-
störung innerhalb der gesamten Masse des letzteren an unzÀhligen
Stellen gleichzeitig wirkt, und Schutt, Humus und Pflanzenkleid zum
Schutze des Gesteins meist nur in ganz geringem MaĂe vorhanden sind,
dĂŒrfte die Zerstörung bei diesem, wenn nicht eine besondere Verfesti-
gung des Gesteins erfolgt ist, mindestens ebenso schnell, wenn nicht
schneller, als bei dem undurchlÀssigeren, eine geschlossene Masse
bildenden Sandstein vor sich gehen (Abb. 9).
Aus der verschiedenen Höhenlage der Schollen und
deren Gesteinszusammensetzung erklÀrt sich somit voll-
stÀndig die morphologische Entwicklung des Gebietes.
Das sich hieraus ergebende VerhÀltnis zu V. STAFF r ) wird in einer
besonderen Studie zu behandeln sein.
Die von H. FĂRSTER (a. a. Ă. S. 8ĂŒ) geschilderte Einwirkung
verĂ€nderter klimatischer VerhĂ€ltnisse in frĂŒheren Zeitabschnitten
dĂŒrfte auf das morphologische llild des Sandsteingebirges auch nur
einen begrenzten EinfluĂ gehabt haben. Man kann wohl anneh-
men, daà die mannigfaltigen, durch tektonische VerhÀlt-
nisse an die OberflÀche gelangten Sedimente je nach
ihrer Neigung zur ZerklĂŒftung nebeneinander Ebenheits-
flĂ€chen und SteilabstĂŒrze zu allen Zeiten gebildet haben
') Staff, H. v., Zur Geomorphogenie und Tektonik des Gebietes der Lausitzer Ăber-
schiebung, Jena 1914.
144
__ t
=Tonmergel
e i-As
BI --Sandslein
I Altohlisch» Bohm.Kommlzer Scholle
II AlbswÀndescholle
DI Slemwandscholle
IV Moibergscholle
Abb. 19 (zu S. 63).
II weiter westlich
Abb. 20 (zu S. 67).
Literaturverzeichnis
1 Ăndert, H., Die Inoccramen des Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges. Festscbr. d.
HumboldtvereiDs zu Ebersbach i. Sa. 1911, S. 33 â 64.
o _ Inoceramus inconstans Woods und verwandte Arten. Centralbl. f. Min. usw.
1913, S. 278-285 u. 295-303.
3. â , Zur Stratigraphie der tnronen Kreide des sĂ€chsischen Elbtales. Abh. d. Sachs.
Geolog. Landesamts Heft 4. Leipzig 1927.
4 Beck R., ErlÀuterung zu Blatt Königstein-Hohnstein der geologischen Karte von
Sachsen. Leipzig 1893.
5. â Ăber die korrodierende Wirkung des Windes im Quadersandsteingebiet der
sÀchsischen Schweiz. Zeitschr. d. Deutschen Geolog. Ges. Bd. 46, 1894.
6. - u. J. Hidsch, ErlĂ€uterung zu Blatt GroĂer Winterberg-Tctschen der geologischen
Karte von Sachsen. Leipzig 1895.
7. Beyer 0., Alaun und Gips als Mineralneubildungen und als Ursachen der chemischen
Verwitterung in den Quadersandsteinen des sÀchsischen Kreidegebietes.
Zeitschr. d. Deutschen Geolog. Ges. Bd. 63, 1911.
8 Bi.anck, E., Die ariden Denudations- und Verwitterungsformen der sÀchsisch-böhmischen
Schweiz als Folge organischer Verwittcrungsfnktorcn im humiden Klimagebiet.
Tharandter forstl. Jahrb. Bd. 73, 1922.
9 Bobhm, J., Inoceramus Lamarcki auct und Inoceramus Cuvieri auct. Zeitschr. d.
Deutschen Geolog. Ges. Bd. 64, 1912, Monatsber. Nr. 7, S. 399.
10. Förster, 11., BeitrÀge zur tektonischen Deutung der Kluftsysteme im sÀchsischen
Quadergebirge. Zeitschr. d. Deutschen Geolog. Ges. Bd. 76, (1924) 192o,
11. Ftuö, A., Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, 111: Die Iserschichten.
Archiv der naturw. Landesdnrchforschung von Böhmen, Bd.5, Nr. 2, Prag 1883.
12. â Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, \ : Die Priesener Schichten.
Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen, Bd. IX, Nr. 1, Prag 1893.
13. Geinitz, H. B., Charakteristik der Schichten und Petrefacten des sÀchsisch-böhmischen
Kreidegebirges sowie der Versteinerungen von Kiesling»walda. Leipzig 1839
bis 1843.
14. â , Das Elbtalgebirge in Sachsen. Palacontographica, Bd. 20, 1 eil 11. Cassel 1871â 1875.
15. GĂŒmhee, C. W., BeitrĂ€ge zur Kenntnis der ProcĂ€n- oder Kreideformation im nord-
westlichen Böhmen in der Gleichung mit den gleichzeitigen Ablagerungen
in Bayern nnd Sachsen. Abh. d. k Bayer. Akad. der Wiss., II. Kl., Bd. 10,
II. Abt. MĂŒnchen 1868.
16. HÀberle, D., Die gitter-, netz- und wabenförmige Verwitterung der Sandsteine.
Geolog. Rundschau, Bd. 6, 1915.
17. HĂ€ntzsch bu, W., Die Wabenverwitterung des Quadersandsteins der SĂ€chsischen
Schweiz. Natur, XVII. Jahrg., Heft 27. Leipzig 1926.
18. Hettnkr, A., Gebirgsbau und OberflÀchengestaltung der sÀchsischen Schweiz. Stutt-
gart 1887.
19. â , Die Felsbildungen der sĂ€chsischen Schweiz. Geogr. Zeitschr. 1903.
20. Hibsch, J., ErlÀuterung za Blatt Tetschen der geologischen Karte des Böhmischen
Mittelgebirges. Wien 189.6.
21. â , ErlĂ€uterung zur geologischen Ăbersichtskarte des Böhmischen Mittelgebirges und
der unmittelbar angrenzenden Gebiete, i. M. 1 : 100000. Tetschen 1926.
10
Neue Folge. Heft US
Literaturverzeichnis
146
22. Hibsch, J., ErlÀuterung zur geologischen Karte der Umgebung von Böhm. Kamuitz.
StÀtn. Geolog. Ustav Ceskosl. Rep. Bd. 10, Prag 1927.
23. â u. F. Seemann, ErlĂ€uterung zu Blatt Leitmeritz-Triebsch der geologischen Karte
des Böhmischen Mittelgebirges. Wien 1913.
24. â u. A. Sesger, ErlĂ€uterung zur geologischen Karte der Umgebung von Sandau
bei Böhm. Leipa. StĂ€tn. Geolog. Ăstav Ceskosl . Rep. Bd. 6. Prag 1923.
25. Klemm, G., ErlÀuterung zu Blatt Pillnitz der geologischen Karte von Sachsen.
Leipzig 1892.
2G. Kossmat, F., Ăbersicht der Geologie von Sachsen. 2. Aull. Leipzig 1925.
27. La m [recht, F., Wanderung II, in Russner, J.. SĂ€chs. Schweiz 1925.
28. Miciiel, H., Gcologiscb-petrographische Untersuchungen im Gebiet der Erzgcbirgs-
bruchzone westlich Bodenbach. Tschcrm. Min. u. petrogr. Mitt. Neue Folge
32. Bd., IV. u. V. Heft, S. 281-401, Wien 1914.
29. MĂŒller, B., Der geologische Aufbau des Hirschberger Teich gebietes. Monogr. u. Abh.
z. intern. Revue d. ges. Hydrobiologie u. Hydrographie, Bd. 5, Leipzig 1915.
30. â , Der geologische Aufbau des Auschacr Rotlandes. Lcilmeritzer heimatkundliche
Arbeitsgemeinschaft, Leitmeritz 1924.
31. â , G., Die Molluskcnfauna des Untersenon von Braunschweig und Ilsede. Abh. d.
k. PreuĂ. Geolog. Laudesanstalt, Neue Folge, Heft 25, 1898.
32. Obst, E., Die OberflÀchengcstaltung der schlesisch-böhmischen Kreideablagorungen.
Mitt. d. Geograph. Ges. in Hamburg, Bd. 24, 1909.
33. Obhmk, R., Klein- und GroĂfortnen der SĂŒd- West-Lausitz und des angrenzenden
Quadersandsteingebietes. Abh. d. naturw. Ges. Isis zu Bautzen, 1927.
34. Penck, A , Die neue Schrammsteinkarte. Zeitschr. d. Ges. f. Erdkunde, Berlin 1922.
35. Pktraczkk, W., Ăber das Alter des Ăberquaders im SĂ€chsischen Elbtalgebirge. Abh.
d. naturw. Ges. Isis, S. 24â40, Dresden 1897.
36. Petraschbck, W., Studien ĂŒber Faciesbildungen im Gebiete der sĂ€chsischen Kreide-
formation. Abh. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1899.
37. â , Ăber die jĂŒngsten Schichten der Kreide Sachsens. Abh. d. naturw. Ges. Isis,
Dresden 1904.
38. â , OberflĂ€chen- und Verwitterungsformen im Kreidegebiet von Adersbach-Weckelsdorf.
Jahrb. d k. k. Geol. R.-Ă. 1908, Bd. 58 4. Heft.
39. Pietzscii, K., ErlÀuterung zu Blatt Pirna der geologischen Karte von Sachsen. 2. Aufl.
Leipzig 1916.
40. Ratrsburg, A., Zur Morphologie des Heuschcuorgebirgcs. 18. Ber. d. naturw. Ges.
z. Chemnitz, 1912.
41. Schalch, F., ErlÀuterung zu Blatt Rosenthal-Hoher Schneeberg der geologischen
Karte von Sachsen. Leipzig 1889.
42. ScuriN, H. Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten in Sachsen,
Schlesien und Böhmen. Neues .iahrb. f. Min. usw., 24. Ăeil.-Bd. Stuttgart 1907.
43. Stake, H. v., Die Geomorphogenie und Tektonik des Gebietes der Lausitzer Ăber-
schiebung. Geolog, u. PalÀontol. Abh. Neue Folge Bd. 13, Heft 2, Jena 1914.
44. Woods, H., A Monograph of the cretaceous Lamellibranchia of England, Bd. 2,
London 1904 â 1913.
45. ZahĂ€lka, ö., Severocesky ĂŒtvar kridovv z Rudohofi aĂ€ pod Jestid. (Nordböhmischo
Kreideformation vom Erzgebirge bis zum Jeschken). Roudnire(Raudnitz) 1916.
â , Ăesky ĂŒtvar kridovy v saske zĂ€toce. (Die böhmische Kreideformation in der
sĂ€chsischen Bucht.) Sbornik StĂ€tn. Geolog. Ăstav Ăeskosl. Rep. Bd. 3, 1923.
Prag 1924.
46 .
Verzeichnis der Schollen
A. Die Liliensteinscholle
B. Die Winterbergscholle
C. Die Rosenbergscholle
D. Die Sternbergscholle
E. Die TĂ€nnigtscholle
F. Die Windischkamnitzer Scholle
6. Die Dittersbacher Scholle
11. Die Snppgebergscholle
1. Die Rennersdorier Scholle
K. Die Ottenbergscholle
L. Die Elbleitenscholle
M. Die Arnsdorfer Scholle
N. Die Binsdorler Scholle
O. Die Roscnkammscholle
P. Scholle Sign. 415,4
Q. Scholle Sign. 3t>2,0
R. Die Laubescholle
S. Die Hainbiihlscholle
T. Die Huttenbergscholle
U. Die Maibergscholle
V. Die Jonsbacher Scholle
W. Die Loosdorfer Scholle
X. Scholle Sign. 342,0
Y. Die Philippenauscbolle
Z. Die Steinwandscholle
Ai. Die AlbswÀndeschollo
Bi. Die Noldeseholle
Ci. Die Kamnitzer Schiet! hausse holle
Di. Die Focksche Höhe-Scholle
El. Die Loosdorf Ost-Scholle
Fi. Die Poppenbergscholle
Gl. Die Scholle Altohlisch-Böhni. Kam-
II l. Die Rauensteinscholle [tiitz
li. Die BĂ€rcnsteinscholle
Kl. Die Brandscholle
Li. Die Basteischolle
Mi. Die Uttewalder Scholle
Ni. Die Horrenleitescholle
Ol. Die Zatzschkescholle
Pl. Die Schöne Höhe Scholle
Scholle
Scholle
Scholle
Qi.
Die
Krietzschwitzer Scholle
Ri.
Die
Kreibitzer Scholle
Si.
Die
Kaltenbergscholle
Ti.
Die
Tannenbergscholle
Ui.
Die
Waltersdorfer Scholle
Vi.
Die
Kamnitzer SchloĂbergscholle
Wi.
Die
Freudenberger Scholle
Xi.
Die
Markersdorfer Scholle
Yi.
Die
Robitzer Scholle
Zi.
Die
Langenauer Scholle
Az.
Die
Lcipaer Spitzbergscholle
BĂ€.
Die
Betgrabenscholle
CĂ€.
Die
Schwoikaer Scholle
D*.
Die
Ortelsbcrgscholle
EĂ€.
Die
GrĂŒnbergscholle
l'Ă€.
Die
Dobernscholle
Gs.
Die
PieĂniger Scholle
GĂ€a.
Die Lindenauor Scholle
HĂ€.
Die
Klemensdorfcr Scholle
IĂ€.
Die
ReichstÀdter Scholle
KĂ€.
Die
Barzdorfer Scholle
LĂ€.
Die
Kriesdorfer Scholle
MĂ€.
Die
Oybinscbolle
NĂ€.
Die
Hochwaldseholle
OĂ€.
Die
MĂŒhlsteinscholle
PĂ€.
Dio
Hoffnungscholle
QĂ€.
Die
Deutsch Gabler Scholle
RĂ€.
Die
Rabsteinscholle
SĂ€.
Die Ohlbergscholle
T2.
Dio
Oberkriesdorfer Scholle
U 2.
Dio
Kriesdorfer PlÀnerscholle
V2.
Die
NeulÀnder Scholle
W2.
Die
Willhoschtscholle
X2.
Die
GrĂŒndcmnĂŒblschollo
Y2.
Die
Drum-TbammĂŒhlscholle
Z2.
Die
Maschwitzbergscholle
As.
Die
Kahlebergseholle
Bs.
Die
Auritschscholle
Cs.
Die
Ferdinandsbergscholle
Ds.
Die Kollscholle
Aâ Al, Di- Fi, Hiâ Qi sind im I. Teil,
Bi, Cl, Riâ Ă3 im II. Teil,
Gl ist teils im I. und teils im II. Teil behandelt.
Abhandl. d. PreuĂ. Geol. Landesanst., N. F., Heft 112
Profil vom Gomplilzbach nördlich ĂŒber Rosenkamm Sign. 431 ,o nach d
in die 6/be bei Herrnskrelschen . mum
rnsdorfer Scholli
n chotle
bei Saupsdorf. Manstav i :5000k
UJmdiscfika.rntUcr Schulte
Omntrn/MX/c SemmeforfrrMa/te
Profil von Mederkreibik H I//.. iiberde/i Ăudolpfislel/i m/id.fu/e/diĂŒbe/.
* k I fc ii fMbk * ,sa00 ° 1
fiUUMĂfFjXfM/lt
tnvutM
Pmiipptmtn
Midie '
ifn:ert*iy schotte
r Schölte Suppgeöayscholte llnmglschotie
Profil Pond. Ziegelei im lfhruĂ€giviide{//in/egessen)sĂŒdös/M
Malislab / 50000
lauscMcscrwlle
Herren. 1 eitescnotle
F., Heft 112.
JJrnsdorfer Schotte
Bimdorfer Schotte
isenkammscno . â
EltyleitenscholU WmtcröergschoUe hhensie/n
Schone
ât ohlisch nördlich entlang derBlatlgrenze ĂŒber dm Rosenberg nach der Lausitzer Hanptvenverfung
Kosentert 6m« bei Saupsdorf. MaĂstab t: 50000
Rosenbergscholle
LUi nterbergschoHe .
v/it vom Gomptitzbach nördlich ĂŒber Rosenkamm Sign, m nach der KamnilzbachmĂŒndung
in die ĂŒbe bei Hermskretsctien. MaĂs/aotsoooo ..
' rm C Zon
2 u ' flrU /3 V»oc
tennigi&diotle
MaĂstab / 50000
u, {i. SĂ€irnsirmsc/iol/e Raxa
Geholtâ J Satt
title ns/cs nschotle
W/ntcröecy, schotte
'k^dimUksnÀ^mmkfHin^ssenjsÀtMlidt uÀerdJi/iensfein zur fite A /tönigstön.
Herren./ et/escaotle
von den Rabs/einer fabrihen nördlich ĂŒber dm Gohtisrh
nach dem fiĂŒhnerstein . Ma/istab /. 50000.
Profit von der ftbe bei
Lausitzer tlanptveiw
l â mi/ul/urant (Oen/teit U
Nr.ĂŒ.
\i
'
Tafel 1
'(jn. 43J,o nach der KamnitzbachmĂŒndung
â Ischen. MaĂStaO t SO 000
Mittelturon
Zone des 7rwecramus Labia tus
Cenoman
Basal:
PalÀoe. Schiefer
Granit
StÀrungstrme
Winterbergschotte
l/hensic.n
Schotte
Clbie/terischofte
\ laĂsiat) / -50000
l Menst et nschoite
laustUtr
6rum/
QeGtf!
UJi nterbergscholle
Profil von der t'lbe bei Prossen nordösUirh nach der
Landtier Hauptverwerfung hei Waitzdorf.
I âą mtltetturone Cbenheit. U â ober tutvrres Plateau
â 5 watu/tarf
:6.
§ / tbyxMotf
olle Ănm/tsdnt/e It/rrrtertreryschcJe
ftv/ilnm Hirschbery bei Brache as/non/ds/itch n. d. Hohen Schneebery
' MĂŒĂt** â SOOO ° aartScnneeberg
Warta
Abhandlungen der Preufi. Geolog. Landesanstalt N. F., Heft 112
Tektonische L
Die Kreideablagerungen zwisc
ThgcHiyisdfes
öneismassio.
CMh
M/nfoH}
Vl
Böhmisches Mittelqebin\e
âProfile f-7.
ES /auflteerfxmpiverwetfunq.
GZ) StörungsUnim.
M leiteten pdi an/ Jet / 1
7/jrn SF-UMan/7e/l2
GZ) ThudihniawatM 'SodenMmn/fnM.
Bearbeitet von Hermann Ăndert
rektonische Ăbersichtskarte zu Ăndert
Dlagerungen zwischen der Elbe in Sachsen und dem Jeschken
Tafel 2
J**Ma
o
Obftgtmzeder
'cd &r.
ĂŒtxr960n
scomiĂŒ
1 .300000
2 IX:-] W-XOn
3 533 ««*?'
* EU ] 320-920-
s ÂŁ~3 3 X 3 X 7 '
6 WD 260-320-
7 CD200-260-
8 nnw-zv-
9 CDno-iso-
10 f I 70 - 110 -
77 I' I im.tr 70 â
'130960m
380-930-
330-380-
280-330-
2/0280-
760-270-
710 760-
70-170"
30-70-
uUtrOO-
* e /âą
Tlorö
6
° 7 / //
Photolithographie u. Druck d. Preuh. Geolog. Landesanstalt, Berlin
Bucbilruckerei A- W. Schade in Berlin Nâ Schulcendorfer StraĂe 26